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Anthony Horowitz – Das Geheimnis des weißen Bandes (Hörbuch)

 

Sherlock Holmes und Watson werden von einem Galerist um Hilfe gebeten. Er fühlt sich verfolgt und vermutet hinter dem Mann mit der Schiebermütze, der ihm ständig begegnet, das letzte überlebende Mitglied einer Verbrecherbande. Der Galerist selbst war an der Zerschlagung dieser Bande beteiligt und befürchtet nur einen Rachefeldzug des letzten Bandenmitglieds. Holmes muss nicht lange suchen, findet den Verdächtigen aber nur noch leblos vor. Ermordet. Kurz darauf wird einer der Straßenjungen, die Holmes bei der Suche halfen, ebenfalls brutal ermordet. Was hatte er gesehen, das ihn das Leben kostete? Die einzige Spur ist ein weißes Seidenband, das dem Jungen ums Handgelenk gebunden wurde.

„Das Geheimnis des weißen Bandes“ wurde von der Arthur Conan Doyle Estate offiziell als Nachfolger des Originals anerkannt. Wie man ihn kennt, beobachtet und folgert Sherlock Holmes aus Kleinigkeiten, die den meisten anderen entgehen. Als Meister der Tarnung kann er sogar dem guten Watson schon mal ein Schnippchen schlagen. Mal eben ein paar Minuten überhören, sollte man hier lieber nicht. Will man aber auch gar nicht, dafür ist der Fall viel zu spannend.

Die Stimme von Johannes Steck passt wunderbar und entführt den Hörer schnell ins viktorianische London. Viele Kleinigkeiten lassen das Buch zu einer wunderbaren Hommage an Sherlock Holmes und seinen Mitarbeiter werden. Ich hätte nach dem hören am liebsten gleich noch einmal von vorne angefangen.

Hörbuch


Das Geheimnis des weißen Bandes

Autor Anthony Horowitz
Sprecher Johannes Steck
Länge 5 Stunden 10 Minuten (gekürzt)
Genre: Krimi
Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 13,95 €)
Im Flexi-Abo für 9,95 €

Cody MacFadyen – Ausgelöscht (Hörbuch)

 

Das Brautpaar hat es gerade noch geschafft „Ja, ich will“ zu sagen, da wird ihm aus einem fahrenden Auto eine furchtbar zugerichtete Frau zu Füßen geworfen. Der Kopf ist kahl geschoren, ihre Haut von Wunden übersät, ihre Psyche gebrochen, sie spricht kein Wort. Schnell kommt heraus, dass sie Polizistin ist und vor sieben Jahren entführt wurde. Wurde sie all die Jahre eingesperrt und missbraucht? Bald tauchen weitere Frauen auf, denen Ähnliches angetan wurde. Können Smoky und ihr Team den Entführer finden? Wie viele Frauen hat er noch in seiner Gewalt?

„Ausgelöscht“ war mein erstes Buch aus der Smoky Barrett Reihe, ich hatte aber nicht das Gefühl, die vorherigen Bände gehört oder gelesen haben zu müssen. Die Vorgeschichte von Smoky wurde oft genug erzählt, für meinen Geschmack sogar etwas zu oft. Wie realistisch ist denn bitte, dass einem selbst und mindestens drei guten Freundinnen die Männer nicht nur ermordet werden, sondern auch gleich gefoltert? Das hätte einmal gereicht, so konnte ich irgendwann nur noch müde lächelnd den Kopf schütteln.

Die eigentliche Geschichte war sehr spannend und ich habe die meiste Zeit mitgefiebert, ob sie den Entführer nun endlich gefunden haben. Die Auflösung war mir dann allerdings wieder ein klein wenig zu viel des Bösen. Das verliert nämlich in deutlicher Überdosierung seine Wirkung auf mich.

Leider kein wirklich überzeugender Thriller, obwohl er durchaus gelungene Elemente zu bieten hatte. Die Hörbuchfassung hat mich davor bewahrt, ein angefangenes Buch beiseite zu legen. Die Sprecherin Franziska Pigulla passte sehr gut zur Rolle der Smoky und hat das Hörvergnügen eindeutig gesteigert.

