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Markus Heitz – Die Judastrilogie E-Book

 

Exklusiv als E-Book gibt es jetzt alle drei Bände der Judastrilogie von Markus Heitz in einem Band, für gerade mal 24,99 €. Neben den drei Romanen “Kinder des Judas”, “Judassohn” und “Judastöchter” gibt es auch noch einiges an Zusatzmaterial in “Die Judastrilogie” zu sehen.

Zu jedem Charakter gibt es Steckbriefe und Illustrationen, die wichtigsten Orte und auch die verschiedenen Vampirsorten werden vorgestellt und erläutert. Zu “Kinder des Judas” gibt es gestrichene Szenen, unter anderem Scyllas Tagebücher. “Judassohn” wird durch die Kurzgeschichte “Blutmaske” ergänzt, zu den Judastöchtern findet sich die entfallene Szene “Maskenfluch”.

Wer noch keinen der Romane gelesen hat, die Reihe bietet blutige und spannende Unterhaltung mit einem guten Schuss schwarzen Humors. Meine Rezensionen zum zweiten und dritten Band findet ihr hier:

“Judassohn”

“Judastöchter”

“Kinder des Judas” hatte ich leider noch nicht rezensiert, aber wenn es mir nicht gefallen hätte, gäbe es die Rezensionen zu den Folgebänden nicht. ;)

Die Steckbriefe in “Die Judastrilogie” erweitern sich mit dem Lesefortschritt. Mit meinem Kobo Reader hat mich das erst mal vor ein großes Rätsel gestellt. Ich hatte das Bonusmaterial über das Inhaltsverzeichnis aufgerufen, wo die sich erweiternden Steckbriefe einfach hintereinander stehen. Immer mit dem Hinweis “Steckbrief erweitert sich mit dem Lesefortschritt!”. Erst als ich das E-Book in Adobe Digital Editions aufrief, fand sich die Lösung. Im Text gibt es Links, die dann zum entsprechenden Steckbrief führen. An sich eine tolle Idee, auch wenn ich mich frage, ob ich wirklich zum x-ten Mal einen Steckbrief aufrufen würde, der zum Großteil schon bekanntes enthält. Aber immerhin werden so Spoiler vermieden.

Wenn ich die Links mit meinem E-Book Reader überhaupt nutzen könnte. Der Kobo Reader unterstützt sie leider nicht. Man erkennt sie nur als leicht heller dargestellt, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Und kann dann nichts damit anfangen. Wie sieht das auf anderen Readern aus? Funktioniert das dort? Wenn nein, frage ich mich, wofür dieses E-Book konzipiert wurde. Wer liest denn über 2000 Seiten am Rechner? Dafür gibt es doch die handlichen Reader.

Die Illustrationen sehen übrigens auch auf dem rein schwarz-weißen Bildschirm des Readers sehr gut aus. Es lohnt sich zwar, mal einen Blick in die colorierten Ausgaben zu werfen, aber auch auf einem E-Ink Display sind sie sehr atmosphärisch und machen Lust, die Bücher noch einmal zu lesen, um all diese Charaktere wieder zum Leben zu erwecken.

Wer die Triologie schon kennt, bekommt hier die Möglichkeit, sie ohne Handgelenkschmerzen mal wieder zu lesen. Am Stück, ohne die immer viel zu lange Wartezeit auf den nächsten Band. Wer sie noch nicht kennt, der hat hier die Möglichkeit zu einem günstigen Preis gleich drei Vampire, ähm, Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

Die Judastrilogie – Markus Heitz

2150 Seiten, Knaur ebook
ISBN 978-3-426-41389-0, 24,99 €
Exklusiv als E-Book

Die Untoten – Oliver Dierssen & Ole Christiansen (Hrsg.)

 

Sieben Kurzgeschichten, die eines gemeinsam haben: den Untod. Wer dabei gleich an Zombies denkt, liegt nur zum Teil richtig. Auch die haben ihren Platz in dieser Kurzgeschichtensammlung aus den Federn vieler, bekannter Autoren gefunden. Aber es gibt noch wesentlich mehr Möglichkeiten des untoten Daseins.

