Archive for Historischer Roman

Diana Gabaldon – Ein Schatten von Verrat und Liebe, Highland Saga VIII

SchattenVerratLiebe

Jamie war angeblich auf dem Schiff, das mit Mann und Maus unterging. Claire und Lord John, den sie zwischenzeitlich geheiratet hat, staunen nicht schlecht, als er plötzlich leibhaftig vor ihnen steht. William erfährt gleichzeitig, wer sein wahrer Vater ist und verliert die Nerven. Der achte Band der Highland Saga um den charismatischen Schotten Jamie Fraser und seine Familie beginnt mit ein paar Paukenschlägen und zerbrochenen Welten. Das ganze mitten im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in den einige der Protagonisten unfreiwillig hineingezogen werden, auch mal auf der falschen Seite der Front. Jamie und Claire wollten eigentlich doch nur ihre Ruhe, zurück nach Frasers Ridge und ihr Haus wieder aufbauen. Aber vorher muss noch die eine oder andere Verwirrung gelöst werden. » Read more

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Diana Gabaldon – Zeit der Stürme

ZeitStuerme

Vier Kurzgeschichten aus der Welt von Jamie und Claire Fraser. In zweien davon begleitet der Leser Lord John auf seinen abenteuerlichen Reisen. Der dabei unter anderem einem Zitteraal zu nahe kommt und Zombies kennen lernt. Außerdem begegnet man einem unerschrockenen Flieger, der im zweiten Weltkrieg als verschollen gilt und einen kleinen Sohn namens Roger zurück lässt. In der vierten Geschichte reisen Michael Murray und Joan, die Stieftochter von Jamie, nach Paris. Wo Joan ins Kloster eintreten will, doch wie so oft, kommt alles etwas anders…

Wer sich die Wartezeit bis „Ein Schatten von Verrat und Liebe“, der Fortsetzung von „Echo der Hoffnung“ verkürzen will, ist mit „Zeit der Stürme“ gut bedient. Spätestens nach der vierten Geschichte mit Michael Murray will man endlich wieder zurück zu Jamie und Claire, mit dickköpfigen Schotten und ihren noch dickköpfigeren Frauen vergangene Zeiten erleben. » Read more

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Rebecca Gablé – Das Haupt der Welt

HauptWelt

Tugomir ist ein slawischer Fürstensohn. Als die Sachsen die Burg seines Vaters stürmen, nehmen sie ihn und seine Schwester Dragomira als Geiseln. Bald schon finden die Sachsen heraus, dass Tugomir sich mit der Heilkunde auskennt. Als er Ott, dem Sohn Heinrich I. das Leben rettet, verdient er sich den Respekt einiger Sachsen. Er wird Ottos Leibarzt und steht ihm damit näher, als ihm selbst lieb ist. Tugomir steht zwischen Sachsen und Slawen, gibt es wirklich keinen Weg, dass die Völker in Frieden miteinander leben können? Als Otto ihm eines Tages einen solchen Weg vorschlägt, geht Tugomir ein großes Wagnis ein. Kann er sein Volk damit retten? Oder wird es ihn ermorden?

Rebecca Gablé ist bekannt für etliche historische Romane, die die Geschichte Englands lebendig werden lassen. Selbst die wirren Verhältnisse zu Zeiten des Rosenkrieges hat sie in einer spannenden Geschichte verpackt und damit verständlich werden lassen. Mit „Das Haupt der Welt“ schrieb sie ihren ersten Roman der auf deutschem Boden spielt. » Read more

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Bernard Cornwell – Das letzte Königreich (Uhtred 1) (Hörbuch)

letzteKoenigreich

„Das letzte Königreich“ spielt im 9. Jahrhundert in Nordengland. Die Dänen fallen ein, versuchen den sächsischen Christen das Land zu entreißen. Uhtred Uhtredson ist zehn Jahre alt, als er in seine erste Schlacht reitet. Eine verheerende Schlacht für seine Seite, sein Vater und viele andere fallen. Er selbst stellt sich furchtlos dem dänischen Fürsten Ragnar, was diesen so beeindruckt, dass er ihn gefangen nimmt, statt ihn zu töten. Uhtred wächst unter Dänen auf und wird mit der Zeit immer weniger Gefanger, immer mehr Däne. Er lernt wie sie zu kämpfen und ihren Glauben. Als Ragnar Jahre später fällt, muss Uhtred sich entscheiden. Will er bei den Dänen bleiben oder zurück zu den Sachsen und König Alfred dienen?
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Petra Schier – Das Haus in der Löwengasse

