Besprechungen Phantastik

Georg R. R. Martin – Fiebertraum

25. Oktober 2008

Fiebertraum


Inhalt:

Wir schreiben das Jahr 1857, auf dem Mississippi herrscht reger Dampfschiffverkehr mit seinen ganz eigenen Regeln. Abner Marsh ist einer der Flussschiffer, durch Pech steht er nun kurz vor dem Ruin. Bis ihm ein seltsamer Herr das Angebot macht, seinen Traum zu erfüllen. Das schnellste Dampfschiff zu bauen, das je auf dem Mississippi unterwegs war. Zwar unter einigen etwas merkwürdigen Bedingungen, aber für seinen Traum wirft Marsh seine Bedenken über Bord. Auch dass sein Partner nur nach Sonnenuntergang anzutreffen ist lässt ihn zunächst nicht misstrauisch werden.

Meine Meinung:

Ein Buch von George R. R. Martin, der das von mir verehrte „Das Lied von Eis und Feuer“ geschrieben hat? Das musste gelesen werden. Auch wenn ich selten Horrorbücher lese, bei meinen Lieblingsautoren mache ich da auch mal eine Ausnahme. Bei diesem hier war mir schon klar, dass Martin mich ab und an mit schonungslosen Beschreibungen schocken würde. Aber das war dann doch nur einmal der Fall, der Rest verlief relativ gemäßigt.

Das Buch ist ein Pageturner, kaum angefangen will man wissen wie es weiter geht. Wann kommt Marsh endlich auf die Idee, dass mit seinem Partner etwas nicht stimmt? Was hat der mit dem Schiff, der „Fiebertraum“, vor? Wird es ihm gelingen? Da man die Handlung von verschiedenen Charakteren aus verfolgt, ist man denen im Wissen des öfteren etwas voraus. Was es allerdings in diesem Fall nicht langweiliger, sondern spannender macht. Oft genug „verpasst“ man auch einen Teil und sieht sich dann wie der gerade aktive Charakter plötzlich dem Ergebnis gegenüber und die Erklärung folgt nach.

Es ist mal etwas ganz anderes, einen Thriller mit Mississippi-Flair zu lesen. Natürlich kommt es auch zu Rennen zwischen den Dampfschiffen, die dermaßen atmosphärisch beschrieben sind, dass man meint die Pfeifen zu hören und das Stampfen der Räder zu hören.

Interessant ist auch Martins Erklärung der Existenz der Vampire und ihre verschiedenen Ansichten darüber, wie Menschen und Vampire zusammen leben können oder auch nicht. Vampire sind hier nicht nur die Blut trinkenden und an den nächsten Hals (am besten den einer schönen Jungfer) denkenden Monster, wie man ihnen in manch anderen Büchern begegnet. Wie auch in „Das Lied von Eis und Feuer“ gibt es kein reines Schwarz-Weiß, sondern viele Grautöne bei denen man für sich selbst entscheiden muss, wie man dazu steht.

Ein sehr spannendes Buch, das mich nicht enttäuscht hat. Damit wurde die lange Wartezeit auf den nächsten Band meiner Lieblingsfantasyreihe auf sehr angenehme Art und Weise verkürzt.

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