Bernhard Hennen lässt in „Stürmische Zeiten“ eine Wiedergängerin der besonderen Art auftauchen, stürmisch eben. Thomas Plischke lässt einen Künstler „In Wort und Bild“ mehr als realistische Bilder zeichnen. Oliver Dierssens „Akerbeltz“ erinnert vom Schreibstil sehr an „Fledermausland“, aber mit ganz anderen Akteuren. „Ein kleiner Tod“ von Viktoria Schlederer führt den Leser erst einmal auf eine falsche Fährte, um am Ende mit einer düsteren Überraschung aufzuwarten. Jonas Wolf hat ein klassisches Fantasy-Setting mit einem klassischen Zombiefilm gemischt, das Ergebnis ist bissig. 125 Seiten mit 7 ganz unterschiedlichen Geschichten, eine unterhaltsamer als die andere.

Erschienen ist diese Kurzgeschichtensammlung im Nerdpol Verlag, einem noch sehr jungen Projekt der Autoren Oliver Dierssen und Ole Christiansen. Die den Kurzgeschichten neue Wege eröffnen wollen, nämlich den des E-Books. So kommt es, dass man „Die Untoten“ für gerade mal 2,99 € als E-Book erstehen kann. Sie beschreiben den Nerdpol selbst als „Der Verlag für die kurze, digitale Phantastik“. Das auch kurz gut sein kann, haben sie gleich mit ihrer ersten Publikation bewiesen.

Die Untoten – Oliver Dierssen & Ole Christiansen (Hrsg.)
125 Seiten, Nerdpol Verlag
ASIN B006NY730C, 2,99
E-Book

Tad Williams & Deborah Beale – Die Geheimnisse der Tinkerfarm

 

„Die Geheimnisse der Tinkerfarm“ ist die Fortsetzung zu „Die Drachen der Tinkerfarm“. Ein ganzes Jahr lang mussten sich Tyler und Lucinda gedulden, jetzt sind endlich wieder Sommerferien und sie dürfen zur Farm ihres Großonkels reisen. Dass es auf der Tinkerfarm ganz andere Tiere gibt als man meinen mag, hatten sie in den letzten Ferien schon entdeckt. Jetzt freuen sie sich auf ein Wiedersehen mit Einhörnern, Drachen und dem Satyr Simos. Außerdem hat Tyler noch ein Rätsel zu knacken. Allerdings hat sich einiges auf der Farm verändert, ihr Onkel Gideon hat neue Sicherheitssysteme installiert. Ist die Farm wirklich in Gefahr? Dann verschwindet Gideon plötzlich. Steckt wieder Mrs. Needle hinter den dunklen Machenschaften? Können Lucinda und Tyler die Farm retten?

Die Tinkerfarm birgt noch immer viele Geheimnisse, ihre größtes Geheimnis wurde aber schon im ersten Band gelüftet. So beginnt dieser Band gleich mitten im Geschehen und ist noch spannender, als es „Die Drachen der Tinkerfarm“ waren. Gleichzeitig findet sich aber auch all das im Buch wieder, was schon den ersten Teil so besonders machte.

Auf der Farm gibt es nicht nur Schmusetiere, eigentlich sind das sogar die wenigsten. Die meisten Wesen sind ziemlich gefährlich und man möchte ihnen nicht außerhalb ihres Käfigs begegnen. So kommt trotz der teilweise märchenhaften Wesen, wie den Einhörnern, niemals eine rosarote Märchenstimmung auf. Spätestens wenn man einem Mantikor gegenüber steht, hat sich diese erledigt. Stellenweise ist die Atmosphäre sehr düster, die Spannung steigt gegen Ende enorm an.

Die guten Charaktere haben ebenso ihre Fehler, wie die bösen ihre bereuen. Reines schwarz-weiß Denken sucht man so vergeblich. Gegen Ende möchte man am liebsten selbst dafür sorgen, dass die „Bösen“ endlich die verdiente Strafe bekommen. Weil man als Leser weiß, wer hinter all dem steckt.

Ein wunderbarer Fantasy-Roman, der nicht nur junge Leser zu begeistern weiß. Echte All-Age Fantasy ohne Vampire und Liebesgeschichte, für Jungs wie Mädels jeden Alters geeignet.

