Belletristik Besprechungen

Joost Zwagerman – Duell

15. Juni 2017
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„Verdammt, die Hand, die Faust!“ ist der erste Satz dieser Novelle. Die Faust des Museumsdirektors hat nämlich gerade ein 30 Millionen Euro teures Gemälde durchschlagen. Wie es dazu kam und wie er versucht, sich aus dieser Misere zu befreien, erzählt Joost Zwagerman in „Duell“.

Währenddessen geht es um allerhand Fragen rund um die Kunst. Was ist Kunst? Was darf Kunst? Sind Kunst-Performances überhaupt noch Kunst? Ist es Kunst, ein Gemälde zu kopieren, wenn man dabei den gesamten Schaffensprozess im Detail reproduziert und offenlegt, oder ist das Ergebnis trotzdem nur etwas nachgemachtes, nichts eigen geschaffenes? Wie sollen Restauratoren mit Kunstwerken wie einem Stück Butter in einer Zimmerecke umgehen?

Über „Duell“ haben sich schon seit Monaten viele lobend geäußert. Die Kunstwelt ist mir persönlich relativ fremd, ich bewundere Menschen, die etwas schaffen können, ich selbst bin da komplett untalentiert. Wenn Kunst zu abstrakt wird, fehlt mir auch der Bezug dazu. Und trotzdem habe ich „Duell“ und seine Ideen und Gedankengänge sehr genossen. Vielleicht wegen der Mischung aus strenger Kunstauslegung und lockerem Umgang damit, da fährt der Museumsdirektor auch schon mal auf Inlinern durch die leeren Museumssäle. Dazu die Situationskomik, die das zerstörte Kunstwerk mit sich bringt.

Ich schließe mich den lobenden Massen an, „Duell“ ist großartig und lesenswert.

Duell – Joost Zwagerman
Deutsch von Gregor Seferens
Weidle Verlag

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2 Kommentare

  • Antworten Elke Schneefuß 15. Juni 2017 von 16:01

    Wird schon seit Monaten hoch gelobt? Oh weh, überhaupt nicht mitgekriegt, aber jetzt könnte es sich ändern. Vielen Dank für die Rezension, denn sowohl Autor als auch der Titel sind für mich eine echte Neuentdeckung!

    • Antworten Papiergeflüster 15. Juni 2017 von 16:03

      Ja, das wurde letztes Jahr hoch und runter besprochen, aber Bücher werden ja nicht schlecht. 🙂

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