Archiv für Szenen eines Buchhändlerlebens

Papiergeflüster auf Papier

Papiergefluesterv

Heute durfte ich es zum ersten Mal in Händen halten, “Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin” als gedrucktes Buch, auf Papier eben. Ein unglaubliches Gefühl, ein Honigkuchenpferd hätte neben mir traurig ausgesehen. Das E-Book war schon ein kleines Wunder, an das ich lange nicht zu glauben wagte. Und jetzt noch der gedruckte Zwillingsbruder dazu, einfach wunderbar. Vielen Dank an alle, die geholfen haben, “Papiergeflüster” entstehen zu lassen!

Ohne Leander Wattig und sein Projekt “Ich mach was mit Büchern” hätte es gar keine Anekdoten gegeben, die nun hier zum Buch wurden. Peter Schmid-Meil von TUBUK.digital war spontan von den Geschichten begeistert und wollte ein Buch daraus machen, ihm verdanke ich auch, dass es nun bei Acabus gedruckt wurde. Aber es waren noch viele mehr, die mir Mut machten, testgelesen haben, das richtige Treffen zum richtigen Zeitpunkt arrangierten… Danke!

e-Book
ca. 62 Seiten, ePUB
ISBN: 978-3-95595-001-9
Preis: 2,99 €
TUBUK.digital

print-Book
ca. 100 Seiten, kartoniert
ISBN: 978-3-86282-235-5
Preis: 10,90
Acabus Verlag

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Buchgeschichten: Schaufenster-Yoga

Das Fitnessstudio kann man sich als Buchhändler eigentlich getrost sparen. Bücherkisten schleppen ersetzt das Muskeltraining und die Wege im Laden sind besser als jedes Laufband. Schon mal 40 Schönfelder der Kollegin hoch gereicht, die auf der Leiter stehend das Lager, ganz oben in den Regalen, damit befüllt? Wer braucht da noch Hanteln?

Meine Yoga-Stunden kommen mir allerdings öfter mal zu Gute. Leider sind zwei unserer Schaufenster nur von einer Seite aus zu erreichen. Natürlich versuchen wir die Ecke, die bei gefülltem Schaufenster so gut wie unerreichbar ist, mit Titeln zu bestücken, die mehrmals vorrätig sind. Aber selbstverständlich merke ich meistens erst beim Kontrollblick von draußen, dass ganz da in der Ecke das Buch nicht so liegt, wie es liegen sollte. Also muss ich da jetzt irgendwie dran kommen. Oder aber Murphy schlug zu, alle Kunden kauften dasselbe Buch und im Schaufenster liegt jetzt doch das letzte Exemplar. Ganz da hinten in der Ecke.

Dann kommt es immer wieder zu Szenen, bei denen ich jedes Mal hoffe, dass gerade niemand am Schaufenster vorbei laufen möge, den ich kenne. Wenn ich wieder einmal auf Zehenspitzen balancierend, mich gerade noch so an einer Säule haltend, nach einem Buch angele. Oft genug nur noch auf einem Bein, das zweite wenig elegant irgendwo im Schaufenster untergebracht, wo es möglichst keine Dekoration oder gar Bücher herunter reißen könnte. Ich muss unbedingt mal in unseren Yoga-Büchern nachschlagen, wie sich diese Haltung nennt. Trinkender Elefant oder fischender Reiher?

Mehr Geschichten aus der Buchhandlung? Immer wieder auf Twitter bei @buchgeschichten und im Buch “Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin”.

 

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Wie Weihnachten

9783862822355

Vor einem Jahr hätte ich noch jeden ausgelacht, der mir erzählte, ich würde mal ein Buch veröffentlichen. Jetzt kam es doch so. Erst wurden die Geschichten aus dem Leben einer Buchhändlerin als E-Book veröffentlicht, demnächst wird es sie auch gedruckt geben. Sie stehen schon offiziell als Ankündigung auf der Verlagsseite.

Heute bekam ich zum ersten Mal das Cover zu sehen. Und war begeistert, ein Gefühl wie Weihnachten. Es gab schon ein paar Stimmen dazu, mal gefiel die Schrift nicht, mal das Bild. Einige stimmten mir aber auch zu, es passt einfach. Bücher gehören natürlich zu einem Buch über Bücher, ich mag die Farben und auch den Schriftzug.

