Archiv für Krimis und Thriller

Gianrico Carofiglio – In der Brandung

InderBrandung

Roberto Marías lebte jahrelang ein provisorisches Leben, spielte immer eine Rolle. Als verdeckter Ermittler war er im Drogenmilieu unterwegs. Bis er sich selbst verlor und wegen psychischer Probleme vom Dienst freigestellt wurde. Dann lernt er Emma kennen, die ebenso wie er in Behandlung ist. Eines Tages bittet Emmas Sohn Giacomo ihn um Hilfe, eine Freundin ist in großer Not.

„In der Brandung“ wird als Krimi eingeordnet, was ich allerdings nicht unterschreiben würde. Es ist die Geschichte eines Polizisten, die aber viel mehr ist als nur seine Fälle. Als Leser begleitet man Roberto auf dem Weg zur Wahrheit. Zu Beginn berichtet er beim Psychiater noch stolz von seinen ersten Fällen und den großen Fischen, die er in seiner Karriere hinter Gitter brachte. Doch immer mehr kommt die Erkenntnis, was das jahrelange Rollenspiel mit ihm angerichtet hat, wie es ihn fast zerbrochen hat. Bis er sich selbst einen schlimmsten Erinnerungen stellen muss, die er lieber verdrängt hätte.

Gianrico Carofiglio verfügt über viel Insiderwissen, was man seinen Büchern auch anmerkt. Er fesselt seine Leser mit diesen Szenen, während er gleichzeitig seine beeindruckend tiefgründigen Charaktere zeichnet, uns an ihrer Entwicklung teilhaben lässt. „In der Brandung“ handelt an vielen Stellen von Vätern und Söhnen, Väter die mehr oder weniger freiwillig gehen und ihre Söhne alleine lassen. Kein einfaches Thema, das Carofiglio mit Fingerspitzengefühl aber ohne Samthandschuhe angepackt hat.

Es ist schwer zu beschreiben, was an seinen Büchern so fesselt. Wer gerne Bücher mit Hauptfiguren liest, die nicht nur stereotype Klischees abarbeiten, sondern sich entwickeln und gleichzeitig interessante Informationen zur Mafia und ihren Machenschaften aufdecken, sollte unbedingt mal reinschauen. „In der Brandung“ eignet sich perfekt für einen Einstieg, weil es das erste Buch mit Roberto Marías ist.

In der Brandung – Gianrico Carofiglio
285 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442312269, 17,99 €
Gebunden

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Michael Robotham – Todeswunsch

Todeswunsch

Die beste Freundin seiner Tochter steht eines Abends blutüberströmt vor der Haustür. Ihr Vater liegt mit durchgeschnittener Kehle in ihrem Zimmer. Der Psychologe Joe O’Loughlin ist von ihrer Unschuld überzeugt, auch wenn alles gegen sie spricht. Das Mädchen selbst kann sich an nichts mehr erinnern. Zusammen mit einem Freund, ein ehemaliger Polizist, macht O’Loughlin sich selbst auf die Suche nach dem Täter und deckt dabei noch ganz andere Verbrechen auf. Die zum Teil seit Jahren ungelöst und vergessen sind. Das Rühren an der Vergangenheit wird bald lebensgefährlich für alle Beteiligten.

„Todeswunsch“ ist für mich das zweite Buch von Michael Robotham, schon „Der Insider“ hatte mich überzeugt. Jetzt steht für mich endgültig fest, dass ich auch die restlichen Bücher von ihm lesen sollte. Seine Charaktere sind schrullig und gerade deshalb so sympathisch. Weder zu perfekt, noch übertrieben leidend.

Die Handlung entwickelt sich Seite für Seite aus mehreren, anfangs scheinbar unabhängigen Strängen. Die Zusammenführung erfolgt Stück für Stück, bleibt dabei nachvollziehbar und logisch. Die Spannung steigert sich mit jedem weiteren Stück, das seinen Platz im Puzzle gefunden hat, bis man die letzten Seiten regelrecht verschlingt, um endlich zu erfahren, wie es ausgeht.

Mit diesem Buch hat Robotham es in meine Liste der „alles von ihm lesen“-Autoren geschafft. Er schreibt atmosphärisch und spannend, mit Charakteren deren seelische Narben sie auch mal zu Dummheiten verleiten, die man aber gerade deshalb mögen muss. Der Leser bekommt nicht einfach eine Lösung vorgesetzt, sondern kann dem Fall von Anfang bis Ende folgen. Alles was ein guter Thriller für mich braucht.

