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Erstaunlich smart

Aktuelle Lektüre ist “Smart Magic” von Christoph Hardebusch. Ganz ehrlich, hätte nicht Christoph Hardebusch dieses Buch geschrieben, ich hätte es nicht gekauft. Bisher hat mir aber noch jedes seiner Bücher mehr als gut gefallen, also zog auch “Smart Magic” hier ein. Und überraschte mich bisher positiv.

Von der ersten Seite an war ich in der Geschichte drin. Auch wenn mir die Welt des Findelkindes Tom zum Glück fremd ist. Er wächst in einer Pflegefamilie auf, die nicht aus Nächstenliebe Kinder aufnimmt. Sondern um sie zu Taschendiebstählen zu zwingen. Als ob das nicht schon schwierig genug wäre, spricht ihn eines Tages auch noch ein Rabe an. Und schon ist Tom in eine geheimnisvolle Geschichte verwickelt.

Bei “Smart Magic” hat der Verlag etwas neues versucht, die Leser konnten über verschiedene Social Media Kanäle an der Entstehung des Buches teilhaben, dem Charakter Ratschläge geben. Leider sind genau das die Stellen, an denen die Geschichte für mich etwas holperig wird. Nette Idee, die es für mich aber nicht gebraucht hätte. Inzwischen ist Tom aber weit weg von Facebook und Twitter, die Geschichte läuft wieder rund und ich lese jeden Abend länger als geplant.

Als ein Troll auftauchte, konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen. So ganz ohne geht es dann doch nicht, oder? ;)

In den Schatten

Zu Weihnachten lagen unter anderem auch zwei Bücher unter dem Weihnachtsbaum. “Arkadien fällt” von Kai Meyer ist schon verschlungen, ich wollte ja wissen wie es mit Rosa und Alessandro weiter oder auch zu Ende geht.  Das Niveau der ersten beiden Bände wurde gehalten, es war sehr spannend und das Buch am zweiten Weihnachtstag gelesen.

Deshalb habe ich auch gleich das zweite Weihnachtsbuch angefangen, “Der letzte Schattenschnitzer” von Christian von Aster. Erzählt wird die Geschichte von einem Schatten, der einem ganz besonderen Kind gehört. Als er merkt, dass dieses Kind ihn hören kann, beschließt er alle Regeln zu brechen und es die Geheimnisse der Schatten zu lehren. Geheimnisse, die heute kaum noch jemand kennt. Schon diese Idee fesselt mich, der ungewöhnliche Erzähler und die geheimnisvolle Atmosphäre tun das ihre dazu. Bisher bin ich sehr begeistert von diesem Buch.

Zwischendurch

Eigentlich wollte ich euch heute berichten, wie sehr mich “American Gods” von Neil Gaiman begeistert. Die Weihnachtspost hatte aber Vorrang, die Zeit vergeht viel zu schnell und ein paar Grüße an liebe Menschen gehören für mich um diese Jahreszeit einfach dazu.

Deshalb nur ganz kurz: wer Geschichten mag, die nicht gleich preis geben wovon sie handeln, wer nicht alles ausdrücklich benannt haben muss, sondern Andeutungen und Ahnungen vorzieht, der sollte sich dieses Buch näher anschauen. In Amerika treffen nicht nur Menschen verschiedenster Kulturen aufeinander, sie haben auch ihre Götter mitgebracht. Wie überall auf der Welt, haben die alten Götter es aber nicht leicht in unsere modernen Welt. Sie drohen vergessen zu werden, verdrängt von den technischen Errungenschaften. Neil Gaiman hat daraus eine fantastische Geschichte gestrickt, mit einem Protagonisten, der mir von Seite zu Seite mehr ans Herz wächst. Mit jeder neuen Facette die er zeigt. Eine Geschichte, die mit jeder Seite an Tiefe gewinnt.

Ein solides Grundwissen in Mythologie schadet nicht vor der Lektüre, im Notfall kann man aber auch Wikipedie befragen. Viele kleine Hinweise sind aber nur zu entdecken, wenn man sich ein wenig in der Vielfalt der Götter auskennt, was den Lesegenuss natürlich steigert.

Krimifieber

Bei mir ist gerade Krimistimmung angesagt. Selbst das spannende “For the win” von Cory Doctorow musste ein Wochenende lang pausieren, damit ich “Die Gesichtslosen” von Stephanie Frey und “Nichts als Erlösung” von Gisa Klönne dazwischen lesen konnte. Anschließend habe ich “Angst” von Robert Harris verschlungen, um jetzt in “Torso” von Wolfram Fleischhauer zu versinken. Mal sehen, wie lange diese Krimiphase anhält, Stoff gäbe es ja genügend.

