Belletristik Besprechungen

Julia Stagg – Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf

22. Februar 2012

Fogas ist ein kleines Dorf in den Pyrenäen, wie man solche Dörfer kennt. Jeder weiß über jeden Bescheid, meist sogar besser, als derjenige selbst. Eben darum wissen auch alle gleich, wie es enden wird, wenn tatsächlich das englische Ehepaar das Restaurant übernehmen sollte. Der Bürgermeister hatte damit auch ganz andere Pläne, von denen der Rest des Dorfes ausnahmsweise Mal nicht wusste. Das Dorf steigt auf die Barrikaden und macht es den Neuankömmlingen nicht einfach. Ob sie die Bewohner von Fogas überzeugen können, oder müssen sie ihre sieben Sachen packen und zurück auf die Insel flüchten?

Klischees ohne Ende, sie machen das Buch so liebenswert. Denn die meisten dieser Klischees entstanden nicht umsonst. Da ich selbst in einem Dorf an der französischen Grenze aufgewachsen bin, habe ich mich so manches Mal in diese Zeit zurück versetzt gefühlt. Ja, die Franzosen glauben nicht, dass jemand anderes auch kochen könnte. Engländer schon gar nicht. Sie wissen zu leben und das Leben zu genießen. Und ja, in einem Dorf mag noch so viel Uneinigkeit herrschen, geht es ums Ganze, halten alle zusammen und ziehen an einem Strang.

Lorna und Paul tun einem über weite Strecken des Buches furchtbar leid, sie wussten nicht, auf welches Abenteuer sie sich hier einlassen. Die Bewohner von Fogas sind schrullig, aber deswegen nicht weniger liebenswert. Selbst der Stier Sarko hat sich ein Plätzchen in meinem Leserherz gesichert.

„Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf“ ist ein ruhiges und herzerwärmendes Buch, das man nach gemütlichen Lesestunden mit einem Lächeln wieder beiseite legt.

Monsieur Papon – Julia Stagg
349 Seiten, Hoffmann und Campe
ISBN 9783455403435, 19,99 €
Hardcover

1 Kommentar

  • Antworten Tine 23. Februar 2012 von 14:44

    Oh, das hört sich toll an!!!
    Ich werde es mal auf meine Wunschliste setzen.

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