Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Schattenkaiser

14. November 2016

schattenkaiser

Über Jahrhunderte wuchs das Imperium der Menschen, wurde die Macht des Kaisers gefestigt. Doch jetzt kommt es immer öfter zu Überfällen in den Grenzregionen. Als Dariush auf seiner Reise zufällig an einem Dorf vorbeikommt, das gerade Opfer eines solchen Überfalls wird, kann er nicht anders als Ariadne zu retten, die ihm im Wald über den Weg läuft. Er folgt einem Gefühl, das er selbst nicht zuordnen kann und behält damit Recht. Ariadne ist mehr als nur ein Bauernmädchen.
Brix ist ein einfacher Soldat, der aber im entscheidenden Augenblick seine Tapferkeit beweist und damit sich und seinem Kommandanten das Leben retten könnte. Valeria führt das imperiale Heer an, wird von ihrem Kaiser aber in die Hauptstadt beordert um neue Befehle zu erhalten. Sie alle erfüllen ihre Aufgaben ohne zu ahnen, welche Rolle sie in diesem Spiel spielen, dessen Strippenzieher sie nicht einmal kennen. Wer ist der König, der in einer Halle aus Stein festgekettet liegt?

Die Bücher von Christoph Hardebusch lese ich, seit er „Die Trolle“ schrieb und genoss fast jedes, mochten sie auch noch so unterschiedlich sein. „Feuerstimmen“ war das einzige, mit dem ich mich bisher nicht anfreunden konnte, zu pathetisch für meinen Geschmack. Umso mehr freue ich mich, dass „Schattenkaiser“ wieder ein „echter“ Hardebusch ist, wie ich sie mag. Klassische Fantasy, aber mit genau dem richtigen Grad an Komplexität um zu fesseln, ohne dabei zu anstrengend zu werden. Erzählt aus der Sicht verschiedener Personen, deren Rollen erst nach und nach wirklich klar werden.

„Schattenkaiser“ ist der erste Band einer neuen Reihe, was man etwa in der Mitte des Buches ahnt, weil es schlicht zu viele Handlungsstränge sind, um die noch sauber zu einem Ende zu bringen. Eine neue Reihe, auf deren Fortsetzung ich mich jetzt schon freue. Nicht nur, weil ich wissen möchte, wie es mit dem Imperium weitergeht. Wer welche Intrige überlebt und wessen Befreiung noch welche Folgen haben wird. Sondern auch, weil ich mich nach diesen 400 Seiten mit vielen der Personen verbunden fühle. Sie sind keine Stereotypen, sondern ausgeprägte Charaktere, an die man sich noch lange erinnern wird. Inmitten einer spannenden Welt, die die Menschen zu kennen glaubten und doch erkennen müssen, dass sie einige Überraschungen mehr birgt, als sie ahnten.

Richtig schöne klassische Fantasy, ohne epische Ausführungen, aber auch nicht zu simpel, für mich genau richtig.

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Schattenkaiser – Christoph Hardebusch
416 Seiten, Piper Verlag
ISBN 9783492703710, 14,99 €
Paperback

eBook
ISBN 9783492975537, 12,99 €

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