Besprechungen Phantastik

J. R. R. Tolkien – Die Kinder Húrins

9. November 2008

Kinderhurins

In „Die Kinder Húrins“ wird die tragische Geschichte Túrins, Húrins Sohn, erstmals ausführlich erzählt. Viele Teile davon sind schon aus dem „Silmarillion“ und den „Nachrichten aus Mittelerde“ bekannt, hier hat Tolkiens Sohn Christoph noch einige bisher unveröffentlichte Teile eingearbeitet und erstmals alles an einem Stück veröffentlicht.

Die archaische Sprache ist anfangs gewöhnungsbedürftig, passt aber so wunderbar zu der Geschichte, dass ich mich schnell eingelesen hatte und sie mir gar nicht mehr auffiel.

Das Lesen fällt sicher leichter, wenn man vorher das Silmarillion gelesen hat. Es tauchen vieler Personen am Rand auf die für die Handlung wichtig sind, aber nicht mehr näher erläutert werden, da ihre Geschichte schon dort erzählt wurde. Außerdem kennt man dann schon, dass viele Charaktere ihren Namen öfter wechseln als ihr Hemd. Túrin ist unter anderem auch als Neithan, Gorthol, Agarwaen, Mormegil und Turambar unterwegs. Im Silmarillion habe ich das noch das ein oder andere mal (leise) verflucht, inzwischen bereitete das aber auch keine Probleme mehr. Stolpert man doch einmal über einen Namen, hilft die Auflistung aller Personen im Anhang weiter.

Wer aber erwartet ein Buch im Stil des „Herrn der Ringe“ vorzufinden, der wird enttäuscht sein, „Die Kinder Húrins“ erschließen sich einem doch um einiges schwerer als Tolkiens bekanntestes Werk.

Die Aufmachung dieses Buches ist wunderschön. Schon die goldenen Buchstaben auf dem Schutzumschlage sehen einfach fantastisch aus, die zum Teil farbigen und ganzseitigen Illustrationen von Alan Lee machen aus dem Buch ein kleines Schmuckstück. Auch eine Karte von Mittelerde fehlt natürlich nicht.

Wer Tolkiens Bücher mag, weil er die komplexe Welt zu schätzen weiß, die der Autor sich auf bisher noch nicht übertroffene Art und Weise erdacht hat, wird auch dieses Werk aus seiner Feder genießen.

Keine Kommentare

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: