Bloggerleben

Bin ich noch eine Buchbloggerin?

15. Oktober 2017

 

Schrieb ich gestern auf Twitter, ohne den Finger so wirklich auf den Punkt legen zu können, der dieses Gefühl auslöst. Was wohl daran liegt, dass viele Faktoren dabei eine Rolle spielen, wie mir im anschließenden regen Austausch bewusst wurde. Die versuche ich hiermit aufzudröseln, die Länge des Beitrags zeigt, wie komplex das Thema für mich ist.

Manch einer verstand den Tweet so, dass ich mich auf der Messe einsam gefühlt, keinen Anschluss gefunden hätte. Wer mich kennt weiß, davon bin ich weit entfernt. Nach neun Jahren mit Blog und vielen Buchmessen, BarCamps etc. kenne ich so viele Blogger persönlich, die Buchmesse ist und bleibt ein wunderbares Wiedersehen mit der „Familie“. Auch als Ex-Buchhändlerin, eBook Mensch und Bibliotheksangestellte bin ich ziemlich gut vernetzt und die Messe ist der Ort, wo ich Online-Kontakte real treffen kann. Meistens treffe ich die ersten bekannten Gesichter schon am heimatlichen Bahnhof oder im Zug nach Frankfurt. Wenn man mich auf der Buchmesse mal alleine sieht, bin ich entweder auf dem Weg zum nächsten Treffen oder nehme mir gerade bewusst eine kurze Auszeit zum Durchatmen. In beiden Fällen treffe ich spontan alte Bekannte und verquatsche mich trotzdem. Auch in diesem Jahr war die Buchmesse voll mit spontanen, geplanten und zufälligen Treffen, es gab viele wundervolle Begegnungen und dafür bin ich dankbar.

Ich bin noch immer ein Buchmensch, ich liebe die Buchmesse und die Begegnungen, aber als Buchblogger fühle ich mich immer weniger. Auch nicht erst seit dieser Messe, das begann schon vor einer ganzen Weile, in Frankfurt wurde es mir nur mal wieder sehr bewusst.

Dass ich zu der eher kleinen Gruppe der Blogger gehöre, die nur in Ausnahmefällen Rezensionsexemplare annehmen, ist schon lange so. Das hat persönliche Gründe, damit nehme ich mir den Druck etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt lesen und darüber schreiben zu müssen. Auf der Messe ist es mir passiert, dass ich von der Blogbeauftragten eines Verlags deswegen einen schrägen Blick erntete. Hätte sie sich besser verkniffen, die Bücher ihres Verlages kaufe ich mir oft genug, meine Art zu Bloggen nicht zu akzeptieren hinterlässt einen merkwürdigen Beigeschmack. Aber auch auf dieser Messe bekam ich wieder so oft mit, wie Blogger an den Ständen nach Rezensionsexemplaren fragten, das finde ich befremdlich. Als ich noch mehr mit Rezensionsexemplaren bloggte, schrieb ich die Kontakte bei den Verlagen an, ging aber nicht auf die Messe „betteln“. Man kann schon verstehen, woher das Klischee der „billig an Bücher kommen wollen“-Buchblogger kommt. Finde ich seit Jahren unschön und distanziere mich sehr deutlich davon.

In den letzten Jahren wurden Buchblogger von den Verlagen erst ernst genommen, dann als immer wichtiger angesehen und inzwischen regelrecht gehypt. Buchblogger als Marketingkanal nicht zu vernachlässigen, finde ich wichtig und gut, aber inzwischen geht mir das zu weit. Niemand kann nachweisen, wie sehr unsere Beiträge die Verkäufe beeinflussen. Ich merke im Austausch in der realen Welt oft, dass ein in Buchblogger-Kreisen gerade rege besprochenes und empfohlenes Buch außerhalb dieser Filterblase unbemerkt bleibt.

Mit dieser Entwicklung veränderte sich auch die Art des Bloggens, es wurde professioneller, die Blogs wurden zu Werbeflächen, ein Media Kit gehört zur Grundausstattung, überall spricht man über Monetarisierung der Buchblogs. Übrigens schon seit ca. 2 Jahren, ich kenne nur einige sehr wenige, denen das tatsächlich gelungen ist und davon leben kann niemand. Scheint also nicht so gut zu funktionieren bei Buchbloggern.

Ich selbst ging diesen Weg ein ganzes Stück lang mit, fühlte mich damit aber immer unwohler. Die Ansprüche an das Blog stiegen, was als Hobby begann wurde zu einem Zweitjob, der mich jeden Abend nach dem bezahlten Job noch an den Rechner zwang. Ohne dass ich damit etwas verdient hätte. Möglichst professionelles Marketing für Bücher leisten, viel Zeit und Energie reinstecken und durch den wachsenden Druck die Lust am Bloggen verlieren? Das wollte ich irgendwann nicht mehr. Ich hatte mal angefangen zu bloggen, um über die Bücher schreiben zu können, die mich begeistern. Ich lese selbst andere Blogs, um lesenswerte Bücher in der Masse der Neuerscheinungen zu finden, die ich sonst übersehen hätte. Oder mir Fehlgriffe zu ersparen. Also machte ich drei Schritte zurück und blogge jetzt wieder so wie früher. Unabhängig, dann wann ich Lust habe und so wie ich möchte. Ohne Media Kit, ohne die perfekte Social Media Strategie und einfach nur aus Spaß. Vieles findet sich gar nicht mehr im Blog, sondern nur auf Instagram oder Twitter, weil es mir gerade mehr Spaß macht.

Mein Blog ist nicht der Mittelpunkt meines Lebens. Es gab Zeiten, da war er das und ich kann jeden gut verstehen, bei dem es gerade so ist. Aber Schwerpunkte verändern sich und in meinem Leben sind andere Dinge gerade wichtiger. Das mag am Alter liegen, muss aber nicht.

Alter und Nische sind vielleicht auch Gründe, warum ich mich gar nicht mehr wirklich als Buchblogger empfinde. Ich bin bei weitem nicht die älteste Buchbloggerin, die ich kenne und nicht alleine in meiner Altersgruppe, aber in den letzten Jahren sind gefühlt hunderte neuer Buchblogs entstanden und die meisten Bloggerinnen sind wesentlich jünger als ich. Das ist bei Treffen nie ein Problem, wir verstehen uns trotzdem wunderbar. Aber wir „alten Hasen“ finden uns dann doch irgendwie meistens schnell in einer eigenen Ecke wieder.

Dass ich über Phantastik schreibe, ist nicht neu, tat ich von Anfang an und gehört zu meinem Profil. Dass jetzt auch noch Comics und Graphic Novels dazu kommen, verstärkt die Nische nur. Wären mir meine Leserzahlen wichtig, müsste ich mehr Mainstream lesen. Auf Instagram merke ich das immer wieder, ich lese ja durchaus auch mal Mainstream, schreibe nur selten darüber. Aber wenn ich ein Photo eines Mainstream-Titels poste, gibt es wesentlich mehr Likes, als bei unbekannteren Titeln. Ein Grund für mich, umso mehr unbekannte Titel zu posten, ihnen auch mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Es gibt etliche Blogger, die das ähnlich handhaben, sich auf ihre Nische konzentrieren. Als es noch weniger Buchblogger gab, fand man sich trotzdem. In der Masse der Blogger gehen die Nischen-Blogger inzwischen mehr unter als früher.

Früher fühlte sich über Bücher zu bloggen für mich an wie Lesen. Es war ruhiger, entspannter, man unterhielt sich über Bücher, wie mit der Nachbarin am Gartenzaun. Heute fühlt sich über Bücher zu bloggen bunter und lauter an. Blogs sind Marketinginstrumente, über Social Media wird laut getrommelt, man muss auffallen, um überhaupt noch gelesen zu werden.

Die Themen, die Buchblogger anscheinend bewegen und auf jeder Blogger-Veranstaltung durchgekaut werden, sind nicht mehr meine Themen. Monetarisierung, Professionalisierung, wie werde ich ein noch besseres Marketinginstrument für die Verlage?  Einfach nicht meine Welt. Ich möchte niemanden verurteilen, dem das wichtig ist, der anders bloggt, das entscheidet jeder für sich selbst. Ich versuche nur herauszufinden, warum ich mich immer weniger als Buchblogger sehe.

Auf der Buchmesse hatte ich den Eindruck, die meisten Buchblogger würden diesen anderen Weg gehen, ich wäre mit meinem Gefühl alleine. Nach dem Tweet gestern weiß ich, es gibt viele Buchblogger, denen es ähnlich geht wie mir. Die sich aus ähnlichen oder auch anderen Gründen nicht mehr dazugehörig fühlen. Das mag schlicht daran liegen, dass wir uns selbst verändert haben, aber für mich auch daran, wie die Buchblogger Community wahrgenommen wird.

