Mirna Funk – Winternähe

Winternaehe

Lola lebt in Berlin und ist Jüdin. Auch wenn orthodoxe Juden das anders sehen, weil ihre Mutter keine Jüdin war, weshalb Lola der Halacha nach auch keine Jüdin ist. Sie wuchs bei ihren jüdischen Großeltern auf, die den Holocaust überlebten, Lola fühlt sich als Jüdin. Der ständige Antisemitismus, dem sie auch in unserer Zeit noch immer wieder begegnet, nervt sie. Als ein Bekannter auf einer Ausstellung ihrem Bild ein Hitlerbärtchen aufmalt, rastet Lola aus. Letztendlich landet sie in Tel Aviv, wo sie Familie und einen Geliebten hat. Es herrscht Krieg in Tel Aviv, genauso wie in Lola selbst. Weiterlesen

Anne Kanis – Nichts als ein Garten

NichtsalseinGarten

Aufgewachsen ist sie in der DDR, nach der Wende hält sie sich mit Aushilfsjobs über Wasser um irgendwann ihren Traum leben zu können: als Sängerin auftreten. Noch wird sie nur für Firmenfeste gebucht, aber sie gibt die Hoffnung auf den Durchbruch nicht auf. Auch wenn sie bis dahin noch viel Kaffee in der Rathauskantine ausschenken muss. Genauso hofft sie, den reichen Mann zu treffen, der sie aus ihrer Lage befreien wird. Doch dann kommt einer, mit dem sie nicht gerechnet hat. Weiterlesen

Jane Gardam – Ein untadeliger Mann

UntadeligerMann

Als Old Filth ist er in Anwaltskreisen bekannt, der Richter Edward Feathers, auch noch Jahre nach seiner Pensionierung. Ein harter aber gerechter Richter, in Hongkong machte er Karriere, immer mit einem untadeligen Ruf. Nach der Pensionierung zog er mit seiner Frau Betty nach England, ein Land, dass seine Heimat ist und doch wieder nicht. Geboren wurde er in Malaya, seine Mutter starb bei seiner Geburt, sein Vater hat sich nie um ihn gekümmert. Mit fünf Jahren wurde er nach England geschickt, lebte bei Pflegefamilien und in Internaten. Ein Leben, das seine Spuren hinterließ, was er aber nie zeigte. Nach außen hin präsentierte er immer die harte Schale, niemals durfte auch nur der Verdacht von Verletzlichkeit aufkommen. Doch nach dem Tod seiner Frau hat er viel Zeit zum Nachdenken, so manches holt ihn ein, was er sich selbst nie eingestehen wollte. Weiterlesen

Vea Kaiser – Makarionissi oder die Insel der Seligen

Makarionissi

Yiayia Maria bestimmt schon vor der Geburt ihrer Enkelin Eleni, dass die eines Tages ihren Cousin Lefti heiraten soll, um den Fortbestand der Familie zu sichern. Doch Eleni ist eigensinnig, stur und lehnt sich gegen alles und jeden auf. Als sie sich lautstark gegen die Diktatur wendet, die auch in ihrem kleinen Dorf an der albanisch-griechischen Grenze Einzug hielt, bleibt ihr allerdings nichts anderes übrig als Lefti zu heiraten, um aus dem Land zu kommen. Die beiden landen in Hildesheim, wo Eleni mit so mancher deutscher Eigenschaft ihre Probleme hat, zum Beispiel mit dem deutschen „Nein!“. Während Lefti sich in der Fabrik, in der er eine Anstellung fand, sofort wohlfühlt und seine Arbeit liebt. Die Leben der beiden haben immer weniger gemeinsam, irgendwann verschlägt es Lefti nach St. Pölten, während Eleni in der Welt herumkommt, bevor sie auf Makarionissi landet. Dort fühlt auch sie sich endlich angekommen. Aber voller Schrecken muss sie erkennen, dass sie gar nicht so anders ist, als all das, wogegen sie sich jahrelang gesträubt hat. Weiterlesen

Karin Kalisa – Sungs Laden

SungsLaden

Der kleine Minh soll ein Kulturgut aus der Heimat seiner Familie zum Schulfest mitbringen. Seine Freunde bringen eine Samowar oder ein Akkordeon samt Liedgut mit, er seine Großmutter Hiền und eine über achtzig Jahre alte Holzpuppe. Eine Puppe aus Feigenholz, gebaut für das Wassertheater. Die Puppe und Hiền stehen auf der Bühne und erzählen den Kindern ihre Geschichte. Wie es damals war, als sie aus Vietnam in die DDR kamen, um hier zu arbeiten. Diese kleine Vorführung bringt schnell den ganzen Prenzlauer Berg in Bewegung. Die Kunstlehrerin möchte unbedingt solche Puppen bauen und sucht Hilfe bei einem vietnamesischen Schreiner. Auf einmal begegnen sich Bewohner des gleichen Viertels anders, nehmen sich nach Jahren erstmals wirklich gegenseitig wahr. Kegelhüte werden plötzlich modern, Affenbrücken aus Bambusstäben überbrücken nicht nur Straßenschluchten, viele kleine Geschichten nehmen ihren Lauf, um in einem wunderbaren Finale zu gipfeln. Weiterlesen

Harper Lee – Gehe hin, stelle einen Wächter

GehehinWaechter

„Gehe hin, stelle einen Wächter“ spielt zwanzig Jahre nach „Wer die Nachtigall stört“. Dem Klassiker, den Harper Lee vor 55 Jahren veröffentlichte, für den sie unter anderem den Pulitzer-Preis erhielt, bis heute ihr einziges Buch. Bis das Manuskript von „Gehe hin, stelle einen Wächter“ gefunden wurde, das sie vor „Wer die Nachtigall stört“ schrieb.