Todeswunsch – Michael Robotham
510 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442478712, 9,99 €
Taschenbuch

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C. J. Daugherty – Der den Zweifel sät, Night School 2

NightSchool2

Nach den ersten abenteuerlichen Monaten im Internat ist Allie über die Ferien wieder zuhause. Statt sich gemütliche Ferien machen zu können, muss sie aber schon bald um ihr Leben laufen. Zurück auf Cimmeria hofft sie, hier sicher zu sein. Aber wer auch immer hinter ihr her ist, er hat einen Kontaktmann im Internat, und er nimmt keine Rücksicht auf Verluste. Wem kann Allie noch trauen? Wer sagt ihr die Wahrheit? Als ihr verschollener Bruder Christopher Kontakt zu ihr aufnimmt, kann sie nicht anders. Sie muss ihn unbedingt sehen, dafür riskiert sie nicht nur ihr eigenes Leben…

Der zweite Band der Night School Reihe geht genauso spannend weiter, wie der erste endete. Mit der Night School ist bewiesen, dass es auch noch tolle und spannende Bücher für Jugendliche gibt, die keine Fantasy sind. Auch wenn das Cover hier ein wenig irreführend ist, im ersten Band hatte ich ehrlich gesagt mit Vampiren oder ähnlichem gerechnet. Dass mich dann ein erstklassiger Jugendthriller erwartete, frei von allen magischen Wesen, war eine positive Überraschung.

Ab und an hätte ich Allie zwar gehörig schütteln können, wenn sie mal wieder zu spät ihr Gehirn einschaltete. Der Spannung schadete das aber nicht. Der große Showdown war mir allerdings ein wenig zu kurz geraten, am Ende hätte ich gerne etwas mehr erfahren. Das wurde etwas zu schnell abgehandelt, nachdem vorher genug Zeit war, um andere Szenen in aller Ausführlichkeit zu behandeln.

„Der den Zweifel sät“ ist die gelungene Fortsetzung der Night School Reihe und macht schon mal Lust auf den dritten Band, der für Herbst 2013 angekündigt ist.

Der den Zweifel sät, Night School 2 – C. J. Daugherty
421 Seiten, Oetinger Verlag
ISBN 9783789133282, 17,95 €
Gebunden

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Gina Mayer – Morgen wirst Du sterben

morgensterben

 

Vier Menschen, eine Drohung. Sophia, Julie, Moritz und Philipp kennen sich überhaupt nicht, haben nichts gemeinsam. Bis auf die seltsamen Nachrichten, die sie plötzlich erhalten. Seltsame Drohungen, nur das Datum ist eindeutig: am 2. Juli ist es so weit. Aber warum? Was haben sie getan?

Jedem von ihnen fällt etwas ein, das der Grund sein könnte. Die Wahrheit sieht am Ende ganz anders aus. Eine Wendung, mit der ich am Anfang dieses Jugendthrillers nicht gerechnet hätte. Gegen Ende ahnt der erfahrene Thrillerlese durchaus, worauf es hinaus läuft, spannend bleibt es trotzdem bis zum Schluss.

Gina Mayer hat mit „Morgen wirst Du sterben“ gezeigt, dass sie nicht nur fesselnde zeitgenössische Literatur schreiben kann. Ihr Ausflug ins Thrillergenre ist sehr gelungen, ich hoffe es war nicht der letzte. Wie gewohnt begeisterte sie mich mit interessanten Charakteren, die realistisch gezeichnet sind. Der Spannungsbogen ist geschickt gewoben, langsam schiebt sich ein Puzzleteil nach dem anderen an seinen Platz, lässt einen ahnen, aber noch nicht wirklich glauben, was geschehen wird.

„Morgen wirst Du sterben“ ist ein sehr spannender Thriller für Jugendliche ab 14, kann aber auch Erwachsene durchaus noch begeistern.

