Besprechungen Phantastik

Brom – Krampus

13. September 2013

Krampus

Nikolaus oder Weihnachtsmann, den kennt jeder heutzutage. Aber was ist mit Krampus? Dem Herrn des Julfestes? Von ihm haben die meisten nie gehört, weil Sankt Nikolaus ihn vor 500 Jahren gefangen nahm und in Ketten legte. Doch jetzt ist seine Zeit gekommen, endlich kann er sich befreien und den Geist des Julfestes wieder unter die Menschen bringen. Jesse wird unfreiwillig in diesen Kampf uralter Mächte hinein gezogen, als ihm ein merkwürdiger Sack in den Wohnwagen fällt. Ebenso merkwürdig wie die Wesen, die plötzlich hinter Jesse, oder dem Sack, her sind. Er hätte schwören können, einen fliegenden Rentierschlitten gesehen zu haben und Teufel, die ihn angriffen. Aber das kann doch gar nicht möglich sein… Jesse lernt bald, dass sehr viel mehr möglich ist, als er noch wenige Tage zuvor glaubte.

Wer „Der Kinderdieb“ mochte, wird auch mit „Krampus“ wieder viel Spaß haben. Brom schreibt einfach großartig, ungewöhnliche Charaktere geben der an sich schon großartigen Handlung noch die letzte Würze. Er mischt Götter der germanischen Mythologie in die Geschichte hinein, gibt dem „heiligen Nikolaus“ eine ganz neue Geschichte und lässt ihn nicht mit, sondern gegen Krampus agieren. Krampus ist in vielen süddeutschen Gegenden als eine Knecht Ruprecht ähnliche Gestalt bekannt, hier ist er selbst eine Art Gott, der darum kämpft, seine Macht zurück zu erhalten.

Denn ohne den alten Glauben, in dem die Mutter Erde und ihre Geister verehrt werden, wird alles untergehen. Nur wenn das Julfest wiederbelebt wird, kann sie geheilt werden, glaubt Krampus. Und genau das macht die Geschichte so spannend. Wer ist hier eigentlich der Böse? Der Nikolaus oder Krampus? Ständig schwankt man als Leser, mit wem man sympathisieren soll, denn beide können sowohl schrecklich als auch gut sein.

Nebenbei gibt es noch das Familiendrama von Jesse, der nach der Trennung von seiner Frau in schlechte Gesellschaft geriet. Ein Handlungsstrang, der für mich gerne kleiner hätte sein können, sich aber nahtlos in die Geschichte einfügt und Brom noch mehr Gelegenheit gibt, auch mal etwas brutalere Szenen zu schreiben. Empfindlich in Bezug auf Blut und Innereien sollte man mal wieder nicht sein, wenn man „Krampus“ liest.

Zu etwas Besonderem wird dieses Buch wieder durch die Illustrationen des Autors. Nicht nur das Cover hat er gestaltet, es gibt auch wieder mehrere Zeichnungen der wichtigsten Personen. Das Cover alleine hätte mich schon dazu verführt, dieses Buch zu kaufen. Wenn Autor und Illustrator ein und dieselbe Person sind, stimmt einfach alles. Die Zeichnungen passen exakt zu der Vorstellung, die man beim Lesen vor sich sieht.

Wieder eine dieser ganz besonderen Fantasy-Perlen, die nicht dem Klischee des platten Romans voller Elfen und Co. entspricht.

"buchhandel.de/

Krampus – Brom
495 Seiten, Knaur Verlag
ISBN 9783426653340, 19,99 €
Gebunden

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eBook
ISBN 9783426420669, 17,99 €

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1 Kommentar

  • Antworten Darla 4. März 2015 von 17:02

    Eine der besten Bücher, die ich je gelesen habe!

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