„Es gibt eben nicht nur die eine Community, sondern viele.“ wurde geschrieben und das ist wahr. Waren wir früher eine übersichtliche Schar, sind Buch-Blogger inzwischen eine unüberschaubare Masse. Scheinbar haben wir uns dabei aus den Augen verloren.

Gibt es eine Definition, was ein Buchblogger ist? Keine offizielle, jeder definiert das für sich etwas anders. Ich für mich so, wie ich die Szene wahrnehme, und das bin eben nicht ich. Nicht ihr gebt mir das Gefühl, nicht mehr dazuzugehören. Sondern die Veränderung, wie Buchblogger wahrgenommen werden, mit der ich mich persönlich nicht wohlfühle und die ich nicht mitgehen möchte. Ich bin kein Buchblogger, aber ich blogge über Bücher. Das werde ich auch weiterhin tun, auf meine Weise. Und ich freue mich auf die nächste Buchmesse, wenn ich die vielen großartigen Menschen, die ich dank meines Blogs kennenlernen durfte und noch kennenlernen darf, treffen kann.

76 Kommentare

  • Antworten Elena 15. Oktober 2017 von 15:00

    Ein schöner Beitrag, den ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich habe mich mittlerweile auch fast komplett von Rezensionsexemplaren abgewendet, weil diese für mich nur unnötigen Druck erzeugen. Auch schaue ich nicht mehr in Verlagsvorschauen und als ich am Freitag auf der Buchmesse war, habe ich keinen einzigen Verlagstermin gehabt. Meine Bücher suche ich mir mittlerweile danach aus, was vertrauenswürdige Blogger gut fanden.

    Außerdem empfinde ich dieses Gerede von Monetarisierung als eine Scheindebatte. Beim Blogger Future Space konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Die wenigsten Buchblogger erreichen Zugriffszahlen, wo sie attraktiv für Agenturen werden. Die, welche tatsächlich etwas Geld mit Büchern verdienen, sind auch auf anderen Social-Media-Kanälen aktiv. Die, die richtig Geld verdienen, tun das mit anderen Produkten wie Kosmetik, Kleidung oder Reisen. Ich will jetzt keinen davon abhalten, sich zu professionalisieren. Aber aus kaufmännischer Sicht lässt sich mit dem Zeitaufwand woanders viel mehr Profit generieren.

    Jedenfalls sollten wir uns nicht davon treiben lassen, sondern unser eigenes Ding machen. Das habe ich versucht mit einem Blogbeitrag neulich bei mir zu verdeutlichen, wobei ich das Gefühl habe, das manche mich da nicht ganz so verstanden hatten. Jedenfalls ist es wichtig, dass wir uns wohlfühlen mit den, was wir tun. Sage ich so vom “alten Hasen zu anderen Hasen”.

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:45

      Dankeschön, von einem alten Hasen an den anderen alten Hasen. 😉

  • Antworten Ela 15. Oktober 2017 von 15:40

    Puh, was bin ich froh, ich hatte schon die Befürchtung, am Schluss zu lesen, dass du dich aus der Welt der Buchblogs verabschiedet. Das hätte mich definitiv betrübt…
    Ich freue mich immer, wenn ich einen Beitrag von dir lese und so manches Buch ist nach deiner Vorstellung auch schon auf auf meiner Merkliste gelandet.
    Also, ich freue mich, weiter von dir zu lesen!
    Liebe Grüße

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:44

      Dankeschön 🙂 Keine Sorge, ganz ohne könnte ich gar nicht!

  • Antworten Kathrin 15. Oktober 2017 von 15:48

    Danke für deine offenen Worte, mit denen du mir und wohl auch vielen anderen aus der Seele sprichst. Für mich gibt es aktuell zwei grobe Richtungen in der Buchbloggerwelt – die eine ist die junge, bunte, laute, auf Marketing und Monetarisierung ausgerichtete Seite, die andere sind “alte Hasen” wie wir, die in den letzten ein, zwei Jahren zunehmend Abstand von der Influencer-Rolle nehmen und zu ihren jeweiligen Wurzeln zurückkehren. Mag sein, dass das weniger Klicks bringt, man vielleicht auch öffentlich weniger wahrgenommen wird – aber dafür kommt das Bloggen von Herzen, ganz ohne Druck und mit mehr Freiheit und Flexibilität. Ich selbst besuche zudem auch lieber die “Nischenblogs” als jene, die allesamt die gleichen, gehypten Titel vorstellen – ich suche Blogs auf, um Bücher zu entdecken, die ich noch nicht kenne, die mir nicht ständig auf Twitter und Instagram entgegen springen. Letztlich muss aber jeder selbst entscheiden, was ihn/ sie glücklicher macht und was das Bloggen für einen selbst bedeutet.

    Was ich seit diesem Influencer-Trend aber sehr vermisse, ist der eigentliche Austausch auf den Blogs selbst. In den Netzwerken werden fleißig Herzchen und Retweets verteilt, aber ausführliche Gedanken zu den Büchern oder Autoren werden selten miteinander geteilt. Das liegt sicherlich auch an der Fülle an Blogs – allein für das Lesen der Beiträge geht viel Zeit drauf – sowie der verstärkten Vernetzung auf Twitter und Co. Ich würde mir jedoch wünschen, dass auch auf den eigentlich Blogs selbst wieder mehr miteinander geredet wird.

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:44

      Stimmt, kommentiert wird immer weniger. Aber das ist eine allgemeine Entwicklung in Social Media. Was wirklich schade ist! Vielleicht sind es schlicht zu viele Kanäle. Manchmal sind die schon zu viel, um noch den Überblick zu behalten und zu reagieren. Die “Kommentierwochenenden” die es ja immer mal gibt, sind da leider auch keine Hilfe, weil es den meisten nur darum geht, die Besucherzahlen zu steigern und die Kommentare eher sinnarm sind. 🙁 Deshalb beteilige ich mich da auch nie.

  • Antworten Buchbunt 15. Oktober 2017 von 15:51

    Hallo Papiergeflüster
    Als ich vor etwa 1.5 Jahren anfing, über Bücher zu bloggen, habe ich mich während den folgenden Monaten voll in die Materie gestürzt und mich ziemlich ablenken lassen. Soweit, dass ich den Blog ein paar Monate vom Netz genommen habe und eigentlich nicht mehr bloggen wollte. Doch dann besinnte ich mich darauf, warum ich angefangen habe und ja, es sind genau diese beschriebenen Gedankengänge, die ich auch hatte. Ich blogge doch für mich, darüber, was mir gefällt – Rezensionsexemplare nehm ich auch nicht an – sondern ich nehme mir die Freiheit, nur über das zu schreiben worüber ich will und wann und ob ich es überhaupt will. Und wie unprofessionell oder langsam gebloggt wird, ist mir mittlerweile egal – es ist mein Blog, mein Tempo, meine Auswahl. Ich musste mir dem zuerst bewusst werden und will auch gar nicht so im Bloggerzirkus mitmischen und halte mich ziemlich bewusst nur minimal in Social Media auf 😉 Gehypte Bücher spare ich mir ebenfalls. Aber so war ich schon immer: Mainstream ist nicht meins – war es nie, und wird nie sein. Und es ist gut so, denn das bin ich.
    Und zum Ende noch ein Satz, der mir sehr hilft: Remember why you started. 🙂
    Super Beitrag, schöne Gedanken und einfach eine lesenswerte Zusammenfassung der Gedanken einer Buchbloggerin (?) 😉
    LG Tabea von Buchbunt

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:41

      Danke, den Satz werde ich mir merken. 🙂

  • Antworten Sebastian 15. Oktober 2017 von 15:53

    Schöner Beitrag, den ich in vielen Teilen gern unterschreibe. Insbesondere das immer wiederkehrende Thema “Monetarisierung und Professionalisierung” ist etwas, bei dem mir regelmäßig die Hutschnur hochgehen könnte. Insbesondere, wenn RosaschleifchenbloggerInnen mit einer als Rezension getarnten Inhaltsangabe (oft noch voll mit Spoilern) und dem Fazit “Hauptcharakter war heiß, 5 Sterne” danach schreien, doch bitte für ihre Leistungen beachtet und möglichst auch noch entlohnt zu werden (und damit witzigerweise eine Reichweite haben, von der ich nur träumen kann). Argh, sorry. Ich steiger mich da schon wieder in was rein ;-).

