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Eine Leiche zwischendurch

Heute brauchte ich mal wieder ein handliches Mitnehm-Buch, also wurde “Kühlfach 4″ von Jutta Profijt vom SUB befreit. In dem ein Kleinkrimineller nicht so wirklich sterben will und einem Rechtsmediziner jetzt das Leben schwer macht. Sehr witzig, ich amüsiere mich köstlich. Leider ist es viel zu schnell wieder vorbei, die letzten 100 Seiten hebe ich mir für das morgige Frühstück auf.

“Seelenfänger” von Jonathan Howard konnte mich bisher (Seite 120) nicht wirklich überzeugen. Weder was den Humor angeht, noch was die Logik betrifft. Ich fürchte, da werde ich doch lieber “Die Furcht des Weisen II” weiter lesen und den “Seelenfänger” wieder zurück zu seinem Besitzer schicken.

“Den Tod vor Augen” habe ich als Hörbuch mit dem zweiten Band zu “Numbers” von Rachel Ward, die Fortsetzung von “Numbers, Den Tod im Blick”. So sehr ich mich allabendlich gefreut hatte, endlich von “Abgründe” erlöst zu werden, so wenig konnte ich mich heute von “Den Tod vor Augen” trennen. Adam sieht in den Augen der Menschen ihr Todesdatum. Plötzlich geschieht etwas schreckliches, er sieht bei immer mehr Menschen das gleiche Datum. Scheinbar wird eine große Katastrophe geschehen, und das schon sehr bald. Kann er sie aufhalten?

Die Furcht der Langeweile

Wie hatte ich mich auf den zweiten Band von “Die Furcht des Weisen” gefreut, nachdem mir der erste Band von Patrick Rothfuss ebenso gut gefiel, wie “Der Name des Windes”. Nach nicht einmal 100 Seiten habe ich das Buch vorerst beiseite gelegt. Felurian scheint mir bisher unnötig und nur den männlichen Bedürfnissen des Autors entsprungen. Wirklich viel passiert hier nicht, Kvothe lernt nur über viele Seiten hinweg das Kamasutra der Fae. Es sei ihm gegönnt, man könnte aber schneller wieder zu handlungsrelevanten Szenen kommen.

Deshalb lese ich jetzt erst einmal ein “Bauchbuch”. Ein Buch, auf das ich gerade richtig Lust hatte, wofür jetzt die richtige Zeit war. Und wieder einmal trügt mein Bauchgefühl nicht, ich habe richtig Spaß an Ben Aaronovitchs “Die Flüsse von London”. Peter Grant steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Police Constable, ihm winkt eine todlangweilige Stelle am Schreibtisch. Bis er bei einer Ermittlung sachdienliche Hinweise eines Zeugen aufnimmt, die er lieber nicht im Bericht erwähnt. Der Zeuge ist nämlich ein Geist. Damit beginnt Peters Weg in einer Spezialeinheit der Londoner Polizei und seine Zeit als Zauberlehrling. Wunderbarer englischer Humor in einem Krimi mit einem guten Schuss Phantastik.

Unterwegs begleitet mich wie immer ein Hörbuch, momentan ist es “Abgründe” von Arnaldur Indriðason. Mein erster Krimi von diesem Autor, wirklich begeistert bin ich nicht. Er ist nicht schlecht, aber leider auch nur guter Standard. Vielleicht überrascht er mich aber auch noch, er hat noch ein paar Stunden lang die Möglichkeit dazu.

Ohrenschmankerl

Für die heutige Fahrt nach München und zurück hatte ich mir frischen Ohrenschmaus auf den MP3-Player geladen. “Léon und Louise” von Alex Capus sollten mich begleiten. Zum hören kam ich zwar weniger als geplant, aber die ersten anderthalb Stunden des von Ulrich Noethen gelesenen Hörbuches gingen runter wie Öl.

Seine Stimme passt einfach fantastisch zur Geschichte, ich fühle mich nach Frankreich versetzt und verfolge gerade noch gespannt das Kennenlernen von Léon und Louise. Einfach nur wunderschön. Ein echtes Ohrenschmankerl eben.

Holmes-lastig

Momentan begegne ich ständig Sherlock Holmes. Als Hörbuch verfolge ich seine Ermittlungen in “Das Geheimnis des weißen Bandes” von Anthony Horowitz. Ich konnte mich lange nicht entscheiden, ob ich es lesen oder hören soll. Seit neuestem kommt auch noch die Möglichkeit des elektronischen lesens hinzu.

Das Buch ist wunderschön gestaltet, schwarzer Leineneinband mit weißer Prägeschrift. Ein Genuss es auch nur in Händen zu halten. Dennoch bereue ich nicht, mich für das Hörbuch entschieden zu haben. Gelesen wird es von ganz fantastisch von Johannes Steck, der mich mit seiner Stimme sofort ins viktorianische London entführte. Seine Stimme und die spannende Geschichte mit vielen bekannten Elementen, bauen eine unglaubliche Atmosphäre auf. Holmes, wie man ihn aus den Büchern von Arthur Conan Doyle kennt, wird hier wieder Leben eingehaucht.

