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Dan Wells – Ich bin kein Serienkiller

28. November 2012

 

John gibt sich wirklich alle Mühe, normal zu sein. Ein fünfzehnjähriger Schüler, der Freunde hat und nicht mordet. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn er ist überzeugt, ein Monster in sich zu tragen. Serienkiller faszinieren ihn, weil er meint, selbst zu einem zu werden. Sein Therapeut stuft ihn als Soziopath ein, John hilft seiner Mutter im Beerdigungsinstitut mit einer unheimlichen Begeisterung beim behandeln der Leichen und dann trägt er auch noch den Namen eines Serienkillers. Aber mit Hilfe strenger Regeln, die John sich selbst auferlegt, hat er das Monster in sich im Griff. Bis in der beschaulichen Kleinstadt unheimliche Morde geschehen. Um den Mörder zu fassen, muss John das Monster frei lassen. Kann er es beherrschen?

„Ich bin kein Serienkiller“ ist kein Thriller, es ist ein Horrorroman. Dafür sorgt ein nicht ganz unwesentlicher dämonischer Aspekt. Reine Thrillerleser sollten sich darauf einstellen, sonst könnte es zu Enttäuschungen kommen. Wer damit keine Probleme hat, bekommt einen extrem spannenden Roman geliefert, der ihn die Nacht durchlesen lässt.

Die Einblicke in Johns kaum vorhandene Gefühlswelt, denn zu Empathie ist er nicht fähig, und die Verfolgung seiner Gedankengänge können einem eiskalte Schauer über den Rücken laufen lassen. Weil es Menschen gibt, die so oder ähnlich ticken. Diese Vorstellung machte das Buch für mich so beängstigend. Dazu die Spannung, die durch die Verfolgung des Killers entsteht und die zwiespältigen Gefühle für eben diesen, ließen das Buch noch lange nachwirken. Denn bei Dan Wells ist die Welt nicht einfach schwarz-weiß.

Ein großartiges Debüt und der Beginn einer Reihe, deren weitere Bände definitiv ebenfalls bei mir einziehen werden.

Ich bin kein Serienkiller – Dan Wells
Piper Verlag, 384 Seiten
ISBN: 978-3492267717, 9,99 €
Übersetzt von Jürgen Langowski
Taschenbuch

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