    Das Gefühl, kein Buchblogger mehr zu sein, kenne ich ansonsten aber auch. Mein altes Blog habe ich nach fast 5 Jahren dicht gemacht, weil ich einfach keine Lust mehr auf den selbstgemachten Stress hatte. Den Anspruch an mich selbst, über jedes Buch zu schreiben zu erfüllen. Die Besprechungen, die möglichst pünktlich zum VÖ-Termin fertig sein sollten und das Gefühl, dass es nicht mehr lesen um des Lesens Willen war, sondern lesen, um was zu haben, worüber man schreiben kann. Nach einem dreiviertel Jahr dann der Neustart, diesmal ruhiger und entspannter. Ja, ich habe zwar ein MediaKit und ja, ich lese auch ab und an mal ein Rezensionsexemplar, aber es hält sich in Grenzen und das Schreiben macht noch Spaß. Das hat mir am Ende meines “Review Corner” gefehlt. Ich habe wieder Bock drauf, Interviews mit Autoren zu führen und Rezis zu schreiben. Und wenn es im Monat halt nur drei oder vier Beiträge sind, ist das auch nicht weiter wild. Und letztlich ist es mir dabei auch mehr oder weniger egal, ob ich nun Buch-, Film-, Medien- oder Wasweißichnichtblogger bin. Denn in erster Linie bin halt schlicht “Blogger”

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:40

      Freut mich sehr, dass der Neustart Dir wieder die Freude am bloggen zurückgebracht hat! Buch, Film und sonstige Medien gehören ja auch irgendwie zusammen, oder? Ich hatte mich mal an einer Filmbesprechung versucht, fand das aber sehr viel komplexer als Buch und habe es dann lieber gelassen. 😉

  • Antworten Steffi 15. Oktober 2017 von 15:55

    Ganz ähnliche Symptome gibt es bei den Outdoor/ Reisebloggern auch. Zu viele neue junge, die alten Hasen machen sich Gedanken wie das so weitergehen soll, allgemein und für sich selbst.
    Zum Glück geht es – einfach so bloggen wie man selber möchte! Darf man machen! Und ich glaube langfristig wird so was am schönsten zu lesen sein.
    Vielleicht magst du meine Gedanken dazu lesen?
    http://www.zeitfueroptimisten.de/making-blogs-great-again

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:37

      Interessant, dass es in anderen Branchen auch so ist. Deinen Artikel lese ich mir später in Ruhe durch, danke!

  • Antworten Stefanie 15. Oktober 2017 von 16:25

    Das hast du ganz gut zusammengefasst, mir geht es seit längerem ähnlich und aus diesen Gründen habe ich das Bloggen auch ganz aufgegeben, obwohl es mir manchmal fehlt. Neben dem Job noch mit einigermaßen Anspruch zu bloggen hat nicht geklappt und wenn man ohne Marketingstrategie nicht mehr gelesen wird, macht es auch nicht mehr wirklich Spaß. Vielleicht irgendwann wiedr, ohne große Ansprüche und nur für mich selbst.

    Ich lese allerdings auch nur noch sporadisch die “alten Hasen”, welche Buchblogger an anderen Stellen aus dem Boden sprießen, bekomme ich gar nicht mit.

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:37

      Ich vermisse Dein Blog immer wieder. 🙂 Aber ich kann es gut verstehen. Habe auch oft überlegt, ob das halbherzige bloggen Sinn macht. Aber ich kann es bisher einfach nicht ganz lassen. 😉 Danke für den Kommentar, war schön von Dir zu lesen!

  • Antworten Sabrina 15. Oktober 2017 von 16:26

    Ich lese gerne Bücher und manchmal schreibe ich auch über sie, mittlerweile wieder ganz entspannt und ohne Druck. In den letzen Jahren, seit sechs bin ich mit meinem deutschen Blog nun dabei, dachte ich auch mal kurz, dass ich professioneller werden müsste (was auch immer das bedeuten mag), mittlerweile lässt mich der Trend kalt.
    Klar, Impressum und ähnliches existiert, aber kein Media Kit. Ich schaue nicht auf meine Zugriffszahlen, habe kein Google Analytics installiert, ich bin auf anderen Social Media Kanälen sehr selten unterwegs, gelesen wird was ich kaufe oder über die Bücherei bekomme. So funktioniert es für mich am besten, so macht es am meisten Spaß. Und so wird es hoffentlich auch in den nächsten Jahren weitergehen.

    Apropos Monetarisierung, ich denke, dass die Einnahmen durch Affiliate Links zum großen A durchaus unterschätzt werden. Da ich aber generell Affiliate Links eher kritisch sehe und lieber im Buchgeschäft um die Ecke einkaufe, setze ich selbst keine Partnerlinks.

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:35

      Gut möglich, dass man über Affiliate Links zu A ganz gut verdienen kann, weil ja nicht nur das verlinkte Produkt zählt, sondern der ganze Einkauf. Aber für mich als ehemalige Buchhändlerin kam das sowieso nie in Frage. Ich unterstütze auch bewusst den Buchhandel vor Ort.

  • Antworten Isabel 15. Oktober 2017 von 16:35

    Sehr guter Beitrag! Ich bin zwar erst seit Juni dabei und Altersmässig höher als die meisten, kann aber Deine Empfindung sehr gut nachvollziehen. Du hast es super analysiert und geschrieben und ich finde es wichtig für sich authentisch zu bleiben!
    Liebe Grüsse
    Isabel

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:34

      Danke! Wie lange man dabei ist, spielt keine Rolle, das kann jeden Blogger in jedem Alter erwischen. 😉

  • Antworten Madame Lustig 15. Oktober 2017 von 16:39

    Ein toller Beitrag! Und obwohl ich bei Weitem noch nicht so lange dabei bin wie du, kann ich vieles von dem, was du geschrieben hast, unterschreiben. Ich muss aber dazu sagen, dass ich mich in den 2 Jahren Bloggerleben noch nie zu 100% dazugehörig gefühlt habe. Woran das genau liegt, weiß ich gar nicht, aber irgendwie habe ich oft das Gefühl, dass ich in keins der Lager so richtig reinpasse, weil ich weder überschwänglich bin, noch groß “fangirle” oder ständig auf sämtlichen Social-Media Accounts präsent bin. Und zu den alten Bloggerhasen gehöre ich auch nur vom Alter her. Aber das ist okay für mich. Dieses “nicht ganz dazugehören” gibt mir einfach viele Freiheiten, die viele gar nicht haben, weil sie selbst meinen, dies, das und jenes tun zu müssen, um weiterhin ernst genommen zu werden und Follower zu bekommen. Mir ist das schnurz. Bloggen ist ein Teil meines Lebens, aber nicht das Leben selbst und deswegen kann man die Rezensionsexemplare, die ich in den letzten 2 Jahren angefragt habe, auch an 2 Händen abzählen. Ebenso wie du, mag auch ich den Druck nicht, der durch so ein Rezensionsexemplar entsteht. Ich will lesen, weil ich Spaß daran habe und nicht, weil ich es muss und ich will auf meinem Blog meine Begeisterung oder Enttäuschung mit meinen Lesern teilen und das nicht unbedingt immer in “ordentlichem Rezensionsformat”! Ich will mein Ding machen, so, wie es mir Freude bereitet und das geht perfekt vom Communityrand aus.

    Ganz viele liebe Grüße und viel Spaß dabei, weiterhin über Bücher zu bloggen!
    Maike

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:33

      Fangirlen kann ich auch so gar nicht, nur wenn es um Tad Williams geht. 😉 Und wenn ich arbeite, bin ich offline, weil Job ist Job. Da darf meine Facebook Seite auch mal ein paar Tage keine neuen Inhalte bekommen. Das anders sein als Freiheit zu sehen finde ich gut, werde ich merken, wenn es mich mal wieder erwischt. 😉 Danke für Deine Worte, und ebenfalls weiterhin viel Spaß beim freien bloggen!

    • Antworten Ina Degenaar 19. Oktober 2017 von 13:27

      Das geht mir ganz ähnlich. Mein Blog ist knapp 2 1/2 Jahre alt, und es ist dabei geblieben, dass er mir Spaß machen soll. Altersmäßig gehöre ich ganz sicher zu den alten Buchbloggern, was das Gefühl, ein bisschen “vor der Tür” zu stehen, noch verstärkt. Ich schreibe im Moment nur über Rezensionsexemplare, die ich mir allerdings selbst aussuche. Zeitlich setze ich mich keinem Druck aus: Mein Blog ist und bleibt ein Hobby. Druck könnten nur Arbeitgeber ausüben, nicht aber Verlage, für die die Werbung über Blogs vergleichsweise preisgünstig ist; Werbeanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften sind deutlich teurer und niemand weiß, von wie vielen Menschen sie wahrgenommen werden. An Bloggeraktionen nehme ich so gut wie nie teil, weil damit immer Termine einhergehen. Reichweite ist schön, aber es darf nicht in Stress ausarten. Fazit: Immer schön locker bleiben, ein Buchblog soll Freude machen.

