Archiv für Sachbuch

Tobias Amely und Thomas Krickhahn – BWL für Dummies

Auch wenn das Buch wahrscheinlich nur für einen verschwindend kleinen Teil meiner regelmäßigen Leser interessant sein dürfte, will ich euch diese Buchempfehlung nicht vorenthalten.

“BWL für Dummies” ist perfekt, um einen Überblick über betriebswirtschaftliches Wissen zu bekommen. Es reicht garantiert nicht aus um irgendeine Prüfung zu bestehen. Man sollte auch vorher schon mal ein wenig BWL Wissen zu hören bekommen haben. Aber um den Überblick über all die Fächer und die Zusammenhänge dazwischen zu bekommen ist es wirklich gut. Es ist sehr komprimiert, nur die wichtigsten Begriffe werden ausführlicher erläutert. Die dann aber so verständlich, dass ich den ein oder anderen endlich verstanden habe, der mir lange Probleme machte. Zur Wiederholung kurz vor der Prüfung, um alles noch einmal auf einem kompakten Haufen zu lesen, kann ich das Buch wirklich sehr empfehlen.

BWL für Dummies – Tobias Amely und Thomas Krickhahn

463 Seiten, Wiley
ISBN 9783527704378, 24,95 €

Fabian Geier – J. R. R. Tolkien

TolkienRororo

Eine sehr interessante Monogaraphie, die in das Leben und Werk Tolkiens einführt. Fabian Geier gelingt es, Tolkiens Lebensweg wirklich interessant darzustellen. Bio- und Monographien waren in meiner Vorstellung immer eher trocken und etwas langweilig. Hier wurde ich vom Gegenteil überzeugt. Es macht Spaß Tolkien auf seinem Weg zu folgen, zu lesen wann er zum Beispiel C.S.S. Lewis kennen lernte, aber auch viele andere für ihn prägende Menschen. Aber auch zu sehen, wie Mittelerde anhand der von ihm erfundenen Sprachen und Sagen immer mehr Gestalt annimmt. Viele Figuren tauchten in ähnlicher Form schon früh in seinen Werken auf, zum Beispiel Tom Bombadil.

Wer sich ein wenig für J. R. R. Tolkien interessiert, bekommt hier eine angenehm zu lesende Einführung. Die zum Beispiel auch auf weit verbreitete Vorurteile eingeht, wie dem Einfluss der beiden Weltkriege auf den „Herrn der Ringe“.  Ich fand es auch sehr interessant, einen kleinen Einblick in das damalige Collegeleben in England zu bekommen. Tolkien wurde mir bei der Lektüre immer sympathischer, auch wenn er scheinbar ein etwas eigener Mensch war. Bei der nächsten Lektüre werde ich den „Herrn der Ringe“ mit anderen Augen betrachten.

Ernst Peter Fischer – Der kleine Darwin (Alles, was man über Evolution wissen sollte)

In „Der kleine Darwin“ gibt Ernst Peter Fischer einen Überblick über die Theorie der Evolution. Er erläutert ihre Entstehung, die Zweifel die an ihre gehegt wurden, die Bestätigung durch die moderne Wissenschaft und lässt auch alternative Ideen nicht unbeachtet.

Im ersten Teil berichtet er knapp über Darwins Leben und die Bedeutung, die die Gesellschaft und die damalige Wissenschaft für die Veröffentlichung des Buches „Über die Entstehung der Arten“ hatte. Damit lassen sich Darwins Gedanken leicht nachvollziehen und besser im zeitlichen Kontext einordnen.

Im zweiten Teil erläutert Fischer einige Schlüsselbegriffe aus Darwins Evolutionstheorie. Aber nicht nur aus Darwins Sicht, auch wie sie heute, mit dem Wissen um molekularbiologische Vorgänge, verstanden werden können.

Im dritten Teil werden verschiedene Begriffe zueinander abgegrenzt, zum Beispiel Darwinismus zu Lamarckismus, während sich der vierte Teil mit dem Menschen beschäftigt. Wie konnte der heutige Mensch entstehen, welche Faktoren waren dafür maßgeblich, welche Einflüsse sorgten dafür, dass wir uns vom Affen entfernten.

Bei all den Erklärungen besteht Fischer nicht auf einer einzigen Theorie, die die wahre ist, er zeigt immer wieder Alternativen auf. Er macht deutlich, dass auch andere Denkansätze ihre Berechtigung haben und nicht falsch sein müssen. Das gefiel mir sehr gut an dieser Einführung in die Evolution. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass nicht nur die historischen Grundlagen bearbeitet werden, auch moderne Ansätze, wie zum Beispiel die Epigenetik, werden erwähnt und erläutert.

Über ein wenig naturwissenschaftliche Grundbildung sollte man wahrscheinlich vor der Lektüre verfügen, da hier doch viel Wissen auf wenigen Seiten zusammengefasst ist. Fischer erläutert zwar jedes Fremdwort, aber eher knapp. Selbst ich musste manche Absätze noch ein zweites Mal lesen, obwohl ich Biologie studiert habe. Das sollte interessierte Leser aber nicht abschrecken, man kann unbekannte Ausdrücke ja auch jederzeit nachschlagen. Der Schreibstil an sich ist angenehm locker, man hat nicht das Gefühl, ein Lehrbuch zu lesen.

Alan Weisman – Die Welt ohne uns

weltohneuns

Der Klappentext verspricht einen Ausflug in eine Welt, aus der der Mensch von einem auf den anderen Tag verschwunden ist. Wie würde die Natur sich die vom Menschen untertan gemachten Gebiete zurück erobern? Wie lange würde es dauern, bis jede Spur von uns getilgt ist?

Thema des Buches ist aber eher, wie der Mensch die Erde bisher verändert hat. Die erste Enttäuschung war damit schon vorprogrammiert. Ich ging einfach mit einer falschen Vorstellung an das Buch heran. Erwartet hatte ich einen mehr oder weniger chronologischen Bericht, was in der Zeit nach uns mit unseren Hinterlassenschaften und der Welt geschehen würde.

Nachdem ich mich damit abgefunden und auf das eigentliche Thema eingestellt hatte, war es eine Weile sogar recht spannend. Alan Weisman hat wirklich gründlich recherchiert und sehr viele Fachleute haben ihr Wissen beigetragen. Das ganze war mir allerdings etwas zu ungeordnet. Die Kapitel folgten in keiner mir erkennbaren Ordnung aufeinander. Am Ende jedes Kapitels wurde leicht krampfhaft dann doch immer wieder kurz die Frage behandelt, wie es in diesem Bereich aussehen könnte, wenn wir verschwinden würden.

Nach zweihundert Seiten war es mir zuviel des bunt zusammen gewürfelten Wissens. Ich zweifele nicht an Weismans Recherche, aber bei so vielen Tatsachen werde ich dann doch wieder vorsichtig mit dem glauben. Es gibt sowieso niemanden der wirklich weiß, was sein wird. Ebenso gibt es viele Bereiche, in denen wir bis heute nicht wissen was war. Was mir dank dieses Buch noch mal bewusst wurde, vorher aber eigentlich auch schon klar war, ist dass es so unendlich viele Dinge gibt, die bei der Entwicklung der Erde eine Rolle spielen, ob mit oder ohne uns, dass ein Mensch gar nicht in der Lage ist, alle Eventualitäten zu erfassen. Das war aber wohl auch nicht Weismans Ziel. Soweit ich das aus den 200 Seiten herauslesen konnte, nach denen ich das Buch abgebrochen habe.

Es darf erstmal noch bei mir bleiben, vielleicht lese ich irgendwann auch noch die letzten 150 Seiten. Aber wirklich überzeugt hat es mich nicht.

Olaf Irlenkäuser und Rainer Vollmar – Das Buch der Bücher

buchbuecher

Der Inhalt ist schnell beschrieben, „Das Buch der Bücher“ ist ein Buch über Bücher. Es enthält allerlei Listen und Aufzählungen zu den verschiedensten Themen die nur eines gemeinsam haben, es geht um das gedruckte Wort. Zum Beispiel findet man eine Auflistung einiger Buchhandlungen, die nach Autoren benannt wurden, eine Übersicht von Autoren die ihr Leben selbst beendeten aber auch „So sprechen die Büchermacher“, Abschnitte in denen Fachbegriffe aus der Herstellung erläutert werden.

