Belletristik Besprechungen

Christopher Morley – Das Haus der vergessenen Bücher

15. Dezember 2014

HausvergBuecher

In Brooklyn, im Jahre 1919, findet sich ein Antiquariat, wie es im Buche steht. Vollgestopft mit Büchern der verschiedensten Art, über denen tagtäglich der Pfeifenrauch des Besitzers und der Kunden hängt. Roger Mifflin ist Antiquar aus Leidenschaft, ein Leben ohne seine Bücher ist für ihn unvorstellbar. Doch dann hat das beschauliche Leben plötzlich ein Ende, was nicht nur am Eintreffen der jungen Titania Chapman liegt, die hier lernen soll, was es heißt, für sein Geld arbeiten zu müssen. Ein Buch verschwindet auf rätselhafte Weise, taucht wieder auf und verschwindet gleich darauf wieder. Was hat es mit diesem Buch nur auf sich? Dass hier ein Spionagefall seinen Anfang nimmt, ahnt lange Zeit keiner der Beteiligten.

„Das Haus der vergessenen Bücher“ ist einfach wunderschön. Eigentlich markiere ich mir selten Stellen in Büchern, hier kribbelte es schon von der ersten Seite an, ich konnte nicht anders und musste mir Sätze markieren, die einfach so wahr oder so schön sind. Im ersten Drittel dreht die Handlung sich hauptsächlich um das Antiquariat, die Liebe zu Büchern und das Leben von Büchern. Danach verändert sich die Handlung, die Spannung und das geheimnisvolle Buch wandern immer mehr in den Vordergrund, bis sie die Geschichte ganz beherrschen. Aber auch der Teil, der mehr auf Spannung ausgelegt ist, wurde in einer wunderschönen Sprache verfasst, die ich von Seite zu Seite immer mehr genoss.

Ein Buch, das nicht nur bibliophile Leserherzen höher schlagen lässt. Zu gerne würde ich das Antiquariat „Parnassus“ einmal besuchen, auch wenn es dort spukt. Denn es sind nur „… die Geister der großen Literatur.“, die hier ihr Unwesen treiben. Und ein paar sehr weltliche Buchliebhaber und Spione.

Das Haus der vergessenen Bücher – Christopher Morley
Deutsch von Renate Orth-Guttmann
255 Seiten, Atlantik Verlag
ISBN 9783455600124, 18,00 €
Gebunden

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1 Kommentar

  • Antworten Kiya 16. Dezember 2014 von 07:03

    Mir geht es bei dem Buch genauso – ich lese auf Englisch, weil ich es nach vergleichendem Leseprobentest doch schöner fand, aber ich habe mir auch schon überraschend viele Zitate notiert 🙂 Dabei habe ich erst ungefähr ein Drittel gelesen.
    Ich bin ja gespannt, ob auch “Parnassus on Wheels” übersetzt wird.

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