Belletristik Besprechungen

Jojo Moyes – Ein ganzes halbes Jahr

12. Juni 2013

GanzeshalbesJahr

Louisa arbeitet in einem kleinen englischen Ort im Café und ist damit glücklich. Sie fällt mit ihrem etwas anderen Modegeschmack zwar auf, aber das stört sie nicht. Ihre Welt ist klein, aber so wie sie es sich wünscht. Bis sie eines Tages ihren Job verliert. Es gibt nicht viele Alternativen für sie im Ort, also bewirbt sie sich um die Stelle als Pflegehilfe bei einem Tetraplegiker. Einem Mann, der ab dem Hals abwärts bewegungsunfähig ist. Ohne zu ahnen, was aus diesem Job werden könnte.

Will war vom Glück verwöhnt. Er hat seinen Traumjob, verdient Geld ohne Ende, kann sich ein Leben voller Abenteuerurlaube und Aktionismus leisten. Bis er unverschuldet einen Unfall hat, der ihn an den Rollstuhl fesselt. Er kann nur noch den Kopf unde eine Hand minimal bewegen. Für jemanden, der so aktiv war wie er, ein unvorstellbares Leben voller Schmerzen und Entbehrungen. Doch dann lernt er Lou kennen.

„Ein ganzes halbes Jahr“ ist ein sehr berührender Roman, leichte Zwischenlektüre, die einen emotional gerade gegen Ende aber ganz schön ran nimmt. Zu Beginn war ich noch etwas enttäuscht, dachte mir, dass die Idee zu diesem Roman sicher nach dem Film „Ziemlich beste Freunde“ entstand, die Parallelen sind am Anfang ziemlich offensichtlich. Aber dann befreit „Ein ganzes halbes Jahr“ sich davon und entwickelt seine ganz eigene Geschichte.

Eine Geschichte, die einen nachdenklich werden lässt. Zu vielen Themen, die ich hier nicht erwähnen möchte, weil ich damit zuviel voraus nehmen würde. Will und Louisa werden so realistisch gezeichnet, mit Kanten und Ecken, diese Geschichte könnte wirklich ein paar Häuser weiter passieren.

Ein wunderschönes Buch, zu dem man sich unbedingt ein Päckchen Tempos bereit legen sollte.

Ein ganzes halbes Jahr – Jojo Moyes
520 Seiten, Rowohlt Verlag
ISBN 9783499267031, 14,99
Paperback

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2 Kommentare

  • Antworten Verena 12. Juni 2013 von 22:24

    das Buch ist glaube ich das beste, was ich dieses Jahr gelesen habe. Am Anfang war ich etwas verwirrt, weil es eine Weile dauerte, bis ich den Bezug zum Prolog hergestellt habe. Danach aber fing ich an, das Buch richtig zu verschlingen und am Ende… naja, die Taschentücher erwähnst du ja bereits. Normalerweise weine ich fast nie bei Büchern. Aber ich konnte die Tränen echt nicht aufhalten.
    Das Buch soll wohl auch verfilmt werden. Darauf bin ich ja mal gespannt.

  • Antworten Rita 13. Juni 2013 von 11:57

    Beim ersten Absatz dachte ich auch gleich an “Ziemlich beste Freunde”. Hört sich aber nach einer sehr schönen Geschichte an. Danke auch für das Nicht-zuviel-verraten, da schreiben manche Rezensenten und Blogger für meinen Geschmack oft ein bisschen zu viel;-)

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