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Ursula Poznanski – Erebos

Nick beobachtet seit kurzem immer wieder, wie geheimnisvolle CDs an der Schule weitergegeben werden. Doch niemand will ihm sagen, was es damit auf sich hat. Sein bester Freund ist plötzlich kaum noch ansprechbar, schwänzt die Schule und sieht eindeutig übernächtigt aus. Dann endlich ist es so weit, auch er bekommt eine der CDs. Er muss versprechen, mit niemandem darüber zu reden. Denn Erebos ist mehr als nur ein Computerspiel. Es kennt seine Spieler, es zieht sie in seinen Bann und stellt auch Aufgaben im realen Leben. Jeder hat nur eine Chance es zu spielen. Nick erliegt ihm ebenso wie seine Freunde, bis es von ihm verlangt, einen Menschen zu töten. Er muss sich entscheiden…

„Erebos“ vermittelt dem Leser sehr gekonnt die Welt der Computerspiele. Wer selbst nie ein Rollenspiel gespielt hat, dem werden die zwischenzeitlich sehr ausführlichen Szenen im Spiel vielleicht etwas zu lang sein. Da ich selbst schon etliche Stunden als Held verschiedene Quests erfüllt habe, hatte ich an diesen Stellen im Buch sehr viel Spaß. Aber „Erebos“ bietet natürlich sehr viel mehr als Szenenbeschreibungen einen Fantasy-Rollenspiels. Schnell wird klar, dass Erebos ein Ziel verfolgt. Die Frage ist nur welches. Würde das Spiel wirklich über Leichen gehen?

Natürlich kommt auch das Thema Sucht bei Online-Rollenspielen zur Sprache. Die Sorge des Spielers, etwas verpassen zu können, wenn er im falschen Moment offline ist. Spieler werden hier aber nicht grundsätzlich verteufelt, nicht jeder läuft Amok, der gerne mal stundenlang am Rechner sitzt. Hier wird deutlich gemacht, dass dazu viel mehr gehört und es immer auf den einzelnen Menschen ankommt.

Ein spannendes Buch zu einer immer wieder aktuellen Thematik, das mit seinen realistischen Schilderungen gerade Spieler zu fesseln vermag. Nicht-Spieler werden dank der spannenden Thrillerhandlung aber ebenso viel Spaß damit haben.

Erebos – U. Poznanski
486 Seiten, Loewe
ISBN 9783785573617, 9,95 €
Taschenbuch

Cornelia Funke – Geisterritter

Jon wird nach Salisbury aufs Internat geschickt, weil er sich mit seinem Stiefvater nicht wirklich gut versteht. In dem uralten Gemäuer gehen nicht nur seine Mitschüler und Lehrer um. Eines Nachts stehen drei Geister unter seinem Fenster. Nur er kann sie sehen. Als sie ihn kurz darauf überfallen wird klar, sie wollen ihm nichts Gutes. Aber warum gerade er? Und wer könnte ihm helfen? Die Großmutter seiner Freundin Ella kennt allerhand Geistergeschichten und erzählt ihm von einem Ritter, William Longspee, der ihm vielleicht beistehen könnte. Wird er ihre Bitte erhören und Jon vor den Geisterrittern beschützen?

„Geisterritter“ ist ein Abenteuerroman, der stellenweise ein wenig an die Geschichten auf Burg Schreckenstein erinnert. England mit seinen alten Kathedralen und Gutshäusern ist der ideale Ort für eine Spukgeschichte. Wer würde dort nicht am ehesten akzeptieren, dass es Geister gibt? Und selbst die Geister können in diesem Buch sehr sympathisch sein, wenn auch nicht alle. Ein paar von ihnen sorgen für ordentliche Spannung.

Illustriert wurde das Buch von Friedrich Hechelmann. Bilder in Romanen sind immer etwas schwierig, in diesem Fall trafen sie nicht die Vorstellung, die der Text in mir erweckte. Andererseits transportieren sie die manchmal leicht märchenhafte Stimmung ganz gut. Illustrationen sind immer Geschmackssache.

Wer einen neuen Roman im Stil der „Tintentrilogie“ erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden. „Geisterritter“ spielt in einer ganz anderen Atmosphäre und bringt weniger Tiefe mit. Wer aber gerne mal eine spannende Spukgeschichte mit wirklich sympathischen Charakteren lesen möchte, der könnte hier richtig sein. Ein Buch, das einlädt, sich an einem verregneten Abend in der Leseecke damit einzukuscheln und sich ein paar Stunden einfach weg zu träumen.

