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Ich und die Comics. Wie alles begann. [Blogparade]

7. Mai 2017

Booknapping und die Geschichtenagentin haben sich eine Blogparadre ausgedacht, bei der ich als Comicleserin natürlich nicht widerstehen kann. Sie fragen:

Wie sieht eure Biographie als Comic-Leserin, als Comic-Leser aus?

Ich fand meine Liebe zu Comics und Graphic Novels erst spät, es muss 2010 gewesen sein. Als Kind las ich natürlich auch schon Comics, die meisten gehörten allerdings meinem Bruder. Micky Maus, Lucky Luke, Asterix & Obelix, Fix & Foxy… Schon damals war nichts vor mir sicher, was Buchstaben und Geschichten beinhaltete. Ich inhalierte einfach alles, was man lesen konnte. Dann verlor ich den Kontakt zu gezeichneten Geschichten und las jahrelang höchstens mal einen Comic-Strip in einer Zeitung.

Als Fantasy-Leserin kam ich in meiner damals neuen Heimat Würzburg recht bald in Kontakt mit einer ganz besonderen Buchhandlung, “Hermkes Romanboutique”, auch als “Comicdealer” bekannt. Wo es neben einer unglaublich gut sortierten Fantasy-Abteilung auch Comics und Graphic Novels in Hülle und Fülle gab. Aber ich hatte im Laufe der Jahre verlernt, Bilder und Texte gleichzeitig zu lesen und zu verbinden. Es ist eine ganz andere Art zu lesen als mit Romanen, die aus reinem Text bestehen und die Bilder erst im Kopf entstehen. Deshalb lauschte ich fasziniert den Gesprächen der Freunde, die sich in dieser verwirrenden Comic-Welt mit unendlich vielen Serien auskannten, fand aber selbst lange keinen Zugang dazu.

 

In der Lernphase für eine Prüfung verging mir dann die Ruhe zum Romane lesen. Aber ich brauchte etwas, um am Abend abschalten zu können. Vielleicht sollte ich es doch mal mit Bildern statt Text versuchen? Ich fragte einen comiclesenden Freund, ob er mir etwas empfehlen kann, das Nicht-Comiclesern auch gefallen könnte. Er lieh mir “Heldentage” von Flix und hatte damit das perfekte Buch für mich gefunden. “Heldentage” entstand aus einer Wette, Flix musste für ein halbes Jahr ein Comic-Tagebuch führen, jeden Tag einen Strip zeichnen. Und konnte nach den sechs Monaten nicht damit aufhören, zeichnete einfach für den Rest des Jahres weiter. Lauter winzig kleine Geschichten, alltägliche Augenblicke und Denkanstöße. Die Zeichnungen in schwarz-weiß, ohne unnötige Details, und trotzdem mit viel Inhalt. Genau richtig, um sich ins Comic-Lesen hinein zu finden.

Seitdem las ich ich vereinzelt immer wieder mal einen Comic, von Flix standen bald alle Bände in meinem Regal, aber es blieb sehr übersichtlich. Bis es mich 2014 so richtig erwischte, woran mein Mann nicht ganz unschuldig ist. Der schenkte mir zu Weihnachten “Vampir” von Joann Sfar, den ich in “Hermkes Romanboutique” entdeckt und angehimmelt hatte. Was wohl mit einer gewissen Vorliebe für (nicht glitzernde und unromantische!) Vampire zusammenhängt. Ich hatte Blut geleckt und wollte mehr, Steampunk war gerade modern und ich entdeckte die Serie “Steam Noir”. Bald folgte mit “Maus” von Art Spiegelman ein Klassiker der gezeichneten Literatur, den ich wirklich jedem empfehlen würde. Endgültig an die Welt der Bilder war ich verloren, als ich die Serie “Das Nest” von Loisel & Tripp kennen lernte. Ich erlaubte mir selbst nur einen Band pro Monat zu kaufen, zu gerne hätte ich damals alle schon erschienen Bände auf einmal verschlungen.