Die Geheimnisse der Tinkerfarm – Tad Williams & Deborah Beale
430 Seiten, Klett-Cotta Hobbit-Presse
ISBN 9783608938227, 19,95 €
Hardcover

Patrick Rothfuss – Die Furcht des Weisen I

 

Der zweite Teil und damit der zweite Tag der Königsmörder-Chronik. Nach den dramatischen Vorkommnissen des vergangenen Tages, kehrt schnell wieder der Alltag im Dorf ein. Die Ernte wartet nicht, die Schafe müssen auf den Markt. So hat Kvothe Zeit, dem Chronisten weiter über seine Vergangenheit zu berichten. Die nächsten Trimester an der Universität und seinen Abenteuern in Vintas. Wie schon zuvor konnte der junge Kvothe es einfach nicht lassen, sich mit seinem Erzfeind Ambrose anzulegen. Nach einer größeren Eskapade ist ein gewisser räumlicher Abstand zwischen den beiden nötig. Aber auch in Vintas halten sich die Abenteuer nicht von Kvothe fern. Sein Ziel verliert er trotz allem nie aus den Augen, mehr über die Chandrian heraus zu finden. Sagenumwobene Gestalten, die seine Familie grausam ermordeten. Wird er sie finden, bevor sie ihn finden?

Das lange Warten auf die Fortsetzung zu „Der Name des Windes“ hat sich gelohnt. Besondere Bücher brauchen eben auch ein wenig länger, die schreiben sich nicht einfach so runter. Und „Die Furcht des Weisen“ hat all das, was schon „Der Name des Windes“ so besonders machte. Eine wunderbare Atmosphäre, die dank des bildhaften Schreibstils entsteht. Man meint, selbst in der Schankstube des Wirtshauses zu stehen, mit Kvothe im Anker beim Kartenspiel zu sitzen oder mit ihm in den Räumen des Handwerkszentrums zu schwitzen. Die Charaktere sind einem nahe, weil sie einfach menschlich sind. Egal wie hoch oder niedrig ihre Stellung sein mag, sie haben alle ihre Licht- und Schattenseiten.

Kvothe stellt sich so oft wirklich dämlich an und stößt sich regelrecht selbst in die nächsten Schwierigkeiten, dass man vielleicht den Kopf darüber schütteln kann. Aber er ist 16 Jahre alt. Gerade wenn Frauen ins Spiel kommen, ist das ein Alter, in dem die Vernunft schon mal gegen die Hormone verliert. Der erwachsene Kvothe ist darauf auch nicht mehr stolz, aber er steht zu diesen Eskapaden und auch das ist ein Punkt, der ihn mir so sympathisch macht.

Die Spannung kommt natürlich auch nicht zu kurz, bei all den Abenteuern, durch die der junge Kvothe durch muss. Seine Suche nach den Chandrian ist der rote Faden, der sich nur langsam entwickelt. Was aber nicht weiter stört, es kann gerne noch etliche weitere Bände dieser Chronik geben. Es gibt noch genügend Geschichten zu erzählen und Namen zu entdecken. Wie Kvothe zum Königsmörder wurde, weiß man auch nach diesem Buch noch nicht.

Wahrscheinlich auch noch nicht nach Teil II des zweiten Bandes. Da der Textumfang zu groß war, wurde das Buch im Deutschen geteilt. „Die Furcht des Weisen 2“ erscheint laut Verlag Ende Januar 2012. Das Ende des ersten Teils ist gut gewählt, sehr spannend aber nicht unerträglich spannend. Vielen Dank an den Verlag dafür. Das Warten auf die Fortsetzung wird auch so schon lange genug dauern.

Patrick Rothfuss hat mit der Königsmörder-Chronik eine epische Fantasyreihe begonnen, die momentan nur wenig Konkurrenz zu fürchten hat. Ähnlich beigeistert haben mich bisher nur wenige Bücher.