      • Antworten Papiergeflüster 21. Oktober 2017 von 17:04

        Schönes Fazit, unterschreibe ich 🙂

  • Antworten Jochen Kienbaum 15. Oktober 2017 von 16:45

    Hallo Simone,
    ich habe das drüben hier gerne geliked, weil ich das sehr gut nachvollziehen kann (auch wenn ich in einigen Punkten etwas anderer Ansicht bin als Du. Aber die sind eher marginal).
    Wo ich deutlicher abweiche ist, dass ich mich keineswegs in die Rolle eines willigen Marketing- und PR-Gehilfen der Verlage gedrängt sehe. Im Gegenteil, ich werde dort nach wie auf Augenhöhe fair und sach- und fachbezogen behandelt. Daran ändern selbst Verrisse (die es bei mir eh kaum gibt, weil ich Bücher, die ich nicht mag, einfach nicht bespreche) nichts.
    Schau einfach weniger nach rechts oder links, vermeide künftig, wie ich Blogger-Massen-Veranstaltungen (Stuhlkreise und Kreisch-Runden), treff auf Messen nur die Leute, die du wirklich treffen magst und mach einfach das was dir Spaß macht. Die Art, wie sich deine Blog-Artikel in jüngster Zeit entwickelt haben, gefällt mir nämlich sehr. Weiter schreiben, bitte.
    lg_jochen

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:30

      Hallo Jochen,
      dass Du auf Augenhöhe mit den Verlagen agierst, hätte ich auch gedacht. Aber ich glaube Du weißt, was ich damit meinte. Auch wenn Du kein typischer Leser dieser Blogs bist. 🙂 Die Blogger-Massenveranstaltungen meide ich schon seit Jahren, bei Diogenes war es entspannt und beim Blog Award war ich nur, um euch mal wieder zu sehen. 🙂 Danke für Dein Lob, aus Deinem Bloggerfinger ist das sehr wertvoll! Liebe Grüße

  • Antworten Cathy 15. Oktober 2017 von 17:02

    Ein wirklich starker Beitrag.
    Ich sehe das wie du – ich persönlich habe meinen Blog gegründet, um mich über gelesene Bücher und andere Buch- und Schreib-Themen auszutauschen. Ich mache gern mal bei der ein oder anderen Challenge mit, das aber nur aus Spaß an der Freude, denn ich bin ganz ehrlich, mit diesen wahnsinnigen Buchmengen, die bei manch einem Buchblogger so weggelesen werden, würde ich ohnehin nicht hinterher kommen. Der ganze Druck der für verpflichtende Rezensionen entstehen würde, würde mir den Spaß am Lesen nehmen. Und ab und zu hüpfe ich gerne mal auf den Mainstream-Zug auf, muss aber in den meisten Fällen feststellen, dass das gehypte Buch nichts für mich ist. Die dadurch entstehende Blasenentwicklung gefällt mir auch oft nicht, möchte ich doch wahre Schätze finden und nicht das, was jedermann kennt und liebt, aus welchem Grund auch immer.
    Und macht nicht gerade das einen Blog besonders? Dass man es macht wie man möchte und nicht, wie es alle machen. Denn das macht doch das Besondere aus.

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:28

      Danke 🙂 Bin ganz Deiner Meinung.

  • Antworten Mel 15. Oktober 2017 von 17:08

    Hey,
    Ein sehr schöner Artikel und er spricht mir sehr aus dem Herzen. Mir geht das schon von Anfang an so, dass ich nicht der typische Buchblogger bin. Ich hab die Zeit gar nicht, um alle Neuerscheinung zu lesen und zu rezensieren. Ich lass mich auch nicht gerne unter Druck setzen. Ich such mir gerne aus, was ich lesen möchte. Und wenn ich doch mal ein Rezensionsexemplar bekam, hat es mir häufig nicht so recht gefallen. Allerdings bin ich wohl auch keine Nischenbloggerin. Ich hatte den Blog vor Jahren für mich eröffnet, um mal einen Überblick zu haben, was ich alles gelesen habt und wie es mir gefiel. Leider vergesse ich häufig, das ich Bücher schon gelesen habe oder wie ich die fand. Daher der Blog. Mittlerweile möchte ich dem Blog nicht mehr missen, vor allem wegen der Bekanntschaften, die dadurch entstanden sind. Allerdings blogge ich schon immer so wie es mir gefällt und das ganz gleich was andere sagen. Ich hab da jetzt vielleicht dadurch nicht die größte Follower-Zahl, aber wen interessiert das schon.
    Lg Mel

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:26

      Das klingt, als hättest Du von Anfang an alles richtig gemacht. 🙂 Followerzahlen sind nicht alles, die Freude am Bloggen ist wichtiger. Denke ich. 🙂

      • Antworten Mel 15. Oktober 2017 von 18:28

        Ja, das denke ich auch. Also dass das Bloggen Spaß machen sollte.

  • Antworten Marc 15. Oktober 2017 von 17:23

    Hallo Simone,

    ich kann mich deinem Text nur anschließen. Insbesondere die Richtung Rezensionsexemplare ist bei mir ein Punkt, der sich immer wieder wellenförmig entwickelt und meistens merke ich, ups, ich schaffe das Pensum gar nicht und lasse es wieder eine Zeit lang.
    Aber vor allem dieses Influenca äh …erding ist eine Angelegenheit, die mir auf den Zeiger geht. Klar will ich gelesen werden, es würde mich auch freuen, wenn die Tipps von ein paar Nichtbloggern angenommen und selbst gelesen werden. Darüber hinaus freue ich mich auch auf Zugriffe meiner Beiträge, damit nan merkt, man schreibt die Texte nicht umsonst. Doch was ist im Endeffekt? Die Interaktion findet nur unter Bloggern statt und ganz selten mut Leuten außerhalb dieser Sphären. Deshalb verbietet sich schon allein aus diesem Grund eine Diskussion über Entlohnung. Es ist ein Hobby, mehr nicht, und das sollte allen bewusst sein und bleiben.

    Danke für das Teilen deiner Gedanken.

    Grüße
    Marc

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 17:25

      Danke für Deine Gedanken dazu! Ich denke auch, dass hauptsächlich Blogger andere Blogger lesen. Ausnahmen gibt es, aber das ist die Mehrheit der Leser.

  • Antworten Tamara 15. Oktober 2017 von 17:49

    Liebe Simone,

    wie sehr ich dich verstehen kann. Ich gehöre vom Alter her auch nicht gerade zu den jungen Hüpfern, bin im “Bloggergeschäft” aber noch relativ frisch. Doch mir ist aufgefallen, dass gerade die jüngeren sich sehr von den Marketingstrategien der Verlage anstecken und beeinflussen lassen. Ich lese auch gerne mal etwas, was schon länger auf dem Markt ist oder auch nur noch antiquarisch zu erhalten ist. Ich möchte mich da einfach nicht festlegen, sondern blogge über das was mir gerade in den Sinn kommt. Und so gehe ich auch mit dem Blog um. Ich blogge nicht täglich und auch nicht unbedingt wöchentlich. Ich blogge dann, wenn ich Lust darauf habe. Wenn ich so übermotivierte Bloggerinnen höre, die meinen, wenn man nicht min. 1 Rezension die Woche schreibt, kann man es gleich lassen, dann schwillt mir ehrlich gesagt der Kamm. Ich habe einen Job, einen Partner, Freunde und ein nicht digitales Leben. Ich möchte mich nicht von etwas abhängig machen. Das können die jungen Mädels machen, die noch zur Schule gehen und außer Abi schreiben nix zu tun haben.
    Und so muss ich dir und vielen anderen recht geben. Es ist für mich ein Hobby, nicht mehr und nicht weniger.
    Einen tollen Artikel hast du da geschrieben.
    Liebe Grüße
    Tamara

  • Antworten privatkino 15. Oktober 2017 von 18:10

    Es ist komisch, ich blogge jetzt seit 6 Jahren über Bücher, aber in die Welt, ich weiß es nicht genau, passe ich nicht wirklich.
    Vielleicht nehme ich das Problem der Realität mit in die virtuelle Welt – Menschen sind für mich extrem kompliziert und ich bin der Meinung, nicht viel zu sagen zu haben. Auf Social Media weiß ich nie, was schreiben, weil ich nichts in die Welt zu schreien hätte, denke ich.
    Meine Flucht in die Bücher hat damit begonnen, dass ich mich bei den Worten zwischen zwei Deckeln besser aufgehoben gefühlt habe, als durch solche, die durch die Welt flitzen. Zu Beginn meines Blogs wollte ich ankommen, Teil von etwas sein, nicht immer nur außenvor stehen. Was habe ich Rezensionsexemplare angefordert, durch Anfragen, aber auch bei Leserunden usw., aber es hat, wie du sagst, einen Druck aufgebaut, der mich unglücklich machte und mir den Halt “Bücher” wegzunehmen versuchte.
    Zahlen, Zahlen sind ein uninteressante Angelegenheit, sagt der Verstand, aber doch, wer will es nicht manchmal haben, das “Schulterklopfen”, damit man weiß, nicht nur Unfug zu verbreiten.

