Archiv für Gezeichnetes

Flix – Don Quijote

Alonso Quijano kämpft unverdrossen weiter. Gegen Comics in Zeitungen, „denn sie haben nichts mit der Realität zu tun“, ebenso wie gegen den Windpark, der in seiner Heimatstadt Tobosow gebaut werden soll. Dabei verliert er sich immer mehr in seiner ganz eigenen Realität, lebt mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart. In dieser ganz eigenen Welt erreicht ihn nur sein Enkel Robin, der sich selbst für einen Superhelden hält und gerne ein Ritter werden möchte, wie sein Großvater. Zusammen machen die beiden sich auf den Weg, in den Kampf gegen die Windmühlen.

Wer behauptet, Comics haben nichts mit der Realität zu tun, der hat noch keinen Flix gelesen. Auch in seiner zweiten Klassiker-Neuinterpretation gelingt es Flix wieder, alt bekannte Geschichten in unsere Zeit zu versetzen und dabei vieles einzubauen, was dem Leser wohlbekannt ist. In „Don Quijote“ schwingt hinter all dem Humor immer das ernste Thema Alzheimer mit. Mit viel Gefühl und auch Respekt wurde das Thema verarbeitet. Wie gewohnt in detailreichen Zeichnungen, bei denen es sich immer lohnt, auch mal neben die handelnden Personen zu schauen.

Aber Flix wäre nicht Flix, wenn es nicht auch etwas zu lachen gäbe. Am Ende schloss ich das Buch mit einem „hach!“ und einem glücklichen Lächeln. Kann es eine schönere Erinnerung an ein Buch geben?

„Don Quijote“ – Flix
134 Seiten, Carlsen
ISBN 9783551783752, 16,90 €
Hardcover

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Flix – Faust, der Tragödie erster Teil

 

Gott und der Teufel gehen eine Wette ein. Der Teufel versucht, innerhalb eines halben Jahres, eines von Gottes Schäfchen auf seine Seite zu ziehen. Die zufällige Wahl trifft Heinrich Faust. Ganz einfach, meint der Teufel, dem muss er ja nur zu seiner Liebe verhelfen. Der Türkin Margarethe. Deren Mutter natürlich nichts davon wissen will, schließlich ist Margarethe längst versprochen.

Flix hat sich den „Faust“ vorgenommen und in unsere Zeit versetzt. Voller Anspielungen auf die Vorlage, aber doch ganz modern. Mit den für Flix typischen Zeichnungen, auf den ersten Blick übersichtlich, aber doch immer wieder einen zweiten Blick wert, bei dem sich die kleinen Details enthüllen.

Nicht erschrecken, wenn ihr das Buch kauft, es ist nicht beschädigt. Wie mir bisher noch jeder sagte, der mein Exemplar sah. Das Cover wurde sehr gekonnt auf gelesen getrimmt. Wenn ich es neben meine alten Reclam-Texte aus der Schulzeit stelle, fällt es nur durch seine Größe auf. Eines der vielen kleinen und liebevollen Details, die ich an diesem Buch so mag.

Dank Flix lese ich inzwischen immer wieder einmal Comics, nicht nur seine. Er hat mir als typischer Textleserin dieses Genre erst nahe gebracht. Besonders seine klaren, nicht überladenen, Zeichnungen, haben es mir angetan. Neben dem trockenen Humor, der seine Bücher für mich zu Gute-Laune-Garanten macht.

Faust, Der Tragödie erster Teil – Flix
95 Seiten, Carlsen
ISBN 9783551789778, 14,90 €
Hardcover

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Simon Tofield – Simons Katze “Fütter mich!”

 

Katzenbesitzer wissen es nur zu gut, der Lieblingssatz fast jeder Katze ist “Fütter mich!” Simons Katze macht da keinen Unterschied. In diesem kleinen Bändchen gibt es nur Zeichnungen zu diesem einen Thema, Simons Katze kann schon sehr deutlich werden, wenn mal wieder Fütterungszeit ist. Und die ist eigentlich immer, oder will da jemand widersprechen?

Die Szenen kennt man zum Teil schon aus den bereits erschienenen Bänden von Simon Tofield, hier sind sie jetzt coloriert. Dem stand ich eher skeptisch gegenüber, mir gefällt die Schlichtheit der Comics in schwarz-weiß. Dieser Band lehrte mich aber eines besseren, die Bilder verlieren in Farbe keines wegs an Charme. Ich hatte wieder einmal viel Spaß mit dem kleinen Band.

