Belletristik Besprechungen

J. R. Moehringer – Tender Bar

26. November 2008

tenderbar

JR wächst ohne Vater auf, die Mutter hat seinen Erzeuger wenige Monate nach seiner Geburt verlassen, da er gewalttätig war. Das Geld reicht selten aus, daher wohnen sie meistens bei seinen Großeltern, in deren Haus auch sein Onkel Charlie und zeitweise eine Tante mit ihren Kindern leben. An männlichen Bezugspersonen fehlt es JR daher nicht, in seinem Cousin McGraw findet er einen Bruder, sein Onkel Charlie, der in einer Bar arbeitet, und seine Freunde sind die männlichen Vorbilder. Seinen Vater kennt JR nur als „die Stimme“, er ist Radiomoderator.

JR fühlt sich viel zu früh für seine Mutter verantwortlich, in einem Alter, in dem er eigentlich unbesorgt über den Spielplatz tollen sollte. Von seiner Großmutter wird er noch darin bestärkt, denn „gute Söhne sorgen für ihre Mutter!“. So ist der kleine JR sehr angespannt und ängstlich, er hängt extrem an seiner Mutter. Die sorgt allerdings dafür, dass er sich langsam immer mehr von ihr löst. Als sie aus dem Haus ihrer Eltern ausziehen, schickt sie ihn in den Ferien immer wieder dorthin, in der Zeit kümmern sich sein Onkel Charlie und seine Freunde aus der Bar, dem „Publicans“, um ihn und sorgen dafür, dass er auch mal an etwas anderes als seine Sorgen denken kann.

Als JR seinen Traum wahr machen kann und nach Yale geht, wird das „Publicans“ sein Zufluchtort. Dort findet er eine Heimat und Freunde, die ihm immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sowohl bei den ersten Problemen mit den Frauen, als auch später in der Arbeitswelt. Dabei fließt allerdings Alkohol in rauen Mengen, was JR auch beinahe zum Verhängnis wird.

Es ist ein ruhiger Roman, in dem Moehringer seine eigene Kindheit aufgearbeitet hat. Der Leser begleitet JR während seiner Kindheit und Jugend, bis in die Zwanziger hinein. Die Gestalten im „Publicans“ wachsen einem schnell ans Herz, so schräg sie auch sein mögen, sie haben das Herz am rechten Fleck.

Ein Buch über das Durchhalten das zeigt, dass es sich lohnt um seine Träume zu kämpfen und niemals aufzugeben.

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