    Und nun, nun fühle ich mich unter den Buchbloggern, wie ein Einsiedler – ich lese Blogs, Instagram, Facebook und Twitter sind auch nicht vor mir sicher, doch all dies findet in der Stille statt, drückt sich vielleicht nur durch einen kleinen Like aus.

    Manchmal ist es schwer, wenn man die Verbindungen unter anderen Bloggern sieht, weil man denkt, etwas falsch gemacht zu haben, an der eigenen Person zweifelt, aber dann denk ich mir – so bin ich eben, ich gehöre nirgendwo wirklich dazu, doch die Bücher, sie werden immer für mich da sein und vielleicht bin ich einfach für diesen Anker zu dankbar, dass ich von meinem kleinen Schiff, mit dem Teleskop auf die Insel der Buchbloggerwelt schaue, während mehrere Bötchen um mich schwimmen und ich doch merke, dass nicht alle Menschen auf die Insel passen und dann gehört man doch irgendwie zu einer Gruppe.

    Einfach nur meine Gedanken.

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 18:44

      Ein schönes Bild, mit dem Booten rund um die Insel. Wir werden immer mehr Boote.

  • Antworten Steffi 15. Oktober 2017 von 18:45

    Hey,

    ein wirklich toller Beitrag. 🙂 Und ja, irgendwie sprichst du mir aus der Seele.
    Ich bin auch einer der “alten Hasen”. Ich habe von 2008 bis 2014 auf deinem privaten Blog gebloggt, wo ich auch Rezensionen geschrieben habe. In der Zeit habe ich schon sehr gemerkt, wie sich die Bloggerwelt verändert hat. Die “Influencer” entstanden, denn die gab es damals noch nicht. Die Blogger waren eine kleine Gemeinschaft und irgendwie kannte jeder jeden.
    Auch dies war einer der Gründe, warum ich meinen damaligen Blog komplett löschte.
    Seit Mitte 2015 habe ich jetzt einen Buchblog und ich muss ehrlich sagen, dass es mich immer wieder erschreckt, wie die Ellenbogen ausgefahren werden. Ich habe zuerst immer noch mitgekämpft, aber das ist mir auf Dauer zu anstrengend. Ich habe mittlerweile einen großen Schritt zurück gemacht und schaue mir an, wie andere, weitaus jüngere Blogger sich die Ellenbogen in die Rippen rammen um an ein Rezensionsexemplar zu kommen.
    Ich nehme noch Rezensionsexemplare an und werde es auch weiterhin machen. Aber ich nehme sie mit Bedacht. Nur die Bücher, die ich eh gekauft hätte. Zeit lasse ich mir auch und stresse mich nicht. Damit hatte ich bisher noch nie Probleme. Die Verlage und die Autoren wissen, dass sie sich auf mich verlassen können. Und das ist mir tausendmal wichtiger.
    Und genau das ist der feine Unterschied zwischen den jungen Bloggern und uns. Lass es uns die Erfahrung des Alters nennen. 😉

    Ich mach mein Ding. Ich habe auch keine Lust überall mitzumischen oder dazuzugehören.

    Hab einen tollen Abend und lass dich nicht ärgern. 😉

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 19:25

      Danke, ebenso. 😉 Die Erfahrung des Alters kann sehr nützlich sein!

    • Antworten Manuela Hahn 16. Oktober 2017 von 09:18

      Ich stimme dir in allen Punkten zu.

      • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:20

        Danke 🙂

    • Antworten Mel 16. Oktober 2017 von 10:32

      Das mit der Konkurrenz zwischen den Bloggern versteh ich auch nicht. Ich hätte es besser gefunden, wenn man an einem Strang ziehen würde. Das fehlt mir bei den Buchbloggern schon sehr. Ich persönlich finde das sehr schade.

      • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:18

        Finde ich auch, das Pflaster ist in den letzten Jahren härter geworden, die Konkurrenz untereinander viel stärker zu spüren. Sehr schade, da stimme ich Dir zu.

      • Antworten Manuela Hahn 18. Oktober 2017 von 06:23

        ich meinte eigentlich Steffi ;o))
        Aber mit der Erfahrung des Alters stimmen wir wohl alle überein ;o)

  • Antworten Janna | KeJas-BlogBuch 15. Oktober 2017 von 19:08

    Ich selbst blogge erst seit einem Jahr und doch kann ich absolut verstehen was du meinst. Gerade als wir unsere ersten Schritte taten kamen die Themen, die dich schon seit zwei Jahren begleiten, intensiv zum Vorschein (so fühlte es sich an) und ja, mit “Media Kit” sind wir gleich aufgesprungen – warum? Weil alle davon sprachen das diese Transparenz wichtig sei, und wir so neu wie wir waren und noch sind haben natürlich gleich solch eine Transparenz geschaffen. Jetzt bin ich auch schon wieder am überlegen, dieses herauszunehmen. Entweder interessiert sich ein Autor oder Verlag für mich – unseren Gemeinschaftsblog – weil das was wir dort schreiben oder eben nicht. Ich bin schon eine Bloggerin die gerne Rezensionsexemplare liest, auch Mainstream, aber eben auch gerne eher unbekannte Titel oder solche die definitiv viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten! So wie du auch schreibst, erlebe ich es auch bei Instagram: bekannte Titel werden unzählige Male geliked, unbekannte nur wenn ins Kombination einer Aktion (Hashtag) gepostet wird.

    Ich bin erst seit kurzem dabei und habe meine Freude daran, kann dich als “alten Hasen” aber durchaus verstehen! Du hast wundervolle Worte bezüglich deiner Gedanken zum bloggen geschrieben.

    Liebe Grüße
    Janna

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 19:24

      Ich kann gut verstehen, dass man in der anfänglichen Unsicherheit den gut gemeinten Tipps folgt. Mit der Zeit findet man dann seinen eigenen Weg.

  • Antworten Katja 15. Oktober 2017 von 19:12

    So wie du es machst, machst du es genau richtig! Ich glaube fest daran, man muss sich selbst treu bleiben, um gehört zu werden und vielleicht sogar, um erfolgreich zu sein. Ich schätze deinen Blog und deine Rezensionen sehr! Bleib, wie du bist, dann machst du nichts verkehrt!

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 19:23

      Vielen Dank!

