Besprechungen Phantastik

Christian Endres – Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes

2. Juni 2010

UhrwerkTodes

Watson wollte lange Zeit selbst nicht an die Existenz von Magie und Wesen aus dem Reich der Mythen glauben. Doch mit den Jahren, in denen er seinen guten Freund Sherlock Holmes bei der Lösung so manch merkwürdigen Falls begleitet hat, musste er sich eines besseren belehren lassen. In der vorliegenden Kurzgeschichtensammlung berichtet er über diese Fälle, die er seinen Lesern lange vorenthalten hatte. Wohl weil ihm kaum jemand geglaubt hätte, dass Holmes einen heimtückischen Anschlag auf den Blechmann in Oz aufgeklärt hat und Kapitän Nemo traf. Oder auch was es mit den verlorenen Kindern Londons auf sich hatte und das man durchaus Odin einfach so im Park begegnen kann.

In „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ trifft die viktorianische Welt des Meisterdetektivs auf phantastisches und mythisches aus klassischer und moderner Literatur, Märchengestalten tummeln sich hier ebenso wie Filmfiguren. In den Kurzgeschichten findet man Anspielungen auf eine ganze Reihe von Klassikern, aber auch die Welt der Comics. Wobei ich gestehen muss, dass mir letztere aus Unkenntnis oft entgangen sein dürften. Trotzdem hatte ich viel Spaß bei der Schnitzeljagd nach bekannten Motiven.

Wobei aber auch der Charme der Geschichten an sich nicht in den Hintergrund trat. Christian Endres hat nicht nur Holmes und Watson Leben eingehaucht, von der ersten Seite an fühlte ich mich vom Flair des viktorianischen Londons umgeben, konnte mir die Junggesellenbude der beiden Herrschaften wunderbar vorstellen. Auch viele Nebencharaktere blieben mir in lebhafter Erinnerung.

Immer wieder finden sich kleine Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten die zeigen, mit welcher Sorgfalt sie zusammengestellt wurden. Auch die entfallenen Szenen am Ende des Buches seien positiv erwähnt, im Fall von „Schatten aus dem Meer“ empfinde ich die Geschichte damit sogar als um einiges runder.

„Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ ist weder ein klassischer Krimi noch reine Fantasy, statt dessen findet man hier eine gelungen Mischung aus beidem. Leser die auch gerne mal über den Tellerrand eines Genres hinaus schauen, werden sicher ihren Spaß damit haben. Ich werde das Buch sicher noch so manches Mal in die Hand nehmen und eine meiner Lieblingsgeschichten wieder einmal lesen.


Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes – Christian Endres
241 Seiten, Atlantis
ISBN 9783941258167, 12,90 €

1 Kommentar

  • Antworten Christian Endres » Blog Archive » Holmes-Rezension (15) 2. Juni 2010 von 17:22

    […] genug Smalltalk, denn: Auf Papiergefluester.com ist heute eine schöne Rezension zu meinem »Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes« online […]

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