Belletristik Besprechungen

John Wyndham – Die Triffids

6. Mai 2016

Triffids

Was genau geschah, werden sie wohl nie herausfinden. Aber irgendeines, oder mehrere, der biologischen Experimente ging schief. Die meisten Menschen sind über Nacht erblindet, scheinbar auf der ganzen Welt. Ihr größter Gegner könnten jetzt sie selbst sein, Menschen in Ausnahmesituationen sind gefährlich, aber es kommt noch schlimmer. Schon seit ein paar Jahren siedeln merkwürdige Pflanzen überall auf der Welt, auch Folge eines Unfalls, die Triffids. Triffids können sich fortbewegen und machen mit ihrem giftigen Stachel Jagd auf Menschen. Blinde Menschen haben kaum eine Chance gegen sie. Dank eines Zufalls gehört Bill Masen zu den wenigen Menschen, die ihr Augenlicht behielten und findet sich in einem Albtraum wieder.

„Die Triffids“ ist ein typischer Katastrophenroman, ein Klassiker der Science Fiction, er erschien 1951 im Original, hat bis heute aber seine Spannung nicht verloren. Die Anspielungen auf den kalten Krieg kann man inzwischen als historischen Kontext lesen. Egal ob heute oder vor 50 Jahren, es würde wahrscheinlich ähnlich ablaufen, geschähe solch eine Katastrophe.

Die Sehenden haben die Wahl, wollen sie die Blinden führen und versuchen zu retten, oder wollen sie sich selbst retten, als sehende Gruppe zusammentun und versuchen, eine neue Gesellschaft aufzubauen? Nächstenliebe versus Überlebensinstinkt? Überbleibsel aus alten Gesellschaftsstrukturen prägen die neuen Gesellschaften, vom christlichen Füreinander bis hin zur militärischen Diktatur. Verschiedene Modelle werden angespielt, welches am Ende das erfolgreichste sein wird?

Mit dem hölzernen Stil hatte ich stellenweise Probleme, brauchte eine Weile, bis ich mich warmgelesen hatte. Als ehemalige Biologin hielten mich die Triffids am Ball, sie sind durchaus realistische Pflanzenmutationen. Später waren es dann die unterschiedlichen Szenarien der verschiedenen Gruppen, die sich im Laufe der Zeit bildeten, die das Buch zu einer interessanten Lektüre machten. Kein Pageturner, aber als Klassiker der Science Fiction durchaus lesenswert.

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Die Triffids – John Wyndham
Deutsch von Hubert Greifeneder
300 Seiten, Heyne Verlag
ISBN 9783453528758, 8,99 €
Taschenbuch

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eBook
ISBN 9783641076825, 7,99 €

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2 Kommentare

  • Antworten Paul Hübscher 6. Mai 2016 von 20:49

    Das mit dem “hölzernen Stil” könnte an der Übersetzung liegen. Ich hatte damals bei der Lektüre auf Englisch keineswegs diesen Eindruck. Den, dass man aus der Story mehr hätte machen können, allerdings durchaus.

    • Antworten Papiergeflüster 6. Mai 2016 von 20:53

      @Paul dann ist daran wohl der Übersetzer schuld. Ich kenne das Original nicht und wollte es nicht einfach behaupten. 😉 Ja, es wird vieles nur angerissen, was man hätte vertiefen können. Aber ich mochte es trotzdem, ich denke Geschichten gerne weiter.

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