Archive for Sonstige Belletristik

Matt Ruff – Mirage

Mirage

Es geschah nicht am 11. September in den USA, es geschah am 9. November in Bagdad. Christliche Fundamentalisten entführten vier Flugzeuge, zwei davon steuern sie in die Tigris- und Euphrat Zwillingstürme, Tausende sterben. Die Vereinigten Arabischen Staaten sind erschüttert, niemand hat mit einer solchen Tat gerechnet. Woher kamen die Terroristen? Die VAS meinen, aus Amerika und besetzen die Ostküste dieses unbedeutenden Entwicklungslandes.
Noch Jahre später hat der Terror die VAS im Griff. Als sie einen der Drahtzieher hinter den immer wieder geschehenden Selbstmordattentaten festnehmen, erzählt der eine sehr merkwürdige Geschichte. Diese Welt sei gar nicht real, die USA seien eine Weltmacht und die ganze Geschichte hier nur eine Fata-Morgana. Sie würden dies alles nur tun, um sie zu beenden. Angeblich gibt es sogar Beweise für diese Theorie, aber wie kann das sein? Jeder von ihnen hat doch seine Erinnerungen, wie soll die ganze Welt verkehrt sein? Das sind Lügen. Oder doch nicht? Es bleiben nagende Zweifel. » Read more

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Sebastian Niedlich – Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens

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Martin hätte durchaus darauf verzichten können, am Sterbebett seiner Großmutter dem leibhaftigen Tod zu begegnen. Der ist nämlich dermaßen begeistert, dass ihn endlich mal jemand sieht und hört, dass er fortan ständig ungebeten bei Martin auftaucht. Denn das Schicksal hat es anscheinend so gewollt, dass sie beste Freunde werden, sonst könnte Martin ihn doch nicht sehen. Martins Leben macht er damit aber nicht angenehmer, scheinbar Selbstgespräche zu führen und andere für die Umwelt unerklärbare Verhaltensweisen lassen Martin wie einen Sonderling wirken. Mit der Zeit und dem Erwachsenwerden beginnt er, an der Autorität des Todes zu zweifeln. Soll es wirklich Schicksal sein und nicht zu ändern, wenn ein kleiner Junge sterben muss? » Read more

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Matt Haig – Ich und die Menschen

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Andrew Martin ist Professor für Mathematik in Cambridge und der Lösung eines schwierigen mathematischen Rätsels auf der Spur. Einer Lösung, die die Menschen in der technischen Entwicklung nach vorne katapultieren würde, was gewisse Außerirdische nicht zulassen  können. Also übernimmt einer von ihnen das Leben des Professors und sorgt dafür, dass die Lösung nie gefunden wird. Ein grausamer Auftrag, auf der Erde und unter Menschen sein zu müssen. Primitive Lebewesen die Schmerz verspüren und sogar sterben, egoistisch sind und gewalttätig. Doch mit jedem Tag auf der Erde muss er feststellen, dass es vielleicht doch einige Facetten an den Menschen gibt, die er bisher nicht wahrgenommen hat.

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Selja Ahava – Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm

WalLondonAnna verliert immer mehr den Bezug zu unserer Welt, lebt in ihrer eigenen. Was gestern war, weiß sie kaum noch, aber die Erinnerungen an vergangene Jahre, die kann ihr niemand nehmen. Sie erinnert sich an ihre Zeit mit Antti in Finnland, dem Mann, den sie über alles liebte. Ihren Neuanfang in England mit Thomas, ihr langsames Abdriften in ihre eigene Welt. Und den Tag, an dem ein Wal durch London schwamm.

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Anthony McCarten – funny girl

FunnyGirl

Azime ist gleichzeitig nur ein Mädchen wie viele andere und doch etwas ganz besonderes. Sie ist Muslimin in London und muss täglich den Spagat zwischen dem Leben in einer westeuropäischen Stadt und dem Leben als Tochter einer Traditionen verhafteten kurdischen Familie meistern. Wie viele ihre Freundinnen auch. Doch dann stürzt ein Mädchen wie sie vom Balkon, Azime ist überzeugt, es war ein Ehrenmord. Sie beschließt aufzustehen, den Menschen zu zeigen, was hier geschieht, was niemand wahrnehmen will. Als erste muslimische Komödiantin. Sie tritt in Burka auf die Bühne und bringt die Menschen mit ihren Witzen zum Lachen, und zum Nachdenken. Aber sie macht sich auch Feinde, wird mit dem Tod bedroht, kann sie so weiter machen? Ist es das wert? Wie wird ihre Familie damit umgehen?

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John Niven – Straight White Male

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Kennedy Marr ist Autor. Und ein Arsch wie er im Buche steht. Irische Sturheit paaren sich mit Alkoholexzessen, bei diesem sehr von seinem eigenen Können überzeugten Kerl. Keine Frau kann ihm widerstehen, er aber auch keiner Frau. Seine zweite Ehefrau hat er noch während der Hochzeitsfeier betrogen. Ein teures Leben, für das seine Aufträge als Drehbuchautor kaum genug Geld einbringen. Da kommt es ganz gelegen, dass er in England für einen Literaturpreis vorgeschlagen wird. Einziger Haken, dafür müsste er von L.A. nach England zurück ziehen und ein Jahr lang an der Uni unterrichten. In England lebt aber auch noch seine Familie, zu der er eher distanzierte Beziehungen pflegt. Seine erste Exfrau und seine Tochter wären plötzlich auch sehr viel präsenter.  Will er sich das wirklich antun?