 

Pauline verliert ihre Stelle als Gouvernante, weil der Hausherr zuviel Gefallen an ihr fand. Nun steht sie ohne Zeugnis auf der Straße, eine Stelle als Magd ist ihre einzige Chance. Die schwere Arbeit ist sie nicht gewohnt, aber sie kämpft wacker um diese Arbeit. Bis ihr das Glück eines Tages hold ist, ein verwitweter Freund ihrer Herrschaft sucht eine Gouvernante, da seine Kinder seit dem Tod ihrer Mutter kaum gebändigt wurden. Keine leichte Aufgabe für Pauline, auch der Hausherr hat keinen ganz einfachen Charakter. Aber immer noch besser als ein Leben als Magd. Also nimmt sie die Herausforderung an und entdeckt bald, dass ihr neuer Arbeitgeber unter der rauen Schale auch ganz angenehme Seiten hat. Üble Nachrede sorgt allerdings dafür, dass seine Geschäfte schlecht laufen. Wird er eine zweite Ehe nur um des Geldes wegen eingehen müssen?

„Das Haus in der Löwengasse“ ist ein historischer Liebesroman. Wer hier eine kitschige Liebesgeschichte oder unrealistische Frauenfiguren mit mehr Glück als Verstand vermutet, liegt aber falsch. Alle Figuren werden durchaus realistisch dargestellt, man kann sich ohne weiteres vorstellen, dass diese Geschichte so tatsächlich geschehen sein könnte. Aus diesem Grund lese ich die Bücher von Petra Schier immer wieder gerne, auch wenn ich sonst meist einen weiten Bogen um historische Liebes-Romane mache.

Pauline und Julius sind so wunderbar menschlich, mit Schrullen und Macken. Und gerade deshalb so sympathisch. Auch so mancher Nebencharakter wuchs mir ans Herz, so dass ich am Ende wirklich mitgebibbert habe, wie es denn nun für alle Beteiligten ausgehen mag. Für Leser der Adelina-Reihe gibt es eine kurze Begegnung mit einem bekannten Namen. Ein kleines Schmankerl, das mir sehr gut gefiel.

„Das Haus in der Löwengasse“ ist ein wunderschöner historischer Roman mit einem Schuss Liebe, der seine Leser in vergangene Zeiten entführt, sie miterleben lässt. Buchtipp für entspannte Wochenenden im Herbst, wenn man es sich mal richtig gemütlich machen will.

Das Haus in der Löwengasse – Petra Schier

352 Seiten, rororo

ISBN 9783499259012, 8,99 €

Taschenbuch

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Gina Mayer – Das Maikäfermädchen

Düsseldorf, ein Jahr nach dem zweiten Weltkrieg. Die Stadt liegt in Trümmern, überall herrscht Armut und Hunger. Mehr schlecht als recht hält sich die Hebamme Käthe über Wasser. Da bietet ihr ein Mädchen einen Pelzmantel an. Wenn sie ihr hilft, die Schwangerschaft zu beenden. Der Hunger siegt, Käthe überhört ihr schlechtes Gewissen und führt den Eingriff durch. Sie ist alleine, ihr Mann in Kriegsgefangenschaft, sie muss überleben. Bald darauf steht die nächste Frau in Not vor ihrer Tür.

Gina Mayer hat es wieder einmal geschafft, dass ich alles um mich herum vergas und in vergangenen Zeiten versank. Sie hat die furchtbare Nachkriegszeit so deutlich beschrieben, die Not und auch die moralischen Zwickmühlen, dass ich immer wieder inne hielt um mich daran zu erinnern, was meine Großeltern über diese Zeit erzählten. Sie lebten auf dem Land, in den Städten sah es damals noch viel schlimmer aus. Leicht war es aber für niemanden, in einem Land zu überleben, in dem es nichts mehr gab. Die eigenen Moralvorstellungen musste man über den Haufen werfen, wollte man überleben. In Extremsituationen wie diesen gelten die üblichen Regeln der Gesellschaft sowieso nicht mehr.