  • Antworten Lotta 15. Oktober 2017 von 20:57

    Es gibt hier ja schon wahnsinnig viel Resonanz zu deinem Beitrag, aber auch ich möchte noch meinen Senf dazugeben. Es geht mir ähnlich wie dir, auch wenn ich noch nicht ganz so lange Bloggen wie du. Ich habe das Gefühl Buchblogs vermehren sich wie die Karnickel und vielen geht es jetzt nicht mehr nur um das reine Bücher abgreifen, sondern darum möglichst bekannt, groß und wichtig für die Bücherwelt zu werden. Dabei kann man natürlich keine Konkurrenz gebrauchen und das ist das was mich in letzter Zeit so nervt an der Buchbloggerszene. Das war als ich angefangen habe irgendwie noch nicht so. Zumindest habe ich es nicht so wahrgenommen. Immer wieder muss ich mich fremdschämen. Auf der Messe bei einem Termin bei dtv mit Jean-Paul Didierlaurent waren einige Blogger, die ihr Buch nicht dabei hatten .. okay, aber wenn man es signieren lassen will .. sollte man .. vielleicht? Naja. Die nette Frau vom Verlag meinte dann sie könnten sich noch eins mitnehmen und das andere dann verlosen, wenn sie zu Hause sind. Auch ich hatte mein Buch nicht dabei, aber das habe ich auch bewusst zu Hause gelassen, weil ich nicht so viel schleppen wollte. Also sagte ich dann als ich an der Reihe gewesen wäre nett nein Danke und die Frau vom Verlag bot mir eine Postkarte an um sie unterschreiben zu lassen. Von mindestens drei Bloggerinnen (die sich vorher schon ein Buch – wohl gemerkt ein zweit Buch, weil das andere hatten sie ja zu Hause) “Ohhh.. kann ich auch eine Karte haben?” Und die Frau vom Verlag war sichtlich unwohl in ihrer Haut, als sie sagte, dass sie die eigentlich für den Verlag noch braucht, weil sie die verlosen wollen. Und da kommt mir immer wieder der Gedanke, dass ich da nicht dazu gehöre. Dass das einfach nicht (mehr?) meine Welt ist, mich mit vermeintlich erwachsenen Menschen abzugeben, die jammern, weil sie kein Postkarte bekommen haben.
    Es berührt mich immer wieder peinlich, vor allem weil es nicht die erste Messe ist auf der ich diese Blogger sehe. Auf meiner ersten Messe war ich auch noch unerfahren, ungestüm und außer Rand und Band. Da wollte ich am besten alles mitnehmen was geht. Aber ich habe schnell aus meinen Fehlern gelernt. Mir ist der Kontakt zu den Verlagen wichtig, nette Gespräche und tolle Zusammenarbeiten mit den Menschen, die Bücher in die Welt hinaustragen, tolle Aktionen auf Augenhöhe und ja, weil sich eben alles verändert und auch ich mich nicht mehr so wohl gefühlt habe, wie es bisher war, bin ich jetzt auch nicht mehr lottasbuecher. Ich habe mich verändert erweitert und mein Blog ist mit mir gewachsen, weshalb das nun eben voellig-verlott.at ist. Ich liebe es und liebe meine neue Art zu Bloggen und bin damit nun auch wieder viel entspannter. Ich hoffe, dass du auch so einen Weg finden kannst für dich. Ich jedenfalls lese deine Texte sehr gerne und habe mich gefreut, die auf der Messe getroffen zu haben.

    Liebst, Lotta

    • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2017 von 21:19

      Liebe Lotta, ich finde es sehr beruhigend, dass nicht nur mir diese andere Art des bloggens bitter aufstößt. Habe mich auch sehr gefreut, dass wir uns kurz gesehen haben, Du bist in echt ebenso sympathisch wie Dein Blog. 🙂 Liebe Grüße!

  • Antworten Von Messen und vom Bloggen - Pinkfisch 15. Oktober 2017 von 21:24

    […] einem Gedankenstrudel – Papiergeflüster hat dazu einen lesenswerten Beitrag über ihre Gedanken zum Buchbloggen verfasst. Und auch, wenn die Messe dieses Jahr für mich sehr viele schöne Momente […]

  • Antworten Merle 16. Oktober 2017 von 05:29

    Vielen Dank für deine Worte. Ich komme von der anderen Seite – ich lese eigentlich sehr gerne Blogs. Sie geben mir regelmäßig Inspiration, welche Bücher ich noch lesen könnte und dafür bin ich jedes mal sehr dankbar. Manches hätte ich ohne einfach niemals auf dem Schirm gehabt. Ich würde deshalb gerne etwas zurückgeben und ich habe und schreibe auch meinen eigenen Blog, aber irgendwas innerhalb der Buchblog-Community (so, wie ich sie wahrnehme), stresst mich unheimlich und deshalb lasse ich es vorerst bleiben. Am Ende zählt für mich einfach nur, die Blogs zu lesen, die mir taugen und mich dort zu beteiligen.

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 08:49

      Schade, dass es Dich so sehr gestresst hat, dass Du aufgehört hast. Aber ich kann es verstehen.

  • Antworten Manuela Hahn 16. Oktober 2017 von 06:54

    Ich hatte am Freitag auf der Messe das Gefühl, es gibt zwei Bloggergruppen, die die öffentlich nett und freundlich sind und die, die es auch sind wenn kein Smartphone oder keine Kamera auf sie gerichtet ist. Das stört mich eigentlich am meisten an der Szene. Ein kleines Beispiel: Auf einer Veranstaltung saß eine Bloggerin die zu den Themen Hilfsbereitschaft und Umgang miteinander heftig nickte und kurze Zeit später eine Frage so giftig beantwortete, als hätte ich meinen Teenager gebeten sein Zimmer aufzuräumen.
    Mein Blog ist eher klein und weit davon entfernt professionell zu sein,aber er macht MIR Spaß und so soll es auch bleiben. Ich hätte auch gern höhere Zugriffzahlen, besonders bei Büchern die mir gefallen haben, aber mein Glück hängt sicher nicht davon ab, außerdem scheitert es bei mir schon daran das ich gerade mal weiß wie man einen Rechner anschaltet ;o)

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 08:48

      Zum Glück sehe ich Blogger selten, wenn eine Kamera auf sie gerichtet ist. Das ist wohl ein allgemeines Phänomen. 😉

  • Antworten Ulrike 16. Oktober 2017 von 08:32

    Toll geschrieben. Artikel kann man aus meiner Sicht 1:1 auf Foodblogs übertragen. “Früher ” oder anders gesagt in den Anfangsjahren des Bloggen war es eben anders. Ob es besser war, sei dahingestellt. Mir machte es da aber mehr Spaß

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 08:47

      Interessant, dass es scheinbar überall so ist. Bekommt man in seiner eigenen Filterblase gar nicht mit.

  • Antworten Heike Baller 16. Oktober 2017 von 08:48

    Hallo Simone,

    da hst Du was Wichtiges angesprochen. Und in den Kommentaren sind viele gute Ideen (“Remember why you started” z. B.) Bei mir hat in den letzten 18 Monaten das Leben so richtig reingegrätscht und ich konnte gar nichts Aktuelles machen. Statt dessen habe ich dann alte Schätzchen raugekramt und damit was gemacht – weil es für mich das Richtige war (wer liest schon noch Karl May … 😉 ?) . Ein anderer Schwerpunkt waren bei mir immer Sachbücher – auch da merke ich, wie andere Aufgaben mich so fordern, dass Rezensionsexemplare eine echte Last geworden sind. Dein Beitrag ist mit ein Grund dafür, dass ich sage: Ich kaufe mir meine Bücher selbst, lasse sie mir schenken (Weihnachten …) oder leihe sie aus. Du hast mir damit echt geholfen. Und hey, wer definiert “Bücherblog”? Jede und jeder von uns selber.
    Danke für Deinen Beitrag und alles Gute für Dich und Deine Bücher – wieauch immer das mit demBloggen oder nicht aussgehen mag.

    Herzliche Grüße
    Heike

  • Antworten Elke Schneefuß 16. Oktober 2017 von 09:39

    Ihr Lieben,
    hier ist ja schon vieles aufgetaucht an Argumenten, ich möchte nur noch einen aus meiner Sicht erwägenswerten Gedanken anfügen: ich persönlich habe den Eindruck, dass viele eben auch bloggen, um endlich wahrgenommen zu werden in einem Business, das hart und gnadenlos ist. Endlich veröffentlichen, bemerkt werden von Verlagen und Lesern, endlich eine Rolle spielen in einem Gewerbe, das sich ansonsten schon nahezu hermetisch abriegelt gegen Newcomer ( wer schafft es schon noch mit seinem
    Manuskript in einen großen Publikumsverlah,? Selfpublishing jetzt mal außen vorgelassen). Auf diese Weise bleibt nur der Blog, um einen Fuß in die Tür zu bekommen: bei Verlagen und beim Leser. Dafür wird dann mit harten Bandagen gekämpft. Ich bitte, mich nicht misszuverstehen: ich kritisiere niemanden, ich versuche nur, die oben skizzierte Entwicklung zu erklären. Ich verstehe den Traum, der dahinter steckt, ich glaube nur nicht, das er mit einem Blog – sei er auch noch professionell- wie erhofft in Erfüllung geht.

    Ganz liebe Grüße!
    Eine begeisterte Leserin!

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:20

      Ich selbst kenne zwar nur Blogger, die wegen des Austauschs über Bücher anfingen zu bloggen, aber ich gestehe, die meisten kenne ich auch schon sehr lange. Möglich, dass ich da in den letzten Jahren einen wichtigen Punkt verpasst habe. Das kann dann ja keinen Spaß machen, wenn man es von Anfang an als Business aufzieht.