Die Furcht des Weisen 1, Tag 2 der Königsmörder-Chroniken – Patrick Rothfuss
859 Seiten, Klett-Cotta Hobbit Presse
ISBN 9783608938166, 24,95 €
Hardcover

Christoph Marzi – Memory, Stadt der Träume

 

Jude verbringt seine Abende am liebsten auf dem Highgate Cemetery. Der Friedhof ist längst nicht so verlassen, wie man meinen könnte. Allerhand Geister „leben“ hier und geben auch mal eine ordentliche Party. Die meisten Menschen können sie nicht sehen, Jude aus irgendeinem Grund schon. Eines Abends trifft Jude auf einer Bank ein Mädchen, das keinerlei Erinnerung mehr besitzt. Sie weiß nicht einmal mehr ihren Namen. Ihre Haut leuchtet, wie die Geister, aber sie ist warm, wie ein Mensch. Wer und was ist sie? Jude versucht ihr zu helfen und findet bald heraus, dass sie in Gefahr ist. Wird er sie retten können oder für immer verlieren?

Christoph Marzi hat mich schon mit so manchem seiner Bücher verzaubert. „Lycidas“, „Lilith“ und „Lumen“ waren etwas ganz besonderes. Mit Charakteren, die mich noch lange begleitet haben und es zum Teil bis heute tun. Auch die Idee, eine Geschichte mit Liedern zu verknüpfen, wie in „Fabula“, fand ich gut. Aber irgendwann ist auch so eine Idee abgenutzt.

Auch in „Memory“ finden sich sehr viele Anspielungen auf verschiedene Musikstücke. Die mir leider zum Großteil unbekannt waren. Während des Lesens bin ich auch nicht bereit, ständig aufzustehen und sie im Internet zu recherchieren. Vielleicht sollte man dem Buch eine CD beilegen? So versickerten diese Anspielungen leider im Sumpf meiner Unwissenheit. Da es keine Mainstream-Musik ist, werde ich damit wahrscheinlich nicht alleine sein.

Die Hauptcharaktere blieben mir leider bis zum Ende fremd, ich konnte keinerlei Bezug zu ihnen aufbauen. Wesentlich besser gelang mir das mit den Friedhofsbewohnern und Miss Rathbone, die mich wirklich beeindruckt hat. Die Idee des „belebten“ Friedhofs hat ebenfalls ihren Reiz. Ist allerdings mal wieder von Neil Gaiman geliehen, dessen „Graveyard Book“ in einem ähnlichen Umfeld spielt.

„Memory“ liest sich schnell und locker weg, ist stellenweise auch ganz spannend. Allerdings stelle ich im Nachhinein fest, dass ich mich an die Geschichte selbst wesentlich schwerer erinnern kann, als an oben schon genannte Friedhofsbewohner und Miss Rathbone. Alles in allem eine ganz nette Lektüre, die ich allerdings lieber im günstigen Taschenbuch gelesen hätte.

Memory, Stadt der Träume – Christoph Marzi
321 Seiten, Arena Verlag
ISBN 9783401066226, 14,99 €
Hardcover

Bernd Perplies – In den Abgrund, Magierdämmerung III

 

Der dritte und letzte Band der „Magierdämmerung“. Wellington hat die Quelle der Magie erreicht und kontrolliert sie nun. Er heckt wahrlich teuflische Pläne aus, was er mit ihrer Macht anstellen könnte. Aus aller Welt machen sich Magier auf den Weg, seine Pläne zu durchkreuzen. Die Quelle muss geschlossen werden, bevor die zunehmende Menge wilder Magie noch weiteren Schaden anrichtet. Werden sie es schaffen, Wellington aufzuhalten?

„In den Abgrund“ ist ein wirklich gelungenes Finale. Es treten nicht nur schon bekannte Charaktere auf, auch hier tauchen noch einmal einige neue Gesichter und magische Überraschungen auf. Danach weiß man endlich, was es mit dem fliegenden Holländer wirklich auf sich hat. Das Ende ist natürlich extrem spannend und hoch dramatisch. Anders könnte es aber nach den ersten beiden Bänden auch nicht sein. Mehr will ich dazu gar nicht verraten um den Lesespaß nicht zu verderben.

Mein absoluter Liebling ist ja Rupert, das ausgestopfte Zombiekrokodil. Ein sehr praktisches Haustier, das höchstens mal ein wenig seiner Füllung verliert. Die Idee der Fadenmagie und ihre Umsetzung hatte ich ja schon in den Rezensionen der ersten beiden Bände positiv erwähnt. Im dritten Band darf die Fadenmagie noch einmal zeigen, was sie alles kann. Und das ist allerhand.