Ganz unterschiedlich erleben die Charaktere die Zeiten nach dem verlorenen Krieg. Käthe gehört nicht zu den Menschen, die im Nachhinein die Augen verschlossen, sie fühlt sich schuldig, weil sie die Zeichen vor dem Krieg nicht gesehen, nicht gehandelt hat. Ihre Freundin Lilo braucht einen guten Freund, der das Lager überlebt hat, um all die Grausamkeit wirklich zu verstehen, die geschah. Doch nach dem Krieg zählte nur noch eins, Überleben. Dafür geht jeder an und über seine Grenzen hinaus.

„Das Maikäfermädchen“ ist ein ruhiger Roman, der mich tief berührte. Es ist wichtig, dass wir diese Zeiten nicht vergessen. Die Generation, die uns davon erzählen kann, verschwindet. Oder will nicht über diese Zeiten reden, will vergessen. Deshalb ist es so wichtig, dass wir erinnert werden, zum Beispiel durch Bücher wie dieses. In dem Gina Mayer diese furchtbaren Jahre lebendig werden lässt.

Die Zeit in der das Buch spielt, ist grausam. Trotzdem ließ mich die Geschichte nicht traurig, eher nachdenklich zurück. Leseempfehlung für alle, die nicht nur leichte Unterhaltung suchen und gerne tief in Geschichten eintauchen.

Das Maikäfermädchen – Gina Mayer

365 Seiten – Rütten & Loening

ISBN 9783352008436, 16,99 €

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Diana Gabaldon – Die Fackeln der Freiheit

Lord John erhält von einem verstorbenen Freund Papiere, die eine Verschwörung gegen die britische Krone aufdecken. Zusammen mit seinem Bruder will er den Rädelsführer zur Strecke bringen und den Verrat verhindern. Eher unfreiwillig wird ihm dabei Jamie Fraser zur Seite gestellt, der noch immer als Gefangener auf Helwater lebt. Kann die zwangsweise miteinander verbrachte Zeit ihre angespannte Beziehung wieder normalisieren? Darf Jamie anschließend vielleicht zurück nach Schottland?

Auch wenn es laut Titel ein Lord-John-Roman ist, Jamie hat in ihm genau so viel Platz bekommen wie Lord John Grey. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von beiden erzählt. Der Anfang hat mich ehrlich gesagt etwas irritiert, das Niveau steigt aber schnell wieder. Nach wenigen Seiten war ich wieder gefangen in der typischen Atmosphäre eines Diana Gabaldon Romans.

Die Mischung der beiden Erzählperspektiven lässt die Kriminalhandlung weniger präsent sein, als sie es in den anderen Lord-John-Romanen ist. Im Vordergrund stehen die zwischenmenschlichen Aspekte, nicht nur zwischen John und Jamie. Auch Johns Bruder und seine Frau spielen keine unwesentliche Rolle, ebenso ein alter Bekannter Jamies, der ihn überraschend besucht und alte Wunden aufreißt.

„Die Fackeln der Freiheit“ kann man allen Lesers der Bücher von Diana Gabaldon bedenkenlos empfehlen. Wieder einmal empfängt der Roman einen mit seiner wunderbaren Atmosphäre, man hat das Gefühl nach Hause zu kommen und alte Bekannte wieder zu treffen. Nicht nur ein Lückenfüller, bis es endlich wieder mit Jamie und Claire weiter geht, sondern wirklich eine Empfehlung für gemütliche Schmökerstunden, in denen man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Die Fackeln der Freiheit – Diana Gabaldon

575 Seiten, Blanvalet

ISBN 9783764501778, 19,99 €

Hardcover

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Jennifer Donnelly – Die Teerose (Hörbuch)

 

Fiona teilt einen Traum mit ihrem Freund Joe, sie wollen ihr eigenes Geschäft eröffnen und sparen jeden Penny dafür. Gar nicht so einfach, wenn man aus einfachen Verhältnissen stammt und in Whitechapel lebt. Es kommt dann doch alles ganz anders, als Fiona nach einigen
Schicksalsschlägen nach New York flüchten muss. Nur mit der Adresse ihres Onkels in der Hand, versucht sie für sich und ihren kleinen Bruder Seamus ein neues Leben aufzubauen. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen, kämpft für ihren Traum und es öffnen sich ungeahnte Türen für sie. Liebe und Freundschaft helfen ihr immer wieder durch schwere Zeiten.