Hörbuch
Ausgelöscht, Smoky Barrett IV
Autor Cody McFadyen
Sprecher Franziska Pigulla
Länge 7 Stunden 7 Minuten (gekürzt)
Genre: Psychothriller
Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 9,95 €)

Robert Harris – Angst

 

Alex Hoffmann wird nachts in seiner extrem gut gesicherten Villa überfallen. Nur knapp entgeht er einem Attentat. Kannte der Einbrecher den Code der Alarmanlage? Den kaum jemand außer Alex selbst kennt? Das ist nur der Beginn einer Reihe seltsamer Begebenheiten, die alle auf das gleiche hinaus laufen: jemand will Alex Hoffmanns Leben zerstören. Ist es Neid? Denn Hoffmann hat einen Algorithmus entwickelt, der Angstparameter auswertet und damit in Aktiengeschäften horrende Gewinne erzielt.

Ein wenig Wirtschaftswissen, oder zumindest keine Berührungsängste mit Wörtern wie Hedgefonds und ähnlichem, sollte man für dieses Buch mitbringen. Die wirtschaftlichen Zusammenhänge werden auch so erklärt, das Nicht-Bänker es verstehen, aber erst ein wenig später. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch, wesentlich sind erstmal andere Geschehnisse.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Aspekten, handelt das Buch von den möglichen Folgen, wenn ein Computerprogramm seinen Erschaffer überflügelt. Es trifft Entscheidungen, die kein Mensch so gnadenlos treffen würde, und hat damit Erfolg. Wo ist die Grenze? Wie weit kann ein Programm Einfluss auf das reale Leben nehmen?

Robert Harris hat es mal wieder geschafft, einen sehr spannenden Thriller zu schreiben. Der beim Leser die unangenehme Frage zurück lässt: „Was wäre wenn es wirklich möglich ist?“ Wer weiß schon sicher, zu was Computerprogramme inzwischen in der Lage sind. Dieses beklemmende Gefühl lässt einen auch nach der Lektüre nicht so schnell wieder los.

Angst – Robert Harris
384 Seiten, Heyne
ISBN: 9783453267046, 19,99 €
Hardcover

Gisa Klönne – Nichts als Erlösung

 

In Köln wird ein Mann regelrecht hingerichtet, verliert dabei sein Gesicht. Hat dieser Mord etwas mit der Familientragödie zu tun, die sich zwanzig Jahre zuvor in einem Kölner Vorort abspielte? Nach der zwar keine Opfer gefunden wurden, aber ein Haus voller Blutspuren zurück blieb? Nach der die Eltern und die Schwester des jetzt Ermordeten spurlos verschwunden blieben? Hat die Vergangenheit die Familie eingeholt? Eine Vergangenheit, die eng mit dem Kinderheim „Frohsinn“ zusammen hängt? Warum schickt der Mörder Fotos an die Hauptkommissarin? Will er gefasst werden?

„Nichts als Erlösung“ ist bis zur letzten Seite Spannung pur, man folgt den Ermittlungen atemlos von einem Puzzleteil zum nächsten. Ganz langsam formt sich ein Bild, die Erlösung des Lesers, mit der Auflösung der letzten großen Fragen, erfolgt erst ganz zum Ende.

Aber nicht nur die Aufklärung des Mordes bannt einen, auch die Beschreibungen der unmenschlichen Zustände in den Kinderheimen, die noch lange nach der Nazizeit einfach weiter geführt wurden wie zuvor. Die Beschreibung eines Erziehungsratgebers, der jahrelang als Standardwerk galt, wird jedem mitfühlendem Menschen eine Gänsehaut bereiten.

Geschickt verbindet die Autorin eine Vergangenheit, die für viel zu viele Kinder Realität war, mit einem spannenden Mordfall. Nach und nach wandern verschiedene Verdächtige über die Bildfläche, jeder von ihnen mit einem Motiv. Und doch ahnt man immer, dass hier noch etwas fehlt. Das letzte kleine Puzzleteilchen, das in einem grandiosen Finale seinen Platz findet.

Krimis finden sich momentan wie Sand am Meer, die Perlen unter ihnen heraus zu fischen, wird immer schwieriger. Aber hier ist eindeutig eine davon, ein Krimi der alles bietet, was ich mir von einem Krimi erwarte, ohne platte Charaktere aus der Standardschublade. Nicht nur die Skandinavier können gute Krimis schreiben, die gibt es auch gleich ums Eck in Köln.