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Das Tagebuch von Edward dem Hamster, 1990 – 1990

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Dieses Büchlein hatte ich vor ein paar Tagen zufällig in einer Buchhandlung entdeckt. Ein Buch, das mich auf jeder reingeblätterten Seite zum lachen bringt, musste ich kaufen. Es ist so wunderbar böse.

Edward der Hamster schreibt über sein Leben. Kurze Episoden voller Tragik und Emotion. Regelrecht Philosphisch. Und böse. Hatte ich schon geschrieben, egal. Wichtige Punkte darf man doppelt erwähnen.

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Robin Sloan – Mr. Penumbra’s 24-hour Bookstore

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Clay Jannon hat seinen Job als Designer bei einem Bagel Laden verloren und sucht dringend einen neuen. Als er ein Schild im Schaufenster eines recht unauffälligen Buchladens sieht „Aushilfe gesucht“. Er ist verzweifelt genug um sofort den Laden zu betreten und sich zu bewerben. In „Mr. Penumbra’s 24-hour Bookstore“, der nicht nur so heißt, sondern tatsächlich rund um die Uhr geöffnet ist. Clay bekommt die Nachtschicht zugeteilt, in der es nicht nur dank der Uhrzeit mehr als ruhige zugeht. Zeit genug, sich Gedanken über diesen merkwürdigen Buchladen zu machen. Nicht merkwürdig, eher faszinierend, ist die Einrichtung dieses old school Buchladens. Meterhohe Regale bis zur Decke, in denen Clay in schwindelerregender Höhe auf Leitern balancierend die richtigen Bücher suchen muss. Denn Bücher gibt es hier viele, allerdings ein sehr ausgewähltes Sortiment. Die Bestsellerliste findet sich hier kaum wieder, aber auch nicht nur Klassiker, so wirklich logisch scheint das nicht. Noch merkwürdiger sind allerdings die Bücher mit unaussprechlichen Titeln, die in keiner bekannten Sprache verfasst zu sein scheinen. In diese Bücher hinein zu schauen, wurde Clay sehr deutlich verboten. Aber er soll die Kunden, die diese Bücher ausleihen, sehr genau beobachten und alles ganz genau aufschreiben, bis hin zu Beschaffenheit der Knöpfe an ihren Mänteln.

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Rachel Joyce – Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

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Zwei Leben, vor vierzig Jahren und heute. Zwei Sekunden, die diese Leben veränderten. Nur der elfjährige Byron sah, dass seine Mutter ein Mädchen auf dem Fahrrad angefahren hatte. Ein Unfall, der sein ganzes Leben auf den Kopf stellen sollte. Ein Sommer, den er nie wieder vergessen würde, nach dem nichts mehr war wie zuvor.

Rachel Joyce hat mich auch mit diesem Buch wieder in ihren Bann gezogen. Schon „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ hatte mich begeistert, dieses Buch ist ein gelungener Nachfolger. Eine ganz andere Geschichte, aber die Autorin beweist auch hier wieder, wie wunderbar sie Emotionen zu beschreiben weiß. » Read more

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Pieter Webeling – Das Lachen und der Tod

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Ernst Hoffmann ist Komiker in Holland, sein Vater war Deutscher, seine Mutter Jüdin. 1944 wird er mit unzähligen anderen Menschen in einem Viehwagon nach Polen in ein Konzentrationslager gebracht. Ein Vernichtungslager, wo Überleben oft nur Glückssache ist. Doch seinen Humor verliert Ernst niemals ganz, am Abend versucht er die anderen Mitbewohner seiner Baracke zum Lachen zu bringen. Vielleicht ihr letztes Lachen, auf jeden Fall ein überlebenswichtiges Lachen. Der Lagerkommandant hört von den Vorstellungen und will Hoffmann zwingen, vor der SS aufzutreten. Erst weigert er sich, lieber will er sterben, als diese Unmenschen zum Lachen zu bringen. Doch dann findet er einen Grund, alles zu tun was nötig ist. Er will einer Frau das Leben retten, das ihm wichtiger ist als sein eigenes.

„Das Lachen und der Tod“ ist eines dieser ganz besonderen Bücher, die man jedem empfehlen möchte und doch nur schwer empfehlen kann. Es ist kein „schönes“ Buch, das Leben und Sterben im Lager wird gnadenlos beschrieben. Niemals überzeichnet, aber auch nicht geschönt. Hier wird der Leser nicht durch künstlichen Grusel gefesselt, was bei einer solchen Geschichte auch nicht nötig ist. Zu wissen, dass tausende von Menschen diese unmenschlichen Zustände erlebt haben, ist grausiger als alles, was ein Autor sich ausdenken konnte. Wir alle kennen Bilder aus Konzentrationslagern, hier sieht man sie ständig vor sich, kann ihnen nicht entkommen.

Und trotzdem ist es nicht nur ein trauriges Buch. Denn Ernst Hoffmann gibt niemals auf, egal wie schlimm es kommt. Mit seinem Humor rettet er sich, so manchen Mitgefangenen und auch den Leser dieses Buches, vor der Verzweiflung. Schlägt man die letzte Seite um, lächelt man mit ihm. Bei all der beschriebenen Grausamkeit, überwiegt am Schluss das Gefühl der Bewunderung. Für einen Mann, der für viele andere steht, die die Lager überlebt haben.

Ein Buch das erinnert. An Zeiten die nie vergessen werden sollten, damit sie nie wieder kommen können.

Das Lachen und der Tod – Pieter Webeling
319 Seiten, Blessing Verlag
ISBN 9783896674647, 19,95 €
Gebundene Ausgabe

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