Belletristik Besprechungen

Helene Hanff – 84, Charing Cross Road

17. Oktober 2010

Ein Briefwechsel, der tatsächlich so stattfand. Eine amerikanische Autorin mit einer Vorliebe für schöne Bücher und ein englischer Antiquar begleiten sich über 20 Jahre auf ihrem Lebensweg, ohne sich je persönlich getroffen zu haben. Alles begann mit einer geschäftlichen Bestellung, mit der Zeit wurden die Briefe immer persönlicher. Zwei Menschen, die die Liebe zu schönen Büchern eint, tauschten sich über Jahre hinweg nicht nur über Literatur, sondern auch über allgemeine, politische und persönliche Ereignisse aus.

„84, Charing Cross Road“ wurde mir schon so oft empfohlen, jetzt weiß ich warum. Es ist ein Buch, bei dem einem warm ums Herz wird. Kaum zu glauben, dass aus einer Bestellung so viel mehr werden kann. Ganz langsam schleichen sich in den Austausch über Vor- und Nachteile bestimmter antiquarischer Ausgaben persönliche Aspekte ein, die Briefeschreiber kommen sich näher ohne sich wirklich nahe zu sein. Man erfährt einiges aus deren Leben, begleitet die Autorin und auch den Antiquar über viele Jahre und hat ein wenig das Gefühl, mit ihnen am Kamin zu sitzen und ihren Lebensgeschichten zu lauschen.

Wer Bücher liebt und die Leidenschaft für sie gut verstehen kann, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Ich konnte es erst wieder aus der Hand legen, als die letzte Seite gelesen war.

84, Charing Cross Road – Helene Hanff
158 Seiten, btb
ISBN 9783442735396, 7,00 € (ältere Ausgabe)

3 Kommentare

  • Antworten Bibliophilin 17. Oktober 2010 von 23:23

    Ich kann mich dem nur anschließen! Unbedingt lesen!

  • Antworten Kaja 18. Oktober 2010 von 18:13

    Ich auch, es war eines meiner Lesehighlights letztes Jahr. Ein wunderschönes Buch, den 2. Teil, “Die Herzogin der Bloomsbury Stresst” habe ich auch gelesen, kommt meiner Meinung nicht ganz an den ersten ran, ist aber trotzdem lesenswert. Ihre “Briefe aus New York” müsste ich mir auch mal zulegen.

    Liebe Grüße,
    Kaja

    • Antworten Emily 18. Oktober 2010 von 21:27

      @Bibliophilin & @Kaja Bisher habe ich eigentlich nur positive Meinungen zu dem Buch gehört, deshalb hatte es mich auch so gelockt. Als es mir dann auf einem Mängelexemplartisch entgegen lachte, musste es mit nach Hause. 😉

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