Belletristik Besprechungen

Isabel Ashdown – Am Ende eines Sommers

11. August 2010

Mary und Rachel sind Schwestern und genießen ihre Jugend in den sechziger Jahren. Doch dann begeht Mary einen folgenschweren Fehler, sie wird von ihrer Familie verstoßen. Selbst die geliebte Schwester verweigert für viele Jahre jeglichen Kontakt.

Jake hat es nicht leicht. Seine Eltern haben sich getrennt, seine Mutter Mary versinkt immer wieder in depressiven Phasen, sein älterer Bruder hat sich aus dem Staub gemacht, weil er es nicht mehr ertragen konnte. So ist Jake, mit gerade mal dreizehn Jahren, gezwungen für seinen jüngeren Bruder und zeitweise auch seine Mutter zu sorgen. Doch er gibt nicht auf, arbeitet für seinen großen Traum, eine Musikanlage, und macht das Beste aus seiner Situation.

Eines Tages taucht Rachel wieder in ihrer aller Leben auf. Mary ist überglücklich, ihre Schwester wieder an ihrer Seite zu haben. Doch mit ihr kehrt auch die Vergangenheit in ihr Leben zurück, und damit auch das ein oder andere bisher noch gut gehütete Geheimnis.

In „Am Ende eines Sommers“ wechseln sich zwei Erzählstränge ab. Aus Jakes Sicht wird über die Gegenwart berichtet, Mary beginnt ihre Geschichte in der Jugend und füllt nach und nach die Jahre bis zu Jakes Erzählung. Die beiden Handlungsfäden verflechten sich immer mehr, nach und nach enthüllt sich die ganze Geschichte, bis sie sich treffen und es zum unvermeidlichen Ende kommt.

Das Buch hat mich so sehr mitgenommen, dass ich es zwischendurch kurz zur Seite legen musste. Isabel Ashdown erzählt so bewegend über Jakes und auch Marys Schicksal, dass es einen nicht kalt lassen kann. Eine traurige, aber auch wunderschöne Geschichte, die mich sehr berührt hat. Als ich gerade noch einmal den Prolog las, bekam ich eine Gänsehaut. Keine leichte Lektüre für nebenbei, aber eine sehr empfehlenswerte für alle die wissen, dass das Leben eben oft nicht rosarot ist. „Am Ende eines Sommers“ erzählt davon, wie wichtig es ist trotzdem nicht aufzugeben.

Am Ende eines Sommers – Isabel Ashdown
350 Seiten, Eichborn
ISBN 9783821861203, 19,95 €

4 Kommentare

  • Antworten Ailis 12. August 2010 von 15:49

    Deine Besprechung hat mir richtig Lust gemacht auf’s Buch, das wollte ich dir hier immer noch schreiben! 🙂

    • Antworten Emily 12. August 2010 von 16:08

      @Ailis Danke 🙂 Lies unbedingt den Prolog nochmal, wenn Du das Ende gelesen hast. Hat mir wirklich Gänsehaut beschert.

  • Antworten Bibliophilin 12. August 2010 von 20:07

    Liebe Emily,

    ich habe das Buch auch gelesen und es erging mir ähnlich wie Dir.
    Wenn Du Lust hast, kannst Du es auf meinem LitBlog http://www.bibliophilin.de nachlesen.

    Eine schöne Seite, überigens!

    Literarische Grüße
    Bibliophilin

    • Antworten Emily 12. August 2010 von 22:05

      @Bibliophilin: vielen Dank, das Kompliment kann ich zurück geben.

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