  • Antworten Ascari 16. Oktober 2017 von 13:17

    Liebe Simone,

    ich kann dich gut verstehen! Ich bin zwar noch nicht so lange als Buchbloggerin unterwegs (seit knapp drei Jahren), aber ich hatte auch schon früher Blogs, wenn auch zu anderen Themen. Und hatte anfangs erst mal das Gefühl, eine komplett neue Welt zu betreten, denn ich habe mich nie als Influencer gesehen, einfach nur als Mensch, der gern zu bestimmten Themen geschrieben hat (und noch immer schreibt).

    Da kommen aber gleich mehrere Entwicklungen der letzten Jahre zusammen, die es so in der Form früher nicht gegeben hat, denn da spielen auch Marketing- und Wirtschaftsinteressen eine Rolle und eine Menge Leute, die Verlagen beigebracht haben, dass man Blogger (zumindest offiziell) nicht belächeln sollte. Diese Entwicklung ist aber auch in anderen Bereichen spürbar, wenn auch nicht so stark in der Buchszene.

    Zurücknehmen lässt sich das nicht, das ist wie ein rollender Zug, der losgefahren ist. Daher ist auch jeder dazu angehalten, sich irgendwann einmal Gedanken zu machen, wie er in diesem Umfeld sich positionieren will (Wobei ich den Eindruck habe, dass du das schon getan hast). Da ist jeder gefordert zu entscheiden, wie er das handhaben will. Und natürlich wird man das als alter Hase anders wahrnehmen als als Frischling, weil man diese Entwicklung der Blogs mitverfolgt hat …

    Liebe Grüße
    Ascari

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:17

      Ja, von dem Zug bin ich ja schon vor einer Weile abgesprungen und fühle mich damit wieder sehr viel wohler. 🙂

  • Antworten ERDNAH 16. Oktober 2017 von 14:04

    Ich lese viel, aber Buchblogs habe ich irgendwie verpasst. Kenne nur Buch-Communities wie Goodreads.com

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:16

      Interessant, weil viele Blogger ja auch auf Goodreads sind, aber wohl nicht als Blogger auffallen. Bleibt die Frage: wie hat es Dich hier her verschlagen. 😉

  • Antworten Devi 16. Oktober 2017 von 15:34

    Moin moin,
    Ich betrachte meinen Blog als Ort, wo ich meine Highlights (Bücher vornehmlich und auch Konzerte / Reisen) festhalte. Hauptsächlich für mich. Ich lasse es aber frei für alle Menschen, die es möchten, daran auch teilzuhaben. Mir ist es auch Wurst ob ich dafür Kommentar oder likes bekomme (natürlich freu ich mich darüber). Ich habe mich nie als Teil der “Buchblog” Community gesehen … dafür bin ich eh zu klein (und auch unbestechlich) UND zu soziopathisch … (weil ich Messen und Allgemein – Großveranstaltungen meide). Meine Buchbesprechungen sind auch alles andere als journalistisch verwertbare Empfehlungen … das sind von der Leber weg geschriebene Worte mit subjektivem Anspruch und das soll auch so bleiben. Ich bin halt schon immer etwas anders und werde es immer bleiben. Ach ja, Rezensionsexemplare … ich habe 2 Stück in meinem ganzen Leben bekommen … und diese habe ich gemocht … und da wurde auch vorher gefragt, ob ich sie wirklich will. Ansonsten bin ich stolze Analog-Selbstkäuferin. Ich kann zudem sagen, dass mein Blog auch Niemals Nie Mittelpunkt meines Lebens ist, dazu ist mir meine Zeit zu wichtig, die ich für mich selbst brauche (neben dem Arbeiten im Schichtdienst wohlbemerkt). Genieße Deine Zeit … egal wie Du Dich augenblicklich fühlst und blogge wann Du willst, egal was Du willst und lass die Anderen denken über Dich, was sie wollen. Wenn man so weit ist, dann ist auch das Bloggen wie ich es mache, ein freies Vergnügen. Bei Bedarf, wenn Du mal in HH weilen solltest, kann ich Dich auch mal auf ein Tässchen Tee mit Buchregalblick einladen, wenn Du magst. LG Devi

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:15

      Da ich ein bis zwei Mal im Jahr im Norden zu finden bin, komme ich vielleicht auf das Angebot zurück. 🙂 Klingt nach einem guten Blog-Weg!

  • Antworten Mareike 16. Oktober 2017 von 19:19

    Du sprichst mir aus der Seele. Aus diesem Gefühl heraus habe ich das Bloggen aufgegeben. Jetzt, nach über einem Jahr, werde ich neu anfangen, aber genau wie du – ohne Druck, ohne “Marketing”, ohne alles. Nur Bücher und ich. Ich freue mich, bei dir weiterzulesen. Alles Liebe
    Mareike

    • Antworten Papiergeflüster 16. Oktober 2017 von 19:24

      Ich drücke die Daumen, dass es mit dem Neuanfang wieder mehr Spaß macht. 🙂

  • Antworten Lesefee 16. Oktober 2017 von 20:02

    Hey 🙂
    Danke für diesen Post. Ich selbst bin schon seit einigen Jahren Bloggerin, aktuell aber dank Familie etwas weniger dabei. Am Anfang als Bloggerin habe ich mich, wie wahrscheinlich jeder zu Beginn, an einige Verlage gewandt und versucht mein kleines Budget für Bücher durch ein paar Rezensionsexemplare aufzustocken. Dabei habe ich es aber auch nie übertrieben und nichts genommen was mich nicht angesprochen hat. Seit einigen Jahren nehme ich auch nur noch sehr selten und ausgewählte Bücher von Autoren an. Mittlerweile aber kaufe ich mir vieles auch viel lieber. Sicherlich ist es toll, dass es die Möglichkeit gibt, aber oft hat man wenn man dann eines anfragt das Gefühl das Buch schnellstmöglich zu lesen und zu rezensieren. Für mich ist aber momentan die Zeit fürs Lesen recht dezimiert und ich möchte mich dabei entspannen und das Lesen genießen. Das ist auch beim rezensieren so. Wenn mir jemand ein Buch anbietet und es mir gefällt teile ich der Person gleich mit dass es sein kann das es etwas länger dauert.. Alles in allem gehe ich das bloggen mittlerweile auch einiges entspannter an. Wenn ich Lust habe mach ich es und ich muss nicht jeden neuen Bestseller rezensieren, der auf jedem Blog schon wiedergekäut wurde. Da lasse ich mir Zeit und lese lieber eine SuB-Leiche 😀
    Wenn man sich einmal gefragt hat für wen man bloggt und man erkennt, dass man es nur für andere macht, finde ich sollte man noch einmal nachdenken. Insbesondere wenn man regelmäßig von Unlust überfallen wird und nur bloggt weil man Angst hat Leser zu verlieren etc.
    Sicherlich freue auch ich mich sehr, wenn jemand meine Posts kommentiert oder bei Aktionen mitmacht, aber ich blogge schon lange auch für mich. Mir ist es nicht mehr ganz so wichtig, wie viele Leute die neueste Rezi gesehen haben. Ich schreibe sie für mich, denn ich mag das Schreiben und lese manchmal auch einfach gerne nach, was ich einst geschrieben habe (und schmunzel auch mal gern über meine Wortwahl).
    Ich selbst bin auch immer erschrocken wenn ich lese, wie du schreibst, dass manche Blogger quasi mit Koffern voll Reziexemplare die Buchmesse verlassen. Als würden sie nur deswegen dahin. Die Male wo ich als Bloggerin da war, habe ich mich nicht bei einem Verlag angestellt um etwas anzufragen… 2013 hatte ich dieses Thema ähnlich schon mal aufgegriffen: http://lesefee.blogspot.de/2013/04/worte-blogger-unterstutzung-oder.html (und nein ich möchte keine extra Klicks, aber vielleicht interessiert es dich :D).
    Sicherlich soll jeder machen wie er mag, aber man sollte sich immer selbst treu bleiben. Das bedeutet auch, dass man einfach mal eine Pause einlegen sollte wenn man das Gefühl hat, nicht mehr weiter zu wissen bzw den Zeitdruck im Nacken spürt. Als stille Mitleserin sage ich aber auch, das ich deine Worte mag und mich freuen würde, wenn du deine Leidenschaft weiterhin mit der Netzwelt teilst. Lg Lesefee

    • Antworten Papiergeflüster 17. Oktober 2017 von 20:09

      Vielen Dank. Euer Zuspruch hat mich definitiv motiviert, es tut gut zu lesen, dass man mit diesen Gedanken und Gefühlen nicht alleine ist. Weiter geht es auf jeden Fall, in meinem Tempo. 🙂