Wenn es sich schon so toll anfühlt, das Cover zu sehen, wie wird es dann erst, das Buch in Händen zu halten? Als das E-Book erschien, fühlte es sich schon an wie Kinder bekommen. Zum Glück weniger schmerzhaft, aber furchtbar stolz auf das, was man da fabriziert hat. Es dann in Händen halten zu können, wird sicher nochmal ein ganz besonderer Tag. Dann habe ich Zwillinge. ;)

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Buchgeschichten: Das Haus, das Verrückte macht

Als Buchhändler steht man nicht nur im Laden, es gibt auch allerhand an Bürokram zu erledigen. Zum Beispiel müssen größere Schulbuchbestellungen öffentlich ausgeschrieben werden, damit sich jede Buchhandlung darauf bewerben kann. Auch wir bewerben uns um solche Aufträge. Jeder hat oft genug mit Ämtern zu tun und weiß, dass deren Papierkram einen an den Rand des Wahnsinns treiben kann. Das ist bei den Ausschreibungen nicht besser. Ein ganz besonderes Exemplar hatte ich allerdings diese Woche in Arbeit.

Es fing schon damit an, dass sie für die Ausschreibungsunterlagen gerne Geld hätten. Soweit ist das noch üblich. Sie hätten es gerne überwiesen. Auch gerne. Aber sie verraten einem nicht, wohin man es überweisen soll. Na gut, dann nutze ich doch die angegebenen Kontaktdaten und frage nach.

Den ersten Versuch unternahm ich per E-Mail. Es kam auch prompt eine Antwort, allerdings mit der Nachricht „E-Mail nicht zustellbar“. Vielleicht hatte ich mich in der Adresse vertippt? Dreimal kontrolliert, dreimal das gleiche Ergebnis, die E-Mail Adresse entsprach der angegebenen. Also ein zweiter Versuch an diese Adresse zu schreiben, es kam die gleiche Antwort zurück. Vielleicht hatte das Amt sich verschrieben?

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Das ePUB zu “Papiergeflüster” ist da

“Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin” gibt es jetzt auch als epub.

200
Simone Dalbert – Papiergeflüster, Aus dem Leben einer Buchhändlerin
ca. 62 Seiten, ePUB
ISBN: 978-3-95595-001-9
Preis: 0,99 €

Tubuk.digital

 

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Szenen eines Buchhändlerlebens VII

“Warum ist der Kalender nicht mehr lieferbar? Es ist doch erst Januar!”
Das neue Jahr kam wohl wieder sehr überraschend.

@Buchgeschichten auf Twitter

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Buchgeschichten: Inventur

Alle Jahre wieder folgt auf das wuselige Weihnachtsgeschäft die Inventur. Alles muss erfasst, jede Postkarte und jede Rolle Geschenkpapier gezählt werden. Die Bücher können wir zum Glück scannen, ich habe auch noch die alte Methode mit Rechenmaschine und Fotoapparat erlebt. Fragt nicht.

Schon Wochen vorher fange ich an, mir Listen zu schreiben. Mit all den Dingen, die nicht gescannt, sondern von Hand gezählt und erfasst werden müssen. Damit auch ja keines vergessen wird. Das fängt bei den Kleinigkeiten wie den Postkarten im Lager an. Zu Weihnachten kauft natürlich niemand Sommerkarten, die liegen wohl verwahrt im Schrank. Da liegen sie gut, und werden gerne mal ignoriert.

Und endet meist mit den Dingen, die man das ganze Jahr vor Augen hat und deshalb gar nicht mehr bewusst wahrnimmt. Wie zum Beispiel dem lebensgroßen Skelett, das der Jahreszeit entsprechend gekleidet herum steht und eher als Kollege, denn als Inventar, angesehen wird. Es heißt übrigens Ferdinand und trägt zur Inventurzeit meistens noch seine Nikolausmütze.

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“Papiergeflüster” jetzt als Buch!

 

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Ihr mögt die Geschichten aus dem Buchhändlerleben? Jetzt gibt es sie als Buch!

“Papiergeflüster – Aus dem Leben einer Buchhändlerin” ist bei Tubuk.digital erschienen. Aktuell als .pdf zum Einführungspreis von nur 0,99 €!

Demnächst aber auch als .epub und für den Kindle. Nicht digitale Leser müssen sich noch ein wenig gedulden, aber auch die werden noch das Vergnügen haben.

