Besprechungen Krimis und Thriller

Elizabeth George – Nur eine böse Tat

21. Januar 2014

boeseTat

Wer den letzten Band mit Inspector Lynley gelesen hat, weiß es schon: Hadiyyah wurde von ihrer Mutter entführt. Niemand weiß, wo die beiden sind, sie sind scheinbar spurlos verschwunden. Taymullah Ahzhar, Hadiyyahs Vater und Nachbar von Barbara Havers, wird fast wahnisinnig vor Sorge um seine Tochter. Monate später steht die Mutter des Mädchens plötzlich vor Taymullahs Tür und will wissen, wo ihre Tochter ist. Sie war mit Hadiyyah nach Italien geflüchtet, wo die Kleine nun entführt wurde. Aber von wem? Von ihrem eigenen Vater, der doch bis gerade gar nicht wusste, wo die beiden waren? Oder steckt jemand ganz anderes dahinter?

Es war mal wieder wie nach Hause kommen, zu vielen bekannten Personen und dem angenehmen Schreibstil von Elizabeth George. Aber wahrhaftige Begeisterung für ein Buch sieht anders aus, ich hatte mehrmals mit etwas langwierigen Passagen zu kämpfen, in denen nicht viel passiert. Krampfhaft wurden neue Verwicklungen geschaffen oder alte zum zigsten Mal aufgekocht, die man sich vielleicht besser gespart hätte. Zwei- bis dreihundert Seiten weniger hätten dem Spannungsbogen gut getan, die Geschichte hätte nicht weniger gut funktioniert.

Die Auflösung ahnte ich vierhundert Seiten vor dem Ende, die Schlüsselszene war eindeutig genug. Schade für mich, ich hätte gerne noch etwas länger mitgerätselt, statt die zigste Drohung des Sensationsreporters lesen zu müssen. Das italienische Setting bot Abwechslung, scheint mir aber sehr klischeebeladen. Eine echte italienische Mamma fehlt genauso wenig wie der gut aussehende italienische Verführer und der Vino.

Alles in allem leider eher durchschnittlich und nicht mehr das, weshalb ich die Krimis von Elizabeth George früher so gerne las. Früher war mehr Spannung und weniger Seitenfüllerei.

Nur eine böse Tat – Elizabeth George
Übersetzung Charlotte Breuer und Norbert Möllemann
859 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442312528, 24,99 €
Hardcover

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