Nichts als Erlösung – Gisa Klönne

347 Seiten, Ullstein

ISBN 9783550087776, 19,90 €

S. J. Watson – Ich.darf.nicht.schlafen (Hörbuch)

Christine wacht neben einem fremden Mann auf, in einem fremden Bett. Selbst ihr eigener Körper ist ihr fremd, so alt. In ihrer Erinnerung ist sie gerade mal zwanzig Jahre alt, in Wahrheit aber schon 47. Nach einem schweren Unfall ist ihr Gedächtnis geschädigt, über Nacht vergisst sie alles. Ihr Mann Ben kümmert sich liebevoll um sie, erklärt ihr jeden Morgen geduldig aufs Neue, was geschehen ist. Als er an diesem Morgen auf die Arbeit geht, ruft ein Arzt bei Christine an. Sie sei bei ihm in Behandlung, Ben wisse aber nichts davon. Auch nicht von dem Tagebuch, dass sie seit einiger Zeit führt. Als sie dieses Tagebuch liest, verliert sie jede Sicherheit. Ben hat ist nicht immer ehrlich zu ihr, belügt sie und verheimlicht so manches. Meint er es wirklich gut mit ihr? Immer mehr Ungereimtheiten werden aufgedeckt, wem kann sie noch vertrauen? Das erfährt sie erst, als es schon fast zu spät ist.

Die Idee ist nicht ganz neu, hätte aber viel Potential für einen wirklich spannenden Thriller. Wenn man sie nicht ein wenig zu sehr schröpfen würde, der Mittelteil zog sich stellenweise doch sehr. Nur die wirklich hervorragende Sprecherin, Andrea Sawatzki, bewahrte mich vor dem einschlafen.

Ihre Stimme ließ mich auch die Tiefen des Hörbuches ganz gut überstehen. Es war ein ständiges Auf und Ab. Eine spannende neue Erkenntniss weckte mich auf, ließ mich auf die nächste Steigerung warten. Die aber leider erst kam, nachdem die letzte so weit breit getreten wurde, dass jegliche Spannung verschwand. So fühlte ich mich beim Hören, als wäre ich immer wieder kurz vor dem Einnicken, um dann doch wieder aufzuschrecken. In der ungekürzten Version hätte ich dem Schlaf wohl nicht widerstehen können.

Das Ende war wieder gelungen, auch wenn ich diese Wendung schon viel zu früh ahnte. Das macht sie nicht schlechter, hinterlässt bei mir aber ein „schade, ich hätte mich gerne überraschen lassen“-Gefühl. Alles in allem ein etwas ruhigerer Thriller für alle, die es nicht blutig mögen.

Hörbuch

Ich.darf.nicht.schlafen
Autor S. J. Watson
Sprecher Andrea Sawatzki
Länge 7 Stunden 49 Minuten (gekürzt)
Genre: Thriller

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 15,95 €)

Im Flexi-Abo für 9,95 €

 

Gianrico Carofiglio – In ihrer dunkelsten Stunde

Guido Guerrieri ist eigentlich Anwalt. Eigentlich soll er auch nur eine Akte darauf untersuchen, ob es Punkte gibt, an denen die Carabinieri nicht gründlich genug gearbeitet haben. Sonst wird die Akte geschlossen. Die Geschichte der spurlos verschwundenen Manuela, einer Studentin aus Rom, lässt ihn aber nicht los. Schnell sucht er tiefer als er sollte und stößt auf Ungeklärtheiten, er beginnt zu ermitteln. Manuelas Freundinnen wissen mehr, als die den Carabinieri gesagt haben. Was versuchen sie zu verschweigen? Kann Manuela doch noch lebend gefunden werden? Oder kann Guerrieri ihren Eltern zumindest Gewissheit verschaffen?

„In ihrer dunkelsten Stunde“ ist ein ruhiger Krimi, der sich auch leicht liest. Trotzdem hinterlässt er Spuren und bringt einen zum nachdenken. Es ist keines der Bücher, die man liest und eigentlich gleich wieder vergisst. Guido Guerrieri ist ein Mensch mit Macken, die er sich auch selbst eingesteht. Das macht ihn sympathisch, man fühlt sich ihm automatisch nahe. Die eine oder andere dieser kleinen Macken werden die meisten Leser von sich selbst kennen.

Nebenbei bekommt man interessante Einblicke in das italienische Rechtssystem und die Unterwelt geliefert. Auf die man auch vertrauen kann, da der Autor selbst lange Zeit als Staatsanwalt arbeitete.

Der Fall an sich ist der rote Faden, wichtiger war mir allerdings der Ermittler selbst und seine Gespräche mit anderen, oder auch seinem Sandsack. Ich konnte es kaum erwarten, bis er endlich wieder am Abend in sein Stammlokal geht, wo er immer wieder interessante Unterhaltungen mit der Wirtin führte. Einer ehemaligen Prostituierten, die seine Mandantin war.