Geisterritter – Cornelia Funke
256 Seiten, Cecilie Dressler Verlag
ISBN 9783791504797, 16,95 €
Hardcover

Cassandra Clare – Clockwork Angel, Chroniken der Schattenjäger I

London, 1878. Tessa reist aus Amerika an, um mit ihrem Bruder in England ein neues Leben zu beginnen. Doch Nate ist spurlos verschwunden, Tessa gerät in die Fänge der dunklen Schwestern. Zwei unheimliche Frauen, die sie gefangen halten und Fähigkeiten in ihre wecken, von denen Tessa bisher nichts ahnte. Schon bald lernt sie, dass Vampire und andere finstere Gestalten leider nicht nur in ihren geliebten Büchern existieren. Wird sie ihren Bruder finden und retten können?

„Clockwork Angel“ ist der Auftakt einer neuen Reihe, die thematisch in der gleichen Welt spielt wie die „Chroniken der Unterwelt“, aber einige Jahre früher. Nicht nur die Zeit, auch die Klockwerk-Menschen verleihen dem Roman einen angenehmen Steampunk-Touch. Wobei ich die Übersetzung „Klockwerk“ als wenig gelungen empfinde.

Der Klappenentext passt meiner Meinung nach wenig zum Buch, zum Glück lese ich diese Texte meist er nach dem Buch. In dem Fall fragte ich mich, ob er wirklich zum gerade gelesenen Buch gehört. Fantasy-Jugendbücher kommen kaum ohne eine Liebesgeschichte aus, im Vordergrund steht sie hier allerdings nicht, auch wenn der Klappentext anderes verspricht. Lasst euch davon also nicht abschrecken.

Mit „Clockwork Angel“ hat Cassandra Clare einen wunderbaren Schmökerroman abgeliefert, dessen Atmosphäre  mich schon nach der ersten Seite fesselte. Es gab so manche Überraschung, die die Spannung bis zum Ende aufrechterhält.

Clockwork Angel, Chroniken der Schattenjäger I – Cassandra Clare
572 Seiten, Arena
ISBN 9783401064741, 18,99 €
Hardcover

Josephine Angelini – Göttlich verdammt

Helen lebt mit ihrem Vater auf einer kleinen Insel, besonders spannend ist das Leben dort nicht. Als eine neue Familie auf die Insel zieht, ist das dann auch sofort Gesprächsthema Nummer Eins. Helen hat jedoch andere Sorgen, seit ein paar Tagen plagen sie Albträume. Drei kreischende Weiber machen ihr die Nächte zur Hölle. Die drei tauchen auch auf, als Helen zum ersten Mal Lucas Delos begegnet. Und plötzlich will sie nur noch eines: ihn umbringen! Wie kann das sein? Sie hat Lucas nie zuvor gesehen. Die Erklärung liegt in der Vergangenheit. Hier kommen Halbgötter und uralte Fehden ins Spiel, die sich über Jahrhunderte durch die Generationen weiter vererbt haben. Werden Helen und Lucas ihren Hass aufeinander überwinden können? Haben sie ihr Leben wirklich so wenig selbst in der Hand, ist alles vom Schicksal vorbestimmt? Helen will das nicht glauben. Bald ist das Schicksal nicht mehr das einzige, wogegen sie ankämpft.

„Göttlich verdammt“ ist der viel versprechende Auftakt einer neuen Reihe. Als ich es anfing, wollte ich es eigentlich nur querlesen. Aber es hatte mich so schnell gefesselt, dass ich nicht anders konnte, als es von Anfang bis Ende zu verschlingen. Die griechischen Sagen und Mythen mit ihren vielen Teilnehmern als Hintergrund sind endlich mal wieder etwas anderes. Vampire und Werwölfe haben sich inzwischen wahrhaftig oft genug ineinander verliebt.

Viele Informationen werden nur Stück für Stück preisgegeben, die Spannung bleibt dadurch kontinuierlich hoch und wird immer wieder neu angefacht. Die Charaktere entfalten sich ebenfalls erst im Laufe der Zeit und haben immer wieder die eine oder andere Überraschung parat.