Simons Katze “Fütter mich!” – Simon Tofield
80 Seiten, Goldmann
IBSN 9783442313037, 5,00 €

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Simon Tofield – Kätzchenchaos

Simons Katze ist zurück, diesmal mit unverhoffter Verstärkung. Eines Tages bringt Simon ein kleines Kätzchen mit nach Hause, das passt dem bisherigen Hausherrn erst mal so gar nicht. Mit der Zeit raufen die beiden sich aber zusammen und stellen gemeinsam noch viel mehr Unsinn an.

Wie immer sehr goldig gezeichnet und in die kleine Katze kann man sich nur verlieben. Sie lässt sich nichts bieten, und zeigt wo es lang geht. Die ersten beiden Bände waren ja schon toll, der dritte hat sie noch übertroffen. Selbst mein Freund, eigentlich ein Hundemensch, konnte sich das Lachen nicht verkneifen.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

 

Simons Katze, Kätzchenchaos – Simon Tofield

240 Seiten, Goldmann

ISBN 9783442312856, 12,00 €

Hardcover

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Das ist ein Buch!

“Das ist ein Buch!” von Lane Smith ist eine wunderschön illustrierte Liebeserklärung an das gedruckte Buch. Der Esel ist lieber virtuell unterwegs und ganz erstaunt, was der Affe da in Händen hält. Ein Buch? Kannst Du damit bloggen? Oder twittern? Hat es WLAN? Nein? Aber wozu ist es dann gut?

Ob der Affe den Esel von den Vorteilen eines Buches überzeugen kann? Schaut einfach mal rein, es ist wirklich ein tolles kleines Büchlein und ein schönes Geschenk für alle Leseratten und Computermenschen.

Das ist ein Buch! – Lane Smith
40 Seiten, Sanssouci
ISBN 9783836302760, 6,90 €

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Lena Ullrich & Giovanni Rigano – Tausend Tode, Sterben will gelernt sein

Sterben ist gar nicht so einfach, wie es manchmal scheint. In diesem kleinen Büchlein wird mit so manchem Mythos aufgeräumt. Zum Beispiel dem tödlichen Hunger von Piranhas auf Menschenfleisch, oder der todbringenden Wirkung von Fliegenpilzen.

Die Autorin hat eine Reihe humorvoller kleiner Texte zu diesem Thema geschrieben. Illustriert wurden sie von Giovanni Rigano, der unter anderem auch als Illustrator an Tim Burtons „Alice im Wunderland“ mitgewirkt hat. Es lohnt sich, die Zeichnungen etwas genauer anzuschauen. Viele kleine Details zeigen, mit wie viel Spaß der Zeichner die Themen umgesetzt hat. Selbst an den Seitenzahlen finden sich tolle kleine Illustrationen.

Ein schönes kleines Büchlein für alle, die mit schwarzem Humor umgehen können und liebevoll gestaltete Bücher zu schätzen wissen.

Tausend Tode, Sterben will gelernt sein – Lena Ullrich & Giovanni Rigano
95 Seiten, Oetinger
ISBN 9783789184390, 8,95 €
Hardcover

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Henrik Lange – Weltliteratur für Eilige

In „Weltliteratur für Eilige – Und am Ende sind sie alle tot“ findet der ungeduldige Leser 90 Klassiker der Weltliteratur, in sehr kurzer Form zusammengefasst. Als Comic in genau vier Bildern pro Werk, kürzer geht es kaum. Nach der Lektüre weiß man zumindest, worum es in all diesen „sollte man eigentlich gelesen haben“ Büchern geht, wer braucht schon mehr um ab und an mal einen mehr oder weniger klugen Kommentar zur Weltliteratur abzugeben?

Einige der hier vorgestellten Werke kannte ich tatsächlich doch schon. Der Kern der Geschichten war meistens sehr gut getroffen, nur ganz selten ging es leicht daneben. Ganz ernst sollte man dieses Buch natürlich auch nicht nehmen, jede Geschichte wird mit einem Augenzwinkern und viel Humor kurz gefasst. Herzlich gelacht habe ich des öfteren. Es macht Spaß und bei einigen Titeln wurde ich neugierig genug, dass ich sie doch mal „im Original“ lesen möchte.