Ein kleines Manko war für mich ein Experiment des Verlags. Bei einem Wettbewerb konnten Leser Charakterideen einschicken, einer davon würde dann in diesem Band auftauchen. Feodora ist zwar ein durchaus gelungener Charakter, ihre Rolle im Buch ist allerdings nicht ganz glaubwürdig. Am Ende geht sie regelrecht unter, wird nur der Vollständigkeit halber noch einmal erwähnt. Hätte man sie gestrichen, hätte rein gar nichts gefehlt. Darüber mag man denken wie man möchte, ich empfand es als unnötig. Wirklich gestört hat es aber nicht.

„Magierdämmerung“ ist eine rundum gelungene Fantasyreihe, mit einer etwas anderen Magieform, die mir wirklich Spaß gemacht hat. Hier hat einfach alles gestimmt, vielleicht gibt es ja doch noch irgendwann eine Fortsetzung. Zu hoffen bleibt es.

In den Abrund, Magierdämmerung III – Bernd Perplies
501 Seiten, LYX
ISBN 9783802582660, 12,99 €

Ransom Riggs – Die Insel der besonderen Kinder

Jacobs Großvater erzählt fantastische Geschichten über seine Vergangenheit. Er hätte zusammen mit anderen Kindern auf einer Insel gelebt. Diese Kinder waren alle etwas ganz besonderes, sie konnten schweben oder waren unglaublich stark. Als Jacob älter wird, tut er diese Erzählungen als Märchen ab. Bis er seinen Großvater nach einem Überfall schwer verletzt auffindet. Was hat Jacob im Gebüsch verschwinden sehen? War es doch eines der Monster, vor denen sein Großvater solche Angst hatte? Dessen letzte Worte verfolgen Jacob noch lange, er soll die anderen suchen und sie warnen. Gibt es diese Insel und die Kinder wirklich?

„Die Insel der besonderen Kinder“ handelt nicht nur von besonderen Kindern, es ist auch ein ganz besonderes Buch. Jacobs Großvater hat Fotos der Kinder, die Jacob schnell als manipuliert abtut. Jedes im Buch erwähnte Bild ist auch im Buch enthalten. Selbst handschriftliche Texte finden sich zwischendurch. Das verhilft dem Text zu einer unglaublichen Atmosphäre und passt wunderbar zu dem insgesamt liebevoll gestalteten Buch. Für die eine oder andere Gänsehaut sorgen die Fotos auch mal.

Die Geschichte hat ein bisschen was von X-Men mit einem Schuss Peter Pan, dazu eine Zeitschleife und schon hat man einen wirklich spannenden Plot mit etlichen Überraschungen. Es ist keine klassische Fantasy, aber mit einem eindeutig fantastischen Touch. Endlich auch mal wieder keine fantastisch angestrichene Romanze, Männer können hier beruhigt mitlesen. Die düstere Stimmung passt gut für die kommenden winterliche Lesestunden.

„Die Insel der besonderen Kinder“ ist eine kleine Perle, die mich von der ersten Seite an fesselte. Wenn man viele Bücher liest, wird es immer schwieriger, welche zu entdecken die „neu“ sind. Dieses hier passt in kein Schema und hat mich mit einer ganz neuen Mischung verschiedener Ideen überrascht. Mein Buchtipp für alle, die es gerne mal etwas anders mögen.

Die Insel der besonderen Kinder – Ransom Riggs
416 Seiten, PAN
ISBN 9783426283684, 16,99 €
Hardcover

Walter Moers – Das Labyrinth der Träumenden Bücher

Hildegunst von Mythenmetz hat sich auf die Lindwurmfeste zurückgezogen und es sich auf seinen Lorbeeren gemütlich gemacht. Bis ihn eines Tages ein Brief erreicht, der ihn aus seiner lethargischen Bequemlichkeit reißt. „Der Schattenkönig ist zurückgekehrt.“ Abgesendet aus der Ledernen Grotte, der Heimat der Buchlinge. Mythenmetz macht sich auf den Weg nach Buchhaim, das er seit 200 Jahren nicht mehr betreten hat. Erstaunt muss er feststellen, dass die Stadt sich nach dem großen Brand damals sehr verändert hat. Er trifft alte Bekannte und lernt allerhand Neues kennen, zum Beispiel den Biblionismus oder auch den Puppetismus. Hier in Buchhaim kann er seiner Vergangenheit nicht entkommen, er muss sich ihr stellen. Im Labyrinth der Träumenden Bücher.

„Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist eines der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Voller wunderbar skurriler Ideen rund um die Welt der Bücher und des Lesens, verwoben mit einer spannenden Geschichte. Letztere fehlte mir leider in der, freudig erwarteten, Fortsetzung „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“.

Rein optisch überzeugt das Buch wieder einmal und verwöhnt den Leser mit wunderbaren Illustrationen von Walter Moers selbst. Durch den Inhalt musste ich mich ab und an ziemlich durchbeißen. In großen Teilen des Buches ergeht sich Mythenmetz in Erinnerungen an seinen letzten Aufenthalt in Buchhaim. Danke für die Auffrischung meiner Erinnerungen, aber ganz so viel hätte es dann doch nicht sein müssen. Man könnte sich fast sparen „Die Stadt der Träumenden Bücher“ vorher zu lesen. Alles Wichtige wird hier, oft mehr als einmal, wiederholt.

Damit wird der Platz für neue Ideen im Buch schon knapp. Es gibt einige tolle Stellen und bei den Ausführungen über den Biblionismus und sogar die Geschichte des Puppetismus kam das gute alte Moers-Lesegefühl auf. Leider stehen die am Anfang und am Ende des Buches, die Mitte zieht sich stellenweise ziemlich. Die Ausflüge von Mythenmetz durch Buchhaim und die Erkundung seiner Geschichte sind leider kein wirklich spannender roter Faden durch die Handlung des Buches.

Meine Hoffnung auf ein Wiedersehen mit den Buchlingen wurde leider nicht erfüllt, der Titel „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ ist eigentlich auch ein wenig irreführend, „Buchhaim, wie der Phoenix aus der Asche“ wäre passender gewesen. Aber wohl nicht so verkaufsfördernd. Im Labyrinth spielt nur das letzte Kapitel, das dann mit einem Satz endet, den ich euch hier nicht verraten möchte. Der mich aber laut aufstöhnen und das Buch mit leichter Enttäuschung beenden ließ. Wahrscheinlich soll er die Vorfreude auf das nächste Buch wecken, hinterließ bei mir allerdings einen etwas schalen Nachgeschmack.

An skurrilen Ideen und wahnwitzigen Situationen mangelt es nicht in „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ und die wirklich gelungenen Illustrationen trösten über die weniger gelungenen Stellen auch ein wenig hinweg. Mit so manch anderem, wirklich großartigen, Werk von Walter Moers lässt es sich aber bei weitem nicht vergleichen.

Das Labyrinth der Träumenden Bücher – Walter Moers
430 Seiten, Knaus Verlag
ISBN 9783813503937, 24,99 €
Hardcover

Maxime Chattam – Der Krieg der Kinder, Alterra III

Matt und Ambre sind in Eden angelangt. Aber die Ruhe währt nicht lange. Die Königin rüstet zum Krieg, die Kinder werden sich aber nicht kampflos ergeben. Matt will sich bald wieder auf den Weg machen, es gibt noch viele Fragen zu klären. Was will der Torvaderon ausgerechnet von ihm? Warum hängt die Königin im ganzen Land Steckbriefe mit seinem Gesicht auf? Woher weiß sie, wie er aussieht und warum sucht sie ihn? Kann er Tobias retten und ist Ambre wirklich eine Karte? Wenn ja, wozu?

An den vielen Fragen sieht man es vielleicht schon, in diesem dritten und abschließenden Band steckt sehr viel drin. Für meinen Geschmack etwas zuviel. Viele Stellen wirken leicht gehetzt, da werden Szenen mit einem Satz einfach abgehakt, die ein paar Wörter mehr verdient hätten. Vielleicht hätte man dem Autor einen vierten Band gönnen sollen, damit er seine Geschichte mit der gleichen schönen Atmosphäre beenden kann, mit der er sie in den ersten beiden Bänden begann. So manche schöne Idee kam hier einfach zu kurz.