Endlich mal wieder ein richtig schöner All-Ager mit einer tollen Mischung aus Spannung und nicht zu kitschiger Liebe. Ein bisschen Wissen über die griechischen Götter macht die Lektüre leichter, ist aber nicht unbedingt notwendig.

Göttlich verdammt – Josephine Angelini
493 Seiten, Dressler
ISBN 9783791526256, 19,95 €

Krystyna Kuhn – Die Prophezeiung, Das Tal 1.4

Ben, den man niemals ohne seine Kamera sieht, verschwindet für drei Tage. Als er endlich wieder auftaucht, halluziniert er. Welche Drogen hat er genommen? Als er in Lebensgefahr schwebt, beschließen seine Freunde heraus zu finden, wo er in den Tagen zuvor war. Hat er etwas heraus gefunden, was ihm nun zum Verhängnis wird? In den Bergen wartet eine große Überraschung auf seine Freunde.

Der vierte Band aus der Reihe „Das Tal“ war wieder genauso spannend wie seine Vorgänger. Es ist immer wieder faszinierend, wie Frau Kuhn es schafft, dass dem Leser niemals langweilig wird. Mit jedem Band tauchen ein paar neue Puzzlestücke auf, genauso aber auch neue Rätsel.

„Die Prophezeiung“ schließt Season 1 ab, viele Rätsel aus den letzten Bänden werden hier gelöst. Ich bin gespannt, was uns im nächsten Schuljahr am Grace College erwartet. Der Cliffhanger ist ein klein wenig gemein und macht Hoffnung auf mindestens genauso viel Spannung in Season 2, wie wir sie bisher gewohnt sind.

Die Prophezeiung, Das Tal 1.4 – Krystyna Kuhn
269 Seiten, Arena
ISBN 9783401065328, 9,95 €

Oliver Uschmann – Nicht weit vom Stamm

Sven stehen eigentlich alle Türen offen. Er kommt aus einem guten Elternhaus, ist intelligent und hat schon mit 14 einen Preis für ein Projekt gewonnen. Aber vor fünf Jahren ist etwas geschehen, dass Sven alle Türen zuschlagen ließ. Er gerät auf die schiefe Bahn, hängt mit brutalen Typen herum, säuft und genießt es, anderen Angst zu machen. Doch dann wird der einzige Mensch bedroht, der ihm etwas bedeutet, seine Schwester Lina. Um sie zu retten muss er sich zusammen reißen und werden wie die Spießer, die er inzwischen so sehr verabscheut. Wird er seine Schwester retten können?

Oliver Uschmann hat mit „Nicht weit vom Stamm“ das zweite Jugendbuch veröffentlicht, nachdem er vorher mit den „Hartmut-Büchern“ eher Erwachsene begeistert hat. Unter anderem auch mich. Weshalb ich ziemlich gespannt auf seinen Jugend-Roman war. Der Anfang war auch sehr viel versprechend, ich empfand schnell Sympathie für den Protagonisten Sven, auch wenn er sich wirklich übel verhalten hat. Irgendwie versteht man ihn trotzdem.

Ab der Mitte hatte das Buch für mich allerdings eine ziemlich lange Durststrecke. Bis fast zum Ende. Dass die Auflösung der Identität des Erpressers auch noch meinen Verdacht vom Anfang bestätigt hat, war ziemlich enttäuschend für mich. Der Realismus lässt auch immer mehr nach, ich konnte mir zu guter letzt überhaupt nicht mehr vorstellen, dass es wirklich so geschehen könnte. Die Berg- und Talfahrten der Emotionen wurde für meinen Geschmack etwas zu sehr ausgereizt. Wenn man schon weiß, dass auf das aktuelle Hoch spätestens zwei Seiten später ein Tief folgt, kurz darauf sicher wieder ein Hoch, und immer so weiter, verlieren die doch enorm an Wirkung.

Interessant war die Entwicklung Svens, der auch mal den Spiegel vorgehalten bekommt und selbst über seine Außenwirkung erschrickt. Das Resozialisierungsprogramm seiner Freunde hat mich auch das ein oder andere Mal schmunzeln lassen.

Vielleicht bin ich einfach zu erwachsen für das Buch und Jugendliche, für die es ja auch geschrieben wurde, sehen es weniger kritisch. Meiner Meinung nach hätte es gut 100 Seiten kürzer sein können, dann hätte ich wohl auch mehr Spaß damit gehabt. Interessant war der Ausflug in diese mir ganz fremde Welt aber trotzdem, weshalb ich dann auch bis zum Ende durchgehalten habe.

