Belletristik Besprechungen

Carlos Ruiz Zafón – Das Spiel des Engels

2. Januar 2009

SpielEngels

„Das Spiel des Engels“ ist der zweite Roman von Zafón, gehört auch zu „Der Schatten des Windes“, ist aber nicht dessen Fortsetzung. Man kann beide Bücher lesen ohne das jeweils andere zu kennen, „Das Spiel des Engels“ spielt vor „Der Schatten des Windes“, hier lernen wir zum Beispiel Daniel Semperes Eltern kennen und erfahren, wie sie sich gefunden haben.

Dies ist aber nur eine Nebenhandlung, die mir mit ihren Verbindungen und Hinweisen auf „Der Schatten des Windes“ sehr gefallen hat. Hauptsächlich handelt das Buch von David Martín, den wir von seiner Jugend an begleiten. Seine Liebe zu Büchern und zur Literatur muss er sich hart erkämpfen, sein Vater ist diesbezüglich anderer Ansicht. Trotzdem wird David Journalist, mit dem Traum ein richtiger Autor zu werden. Eines Tages bekommt er ein Angebot von einem seltsamen Verleger, dass er nicht ausschlagen kann. Doch schnell kommen ihm Zweifel, mit wem hat er sich da eingelassen? Was haben die seltsamen Geschehnisse in seiner Umgebung zu bedeuten? Was stimmt mit dem Haus nicht, das ihn seit Jahren fasziniert hat und in dem er jetzt wohnt?

„Das Spiel des Engels“ ist wieder einmal schwer einzuordnen, eine Mischung aus Krimi und Mysterythriller. Einige bezeichnen es als Fantasy, aber als Fantasyleserin kann ich dem nicht zustimmen, das ist für mich doch wieder etwas ganz anderes. Ein paar mystische Wesen und unerklärliche Vorkommnisse machen für mich noch keinen Fantasyroman aus.

Das Buch hat mich sehr schnell gepackt und in seinen Bann gezogen, gegen Ende hat es allerdings etwas seinen Reiz verloren. Alles wurde immer verworrener, es gab kaum Antworten. Auch das Ende lies mich eher unbefriedigt und voller Fragen zurück. Vielleicht habe ich es auch nur nicht verstanden, das will ich nicht ausschließen.

Die Sprache und die Beschreibungen Barcelonas waren wie schon in „Der Schatten des Windes“ wieder wunderschön. Die Geschichte hat mich auch noch eine ganze Weile verfolgt und mich immer wieder beschäftigt. Wie schon gesagt, hätte ich mir nur ein etwas runderes Ende gewünscht, mit weniger losen Fäden. Alles in allem hat die Lektüre mir aber großen Spaß gemacht und ich kann das Buch jedem, der auch schon „Die Schatten des Windes“ mochte, empfehlen. Man sollte nur keine Probleme mit übernatürlichen Vorkommnissen haben, das könnte einem den Spaß an diesem Buch verderben.

2 Kommentare

  • Antworten flattersatz 17. Januar 2009 von 18:17

    Ach, mir hat das Buch auch gut gefallen und diese kleinen unrunden Sachen zum Schluss: ich habe es wie ein packendes Märchen gelesen, da ist auch nicht immer alles schlüssig.. jetzt werde ich den ersten Roman bald lesen, bin sehr gespannt…

  • Antworten Emily 17. Januar 2009 von 21:41

    Stimmt, wenn man es als Märchen nimmt, kommt man mit dem Schluss besser klar. Ich hatte wohl falsche Erwartungen vom ersten Band und bin gespannt, wie er Dir gefällt.

  • Hinterlasse eine Antwort

    %d Bloggern gefällt das: