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Jean-Luc Bannalec – Bretonische Verhältnisse (Hörbuch)

6. September 2012

 

Das malerische Küsten- und Künstlerörtchen Pont Aven wird kurz vor der Urlaubssaison von einem Mord erschüttert. Der betagte Hotelier Pennec wird erstochen aufgefunden. Als kurz darauf auch sein Sohn zu Tode kommt, scheint mehr hinter dem Fall zu stecken. Kommisar Dupin ermittelt und stößt schon bald auf ein unglaubliches Familiengeheimnis. Wer wusste noch davon? Könnte das der Grund für zwei Morde sein?

„Bretonische Verhältnisse“ lebt mehr von der Atmosphäre als von der Ermittlung in einem Kriminalfall. Um ehrlich zu sein, hatte ich zwischendurch sogar mal den Faden verloren, welcher der vielen Pennecs den nun wer war. Auch die Vornamen waren sich recht ähnlich. Spannend war die Handlung weniger, aber das Hören machte trotzdem Spaß.

Das eine oder andere Klischee wurde allerdings ziemlich breit getreten, zum Beispiel sitzt Dupin ständig beim Essen und philosophiert auch mal über die besten Crêpes . Die Franzosen legen wirklich viel Wert auf ihre Kochkünste, aber das schien mir doch etwas zu sehr mit dem Lattenzaun gewunken. „Essen! Wir sind in Frankreich! Hier wird gut gegessen!“ Bei all den französischen Namen der Personen und Orte dürfte das auch dem langsamsten Leser noch nicht entgangen sein. Es wurde ja auch oft genug betont, dass die Bretonen eine besondere Liebe für ich Eckchen Frankreichs hegen und Zugezogene etliche Generationen brauchen, bis sie dazu gehören.

Nach einer Weile habe ich über diese Dinge aber nur noch mit einem Schmunzeln hinweg gehört. Es war ein eher ruhiger Krimi, von Gerd Warmeling mit sehr angenehmer Stimme vorgetragen, der ich einfach nebenbei lauschen und sie so genießen konnte.

Hörbuch

Bretonische Verhältnisse
Autor Jean-Luc Bannalec
Sprecher Gerd Warmeling
Länge 6 Stunden 5 Minuten (gekürzt)
Genre: Zeitgenössische Krimis

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 13,95 €)

Im Flexi-Abo für 9,95 €

 

2 Kommentare

  • Antworten Konstantin [derschoenenlog.de] 10. September 2012 von 08:27

    Vielen Dank für deine Rezension, insbesondere, weil wir gestern die Bestsellerliste mal durchgegangen sind und jeder kommentiert. Hier fiel konnte niemand etwas beisteuern.
    Deine Kritik, dass die Klischees zu sehr breitgetreten werden erinnert mich an ein Gespräch über Nicolas Barreau den ich bis vor kurzem durchaus mal möchte – als jedoch öffentlich wurde, dass weder Herr Barreau noch Herr Bannalec überhaupt Franzosen sind, ersterer noch nicht einmal männlich, veränderte sich mein Standpunkt. Das Phänomen scheint auch hier zu passen, ein Deutscher belädt seine Geschichte, in Frankreich spielend, offenbar mit mehr Klischees, als es ein Franzose vllt. tun würde…

    • Antworten Emily 10. September 2012 von 19:31

      @Konstantin: Nicolas Barreau ist weder Franzose noch ein Mann? Von Bannalec wusste ich, dass es ein Pseudonym ist. Von Barreau noch nicht. Unglaublich, das ist ja wie Baguette als “Franzosenbrot” verkaufen, so heißt das hier in Franken wirklich. 😉
      Franzosen würden die Klischees wahrscheinlich eher leugnen. Obwohl das mit dem Essen gar nicht so unwahr ist. Ich vermisse den französischen Supermarkt keine 10 km weit weg, da gab es wirklich leckere Sachen.

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