Besprechungen Phantastik

Christoph Lode – Der letzte Traumwanderer, Pandaemonia I

22. November 2010

Jackon versucht als Schlammtaucher von dem zu leben, was der Schlamm in den Kanälen an Fundstücken hergibt. Er hat es nicht leicht, selbst die anderen Schlammtaucher verachten ihn und machen ihm das Leben noch schwerer, als es sowieso schon ist. Da sucht ihn eines Tages der geheimnisvolle Krähenmann auf und macht ihm ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Denn Jackon hat eine Gabe, von der er bisher nichts ahnte.

Liam musste zusehen, wie die seltsamen Spiegelmänner seinen Vater ermorden. Die letzte Bitte seines Vaters, das Gelbe Buch von Yaro D’ar zu finden, wird fortan Liams wichtigstes Ziel. Auch wenn er sich dazu in den Palast der Herrscherin einschleichen muss, wo nicht nur die Spiegelmänner umgehen, hier begegnet er auch allerhand anderen unheimlichen Gefahren. Was plant die Herrscherin von Bradost? Was haben die Träume damit zu tun?

„Der letzte Traumwanderer“ ist der Eröffnungsband der Pandaemonia-Trilogie. Der Folgeband soll zum Glück schon im März 2011 erscheinen, nach diesem Buch möchte man nämlich am liebsten sofort weiter lesen. Es ist ein typischer Einführungsband, die Personen werden vorgestellt, erste Verbindungen geknüpft und die Handlung in Gang gebracht. Was bei manchem Autor eher langatmig oder anstrengend gerät, ist hier von Anfang an fesselnd und spannend.

Mit Menschen, Alben und Homunkuli wurde eine ganze Schar interessanter Charaktere geschaffen, wobei so mancher nicht wirklich dem Guten oder dem Bösen zuzuordnen ist. Etwas das ich an Fantasy-Romanen immer besonders schätze, mir liegen geheimnisvolle Grautöne eher als reines schwarz-weiß Denken. Auch die drei parallel existierenden Welten haben mich fasziniert, von denen die meisten Menschen nur die reale wahrnehmen ohne von der Existenz der Traumstadt oder des Pandaemoniums auch nur etwas zu ahnen, obwohl diese großen Einfluss auf ihr Leben haben können.

Christoph Lode hat mit „Der letzte Traumwanderer“ nach zwei historischen Romanen seinen ersten Ausflug ins phantastische Genre unternommen und ein sehr überzeugendes Debüt abgeliefert. Auf die Fortsetzung der Reihe warte ich schon gespannt, zu gerne möchte ich wissen, wie es Liam, Jackon und all den anderen noch ergeht. Die Reihe phantastischer deutscher Fantasy-Autoren hat ein weiteres Mitglied bekommen.

Der letzte Traumwanderer, Pandæmonia I – Christoph Lode
382 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442471737, 12,00 €

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