Jean Louise Finch, aus der Nachtigall als Scout bekannt, lebt inzwischen in New York und besucht ihren Vater in Maycomb. Ihr Bruder ist vor ein paar Jahren gestorben, Atticus leidet an Rheuma, seine Schwester Alexandra ist bei ihm eingezogen, um ihm zu helfen. Scheint in den ersten Tagen noch alles wie all die Jahre zuvor zu sein, muss Jean Louise schon bald feststellen, dass sich doch einiges in Maycomb verändert hat. Es gibt einen Bürgerrat, dem auch ihr Vater und ihr Jugendfreund Henry angehören, in dem übelste rassistische Reden gehalten werden. Ihr Vater ein Rassist? Der Atticus, der vor zwanzig Jahren viel riskierte, als er einen Farbigen vor Gericht vertrat? Weiterlesen

Anthony Doerr – Alles Licht, das wir nicht sehen

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August 1944, das von den Deutschen besetzte Saint-Malo wird von den Amerikanern befreit. Die meisten Bewohner haben sich vor dem Angriff aufs Land gerettet, aber nicht alle. Die blinde Marie-Laure wartet auf dem Dachboden auf die Rückkehr ihres Onkels. Nur wenige Straßen weiter flüchtet der junge deutsche Soldat Werner vor den Bomben in den Keller des Hotels, in dem sie hausen.
Nur vier Jahre zuvor sahen ihre Leben noch so anders aus. Marie-Laure lebte mit ihrem Vater in Paris und genoss die Zeit in dem Museum, in dem er arbeitete. Werner lebte in Essen in einem Waisenhaus, den Vater verlor er an Schacht 9, sobald er 15 Jahre alt wäre, würde er auch in der Zeche arbeiten müssen. Aber seine Begeisterung für Technik eröffnet ihm einen anderen Weg. Weiterlesen

Dörte Hansen – Altes Land

 AltesLand

Vera musste als kleines Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen fliehen, sie landeten als unwillkommene Flüchtlinge auf einem Hof im Alten Land. Veras Mutter zieht nach ein paar Jahren weiter in ein anderes Leben, aber sie selbst bleibt auf dem Hof, wird hier zwar nie wirklich heimisch, aber verwurzelt. Das uralte Haus und ein für sie ganz besonderer Mann halten sie hier. Nach vielen Jahren wird der Hof auch Zuflucht für Veras Nichte, die von ihrem Mann betrogen wurde und einen Platz für sich und ihren Sohn braucht. Vera, die lange niemanden an sich herangelassen hatte und einsam unter uraltem Gebälk hauste, fällt die Umstellung auf ein Familienleben anfangs nicht leicht. Zu lange haben die Frauen in dieser Familie ihre Gefühle unter harten Schalen versteckt. Weiterlesen

Sue Monk Kidd – Die Erfindung der Flügel

ErfindungFluegel

Sarah ist Tochter eines Plantagenbesitzers in Charleston zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Eine Zeit, in der Frauen besser nicht zu viel denken oder gar wollen sollten. Die falsche Zeit für Sarah, die schon als Mädchen davon träumt, Anwältin zu werden. Als sie zu ihrem elften Geburtstag die Sklavin Hetty geschenkt bekommt, will sie ihr die Freiheit schenken, darf es aber nicht. Also beschließt sie, ihr anderweitig zu einer gewissen Freiheit zu verhelfen und lehrt sie Lesen und Schreiben. Fähigkeiten, die das Gesetz den Sklaven verbietet, denn Wissen könnte sie auf dumme Ideen bringen. Auch wenn es schwierig für sie ist, Sarah und Hetty gehen ihre Wege, egal wie viele Steine man ihnen in den Weg legt. Weiterlesen

David Whitehouse – Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

ReisegestohlBibliothek

Bobby Nusku ist zwölf Jahre alt und verbringt viel Zeit damit, alles genau zu dokumentieren, für den Tag, an dem seine Mutter wieder zurückkommt. Sein Vater ist ein brutaler Alkoholiker, dessen neue Freundin auch nicht gerade die perfekte Ersatzmutter. In der Schule wird Bobby ständig verprügelt, nur sein Freund Sunny hält zu ihm, doch eines Tages verschwindet auch der. Zufällig trifft Bobby Rosa und ihre Mutter Val, die ihn in ihre Familie aufnehmen, doch sein Vater ist davon nicht begeistert, er will Bobby verbieten Val und Rosa zu sehen. Die drei sehen nur noch eine Chance, sie müssen abhauen, mit dem Bücherbus, der sowieso kurz vor der Rente steht. So beginnt ein irrwitziger Road-Trip quer durch England, mit jeder Menge Bücher und ihrer Freundschaft im Gepäck. Weiterlesen