Als lustige Zwischendurchlektüre sehr zu empfehlen, als Vorbereitung auf eine Literaturkundeprüfung würde ich aber doch zu ausführlicheren Werken raten. ;-)

Weltliteratur für Eilige: Und am Ende sind sie alle tot. – Henrik Lange
186 Seiten, Droemer Knaur
ISBN 9783426783313, 7,95 €

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Flix – Da war mal was …


Die heutige Jugend kennt Deutschland gar nicht anders als in einem Stück. Wir (grob Ü30er) erinnern uns noch an ein geteiltes Deutschland. Westen und Osten. In diesem Band hat Flix die unterschiedlichsten Erinnerungen an diese Zeit, seine eigenen und die von Freunden und Bekannten, in Comics festgehalten. Jede Episode ist gerade mal drei Seiten lang. So kommt es zu einer interessanten Sammlung verschiedenster Erinnerungen aus beiden Seiten Deutschlands.

Inzwischen ist die Wiedervereinigung so lange her, dass ich nur noch selten über die Zeit damals nachdenke. Der Band hat alte Erinnerungen geweckt und auch den Anstoß gegeben, mit Freunden und Bekannten mal wieder darüber zu sprechen.

Ich bin zwar in Westdeutschland aufgewachsen, aber mein Uropa lebte in der „Zone“. Mein Opa hatte kurz vor dem Mauerbau „rüber gemacht“. Die Geschichte seiner Flucht erzählte er immer wieder gerne. So kam ich in den Genuss von DDR-Spielzeug, das meist erst einige Tage auf dem Balkon auslüften musste, bis es nicht mehr ganz so giftig nach Plastik roch. Heute will ich gar nicht mehr wissen, was ich alles in meine zarten Kinderlungen inhalierte. Damals fand ich es toll und habe mich an Geburtstag und Weihnachten immer über das Paket aus dem Osten gefreut.

Welche Erinnerungen habt ihr an das geteilte Deutschland?

Da war mal was…  – Flix
132 Seiten, Carlsen
ISBN 9783551789686, 14,90 €
Hardcover

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Flix – sag was

Flix hat seine Freundin verlassen. In „sag was“ erzählt er wie sie zusammen fanden, zusammen zogen und wieder auseinander gingen. Was er an ihr liebte, aber auch was er an ihr hasste. Es geht um Beziehungen, Freundschaften, Pärchen allgemein und im Besonderen, das große Glück und das große Leid. Kurz: das Leben und die Liebe.

Ganz ehrlich, ich hätte in einem Comic nicht soviel emotionale Tiefe erwartet, wie ich sie hier fand. „Sag was“ hat mich sehr beeindruckt und berührt. Wer meint, er könne mit Comics nichts anfangen, könnte mit diesem Buch doch einmal einen Versuch wagen. Man muss Geschichten nicht immer mit Worten erzählen. Flix versteht es, unglaublich viel in, auf den ersten Blick recht einfachen, Zeichnungen unterzubringen. Es macht Spaß, die kleinen Details in den Bildern zu entdecken, wie zum Beispiel die zur Situation passenden Sprüche auf den T-Shirts der Figuren. Von den unendlich variablen Gesichtsausdrücken ganz zu schweigen, man findet wohl kaum einen doppelt im Buch.

Meine Empfehlung für Eigentlich-Nicht-Comicleser, wie ich selbst einer bin. Mir gefiel schon „Heldentage“ und „Mädchen“ von Flix sehr gut, nach diesem Buch bin ich überzeugt, meine Sammlung seiner Werke zu vervollständigen. Flix wird mich wohl noch zum Comicleser bekehren.

sag was – Flix
122 Seiten, Carlsen
ISBN 9783551748201, 10,00 €

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Kiriko Nananan – blue

blue

Mit „blue“ habe ich einen Ausflug in ein mir ganz neues Genre gewagt. Die Welt der Mangas. „blue“ ist ein eher minimalistisch gezeichneter Manga, was mir als reiner Textleserin sehr entgegen kommt. Mir fehlt die Übung, zu detaillierte Bilder lenken mich eher vom Text ab. Hier war die Mischung für mich genau richtig. Ich war erstaunt, wie viel Inhalt man auch mit sowenig Zeichnung und Text transportieren kann.

„blue“ erschien schon 1966, ist aber so zeitlos, dass man ihn wahrscheinlich auch in 20 Jahren noch lesen kann, ohne dass sein Alter auffällt. Er handelt von Freundschaft und Liebe, die zu Leid wird. Traurig aber wunderschön.

Anfangs war es sehr ungewohnt ein Buch von hinten nach vorne und von rechts nach links zu lesen, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Mehr Mühe hatte ich als Ungeübte die Charaktere auseinander zu halten. Aber auch das gelang nach einigen Seiten. Ich hatte wirklich Spaß mit dem Buch und werde sicher ab und an noch mal in einen Manga hinein schnuppern.

blue – Kiriko Nananan
228 Seiten, Schreiber & Leser
ISBN 9783937102429, 14,95 €

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