Belletristik Besprechungen

Khaled Hosseini – Tausend strahlende Sonnen

20. September 2008

tausendstrahlendeSonnen

Inhalt:

Zwei Frauen die gezwungen wurden, den gleichen Mann zu heiraten. Mariam wurde unehelich geboren, mit 15 Jahren wird sie fern ihrer Heimat mit dem dreißig Jahre älteren Raschid verheiratet. Zwanzig Jahre später zwingen die Umstände auch Leila, Raschid zu heiraten. Beide sind anfangs nicht begeistert über die Existenz der anderen. Mit der Zeit freunden sie sich an und helfen sich durch die schweren Kriegszeiten.

Anhand der Schicksale dieser beiden Frauen bringt Hosseini dem Leser die Geschichte Afghanistans von 1960 bis heute näher.

Meine Meinung:

Wie schon „Drachenläufer“ ist auch dies wieder ein fesselndes und bewegendes Buch über das Leben und Überleben in Afghanistan. Hosseini schafft es, einem dieses Leben und die Geschichte dieses Landes näher zu bringen, ohne jemals lehrerhaft zu wirken.

Mariam und Leila durchleben die Jahre der sowjetischen Besetzung, der „Befreiung“ durch die Mudschaheddin und die Zeit unter der Herrschaft der Taliban.

Wie viel Leid diese Menschen zu ertragen haben, ist für die meisten kaum vorstellbar. Auch wenn es sich bei dem Roman um eine fiktive Geschichte handelt, erzählt er doch nur, was unendlich vielen Menschen wahrhaftig geschehen ist und noch immer geschieht.

Hosseini geht sehr sparsam mit den grausamen Bildern des Krieges um. Dadurch wirken die wohl dosierten Berichte von Bombenopfern und Hingerichteten nur noch stärker. Das Bild der hysterischen Mutter, die die Körperteile ihrer Tochter in der Schürze sammelt wird mir nie wieder aus dem Kopf gehen.

Dieses Buch gehört zu denen, die anschließend erstmal eine Pause verlangen um verdaut zu werden. Man kann es nicht einfach zuschlagen und sich der nächsten Geschichte widmen, Leila und Mariam werden mich noch lange in Gedanken begleiten.

Auch wenn dieses Buch alles andere als leichte Lektüre ist, werde ich es noch sehr oft weiter empfehlen.

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