Morgen wirst Du sterben – Gina Mayer
347 Seiten, Ravensburger Buchverlag
ISBN 9783473400911, 12,99 €
Broschur

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Arne Dahl – Zorn

Zorn

Ein bekannter plastischer Chirurg erhängt sich nach der Trennung von seiner Frau. Wirklich ein Selbstmord? In einer Stockholmer Kneipe sterben fünf Menschen, Zufall oder ein geplanter Anschlag? Auf einer ehemaligen Gefängnisinsel wird ein Politiker ermordet aufgefunden, Gift und Stick ins Herz. Doppelmord an einer Person? Die Ermittler der immer noch geheimen Opcop Gruppe sind sich sicher, da steckt mehr dahinter. Aber lange Zeit bekommen sie die Fäden nicht zu fassen. Bis zwei von Ihnen selbst bedroht werden.

„Zorn“ ist der zweite Band der Reihe um die geheime Europol Gruppe, die zum Teil aus altbekannten Ermittlern seiner ersten Krimireihe besteht. Mit neuen Charakteren aber auch neue Würze erhielt und nichts an Faszination verlor. Arne Dahls Krimis sind vielschichtig und lassen sich anfangs ein wenig Zeit, aber dann haben sie den Leser in den Klauen und lassen ihn nicht mehr los. Finden die ersten Fäden der verschiedenen Handlungsstränge erstmal zusammen, kann man sich nicht mehr vom Buch trennen.

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Sebastian Fitzek – Nachtwandler

Nachwandler

Leon hat einen furchtbaren Verdacht. Hat er seine Frau geschlagen? Während er schlief? Er wurde vor Jahren schon einmal wegen Schlafstörungen behandelt. War er wieder als Schlafwandler unterwegs und hat ihr etwas angetan? Warum sonst sollte sie sonst plötzlich ihre Sachen packen und verschwinden? Mit deutlichen Spuren von Gewalt im Gesicht. Er besorgt sich eine Kamera, mit der er sich selbst in der Nacht filmt. Und entdeckt noch viel Schlimmeres. Eine Tür im Schlafzimmer, die ihn in geheime Gewölbe führt. Von dem er nichts weiß, wenn er wach ist. Was wird er hier finden?

„Der Nachtwandler“ lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Es war wieder einmal ein unglaublich spannendes Buch, das ich am Stück gelesen habe. Ständig begleitet von den Fragen: Was ist da los? Schläft er wirklich? Ist er wach? Wie kann das alles sein?

Fitzek spielt mal wieder meisterlich mit seinen Lesern, „Der Nachtwandler“ ist der pure Albtraum auf Papier gebannt. Manche Szenen gingen selbst mir unter die Haut, ich bin eigentlich eine recht abgebrühte Leserin, die nicht mehr so leicht zu schockieren ist. Fitzek schaffte es. Aber nicht, weil ich so sehr mit dem Charakter mitgelitten hätte, der blieb mir eigentlich bis zum Ende ziemlich gleichgültig, ich wollte nur wissen, wie es sich auflöst.

Und das war für mich dann auch der Haken am Buch. Die Auflösung ist logisch und es lässt sich alles bisher Geschehene damit erklären. Aber sie wirkt mir persönlich etwas zu konstruiert, zu unwahrscheinlich. Wirklich beängstigend ist für mich an Büchern, wenn es wirklich so geschehen könnte. Das fehlte mir hier, dafür kam zu viel zusammen. Aber das ist ein rein persönlicher Eindruck, anderen Lesern geht es wahrscheinlich ganz anders. Das betraf auch nur die letzten Seiten, vorher hatte ich das Buch in einem unglaublichen Tempo gelesen und jede Seite verschlungen. Fitzek spielt hier mit Ängsten, die wir gerne vor uns selbst leugnen. Spannung pur.

Also trotz kleiner Mäkelei ein sehr gelungener Spannungs-Schmöker, für den man nicht zu empfindlich zu sein sollte. Perfekt, um das hoffentlich letzte Winterwochenende auf der Couch zu verbringen. Ein Sternchen extra gibt es für das gelungene Cover mit der etwas anderen Klappenbroschur.

Der Nachtwandler – Sebastian Fitzek
318 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 9783426503744, 9,99
Taschenbuch

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Justin Cronin – Die Zwölf

Zwoelf

 

Vor vielen Jahren wurden zwölf Kriminelle für ein medizinisches Experiment ausgewählt. Es sollte Menschenleben verlängern, stattdessen kostete es unzählige Menschenleben. Die Zwölf wurden zu Monstern, die wahllos töten und Menschen mit einem grausamen Virus infizieren, der sie zu vampirähnlichen Wesen werden lässt. Es gibt kaum noch Orte, an denen Menschen überleben können, aber ein paar wenige Gruppen haben es geschafft, sie kämpfen ständig ums Überleben. Amy ist ihre einzige Hoffnung, nur sie kann sich den Zwölf entgegen stellen. Aber wird sie sie auch besiegen können?