Auch wer immer fleißig auf “Ich mach was mit Büchern” und hier auf Papiergeflüster mitgelesen hat, kennt noch nicht alle Geschichten. Das war auch der Grund, weshalb es auf Papiergeflüster zwischenzeitlich immer wieder still wurde, erst wurde noch fleißig geschrieben, dann noch einmal überarbeitet, die Korrekturen und Verbesserungsvorschläge des Lektorats eingearbeitet…

Ich hoffe ihr habt viel Spaß mit dem Ergebnis!

Vielen Dank an alle, die diese Idee Wirklichkeit werden ließen.

Papiergeflüster, Aus dem Leben einer Buchhändlerin – Simone Dalbert
Verlag:Tubuk.digital
0,99 € (kurzfristiger Einführungspreis)

 

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Szenen eines Buchhändlerlebens VI

Karte gesucht: nachträglich zu Weihnachten, zum neuen Jahr und zum Geburtstag.
Natürlich all das auf einer Karte.
#kapituliert

@Buchgeschichten auf Twitter

 

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Buchgeschichten: Schwerer Abschied

Vor zwei Jahren mussten wir die Filiale, in der ich lange Zeit gearbeitet hatte, schließen. Es hieß Abschied nehmen, von vielen lieb gewonnen Stammkunden. Keine leichte Zeit, da wird einem das Herz schon mal schwer. Man hat immerhin viel Zeit in diesen vier Wänden und mit den Kunden verbracht, viele regelmäßig getroffen.

Neben den Kunden, zu denen man mit der Zeit eine besondere Beziehung aufgebaut hatte, gab es auch die eine oder andere Überraschung. Man hat sich zwar regelmäßig gesehen, aber kaum ein Wort über das Geschäftliche hinaus gewechselt. Bis zu diesem letzten Tag. So manch einer hat uns unverhofft seine Wertschätzung ausgesprochen. Wir hatten einen Kunden, der anfangs sehr schwierig war, wir konnten ihn kaum zufrieden stellen. Aber mit viel Service und noch mehr Freundlichkeit hatten wir ihn irgendwann geknackt, von dem Tag an kamen wir alle prächtig miteinander aus. Das gerade dieser Kunde mir bei seinem letzten Besuch sagte, wie gerne er immer bei uns eingekauft hätte, hat unglaublich gut getan.

Mit so manchem Kunden hat man im Laufe der Jahre auch mal private Worte gewechselt. Nie wirklich persönlich, meist Small Talk, trotzdem lernte man sich einfach kennen. Man erzählte sich vom letzten Urlaub, oder auch dem nächsten, wenn ein Reiseführer gekauft wurde. Nach der Weihnachtsfeier, für die wir gemeinsam das passende Buch mit kurzen Geschichten gesucht hatten, wie sie bei den Kollegen ankamen, oder vom Apfelkuchen, den man letzten Wochenende gebacken hatte. Eine dieser ganz besonderen Kundinnen wusste, wohin ich gewechselt hatte und rief mich einige Monate nach der Schließung auf meiner neuen Stelle an. Einfach nur um zu fragen, wie es mir geht, ob alles in Ordnung ist. Ganz ehrlich, ich hätte heulen können. Solche Momente tun unglaublich gut.

Noch oft denke ich an den älteren Herrn, der tagtäglich bei uns seine Zeitung kaufte. Wenn die Zeit dafür war, wechselte man ein paar Sätze über das Wetter oder das Tagesgeschehen. Meistens hatte er sein „Düdle“ (fränkisch für Tüte) schon dabei, die Frage danach gehörte einfach zu unserem Tag. Er war immer einer meiner Lieblingskunden, auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie er heißt, da er nie ein Buch bestellt hatte. Wie viel wir ihm wirklich bedeuten, wurde mir aber erst an unserem letzten Tag klar. Als er sich mit Tränen in den Augen von uns verabschiedete. Ich hoffe, er hat einen schönen Ersatz für uns gefunden, wo er auch täglich sein Düdle auspacken konnte.

Auf jedes Ende folgt ein Neuanfang und ich habe auch jetzt wieder viele tolle Kunden. Trotzdem denke ich noch oft und immer wieder gerne an all diese Menschen zurück, die mich in all den Jahren begleitet haben. Danke.

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