Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur Phantastik

Christoph Marzi – Heaven, Stadt der Feen

25. August 2009

Heaven

„Heaven“ spielt im London unserer Zeit, doch etwas ist anders. Vor achtzehn Jahren tauchte ein Komet am Himmel auf, seit dem sind über einem Teil Londons keine Sterne mehr zu sehen. Heaven, die eigentlich Freema heißt, ist von Sternen fasziniert und beobachtet die noch vorhandenen gerne nachts von den Dächern Londons aus. Einer dieser Ausflüge kostet sie ihr Herz. Sie wird von zwei seltsamen Männern überfallen, die ihr das Herz heraus schneiden. Eigentlich müsste sie jetzt tot sein, das weiß sie ebenso wie die Diebe, doch sie steht auf und läuft davon. David findet das verstörte Mädchen und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels, warum Heaven ohne Herz leben kann. Hat es etwas mit dem verschwundenen Stück Nachthimmel zu tun?

Wer ein Buch in der Art von „Lycidas“ erwartet, wird enttäuscht werden. „Heaven“ ist ein Jugendfantasyroman, die Handlung wesentlich einfacher gestrickt als in „Lycidas“ und den Folgebänden dieser Reihe. Es ist der typische Jugendbuchplot, die beiden Hauptcharaktere werden von einem geheimnisvollen Bösen verfolgt, ab und an bekommen sie unverhofft Hilfe, auch von eher ungewöhnlicher Seite. Typisch für Marzi sind die häufigen Bezüge zu Liedern oder auch Büchern. Der Schreibstil ist allerdings ganz anders als in „Lycidas“, in dem ich mir ständig Sätze hätte anstreichen können, weil sie mir so gut gefielen. Solche Sätze fehlten mir hier. Ab und an schien es, als hätte er es versucht. Aber der Zauber aus der „Lycidas“-Trilogie kam einfach nicht auf.

Es ist ein schönes Jugendbuch, ein angenehmer Schmöker für ein paar gemütliche Stunden. Die Geschichte ist trotz der meist vorhersehbaren Handlung interessant, die Auflösung des Rätsels gefiel mir sehr gut. Ohne eine Liebesgeschichte geht es momentan wohl kaum noch in der Jugendfantasy, aber sie ist hier dezent und nicht übertrieben. Alles in allem ein gutes Buch, aber kein typischer „Marzi“.

1 Kommentar

  • Antworten Auglia 25. August 2009 von 19:50

    Eine tolle Rezi, der ich fast nichts hinzuzufügen habe. Morgen werde ich selbst eine zu diesem Buch schreiben und sie wird wohl ähnlich ausfallen. Ob es ein typischer Marzi war, kann ich nicht sagen, da “Heaven” das erste Buch (wenn man “Du glaubst doch an Feen oder? nicht mitzählt) von Marzi für mich war…

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