Als Hörbuch habe ich “Ausgelöscht” von Cody McFadyen immer mit dabei. Da geht es schon ziemlich zur Sache, gut um mich nach der Arbeit im Bus wach zu halten.

Auf meinem SUB liegen zum Beispiel noch drei Bände von Gianrico Carofiglio, den ich gerade als Krimiautor für mich entdeckt habe. Zwei Fitzeks stehen auch noch da, gleich neben “Kühlfach 4″ von Jutta Profijt und zwei Krimis von Fred Vargas.

Als Unterwegslektüre habe ich heute morgen “Winter in Maine” von Gerard Donovan gewählt. Kein Krimi, aber von der ersten Seite an fesselnd.

Qualvoll

Der Genuss von Hörbüchern hängt sehr vom Sprecher ab. Auch der schönste Text macht wenig Spaß, wenn er nicht schön gelesen wird. Umgekehrt kann ein guter Sprecher aus einem schlechten Text zwar keinen sehr guten zaubern, aber immerhin das Hören erträglich bis amüsant machen. Leider habe ich gerade ein Beispiel auf den Ohren, bei dem ein an sich angenehmer Text nur schwer zu ertragen ist. Wegen der Sprecherin.

“Das Orchideenhaus”, geschrieben von Lucinda Riley, hört sich nach gemütlicher Zwischendurchlektüre an, ein Familienroman, mit allem was dazu gehört. Einem alten Tagebuch, Familiengeheimnisse und Drama. Perfekt für kalte Herbsttage. Wäre da nicht die Sprecherin Simone Kabst. Bisher konnte ich mich noch mit jedem Sprecher warm hören, hier gelingt es mir nicht. Die Protagonisten nuscheln die meiste Zeit unmotiviert vor sich hin. Natürlich interpretiert jeder einen Text unterschiedlich. Diese Interpretation hier geht leider in neunzig Prozent der Zeit meilenweit an meiner vorbei. Für mich verlieren die Szenen an Charme, weil ein Charakter seinen Text ganz anders aufsagt, als ich ihn in meinem Kopfkino gehört hätte. Weiter voneinander entfernt könnten zwei Wellenlängen kaum sein, von ihr gesprochene Hörbücher werde ich in Zukunft lieber meiden.

Meine Buch-Lektüre gleicht das zum Glück aus, “For the win” von Cory Doctorow fesselt mich allabendlich an den Esstisch. Die Mahlzeit ist längst beendet, das Buch liegt immer noch vor mir und wird verschlungen. Obwohl das Thema stellenweise nicht ganz einfach ist, Cory Doctorow hat einen kleinen Wirtschaftskundekurs im Buch untergebracht. Aber in einer spannenden Geschichte verpackt und gut erklärt.

Mal sachlich

Auf der Frankfurter Buchmesse habe ich den Vortrag von Herrn Thomas Wanhoff zu seinem Buch “Wa(h)re Freunde” besucht und war begeistert. Der Untertitel des Buches lautet “Wie sich unsere Beziehungen in sozialen Online-Netzwerken verändern”. Ein spannendes Thema, das mir im eigenen Leben auch immer wieder begegnet.

Deshalb wird es jetzt mal wieder Zeit für ein Sachbuch, nachdem ich in letzter Zeit fast nur Romane gelesen habe. Herr Wanhoff gehört nicht zu denen, die Facebook & Co. verteufeln, was ihn mir schon mal sympathisch macht. Soziale Netzwerke sind das, was wir daraus machen. Wenn ich bewusst damit umgehe, empfinde ich sie auch nicht als Gefahr, sondern als große Bereicherung. Worauf man achte sollte, erläutert der Autor auch in diesem Buch. Aber es ist keine Anleitung, wie man Facebook benutzt, sondern eine allgemeine Sammlung an Informationen über verschiedene Netzwerke, ihre private und ihre wirtschaftliche Nutzung. Wie man es letztendlich nutzt, bleibt jedem selbst überlassen.

Endlich wieder aufwärts

Die letzten Bücher waren nicht schlecht, aber so wirklich umwerfend gut leider auch nicht. Sie haben mich ganz gut unterhalten, aber selten dazu geführt, dass ich nach dem Essen noch lange am Tisch saß um weiter zu lesen. Das hat sich jetzt endlich wieder geändert.

Meine Rettung aus dem Tal der Durchschnitssbücher ist Jeffrey Eugenides mit “Die Liebeshandlung”. Ein wunderschöner Roman über die Liebe, die Literatur, die Liebe zur Literatur und das Collegeleben Anfang der Achtziger Jahre. Endlich kann ich mich wieder kaum von einem Buch lösen und würde am liebsten immer nur weiter lesen.

