Besprechungen Phantastik

Christoph Hardebusch – Der Zorn der Trolle

29. Oktober 2008

Trolle

Zwanzig Jahre sind seit dem Ende des zweiten Trollbuches vergangen. Der hart erkämpfte Frieden in Wlachkis hält noch immer, auch die Trolle halten sich an die alten Vereinbarungen und bleiben unter der Erde.

Bis der Troll Kerr vor Sorge um die Zukunft beschließt, die Spaltung seines Volkes rückgängig machen zu wollen. Die Dunkeltrolle sollen wieder zu normalen Trollen werden, was er durch die Heilung des Dunkelgeistes bewirken will.

Doch wie soll er ihn heilen? Er geht zusammen mit zwei anderen Trollen, davon einer ein Dunkeltroll, an die Oberfläche und bittet Sten um Hilfe. Doch Sten sieht sich unverhofft auch Problemen in seinem eigenen Reich gegenüber, der Friede wird brüchig und der Krieg steht wieder einmal vor den Toren Wlachkis.

Auch wenn die Lektüre des zweiten Bandes schon länger zurück liegt, findet man leicht wieder in die Geschichte hinein. Christoph Hardebusch hat die Vergangenheit flüssig in die Gegenwart eingeflochten, so dass einem bei jedem Charakter recht schnell wieder einfällt, welche Rolle er spielt. Neben vielen alt bekannten Personen gibt es natürlich inzwischen eine neue Generation, die auch einen Großteil der Handlung bestreitet.

Zur Abwechslung bekommen die Leser diesmal einen besseren Einblick in das goldene Imperium, welches bisher nur aus Berichten des Spions Sargan bekannt war. Aber natürlich kommt auch Wlachkis nicht zu kurz.

Dieser Band ist kürzer als die vorhergehenden, was eventuell daran liegen könnte, dass nicht jede Handlung bis ins kleinste Detail erläutert wurde. Oft wird eine vergangene Episode nur mit zwei Sätzen zusammengefasst, damit ist viel Platz für die eigene Phantasie, ohne dass mir etwas an Erläuterungen gefehlt hätte.

Wie schon in den beiden ersten Bänden erscheinen die Trolle unmenschlich, aber nicht monströs. Sie sind eben einfach anders, und schütteln über die Menschen und ihr seltsames Verhalten ebenso den Kopf, wie es umgekehrt der Fall ist. Kerrs Betrachtungen über die menschliche Art haben mir wieder sehr gut gefallen.

Mir gefiel dieser dritte Band der Trollreihe bisher am besten. Er hat alles, was ein Trollbuch braucht: Trolle, mindestens eine Monsterspinne, ein paar Intrigen und eine große Schlacht.

Eigentlich lese ich große Endschlachten nicht besonders gerne, aber Christoph Hardebusch trifft für mich genau das richtige Maß was den Detailreichtum angeht. Nicht zu übertrieben genau, aber man hat trotzdem immer das Gefühl zu wissen wie es gerade steht.

Allen, die die ersten zwei Bände mochten, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Man sollte die beiden Vorgänger allerdings kennen, sonst wird es sicher schwierig die vielen Anspielungen darauf zu verstehen.

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