Ein Krimi mit Wohlfühlfaktor, ohne dabei kitschig oder niveaulos zu sein. Für mich die Entdeckung eines neuen Lieblings-Krimi-Autors.

In ihrer dunkelsten Stunde – Gianrico Carofiglio
288 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312290, 17,99 €
Hardcover

Ursula Poznanski – Saeculum

Bastian hatte bisher wenig mit Mittelaltermärkten und Rollenspielen zu tun. Das ändert sich, als er Sandra kennen lernt. Und schon findet er sich für fünf Tage mitten im Wald wieder, ohne die Bequemlichkeiten des modernen Lebens. An sich gar nicht so verkehrt, mal ein paar Tage fern ab der Zivilisation. Wäre da nicht der Fluch, der über dem Waldstück liegen soll. Anfangs tun die meisten den noch als Hirngespinst ab. Aber schon in der ersten Nacht verschwinden Teammitglieder spurlos, geheimnisvolle Botschaften tauchen auf. Aus dem Live-Rollenspiel wird schnell bitterer Ernst, es geht um Leben und Tod. Können sie dem Fluch entkommen? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?

Wenn ihr mit „Saeculum“ beginnt, nehmt euch Zeit, es wird euch nicht mehr loslassen. Man merkt deutlich, dass sich die Autorin intensiv mit der Welt des Rollenspiels auseinander gesetzt hat. Aber nicht nur Mittelalter-Freunde und Rollenspieler werden diesen Roman verschlingen. Die Situation wird schnell heikel und die Spannung steigt bis zum Ende immer weiter an. Nie kann man sich sicher sein, ob man nicht vielleicht doch an den Fluch glauben sollte. Er wäre die logischste Erklärung für viele Merkwürdigkeiten.

Wer schon „Erebos“ mochte wird von „Saeculum“ begeistert sein. Man spürt deutlich, dass die Autorin sich noch mal um einiges weiter entwickelt hat, obwohl „Erebos“ schon fantastisch war. Den Figuren wird zwar ein bestimmtes Alter zugeordnet, sie agieren allerdings relativ alterslos, so dass ich immer wieder vergas, wie alt sie eigentlich sein sollen. Das macht dieses Jugendbuch auch für etwas ältere Leser noch attraktiver. Man hat keinerlei Mühe, sich in die Charaktere hinein zu versetzen.

Genau das richtige Buch, um sich an einem stürmischen Herbsttag mal wieder so richtig zu gruseln! Ein Thriller mit hohem Gänsehautniveau.

Saeculum – Ursula Poznanski
493 Seiten, Loewe
ISBN 9783785570289, 14,95 €

Andreas Eschbach – Hide Out

„Hide Out“ ist die Fortsetzung zu „Black Out“ und schließt nahtlos daran an. Das notwendigste wird zwar kurz wiederholt, es empfiehlt sich aber, den Vorgänger gelesen zu haben.

Chris fühlt sich im Lager nicht wirklich wohl. Wer den ganzen Tag am Rechner saß, kann sich mit den primitiven Bedingungen im Camp kaum anfreunden. Seine Fähigkeiten werden aber wieder nützlich, als beschlossen wird, dass die Menschen über die Bedrohung durch die Kohärenz informiert werden müssen. Zum Beispiel mit Hilfe einer Mail, die an unendlich viele Mailadressen auf einmal raus geht. Als Chris ein Internetcafé aufsucht, um diesen Schritt vorzubereiten, erwischt es ihn eiskalt. Sein Chip verbindet sich mit der Kohärenz, er verliert die Kontrolle. Wie kann es sein, dass er seinen Chip nicht mehr kontrollieren kann? Während die kleine Gruppe weiterhin versucht, dem FBI zu entkommen, bleibt die Kohärenz nicht untätig. Sie verleiben sich ihre Freunde und Angehörige ein. Wem können sie noch trauen?

„Hide Out“ ist ein typischer Zwischenband, in dem zwar viel passiert, aber wenig wirklich Neues auftaucht. Die Kohärenz wird mächtiger und man erfährt mehr über ihre Beweggründe. Was will sie mit all den Menschen, die sie miteinander vernetzt? Aber auch ihre Gegner bleiben nicht tatenlos und bereiten einen massiven Gegenschlag vor. Es erinnert ein wenig an das Wettrennen zwischen Hase und Igel. Wer wird der Erste sein?