Manches kennt man, vieles hat man mal gehört und wieder vergessen, das ein oder andere ist einem ganz neu und interessant. Eigentlich dachte ich, so ein kleines Büchlein ist schnell gelesen, es sind ja gerade mal 130 Seiten. Aber viele Stellen haben mich zum nachdenken gebracht, so dass es doch etwas länger dauerte als gedacht, und mich einige Schlafzeit gekostet hat, da ich nicht mitbekam, wie spät es wurde.

Besonders schön ist die Aufmachung des Buches, was bei einem Buch mit diesem Thema ja auch zu erwarten ist. Das Büchlein wurde in grünem Leinen gebunden und besitzt ein Lesebändchen, auf dem auch draufsteht, dass es ein Lesebändchen ist. Auch auf dem Vorsatz steht drauf, dass dies der Vorsatz ist, inklusive einer Erläuterung, was es bedeutet. So bekommt man gleich am praktischen Beispiel einige Begriffe der Buchherstellung und Ausstattung gezeigt und erklärt.

Für Bibliophile oder gar Bibliomane ein nettes Büchlein für zwischendurch, das mir sehr gut gefallen hat. Es wurde mit viel Liebe zusammengestellt und gestaltet, was man ihm auch ansieht.

Markus Heitz – Vampire! Vampire!

VampireVampire

Man mag es kaum glauben, aber es ist kein Roman der sich hinter diesem Titel verbirgt, sondern ein Sachbuch. Nachdem Markus Heitz während der Recherche für seine Bücher einiges an Informationen über Vampire gesammelt hatte, teilt er dieses Wissen nun mit uns. Aber auf gewohnt lockere Art und Weise, man hat ein wenig das Gefühl, einem Vortrag zu lauschen. Einem der Art, bei dem der Dozent es sich auf dem Tisch gemütlich gemacht hat, immer wieder einen gelungenen Scherz einbaut, und man gar nicht merkt wie die Zeit vergeht.

Er erläutert in diesem Buch die Wurzeln und vielen Variationen des Vampir Mythos. Dabei geht er besonders auf einen Vorfall ein, der 1732 in Medvegia stattfand und dazu führte, dass sich die Wissenschaft das erste Mal mit diesem Phänomen beschäftigte. Berichte über diesen und folgende Vorfälle verbreiteten sich anschließend auf dem ganzen Kontinent.

Das größte Kapitel beschreibt die verschiedenen Formen, Fähigkeiten und Abwehrmittel. Wobei schnell klar wird, dass es so viele verschieden Formen des Vampirglaubens wie böhmische Dörfer gibt. Wenn nicht noch mehr. Wer kann zum Beispiel alles zum Vampir werden? Wenn man diese Aufzählung der verschiedensten Vorstellungen gelesen hat, rechnet man sicher mit seinem eigenen Weiterleben nach dem Tod. Sollte auch nur die Hälfte stimmen, hat man mehr als große Chancen zum Vampir zu werden.

Nachdem die folkloristischen Grundlagen des Vampirismus erläutert wurden, geht Heitz auch auf verschiedene Erklärungsversuche der Wissenschaft ein. Ich finde die Seuchen- und Scheintotenerklärung sehr einleuchtend.