  • Antworten Dominique 16. Oktober 2017 von 22:52

    Ahoi!
    Ich kann deine Überlegungen sehr gut nachvollziehen und kann mich den vorangegangenen Kommentaren anschließen: sich darauf zu besinnen, warum man mit dem Bloggen angefangen hat, und darauf achten, dass es einem selbst Spaß macht – das ist wichtig!
    Mein Bücherschiff gibt es erst seit einem Jahr und ich selbst würde mich vermutlich nie als Bloggerin bezeichnen. Ich komme von der Verlagsseite, habe immer wieder Kontakt mit Bloggern und erhalte die unterschiedlichsten Eindrücke. Interessant, dass sich diese mit deinen Beobachtungen in vielen Teilen decken. Als ich das Bücherschiff startete, war für mich klar, dass ich über Bücher schreiben möchte, zu denen ich etwas zu sagen habe. Wenn da mal zwei Monate dazwischen liegen, dann ist das halt so. Es soll mir Spaß machen, einen stressigen Job habe ich schon. Und wenn ich auch nur eine Handvoll Leute auf das besprochene Buch aufmerksam machen und anstoßen kann, dann freut mich das schon. Ich greife in mein Regal und finde dort ein Buch, auch Backlist ist interessant und wichtig. Amazon kommt nicht an Bord.
    Ich denke mir manchmal, dass es vermutlich so unterschiedliche BloggerInnen gibt wie es Bücher und Menschen gibt. Und das ist sicher gut so. Gut ist auch, dass wir “Nischen” wissen, dass wir nicht alleine sind. Das hat dein Artikel mehr als deutlich gemacht.
    Ein paar Gedanken und liebe Grüße von einer, die über Bücher schreibt 😉

    • Antworten Papiergeflüster 17. Oktober 2017 von 20:08

      Vielen Dank für Deine lieben Worte 🙂

  • Antworten wasliestlisa 17. Oktober 2017 von 13:47

    Ich finde den Beitrag von dir echt gut. Er spiegelt tatsächlich fast alles wider, was ich mir gerade denke.

    Ich für meinen Teil habe die Matura als großes wesentliches Ziel, auf das ich mich vorbereite und da fehlt mir auch die Zeit dazu jeden 2 Tag was zu posten. Aber ich liebe auch es über Bücher zu bloggen, aber das Buch unter Zeitdruck zu lesen macht, wie du in deinem Post geschrieben hast, keinen Spaß. Daher verzichte ich dieses Schuljahr fast auch auf Rezensionsexemplare. Lieber minimiere ich meinen SuB. Ich möchte einfach nicht unter diesen Zeitdruck stehen, denn es soll weiterhin die Qualität und nicht die Quantität der Bücher im Vordergrund stehen.

    Ich wünsche dir eine schöne Herbstzeit mit vielen guten Büchern und bleib dir auf Twitter eine Leserin.

    LG Lisa

    • Antworten Papiergeflüster 17. Oktober 2017 von 20:06

      Viel Erfolg für die Matura! Manchmal geht das Leben eben vor. 🙂

  • Antworten Sabrina 19. Oktober 2017 von 22:45

    Ich glaub einfach, dass das irgendwann alles zusammenbricht. Klar als Schüler hat man viel Zeit. Kann überall gefühlt gleichzeitig die Kanäle bedienen. Bissel hübsch lächeln und schon hat mann massig klicks (ne bekannte postet ohne hashtags oder kommis einfach nur bilder von sich, sie ist wirklich hübsch und hat in kurzer zeit 10k Follower! unglaublich)
    Wir “alten Hasen” sind eben nicht so hipp so flippig, so durchgeknallt. Wir sind bodenständig und wissen, dass man eben neben den Blog noch arbeiten muss XD (Was schüler eben selten müssen)

    So teilen wir unsere Zeit auch ganz anders ein. Ich nehmen durchaus Rezensionsexemplare, auch bin ich bei Treffen oder rage auch vor Ort nach einen neuen Tipp (leider gab es dieses Jahr ein Buch das schon August 2016 erschien) Das war letztes jahr noch anders.
    Offener, exklusiver. Ich hatte teils Bücher, die eben erst in 2-6 Monaten erscheinen würden. Jetzt war es “alt” und naja, dank coverwechsel weiß ich auch dass ich es schon hab. schade.

    Aber daran hab ich gesehen, das die Verlage eben auf das “betteln” reagieren, indem sie nur noch die Karte rausgeben und dann eben bücher, die schon länger aufem Markt sind. Nach dem 2 Stand habe ich es aufgegeben, werde es auch nimmer machen. Dann lieber gezielt an die Verlage schreiben, Kontakte knüpfen und fertig.

    Ich denke einfach, dass die ganzen frischen Dinger irgendwann auch im wahren leben ankommen und dass sich die Szene dann wieder ändern wird. Lasst uns einfach so bleiben wie wir sind und uns wohl fühlen, ohne zu verbiegen. Wer über Bücher schreibt, ist Buchblogger. Ende. So einfach ist die Definition 😀 Wer übers reisen bloggt ist Reiseblogger usw.
    Wir sind nunmal Blogger, weil wir einen Blog haben, weil wir Bloggen. Keine Berufsblogger, eben einfach Blogger (gott wie oft hab ich nun Blogger stehen?!)

    Diese Diskussion gibt es schon gibt es schon bei den mamabloggern. was wir aber gemeinsam haben. Wir sind Blogger mit Leidenschaften!

    • Antworten Papiergeflüster 21. Oktober 2017 von 17:05

      Das habe ich jetzt schon öfter gelesen, dass es in anderen Blog-Genres ähnliche Entwicklungen gibt. Jeder auf seine Art. 🙂

  • Antworten Nikola Hahn 30. Oktober 2017 von 22:57

    Ich könnte jeden Satz unterschreiben – und ich habe jeden genossen! Wie schön, dass es auch andernorts Büchermenschen gibt, die dieses Gefühl spüren, dass der Weg, den die Buchbranche seit Jahren nimmt, nur noch für eine gewisse (sicherlich große, aber eben nicht umfassende) Zielgruppe befriedigend ist. Ob es Blogger sind oder Leser oder Schriftsteller, Lektoren, unabhängige Buchhändler oder kleine Verlage: Menschen, die Bücher aus Leidenschaft lesen, schreiben, machen, verkaufen: Sie beschleicht zunehmend das Gefühl, dass all das, was ihre Liebe zum Buch einst befeuert hat, auf dem Markt der Optimierungsmöglichkeiten geopfert wird, dass nicht auch, sondern nur noch die Ökonomie zählt, der kurzfristige Profit, das vorgeblich “am Lesergeschmack” orientierte, optimierte, professionalisierte Büchermachen, das zu unzähligen austauschbaren, gesichtslosen Titeln, Stories und Coverbildern führt. So wie Du viele Blogger kennst, die das bedauern (und doch zum Teil nicht aufhören können, wollen oder möchten), so gibt es doch auch viele Autoren, Buchverkäufer und Verlagsmitarbeiter, die diese leise Wehmut spüren, auf dem Weg der vorgeblichen Professionalisierung etwas sehr Wertvolles verloren zu haben: Die Freiheit und Ungezwungenheit des Schreibens, des Lesens, des Verkaufens. Die Gewissheit, dass es etwas Besonderes ist, sich mit Büchern zu umgeben. “Bücher sind wie Seife – Man muss sich überlegen, wie man sie gut verkauft”. So ähnlich hat es mal ein Agent formuliert, mit dem ich sehr lange zusammengearbeitet habe. Ich fand den Satz seinerzeit sehr nachvollziehbar, zumal ich nie als Hobby geschrieben habe, sondern immer als (Zweit-)Beruf. Heute sehe ich das anders. Wenn Bücher nicht mehr als Seife sind, mag ich keine mehr schreiben. Und ich bin sicher, Du würdest auch keine mehr lesen und darüber bloggen wollen. Ich habe nie aufgehört daran zu glauben, dass zum Lesen und Schreiben nicht nur Fantasie, sondern auch Faszination gehört. Und Leidenschaft für das, was man tut. Und wenn ich mir so die Kommentare hier durchlese, sind wir doch gar nicht so Wenige 🙂

    • Antworten Papiergeflüster 2. November 2017 von 16:58

      Bücher sind etwas besonderes und nicht austauschbar wie Seife. 🙂 Diese Leidenschaft teilen wir zum Glück wirklich mit vielen Lesern!

  • Antworten Anni 8. November 2017 von 21:57

    Da sind wir zwei, auf unterschiedlichen Seiten – ich verschenke nämlich meine Bücher nicht mehr.

    🙂

    Ansonsten: Lesen soll doch Vergnügen machen – kein Zwang sein.

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