Der zweite Band steigt gleich mitten in die Handlung ein, schnell hat man die erste Spannungspitze erreicht und es wird nicht die letzte sein. Die Trennung des Handlungsstrangs sorgt für Abwechslung, das Ende macht einem schon jetzt richtig Lust auf den dritten und letzten Band, „Time Out“. Auch wenn Eschbach es sich am Ende ein bisschen leicht gemacht hat, aber für spontane Wendungen, die es seinen Helden einfacher machen, ist er ja bekannt. In einem Jugendthriller kann ich ihm das auch gut verzeihen.

Spannend, kurzweilig und vielleicht gar nicht so unmöglich, wie man im ersten Moment denkt.

Hide Out – Andreas Eschbach
450 Seiten, Arena
ISBN 9783401065878, 17,99 €
Hardcover

Joy Fielding – Herzstoß

Marcy wurde kurz vor der geplanten Hochzeitstagsreise von ihrem Mann verlassen. Also fährt sie kurzerhand alleine nach Irland. In einem Pub meint sie plötzlich, ihre Tochter Devon gesehen zu haben. Was nicht sein kann, schließlich starb Devon vor zwei Jahren bei einem Bootsunfall. Aber ihre Leiche wurde nie gefunden. Könnte es nicht doch sein, dass sie einfach nur alles hinter sich lassen wollte und der Unfall fingiert war? Marcy hat nur noch ein Ziel, sie will Devon finden.

Vor Jahren hatte ich schon einige Romane von Joy Fielding gelesen, die mich auch immer wieder gefesselt hatten. Allerdings hatten sie ein grobes Grundmuster immer gemeinsam, weshalb ich irgendwann doch andere Autoren vorzog. „Herzstoß“ war seit längerem mal wieder mein erster Fielding, und ich hatte Spaß damit. Das Grundmuster ist noch immer vorhanden und lässt sich mit „Traue niemandem“ ganz gut zusammenfassen. Das tat der Unterhaltung aber keinen Abbruch.

Joy Fielding zeichnet mal wieder gekonnt verzweifelte Charaktere und legt Spuren, bei denen auch skeptische Leser ins Grübeln kommen. Könnte es vielleicht doch sein? Die ein oder andere kleine Gänsehaut war auch inbegriffen. Für alle die gerne Kriminalliteratur ohne Brutalität und übertriebenes Blutvergießen lesen möchten, ist Joy Fielding noch immer ein guter Tipp.

Herzstoß – Joy Fielding
379 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312061, 19,99 €
Hardcover

Alan Bradley – Mord im Gurkenbeet, Flavia de Luce I (Hörbuch)

Flavia ist schon ein wenig anders, als die meisten elfjährigen Mädchen. Sie interessiert sich über die Maßen für Chemie und führt allerhand Experimente durch. Ihre Schwestern können davon ein Liedchen singen, dienen sie doch öfter unfreiwillig als Versuchskaninchen. Doch dann findet Flavia eines Morgens eine Leiche im Gurkenbeet. Die Polizei verhaftet ihren Vater als Verdächtigen, der die Tat auch gesteht. Obwohl Flavia sicher ist, dass er nicht der Mörder sein kann. Aber wie kann sie es beweisen? Und was hat all das mit einer Briefmarke zu tun?

Andrea Sawatzki macht dieses Hörbuch zu einem Genuss. Über das Buch teilen sich die Lesermeinungen, vom Hörbuch gibt es wesentlich mehr begeisterte Stimmen. Nach dem Genuss des Hörbuches kann ich mich denen auch nur anschließen. Flavias altkluge Art kann sicher leicht mal nerven, wenn man seitenweise ihre Ausführungen liest. Von Andrea Sawatzki vorgetragen, macht es aber einfach nur Spaß.

„Mord im Gurkenbeet“ ist ein amüsanter Krimi für jüngere Leser oder Hörer. Das besondere an ihm ist die Zeit, in der er spielt. Zumindest kenne ich nicht viele aktuelle Jugendromane, die in den 50er Jahren spielen. Flavia hat kaum technische Mittel zur Verfügung und muss sich zum Beispiel noch durch Berge von Zeitungen wühlen, wo heute Internetrecherche zum Zuge kommen würde. Das gibt dem Buch einen ganz eigenen Charme.

Eine gelungene Mischung aus Humor und spannender Spurensuche, die nicht nur jüngere Hörer in ihren Bann ziehen wird. Ich freue mich schon auf weitere Abenteuer mit Flavia de Luce.

Hörbuch

Mord im Gurkenbeet, Flavia de Luce
Autor Alan Bradley
Sprecher Andrea Sawatzki
Länge 6 Stunden 51 Minuten (gekürzt)
Genre: Jugend-Hörbücher

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 17,95 €)

Im Flexi-Abo 9,95 €