Wer „Die Kinder des Judas“ von Markus Heitz gelesen hat, bekommt mit diesem Buch den Hintergrund zu diesem Roman geliefert. Aber auch für Ulldart-Leser ist ein kleiner Aha! Effekt dabei. Wer noch keines dieser Bücher gelesen hat, wird trotzdem eine angenehm zu lesende Zusammenfassung über Vampire vorfinden, die nur an wenigen Stellen etwas trocken wirkt. Für ein Sachbuch gibt es aber auch viele Stelle die einen zumindest schmunzeln lassen, ab und an auch leise lachen. Oder wer könnte bei der Vorstellung ernst bleiben, dass man sich vor einem Vampir schützen kann, in dem man seine linke Socke nimmt, sie mit Graberde füllt und anschließend außerhalb der Dorfgrenze bringt. ;)

Mick O’Hare – Wie dick muss ich werden, um kugelsicher zu sein?

kugelsicher

Inhalt:

„Wie dick muss ich werden um kugelsicher zu sein?“ ist eine Sammlung von 101 Fragen und deren Antworten aus dem Wissenschaftsmagazin „New Scientist“. Dort werden seit 1994 in der wöchentlichen Kolumne „The Last Word“ von Lesern Fragen aus dem Alltag gestellt und auch von Lesern beantwortet. Zum Beispiel warum Tee seine Farbe ändert, wenn man Zitronensaft zugibt, oder wie die Blasen in den Schokoriegel kommen. Und eben auch, wie dick man sein muss, um kugelsicher zu sein.

Meine Meinung:

Ein sehr unterhaltsames Buch, nach dessen Lektüre man vieles weiß, was man nicht unbedingt hätte wissen müssen. Liest man die Fragen, denkt man aber doch recht oft „Stimmt, warum eigentlich?“ und liest dann gespannt die Antworten.

Eigentlich dachte ich ja, das Buch würde einige Monate lang am Bett liegen und immer mal wieder eine Frage gelesen werden. Ich muss gestehen, dass es mir diverse Stunden Schlaf geraubt hat, weil ich mich fest gelesen hatte und erst nach einiger Zeit merkte, dass es jetzt doch ein paar Fragen mehr waren als geplant.

Demnächst wird sicher ein weiteres Buch von Mick O’Hare hier einziehen, ich möchte gerne weiterhin auf so amüsante Weise Nützliches und Unnützes lernen.

Adrian Desmond, James Moore, Janet Browne – Charles Darwin kurz und bündig

darwinkurz


Inhalt:

Der Titel sagt eigentlich schon alles, kurz und bündig ist hier das Leben Charles Darwins zusammen gefasst. Begonnen in seiner Kindheit und mit den verschiedenen Stationen seiner Ausbildung (in Mathe war er nicht wirklich gut, sehr sympathisch). Die Reise auf der Beagle bekam natürlich auch ein Kapitel, anschließend wird der Weg seiner Theorien und deren Veröffentlichung verfolgt.

Meine Meinung:

Wem es ähnlich geht wie mir, schon oft von Darwin gehört und natürlich auch seinen Theorien, aber immer nur oberflächlich und man würde gerne mehr wissen, dem sei zu diesem Buch geraten.

Meine Sorge, dass es relativ trockener Stoff sein könnte, war unberechtigt. Die Autoren haben es geschafft, Darwins Leben interessant und leicht verständlich darzulegen.

Die Kapitel die sich mit seinen Theorien befassen beschränken sich nicht nur auf diese, sie sind eingebettet in das Zeitgeschehen und auch dessen Einflüsse auf die Entstehung und den Zeitpunkt der Veröffentlichungen. „Die Entstehung der Arten“ hat Darwin erst lange nach der Entwicklung dieser Theorie veröffentlicht, da er die Folgen fürchtete.

Wenn man bedenkt, dass andere Biographien 1200 Seiten umfassen, ist diese kleine Biographie wirklich erstaunlich. Natürlich weiß ich nicht, was ich alles verpasst habe, aber nach der Lektüre habe ich den Eindruck, eine gute Übersicht über Darwins Leben und sein Wirken erhalten zu haben.

Meine Hochachtung für diesen Naturwissenschaftler ist weiter gewachsen. Da ich mehr über seine Theorien erfahren möchte, werde ich mir demnächst „Die Entstehung der Arten“ zulegen. Wenn man bedenkt, dass damals Genetik noch absolut unbekannt war, wird die Leistung dieses Wissenschaftlers noch bewundernswerter. Er hatte übrigens eine Theorie über „Keimchen“, die im Körper unterwegs sind und für die Vererbung zuständig. Damit war er von der Realität gar nicht so weit entfernt.