„Die Zwölf“ ist die Fortsetzung zu „Der Übergang“. Im Prolog wird das wichtigste aus dem ersten Band noch einmal wiederholt, damit wird der Einstieg auch für die problemlos, bei denen die Lektüre schon eine Weile her ist. Neben einigen altbekannten Gesichtern trifft man im zweiten Band aber auch auf etliche neue Charaktere, nicht weniger interessant als die bekannten. Ein paar Überraschungen hat der Autor auch noch parat.

Sehr positiv fiel mir auf, dass dieser zweite Band einer Trilogie nicht das häufig beobachtete „Mittelbandproblem“ hat. Oft haben diese mittleren Bände wenig eigene Handlung. Die vom ersten Band wird ein wenig fortgesetzt, hauptsächlich aber viel erläutert oder vertieft, ein bisschen auf den finalen Band vorbereitet… Ganz anders hier. Man erfährt zwar  einiges mehr über die Hintergründe der Zwölf, aber das ist hier nicht nur Erläuterung. Mit diesem Band erhält die Geschichte eine ganz neue Tiefe, viele Charaktere erst so richtig ein Gesicht, weil der Fokus im ersten Band woanders lag.

„Die Zwölf“ ist eine fantastische Fortsetzung, in der Cronin die Spannung wieder durchgehend auf hohem Niveau hält. Er liefert ein dermaßen spannendes Zwischenfinale, dass ich mir für den letzten Band wohl Baldrian besorgen sollte.

Die Zwölf – Justin Cronin
829 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442311798, 22,99 €
Gebunden

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Justin Cronin – Der Übergang

Ein Virus, das Unsterblichkeit verleiht. Ein Traum, dem das US-Militär sich nahe wähnt. Aber bei den ersten Probanten geht etwas schief, sie werden zu furchtbaren Kreaturen, die sich nicht beherrschen lassen. Doch dann finden sie Amy, ein sechsjähriges Mädchen, auf dem all ihre Hoffnungen ruhen. Zu spät? Plötzlich gerät alles außer Kontrolle, die Menschheit scheint dem Untergang geweiht. Ist Amy wirklich die Rettung? Kann sie noch aufhalten, was hier über den gesamten Kontinent fegt und alles zu vernichten droht?

„Der Übergang“ ist ein Endzeit-Roman, in dem etliche aus anderen Werken bekannte Elemente verwoben werden. Wirklich neu hört es sich nicht an, ist aber trotzdem etwas Besonderes. Ein Virus, Menschheit kurz vor der Vernichtung, ein kleines Mädchen als letzte Hoffnung… Das Besondere liegt hier im Detail. Cronin beschreibt verschiedene Charaktere so plastisch, man sieht sie vor sich und leidet mit ihnen. Viele kleine Ideen geben den scheinbar bekannten Szenen neue Facetten. Der kleine Funke Hoffnung, den die Menschen hier krampfhaft festzuhalten versuchen, hält auch den Leser den ganzen Roman durch im Griff.

Das Buch hatte mich schon lange gereizt, seine Dicke hatte mich aber immer abgehalten. 1000 Seiten, oft genug habe ich erlebt, dass Autoren bei solchen Werken ins Schwafeln gerieten und man gerne ein paar Seiten gestrichen hätte. Hier wollte ich nicht eine Seite missen, Cronin schaffte es tatsächlich, die Spannung über 1000 Seiten zu halten. Es gab keine Seite, auf der ich mich gelangweilt hätte.

Im Januar erscheint mit „Zwölf“ zum Glück schon die Fortsetzung. So darf ich bald weiter lesen, wie es Amy und den anderen in ihrem Kampf ergeht. Wer Endzeit-Romane mag, sollte sich „Der Übergang“ auf keinen Fall entgehen lassen, ein wirklich großartiges Buch, das man am Stück verschlingen möchte.