Am Montag begegnet Holmes mir dann auf ganz andere Art und Weise, im Kino. “Spiel im Schatten” wird hoffentlich ebenso schön wie der erste Film.

Qualvoll

Der Genuss von Hörbüchern hängt sehr vom Sprecher ab. Auch der schönste Text macht wenig Spaß, wenn er nicht schön gelesen wird. Umgekehrt kann ein guter Sprecher aus einem schlechten Text zwar keinen sehr guten zaubern, aber immerhin das Hören erträglich bis amüsant machen. Leider habe ich gerade ein Beispiel auf den Ohren, bei dem ein an sich angenehmer Text nur schwer zu ertragen ist. Wegen der Sprecherin.

“Das Orchideenhaus”, geschrieben von Lucinda Riley, hört sich nach gemütlicher Zwischendurchlektüre an, ein Familienroman, mit allem was dazu gehört. Einem alten Tagebuch, Familiengeheimnisse und Drama. Perfekt für kalte Herbsttage. Wäre da nicht die Sprecherin Simone Kabst. Bisher konnte ich mich noch mit jedem Sprecher warm hören, hier gelingt es mir nicht. Die Protagonisten nuscheln die meiste Zeit unmotiviert vor sich hin. Natürlich interpretiert jeder einen Text unterschiedlich. Diese Interpretation hier geht leider in neunzig Prozent der Zeit meilenweit an meiner vorbei. Für mich verlieren die Szenen an Charme, weil ein Charakter seinen Text ganz anders aufsagt, als ich ihn in meinem Kopfkino gehört hätte. Weiter voneinander entfernt könnten zwei Wellenlängen kaum sein, von ihr gesprochene Hörbücher werde ich in Zukunft lieber meiden.

Meine Buch-Lektüre gleicht das zum Glück aus, “For the win” von Cory Doctorow fesselt mich allabendlich an den Esstisch. Die Mahlzeit ist längst beendet, das Buch liegt immer noch vor mir und wird verschlungen. Obwohl das Thema stellenweise nicht ganz einfach ist, Cory Doctorow hat einen kleinen Wirtschaftskundekurs im Buch untergebracht. Aber in einer spannenden Geschichte verpackt und gut erklärt.

Alltäglich

Bis ich mit meinem aktuellen Hörbuch durch bin, wird es ein Weilchen dauern. Es ist immerhin über 17 Stunden lang. Aber nach den ersten zwei Stunden bin ich überzeugt, ich werde auch jede weitere genießen. Rufus Beck liest “Eine kurze Geschichte der alltäglichen Dinge” von Bill Bryson und er macht das wunderbar!

Bill Bryson erzählt die Geschichten ganz alltäglicher Dinge. Wie zum Beispiel dem Haus. Dabei schweift er auch immer mal wieder kurz ab und man bekommt etliches an englischer Geschichte mit untergejubelt. Das macht er aber so spannend, dass man gar nicht genug davon bekommen kann. Bisher habe ich schon einiges über den Kristallpalast gehört, über ein 5000 Jahre altes Dorf, über Fenster im allgemeinen, darüber warum Menschen überhaupt sesshaft wurden, was man früher so aß und warum das keine Rinder sondern meistens Vögel waren…

Schon nach dem relativ kleinen Teil des Hörbuches, den ich bisher gehört habe, bin ich beim darüber erzählen nur schwer zu bremsen. Mein Freund muss gerade öfter mal kleine “Wusstest Du schon….!” Vorträge über sich ergehen lassen. Weil ich wirklich unglaublich spannend finde, was Bill Bryson an Wissen in diesem Buch versammelt hat. Mein Hörbuchtipp für lange Winterabende. Außerdem weiß ich jetzt, warum viele die Hörbücher von Rufus Beck so gerne hören, er hat eine fantastische Stimme, der ich unendliche lange lauschen könnte.

Aktuelles auf Ohren und Augen

Lange hat es mich gelockt, negative Rezensionen haben mich dann doch immer wieder abgeschreckt. Aber das Hörbuch sollte besser sein, dank der Stimme von Andrea Sawatzki. Die “Mord im Gurkenbeet – Flavia de Luce I” von Alan Bradley wirklich sehr fesselnd liest. Die elfjährige Flavia findet im Gurkenbeet einen Toten. Kurz bevor er wirklich tot ist, er hat gerade noch Zeit ein letztes Wort zu hauchen. “Vale”. Flavias Vater wird des Mordes bezichtigt, da bleibt ihr ja wohl nichts anderes übrig, als nach dem wirklichen Täter zu suchen. Was hat die tote Schnepfe mit der Briefmarke auf dem Schnabel damit zu tun? Ich habe meine Wahl nicht bereut und höre in jeder freien Minute weiter.

Gelesen wird aber natürlich auch noch. Als Gute-Nacht-Lektüre dient “Der Swimmingpool des kleinen Mannes” von Flix. Quasi die Fortsetzung von “Heldentage”, seinem Tagebuch in Comicform.

