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Colson Whitehead – Zone One

29. April 2017
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Drei Tage im Leben von Mark Spitz, der seit Ausbruch der Seuche irgendwie immer wieder überlebte und jetzt dabei hilft, Zone One in New York für eine neue Besiedlung endgültig von den Skels zu reinigen. Den Monstern, zu denen die Seuche Menschen werden lässt, die von einem von ihnen gebissen werden, die nur darauf aus sind, lebende Menschen zu finden und zu fressen. Mit Rückblicken auf die letzten Jahre, in denen er ständig auf der Flucht war, kurzzeitig andere Menschen traf, um sich dann doch wieder alleine erneut auf der Flucht zu finden. Jeder vermeintlich sichere Ort wird irgendwann zusammenbrechen, das ist die Lehre, die er aus all den Monaten zieht. Aber jetzt scheint es, als wäre die schlimmste Zeit endlich überstanden.

Für seinen aktuellen Roman „The Underground Railroad“ wurde Whitehead gerade mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. So jemand schreibt einen Zombieroman? Ja, weil das auch auf sprachlich hohem Niveau und ohne Splatter funktioniert. Vorhanden sind die, für dieses Genre übliche, Gesellschaftskritik und Sozialstudien. Wie verändert sich die Gesellschaft nach einem plötzlichen Zusammenbruch? Welche Form des Zusammenlebens macht überlebensfähig? Welche Überbleibsel aus der alten Welt stören eine mögliche neue Gesellschaft? Aber auch hier sind die Zombies nicht weniger hungrig als in anderen Zombieromanen. Die fehlenden Blutbäder lassen die Geschichte nur umso realistischer und damit noch brutaler wirken. Apokalypse auch für anspruchsvollere Leser.

Zone One – Colson Whitehead
Deutsch von Nikolaus Stingl
Hanser Verlag

 

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2 Kommentare

  • Antworten Constanze Matthes 29. April 2017 von 19:39

    Das wandert sogleich auf meine Wunsch-Leseliste. Danke für diesen wunderbaren Tipp. Viele Grüße

    • Antworten Papiergeflüster 1. Mai 2017 von 14:29

      Immer wieder gerne 🙂

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