Wie schon in den ersten Bänden, stolpert man auch hier ab und an über kleinere logische Fehler. Warum sollte man sich auch nach den Gaben der anderen erkundigen, bevor man sich mit einer kleinen Spezialeinheit auf den Weg macht. Das erläutert man natürlich erst, nachdem man den ersten Kampf hinter sich gebracht hat. Über die Käfer denke ich schon gar nicht mehr genauer nach. Ob einem die Erklärungen zu guter Letzt gefallen oder nicht, mag Geschmackssache sein. Für mich war es zuviel Zufall und blieb damit unerklärt.

Leider ein nicht ganz so gut gelungener Abschluss einer Reihe, die viele interessante Ideen mitbrachte. In den ersten Bänden bewies Chattam, dass er es eigentlich besser kann. Für alle Alterra-Leser trotzdem ein Muss, es gibt natürlich auch ein paar sehr schöne Szenen und man trifft einige alte Bekannte wieder. Großes Plus ist mal wieder das wunderschön gestaltete Cover. Die Alterra-Reihe gehört mit zu den optisch schönsten Reihen in meinem Bücherregal.

Der Krieg der Kinder, Alterra III – Maxime Chattam
428 Seiten, PAN
ISBN 9783426283073 , 16,99 €
Hardcover

Tommy Krappweis – Götterdämmerung, Mara und der Feuerbringer III

Noch immer steht Ragnarök bevor. Mara und Professor Weissinger läuft die Zeit davon, Loge wird immer mächtiger und noch immer weiß Mara nicht, was Thurisaz mit seinen Seminaren bezwecken will. Warum stärkt er Loge? Was hat er vor? Können die fast vergessenen Götter der nordischen Mythen ihr helfen? Wird Ratatösk ihr wieder auf die Nerven gehen und die Frisur zerstören? Kann Mara Loge besiegen und die Welt retten?

Viele Fragen, die sich im Verlauf der ersten beiden Bände angesammtelt hatten, hier werden sie endlich alle beantwortet. Wie es sich für den Abschlussband einer Trilogie gehört, kommt es zum grandiosen Showdown und die eine oder andere Überraschung hat der Autor auch noch für seine Leser parat.

Vor das Vergnügen haben die Götter allerdings den Schweiß gesetzt. Bei diesem Band fiel mir der Einstieg etwas schwerer, als bei den ersten beiden. Zum einen störte mich ein gewisser Sprachfehler, an dem der Autor scheinbar so viel Spaß hatte, dass er ihn seitenlang absolut sinnlos überreizte. Außerdem findet sich diesem Band das, was ich in den ersten beiden so gar nicht vermisst hatte: Mara und die Jungs. Siegfried anzuschmachten war ok, das hier ist ein anderes Kaliber. Eigentlich fand ich es sehr angenehm, dass einem diese Thematik ausnahmsweise mal in einem Jugendbuch erspart bleibt. Aber es sollte wohl nicht sein.

Wer sich an diesen Punkten ebenfalls stören könnte und jetzt überlegt, das Buch gar nicht erst zu lesen, sei beruhigt. Nach ungefähr einhundert Seiten findet der Autor wieder in seine alte Spur zurück und die Geschichte macht genauso viel Spaß wie schon zuvor. Mara und Professor Weissinger bekommen diesmal Unterstützung, die nicht auf den Mund gefallen ist. Die Auflösung der Geschichte ist rundherum gelungen, sehr spannend mit ein paar Überraschungen und alle Fragen werden geklärt.

Es tauchen einige neue alte Götter auf, amüsanter habe ich noch nie so viel über germanische Mythologie gelernt. Mein kleiner puscheliger Lieblingsfeind hatte auch wieder einige tolle Auftritte, vielen Dank dafür an Tommy. Nach diesen Büchern sehe ich Eichhörnchen mit anderen Augen.

Der Abschied von Mara fiel mir schwer, die freche Kröte ist mir ans Herz gewachsen. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja doch irgendwann noch Nachschub.

Götterdämmerung, Mara und der Feuerbringer III – Tommy Krappweis
358 Seiten, SchneiderBuch
ISBN 9783505126482, 12,99 €
Hardcover