Nicht weit vom Stamm – Oliver Uschmann
522 Seiten, Script 5
ISBN 9783839001202, 14,95 €

Lena Ullrich & Giovanni Rigano – Tausend Tode, Sterben will gelernt sein

Sterben ist gar nicht so einfach, wie es manchmal scheint. In diesem kleinen Büchlein wird mit so manchem Mythos aufgeräumt. Zum Beispiel dem tödlichen Hunger von Piranhas auf Menschenfleisch, oder der todbringenden Wirkung von Fliegenpilzen.

Die Autorin hat eine Reihe humorvoller kleiner Texte zu diesem Thema geschrieben. Illustriert wurden sie von Giovanni Rigano, der unter anderem auch als Illustrator an Tim Burtons „Alice im Wunderland“ mitgewirkt hat. Es lohnt sich, die Zeichnungen etwas genauer anzuschauen. Viele kleine Details zeigen, mit wie viel Spaß der Zeichner die Themen umgesetzt hat. Selbst an den Seitenzahlen finden sich tolle kleine Illustrationen.

Ein schönes kleines Büchlein für alle, die mit schwarzem Humor umgehen können und liebevoll gestaltete Bücher zu schätzen wissen.

Tausend Tode, Sterben will gelernt sein – Lena Ullrich & Giovanni Rigano
95 Seiten, Oetinger
ISBN 9783789184390, 8,95 €
Hardcover

Sara Grant – Neva

Nevas Welt ist klein. Abgeschottet von einer Energiekuppel, angeblich als Schutz gegen die vergiftete Außenwelt, nur mit dem Wissen, dass die Regierung ihnen erlaubt. Wer Fragen stellt, verschwindet spurlos. Auch Nevas Großmutter verschwand eines Tages. Das Leben in Heimatland wird immer schwieriger. Die Ressourcen gehen zu Ende, auch Recycling funktioniert nicht ewig. Der Genpool ist zu klein, schon sehen sich die meisten Bewohner sehr ähnlich. Auch gesundheitliche Probleme nehmen zu. Neva und ihre beste Freundin Sanna wollen das alles nicht einfach hinnehmen. Sie wollen nicht glauben, was ihnen erzählt wird, sie wollen handeln.

„Neva“ ist ein klassische Dystopie. Seit den „Tributen von Panem“ scheint diese Textform im Jugendbuch wieder beliebt zu werden. Die Welt, wie wir sie kennen, verschwindet. Machtmissbrauch und Massenmanipulation sind an der Tagesordnung. Einige wenige bestimmen, wie alle zu leben haben, stellen strenge Regeln auf und greifen hart durch, sollte jemand wagen sich zu widersetzen. Doch gerade Jugendliche haben einen Hang zum Widerstand, lehnen sich nur zu gerne gegen Regeln auf. Das geschieht auch hier.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Was wäre wenn sich wirklich ein Land entscheiden würde, alle Grenzen dicht zu machen. Wie würde ich mich verhalten, wenn ich in solch einer Gesellschaft aufwachsen würde. Hätte ich den Mut zum Widerstand, auch wenn es mich das Leben kosten kann?

Sara Grant schafft es, ein ernstes Thema so zu verpacken, dass man das Buch am Stück durchlesen könnte. Die Spannung ist durchgehend hoch, immer wieder entdeckt man neue interessante Facetten dieser Welt. Die unumgängliche Liebesgeschichte nimmt zwar relativ viel Raum ein, tritt aber nicht in den Vordergrund und der Kitschlevel bleibt niedrig.

Eine düstere Fiktion einer möglichen Zukunft, die einen noch eine ganze Weile nach der letzten Seite nicht los lässt. Das wunderschön gestaltete Cover hatte mich verführt, wie so oft bei den Titeln des PAN-Verlags. Aber auch der Inhalt enttäuscht nicht, auch erwachsene Leser dürfen getrost zugreifen.