Von einem Labyrinth ins nächste

“Das Labyrinth der träumenden Bücher” von Walter Moers habe ich gerade abgeschlossen, weiter geht es mit den Irrungen der Liebe. “Die Liebeshandlung” von Jeffrey Eugenides wird die nächste Lektüre sein.

Vom “Labyrinth der träumenden Bücher” war ich ein klein wenig enttäuscht. Moers Schreibstil ist wie gewohnt toll und es finden sich allerhand skurille Ideen. Aber über lange Strecken werden nur Erinnerungen an das alte Buchhaim aufgewärmt. Als es interessant wurde, war das Buch auch schon wieder zu Ende. Schade, der Anfang war recht schleppend, gegen Ende wurde es wieder vielversprechender.

In “Die Liebeshandlung” habe ich nur ganz kurz reingeschnuppert, wurde aber gleich ins Buch gesaugt und konnte mich nur mit Mühe wieder losreißen. Wenn es so weiter geht, wird das wieder eine ähnlich tolle Lektüre wie ehemals “Die Selbstmordschwestern”.

Was alles auf meinem SUB liegt und ungeduldig mit den Seiten raschelt, darf ich gar niemandem erzählen. Dieser Herbst hat es wirklich in sich. Aber bald habe ich zwei Wochen Urlaub. Hoffentlich ist schlechtes Wetter, damit ich ohne schlechtes Gewissen im Lesesessel versinken kann.

Die letzte Dämmerung

Mit “In den Abgrund”, dem dritten Teil der Reihe “Magierdämmerung”, schließt Bernd Perplies seine Steampunk-Reihe ab. So schwer mir der Abschied von einigen wirklich gut gelungenen Charakteren auch fallen wird, ich kann das Buch gerade nicht mehr aus der Hand legen.

Zu Beginn hätte ich mir nochmal eine kurze Einführung gewünscht. Der zweite Band ist doch schon wieder ein Weilchen her, die Handlung stellenweise recht komplex. Aber nach zwei Kapiteln war die Erinnerung wieder da, gerade rechtzeitig um sich wieder voll und ganz auf die verschiedenen Schauplätze konzentrieren zu können. In London müssen harmlose Spaziergänger vor riesigen fleischfressenden Pflanzen gerettet werden, andernorts stoßen die Magier unverhofft auf Mitglieder des Vatikans, die sich der Bekämpfung von Magie widmen. Flugsaurier sorgten schon für eine furiosen Luftkampf, der mich seitenlang fesselte.

Kurz: ein spannendes Finale, auf den großen Endkampf bin ich schon sehr gespannt.

Aktuelles auf Ohren und Augen

Lange hat es mich gelockt, negative Rezensionen haben mich dann doch immer wieder abgeschreckt. Aber das Hörbuch sollte besser sein, dank der Stimme von Andrea Sawatzki. Die “Mord im Gurkenbeet – Flavia de Luce I” von Alan Bradley wirklich sehr fesselnd liest. Die elfjährige Flavia findet im Gurkenbeet einen Toten. Kurz bevor er wirklich tot ist, er hat gerade noch Zeit ein letztes Wort zu hauchen. “Vale”. Flavias Vater wird des Mordes bezichtigt, da bleibt ihr ja wohl nichts anderes übrig, als nach dem wirklichen Täter zu suchen. Was hat die tote Schnepfe mit der Briefmarke auf dem Schnabel damit zu tun? Ich habe meine Wahl nicht bereut und höre in jeder freien Minute weiter.

Gelesen wird aber natürlich auch noch. Als Gute-Nacht-Lektüre dient “Der Swimmingpool des kleinen Mannes” von Flix. Quasi die Fortsetzung von “Heldentage”, seinem Tagebuch in Comicform.

Als Buchstabenlektüre lese ich gerade “Das Meer in Gold und Grau” von Veronika Peters. Katia ist fast dreißig, wurde nicht ganz schuldlos gekündigt und steht jetzt ohne Job und Wohnung da. Was spricht dagegen, mal eben für ein Wochenende an die Ostsee zu fahren. Dort betreibt ihre Tante, die sie bisher nur vom Hörensagen kennt, ein kleines Strandhotel. Das “Strandhotel Palau” wird so traumhaft beschrieben, man würde am liebsten sofort einen Urlaub dort buchen. Auch Katia bleibt hängen und arbeitet schnell im Hotel mit. Sie ist nicht das einzige Strandgut in Palau. Aber auch am Strandhotel und seinen Bewohnern geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Ein wunderbares Buch, um sich bei dem aktuellen herbstlichen Wetter in den Sessel zu kuscheln.