Der Übergang – Justin Cronin
1020 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442469376, 9,99 €

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Dan Wells – Ich bin kein Serienkiller

 

John gibt sich wirklich alle Mühe, normal zu sein. Ein fünfzehnjähriger Schüler, der Freunde hat und nicht mordet. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn er ist überzeugt, ein Monster in sich zu tragen. Serienkiller faszinieren ihn, weil er meint, selbst zu einem zu werden. Sein Therapeut stuft ihn als Soziopath ein, John hilft seiner Mutter im Beerdigungsinstitut mit einer unheimlichen Begeisterung beim behandeln der Leichen und dann trägt er auch noch den Namen eines Serienkillers. Aber mit Hilfe strenger Regeln, die John sich selbst auferlegt, hat er das Monster in sich im Griff. Bis in der beschaulichen Kleinstadt unheimliche Morde geschehen. Um den Mörder zu fassen, muss John das Monster frei lassen. Kann er es beherrschen?

„Ich bin kein Serienkiller“ ist kein Thriller, es ist ein Horrorroman. Dafür sorgt ein nicht ganz unwesentlicher dämonischer Aspekt. Reine Thrillerleser sollten sich darauf einstellen, sonst könnte es zu Enttäuschungen kommen. Wer damit keine Probleme hat, bekommt einen extrem spannenden Roman geliefert, der ihn die Nacht durchlesen lässt.

Die Einblicke in Johns kaum vorhandene Gefühlswelt, denn zu Empathie ist er nicht fähig, und die Verfolgung seiner Gedankengänge können einem eiskalte Schauer über den Rücken laufen lassen. Weil es Menschen gibt, die so oder ähnlich ticken. Diese Vorstellung machte das Buch für mich so beängstigend. Dazu die Spannung, die durch die Verfolgung des Killers entsteht und die zwiespältigen Gefühle für eben diesen, ließen das Buch noch lange nachwirken. Denn bei Dan Wells ist die Welt nicht einfach schwarz-weiß.

Ein großartiges Debüt und der Beginn einer Reihe, deren weitere Bände definitiv ebenfalls bei mir einziehen werden.

Ich bin kein Serienkiller – Dan Wells
Piper Verlag, 384 Seiten
ISBN: 978-3492267717, 9,99 €
Übersetzt von Jürgen Langowski
Taschenbuch

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Matthew Quirk – Die 500 (Hörbuch)

 

Mike ist ein erfolgreicher Jurastudent, seine Vorstrafe wegen Einbruchs erwähnt er nur, wenn es sein muss. Als sein Dozent ihn für seine Firma engagiert, ist das kein Hindernis, ganz im Gegenteil. Harte Bandagen und nicht immer saubere Methoden sind hier gefragt, das findet Mike aber erst zu spät raus. Er steigt schnell die Karriereleiter auf, was nicht allen Vorgesetzten gut gefällt. Plötzlich steht er unter Mordverdacht. Wollte ihn jemand reinlegen? Wer möchte ihn loswerden?

Ähnlich wie ein Roman von Grisham, aber mit mehr Action. So wurde mir der Krimi empfohlen. Grisham habe ich eine Weile sehr gerne gelesen und in der Tat, sind ein paar Parallelen zu „Die Firma“ zu finden. Mehr Action gibt es auch, gelogen war das nicht. Für meinen Geschmack allerdings zu viel und stellenweise zu unrealistisch.

Vielleicht lag es daran, dass ich die gekürzte Version gehört habe. Möglich, dass dabei die Zusammenhänge verloren gingen. So wirkte das Hörbuch teilweise wie eine zu schnelle Aneinanderreihung übertriebener Actionszenen, die eigentliche Handlung hatte ich zwischendurch aus den Augen, oder Ohren, verloren. Was mich aber auch nicht weiter gestört hat, ein Zeichen, dass mich ein Buch nicht wirklich fesseln konnte.

Am Sprecher lag es nicht, Heikko Deutschmann las den Thriller sehr passend. Nicht zu langweilig, aber auch nicht zu übertrieben, was ich persönlich nicht so gerne mag. Aber das ist Geschmackssache. In diesem Fall traf der Sprecher meinen Geschmack sehr gut, nur der Text leider nicht.

Von mir leider keine Empfehlung, ich habe schon bessere Krimis gelesen, die durch Handlung, nicht nur durch Action, bestechen konnten.

Hörbuch

Die 500
Matthew Quirk
Sprecher Heikko Deutschmann
Länge 6 Stunden 16 Minuten (gekürzt)
Genre: Thriller

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 13,95 €)

Im Flexi-Abo für 9,95 €

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