Inzwischen lese ich fast so viele Comics und Graphic Novels wie Bücher, probiere immer noch viel aus und lerne Neues kennen, weil es so unglaublich viele Arten gibt, Zeichnungen und Erzählungen zu kombinieren. Beim Comicdealer habe ich ein paar amerikanische Comic-Reihen abonniert, weil es meistens günstiger ist, die Serien im Original zu lesen. Außerdem ist die Wartezeit auf den nächsten Band natürlich deutlich kürzer. In der Stadtbücherei lese ich mich durch die gut sortierte Comic-Abteilung, gebe aber trotzdem noch ständig zu viel Geld für Comics aus und habe inzwischen einen eigenen SUB für Gezeichnetes.

Wer neugierig ist, was ich lese und empfehle, findet meine Leseeindrücke hier im Blog unter “Gezeichnetes“, auf Lovelybooks hatte ich bei der Aktion #buchbloggerempfehlen “Comics & Graphic Novels für Einsteiger” vorgestellt.

Wie sieht es bei euch aus? Lest ihr Comics und Graphic Novels? Wie sieht eure Biographie als Comic-Leser aus?

 

 

 

6 Kommentare

  • Antworten booknapping.de 7. Mai 2017 von 21:30

    Hallo Papiergeflüster 🙂

    Was für ein schöner Beitrag zu unserer Blogparade. Klasse, dass du dabei bist.

    Ich freue mich immer wieder sehr, wenn ich sehe, dass du erneut einen Comic gelesen hast und vorstellst. Oft habe ich dadurch auch schon neue Titel entdeckt, die ich sonst bisher übersehen hatte.

    Deinen Artikel habe ich sehr gerne gelesen. Und … viele Grüße übrigens an deinen Mann, denn bei “Vampyr” von Joann Sfar konntest du natürlich nicht widerstehen! Ich habe es damals auf deinen Tipp hin gekauft und war bzw. bin begeistert. Ein neuer Sfar-Fan war da auch in mir geboren. Grüße an den Mann 😀

    Liebe Grüße,
    Sandra

  • Antworten Hazamel 8. Mai 2017 von 15:34

    Ob ich mit dieser Schuld leben kann? Und dass ich dich auch noch mit The Walking Dead angefixt habe 😉
    Wahrscheinlich schon. Immerhin liegen mindestens noch die alten Knacker auf deinem Comic-SUB

  • Antworten Claudia 11. Mai 2017 von 16:28

    Da sind ein paar interessante Sachen dabei :-). “Heldentage” reizt mich nun auch. Bei mir ging es so richtig mit “Der fünfte Beatle” und “Daytripper” los. Momentan widme ich mich den Superhelden-Comics :-).

    Und stimmt, es ist eine ganz andere Art des Lesens, aber eine sehr schöne 🙂

    Liebe Grüße

    Claudia

    • Antworten Papiergeflüster 20. Mai 2017 von 13:48

      Zu den Superhelden habe ich noch keinen richtigen Zugang gefunden, abgesehen von Wonder Woman. Ich mag an den Comics besonders, dass ich noch so viel neues entdecken kann. Was bei Romanen inzwischen schwierig ist.

  • Antworten kaisuschreibt 15. Mai 2017 von 12:04

    Jetzt komm ich auch mal zum kommetieren 😀 Mir ist auf insta schon aufgefallen, dass wir einen recht ähnlichen Geschmack bei Comics haben. Vllt liegt es daran, dass wir beide erst recht spät damit (bewusst) angefangen haben XD Wie auch immer: So kann man immer mal schauen, was es neues gibt und sich von Mitlesern inspirieren lassen!

    • Antworten Papiergeflüster 20. Mai 2017 von 13:46

      Ich liebe die Inspiration von anderen, bei Büchern genauso wie bei Comics. Da finden sich doch immer wieder tolle Schätze, auch mal abseits des Mainstreams. 🙂

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