Besprechungen Gezeichnetes

Flix – Don Quijote

24. September 2012

Alonso Quijano kämpft unverdrossen weiter. Gegen Comics in Zeitungen, „denn sie haben nichts mit der Realität zu tun“, ebenso wie gegen den Windpark, der in seiner Heimatstadt Tobosow gebaut werden soll. Dabei verliert er sich immer mehr in seiner ganz eigenen Realität, lebt mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. In dieser ganz eigenen Welt erreicht ihn nur sein Enkel Robin, der sich selbst für einen Superhelden hält und gerne ein Ritter werden möchte, wie sein Großvater. Zusammen machen die beiden sich auf den Weg, in den Kampf gegen die Windmühlen.

Wer behauptet, Comics haben nichts mit der Realität zu tun, der hat noch keinen Flix gelesen. Auch in seiner zweiten Klassiker-Neuinterpretation gelingt es Flix wieder, alt bekannte Geschichten in unsere Zeit zu versetzen und dabei vieles einzubauen, was dem Leser wohlbekannt ist. In „Don Quijote“ schwingt hinter all dem Humor immer das ernste Thema Alzheimer mit. Mit viel Gefühl und auch Respekt wurde das Thema verarbeitet. Wie gewohnt in detailreichen Zeichnungen, bei denen es sich immer lohnt, auch mal neben die handelnden Personen zu schauen.

Aber Flix wäre nicht Flix, wenn es nicht auch etwas zu lachen gäbe. Am Ende schloss ich das Buch mit einem „hach!“ und einem glücklichen Lächeln. Kann es eine schönere Erinnerung an ein Buch geben?

„Don Quijote“ – Flix
134 Seiten, Carlsen
ISBN 9783551783752, 16,90 €
Hardcover

1 Kommentar

  • Antworten Groschi 27. September 2012 von 13:02

    Oh, bei diesem Windräder-Hype könnte ich auch zum Quijote werden XD

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