Als Buchstabenlektüre lese ich gerade “Das Meer in Gold und Grau” von Veronika Peters. Katia ist fast dreißig, wurde nicht ganz schuldlos gekündigt und steht jetzt ohne Job und Wohnung da. Was spricht dagegen, mal eben für ein Wochenende an die Ostsee zu fahren. Dort betreibt ihre Tante, die sie bisher nur vom Hörensagen kennt, ein kleines Strandhotel. Das “Strandhotel Palau” wird so traumhaft beschrieben, man würde am liebsten sofort einen Urlaub dort buchen. Auch Katia bleibt hängen und arbeitet schnell im Hotel mit. Sie ist nicht das einzige Strandgut in Palau. Aber auch am Strandhotel und seinen Bewohnern geht die Zeit nicht spurlos vorbei. Ein wunderbares Buch, um sich bei dem aktuellen herbstlichen Wetter in den Sessel zu kuscheln.

Kunterbunt querbeet

Gerade lese ich mal wieder zu viele Bücher auf einmal. “Die letzten Gerechten” von Paul Hoffman fingen sehr gut an, endlich wurde mal ein wenig erklärt. Aber gerade zieht es sich doch wieder ein wenig.

In “Mission Clockwork” von Arthur Slade wollte ich ja nur mal kurz reinschauen. Weil es mich interessiert, wie Steampunk im Jugendbuchbereich umgesetzt wird. Da wurde ich von einer sehr spannenden Geschichte und ausgefallenen Charakteren überrascht, jetzt kann ich es nicht mehr zur Seite legen.

“Rotkehlchen” von Jo Nesbø hatte ich auf einer Reise angefangen, aber parallel dazu “Erlösung” von Jussi Adler-Olsen gelesen. Dabei ist es mir zum ersten Mal passiert, dass ich tatsächlich mit Parallel-Lektüre durcheinander kam. Zwei skandinavische Krimis mit jeweils zwei Zeitebenen waren dann wohl doch zu viel des Guten. Wird demnächst fertig gelesen.

“I shall wear midnight” von Terry Pratchett ist wie von ihm gewohnt sehr gut. Aber bisher eher etwas schwere, im Sinne von traurige und bedrückende, Kost. Dafür muss ich erst in die richtige Stimmung kommen. Sein Humor ist natürlich noch immer da, aber Tiffany ist erwachsen geworden und muss mit allerhand fertig werden.

Gehört wird seit gestern “Ein König für Deutschland” von Andreas Eschbach. Es fängt sehr spannend an, mal sehen wie es weitergeht.

“Nichtlustig, das dicke Cartoonbuch” von Joscha Sauer zählt eigentlich nicht als Parallelbuch. Comics und Cartoons lese ich im Bett, weil ich damit besser abschalten kann. Dieses ist gerade mein Nachttischbuch. Es tut einfach gut, mit einem breiten Grinsen im Gesicht einzuschlafen.

Im Krimifieber

Den zweiten Band von Jussi Adler-Olsen habe ich gerade fertig gehört, den dritten werde ich mir gleich morgen runter laden. “Schändung” gefiel mir noch um einiges besser als “Erbarmen”. Jetzt bin ich auf “Erlösung” gespannt. Das Ermittler-Team ist mir richtig ans Herz gewachsen, was habe ich in der letzten halben Stunde um sie gebangt.

Dank der Hörbücher bin ich jetzt auch lesetechnisch wieder krimineller geworden. Eigentlich lese ich noch an den letzten Seiten von “Wo die alten Damen wohnen”, von Pascale Gautier. Das mir auch sehr gut gefällt, die alten Damen bringen einen zum nachdenken. Das ältere Menschen oft etwas schrullig und schwierig werden, haben wir alle schon erlebt. Die Damen zeigen dem Leser diese Welt von der anderen Seite. Warum sind sie wohl so geworden? Alt sein ist nicht immer leicht. Ein ruhiges Buch mit viel Charme, bei dem man aber auch immer wieder ein freches Alte-Damen-Lächeln blitzen sieht.

Parallel dazu beginne ich gleich mit “Blutspiele” von Iris Johansen. Der Klappentext klang gut, Rezensionen schaue ich mir vorher absichtlich nicht an. Ich lasse mich jetzt mal von einer, mir bisher ganz fremden, Autorin überraschen.

Wieder was auf die Ohren

In den letzten Wochen habe ich im Bus wieder öfter gelesen. Immerhin ist es momentan hell, und nicht ewig dämmerig oder sogar schon dunkel auf dem Weg von und zur Arbeit. Aber jetzt hatte ich mal wieder Lust auf das nächste Hörbuch. Das wackelt wenigstens nicht bei jedem Schlagloch, und davon hat Würzburg so einige zu bieten. ;)

Nachdem ich letzten Monat den ersten Krimi von Jussi Adler-Olsen gelesen hatte, werde ich mit “Schändung” jetzt den zweiten Band hören. Ich bin gespannt, der erste gefiel mir gut, vorallem die Charaktere. Die Handlung war recht schnell durchschaut, ein wenig Spannung blieb dann aber doch noch bis zum Ende.