“Die Teerose” ist ein wunderschöner historischer Roman, der London und New York Ende des 19. Jahrhunderts auferstehen lässt. Inklusive Jack the Ripper, der keine unbedeutende Rolle in der Geschichte spielt. Historischen Romanen mit starken Frauenfiguren gegenüber bin ich meist skeptisch. Dieser hier hat mich überzeugt, auch wenn er einige Zutaten der typischen “-in” Romane enthält. Die Atmosphäre und die sympathischen Charaktere machten das wieder wett. Ohne Zufälle geht es in diesen Romanen selten zu, die muss man einfach akzeptieren, auch wenn sie die Handlung an manchen Stellen vorhersehbar machten.

Die Kürzungen der Hörbuchversion sind mir nicht aufgefallen. Ab und an gibt es einen kleinen Zeitsprung, aber wesentliche Teile der Handlung scheinen nicht zu fehlen. Die Sprecherin Cathleen Gawlich passt sehr gut zu Fiona, sie machte das Hörbuch zu einem sehr angenehmen Hörerlebnis.

Hörbuch

Die Teerose
Autor Jennifer Donnelly
Sprecher Cathleen Gawlich
Länge 9 Stunden 22 Minuten (gekürzt)
Genre: Historische Romane

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 13,95 €)

Im Flexi-Abo für 9,95 €

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Petra Schier – Die Gewürzhändlerin

Luzia hatte großes Glück, als Tochter eines freien Bauern geboren, hat sie nun eine Anstellung als Edelmagd bei Gräfin Elisabeth inne. Das Schicksal meinte es gut mit ihr, ihre Herrin steht ihr nahe und brachte ihr neben den Sitten des gehobenen Standes auch Lesen und Schreiben bei. Als der Händler Martin Wied Hilfe braucht, kommen ihr diese Fähigkeiten zu Gute, auch Rechnen kann sie sehr gut. So springt sie als Gehilfin ein und entdeckt, dass sie ein Talent für den Handel mit Gewürzen und Spezereien hat. Dieses Talent offenbart sich nicht nur Martin Wied, auch seine Konkurrenten erfahren schnell davon. So wird Luzia zu einer gefragten Partie, der Sohn seines größten Feindes hält um ihre Hand an. Wied selbst wird unterdessen des Mordes angeklagt. Luzia versucht seine Unschuld zu beweisen, einen Mord würde er nie begehen. Davon ist sie überzeugt. Als die Vergangenheit sie einholt ahnt sie, wer dagegen nicht vor einer solchen Tat zurückschrecken würde.

„Die Gewürzhändlerin“ ist die Fortsetzung von „Die Eifelgräfin“. Man muss den ersten Band aber nicht gelesen haben, alle wichtigen Handlungen und Personen werden noch einmal kurz aufgeführt. Ich hatte den Vorgänger nicht gelesen und keine Probleme, mich zu Recht zu finden.

Wer Papiergeflüster schon länger liest weiß, dass ich normalerweise selten „-in“ Romane lesen. Also die typischen historischen Romane, die im Titel die Endung „-in“ beinhalten und immer von weiblichen Heldinnen in Liebes- und anderen Nöten handeln. Warum ich hier eine Ausnahme machte? Von Petra Schier habe ich schon einige Bücher der Adelina-Reihe gelesen, historische Kriminalromane die in Köln spielen. Nachdem mir diese Bücher immer sehr gut gefielen, wollte ich es nun auch einmal mit einem ihrer anderen Romane versuchen. Und wurde nicht enttäuscht.

Petra Schier schafft es immer wieder, mittelalterliche Städte vor dem Auge der Leser lebendig werden zu lassen. „Die Gewürzhändlerin“ spielt in Koblenz, das dank seiner günstigen Lage an der Mündung der Mosel in den Rhein eine bedeutende Handelsstadt war. Luzia lebt nicht das durchschnittliche Leben einer Frau in dieser Zeit, ist sich dessen aber bewusst und kämpft auch immer wieder mit den Schwierigkeiten, die sich dadurch ergeben.

Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte und man ahnt früh, wie sie ausgehen wird. Was es aber nicht weniger interessant macht, den beiden auf ihrem Weg zu folgen. Beide sind gerade wegen ihrer Unperfektheit sehr sympathische Charaktere, die man schnell ins Herz schließt.

Die Reliquie und ihre Geschichte hätte es für mich nicht wirklich gebraucht, aber das ist Geschmackssache. Sie ist der rote Faden der Geschichte und führt alle Beteiligten zusammen, mir war es allerdings ein wenig zu mystisch angehaucht. Aber nicht so sehr, dass es mich ernsthaft gestört hätte. Der Glaube an solche Dinge gehörte eben auch zu dieser Zeit.

„Die Gewürzhändlerin“ war ein wunderschönes und kurzweiliges Leseerlebnis, das mir so manchen Abend versüßte. Ein Roman, der seine Leser in vergangene Zeiten entführt und nur schwer wieder aus seinen Seiten entlässt. Kaum ein Abend, an dem ich nicht länger las als eigentlich geplant.

Die Gewürzhändlerin – Petra Schier
543 Seiten, Rowohlt Verlag
ISBN 9783499256288, 9,99 €
Taschenbuch

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Rebecca Gablé – Der dunkle Thron

Ein weiterer Roman der Waringham-Saga. Nicholas Waringham geht bei Thomas Moore zur Schule, wird dann aber nach Hause geschickt, da sein Vater der Ketzerei bezichtigt wird. Nick würde sich aus den politischen und religiösen Wirren lieber heraus halten, ihm liegt die Arbeit im Gestüt eher. Als aber Königin Catalina ihn zu sich bittet, hat er keine andere Wahl. Und schon steckt er mitten drin, zwischen König Henry VIII und all seinen Ehefrauen, der aktuellen und denen, die noch folgen werden. Während der nächsten Jahre steht er Mary Tudor bei, die dem Thron gefährlich nahe steht, was ihr Leben immer wieder in Gefahr bringt. Ihres, und das all jener, die auf ihrer Seite stehen.

Wieder einmal ist es Rebecca Gablé gelungen, die englische Geschichte spannend und unterhaltsam auferstehen zu lassen. Dieses Mal steckt sie Nicholas Waringham, ausgestattet mit dem für die Waringhams typischen losen Mundwerk und einem unglaublichen Talent, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein, mitten in die Wirren der englischen Renaissance. Henry VIII reformiert die englische Kirche, was zu Aufständen führt. Der religiöse Wind wechselt ständig, wer sich nicht schnell genug der gerade aktuellen Reform anpasst, landet schneller im Tower, als ihm lieb sein kann. Nicht alle verlassen ihn auf eigenen Füßen wieder.

Das besondere an den historischen Romanen von Rebecca Gablé sind die, gerade wegen ihrer Unperfektheit, sympathischen Charaktere gepaart mit einer wunderbaren Atmosphäre. Man sucht vergeblich die schnulzige Liebesgeschichte, die in ein pseudohistorisches Kostüm gesteckt wurde. Mit kleinen Anpassungen, die sie im Nachwort erläutert, ist der historische Kontext korrekt und sehr gut recherchiert. Sie schafft es sogar komplexe historische Begebenheiten, wie die Rosenkriege, spannend und verständlich auf die Bühne zu bringen.

Die Waringhams sind mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen, ich hoffe es wird noch weitere Bücher mit ihnen geben. Aber auch wenn Rebecca Gablé beschließen sollte, andere Wege zu gehen, werde ich ihr und ihren Büchern treu bleiben. „Hiobs Brüder“ hat mich ebenso beeindruckt wie die Bände um die Waringhams. Wer historische Romane mag, sollte unbedingt einen Blick in ihre Bücher werfen, die für mich zum Besten der deutschen historischen Literatur gehören.

Der dunkle Thron – Rebecca Gablé

956 Seiten, Lübbe

ISBN 9783431038408, 24,99 €

Hardcover

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