Neva – Sara Grant
349 Seiten, PAN Verlag
ISBN 9783426283486, 16,99 €
Hardcover

Anne Plichota und Cendrine Wolf – Oksa Pollock, Die Unverhoffte

Eines Tages entdeckt Oksa, dass sie magische Fähigkeiten besitzt. Schnell stellt sich heraus, dass sie die „Unverhoffte“ ist. Die lange ersehnte Möglichkeit für eine Gruppe von Flüchtlingen, das magische Portal in ihre Heimat zu öffnen und wieder zurück kehren zu können. Doch erst muss Oksa lernen, mit ihren neuen Fähigkeiten umzugehen. Außerdem gibt es noch jemanden, der versucht Oksa in die Finger zu bekommen, um mit ihrer Hilfe das Portal zu öffnen. Wer ist der geheimnisvolle Feind und was passiert, wenn Oksa ihm zum Opfer fallen sollte?

„Oksa Pollock“ erschien ursprünglich in Frankreich und sorgte dort für eine regelrechte „Pollockmanie“. Ganz ehrlich, ich kann es nicht verstehen. Die Geschichte um Oksa ist ganz süß, für meinen Geschmack aber zu rosarot und niedlich. Selbst die übelsten Zauber verlieren in dieser plüschigen Umgebung ihren Schrecken. Für jedes Problem wird gleich eine neue, praktische magische Fähigkeit entdeckt, das nimmt der Geschichte mit der Zeit die Spannung.

Die ausführlich beschriebenen Wesen und Pflanzen aus der anderen Welt waren wirklich goldig und der Pluspunkt an dem Buch. Die Hauptcharaktere handelten oft dermaßen naiv, dass sie mir mit der Zeit etwas auf die Nerven gingen. Ich konnte nur noch den Kopf über sie schütteln, wenn sie zum wiederholten Mal den gleichen Fehler machten und blindlings ins Verderben rannten.

Der Vergleich mit Harry Potter ist meiner Meinung nach unpassend, selbst der erste Band um Harry ist wesentlich düsterer als Oksa Pollock und um einiges spannender. So fleißig wie die Werbetrommel gerührt wird, steigt Oksa Pollock wahrscheinlich auch bei uns gleich in die Bestsellerlisten ein. Ich würde es allerdings nur jüngeren Leserinnen empfehlen, die sicher Spaß an diesem Buch haben werden. Für einen All-Ager fehlen einige wichtige Zutaten.

Oksa Pollock, Die Unverhoffte – Anne Plichota und Cendrine Wolf
591 Seiten, Oetinger
ISBN 9783789145025, 19,95 €
Hardcover

Oliver Dierssen – Fausto

Joschel sitzt in der Schule aus gutem Grund meist in der letzten Reihe. Weit weg von den Strebern der 9c. Rechtschreibung ist ihm ein Gräuel, Aufsätze für ihn Folterwerkzeuge. Doch eines Tages taucht ein perfekter Aufsatz in seinem Heft auf. Nur Joschel findet bald heraus, dass dafür ein Bücherdämon namens Fausto Flamingo Esteban die Rioja verantwortlich ist. Hilfe bei den Hausaufgaben im Tausch gegen Rechtschreibfehler klingt zu gut um wahr zu sein. Ist es auch, schon bald gibt es ein paar große Probleme mit dem kleinen Dämon.

Schon Oliver Dierssens Romandebüt „Fledermausland“ habe ich mit Lachtränen in den Augen verschlungen. „Fausto“ tritt damit in große Fußstapfen, muss sich aber kein bisschen hinter dem Erstlingswerk des Autors verstecken. Meine Zweifel, ob ich den Abenteuern eines 14-jährigen Jungens viel abgewinnen kann, wurden schnell zerstreut. Es hat großen Spaß gemacht, Joschel und Fausto bei ihren Abenteuern zu begleiten. Als hätte Joschel mit der Pubertät und einer etwas schrägen Mutter nicht schon genug Probleme, Fausto setzt immer noch mal ein I-Tüpfelchen drauf. Gegen Ende wurde es noch richtig spannend, das Buch war viel zu schnell gelesen.

„Fausto“ ist ein All-Ager den ich allen Lesern von „Artemis Fowl“ oder „Harry Potter“ empfehlen würde. Auch ältere Semester werden ihren Spaß damit haben, wenn sie ab und zu gerne mal einen guten Jugendroman lesen. Wer hätte sich Schulzeiten nicht ab und an so einen Bücher-Dämon gewünscht?

Fausto – Oliver Dierssen
446 Seiten, Heyne
ISBN 9783453260016, 14,99 €
Hardcover