Justin Cronin – Der Übergang

Ein Virus, das Unsterblichkeit verleiht. Ein Traum, dem das US-Militär sich nahe wähnt. Aber bei den ersten Probanten geht etwas schief, sie werden zu furchtbaren Kreaturen, die sich nicht beherrschen lassen. Doch dann finden sie Amy, ein sechsjähriges Mädchen, auf dem all ihre Hoffnungen ruhen. Zu spät? Plötzlich gerät alles außer Kontrolle, die Menschheit scheint dem Untergang geweiht. Ist Amy wirklich die Rettung? Kann sie noch aufhalten, was hier über den gesamten Kontinent fegt und alles zu vernichten droht?

„Der Übergang“ ist ein Endzeit-Roman, in dem etliche aus anderen Werken bekannte Elemente verwoben werden. Wirklich neu hört es sich nicht an, ist aber trotzdem etwas Besonderes. Ein Virus, Menschheit kurz vor der Vernichtung, ein kleines Mädchen als letzte Hoffnung… Das Besondere liegt hier im Detail. Cronin beschreibt verschiedene Charaktere so plastisch, man sieht sie vor sich und leidet mit ihnen. Viele kleine Ideen geben den scheinbar bekannten Szenen neue Facetten. Der kleine Funke Hoffnung, den die Menschen hier krampfhaft festzuhalten versuchen, hält auch den Leser den ganzen Roman durch im Griff.

Das Buch hatte mich schon lange gereizt, seine Dicke hatte mich aber immer abgehalten. 1000 Seiten, oft genug habe ich erlebt, dass Autoren bei solchen Werken ins Schwafeln gerieten und man gerne ein paar Seiten gestrichen hätte. Hier wollte ich nicht eine Seite missen, Cronin schaffte es tatsächlich, die Spannung über 1000 Seiten zu halten. Es gab keine Seite, auf der ich mich gelangweilt hätte.

Im Januar erscheint mit „Zwölf“ zum Glück schon die Fortsetzung. So darf ich bald weiter lesen, wie es Amy und den anderen in ihrem Kampf ergeht. Wer Endzeit-Romane mag, sollte sich „Der Übergang“ auf keinen Fall entgehen lassen, ein wirklich großartiges Buch, das man am Stück verschlingen möchte.

Der Übergang – Justin Cronin

1020 Seiten, Goldmann Verlag

ISBN 9783442469376, 9,99 €

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