Besprechungen Phantastik

Ben Aaronovitch – Die Flüsse von London

15. Februar 2012

FluesseLondon

Peter Grant hat gerade erst die Ausbildung zum Police Constable absolviert, eigentlich steht ihm ein langweiliger Schreibtischjob bevor. Bis er zufällig dem Zeugen eines Mordfalles begegnet, dessen Aussage er besser nicht ins Protokoll aufnimmt. Der heimliche Beobachter war nämlich ein Geist. Seine Beobachtungen lassen sich auch nicht rational erklären. Der Täter hat zwei Gesichter? Was geht hier vor? Ehe Peter es sich versieht, hat er einen neuen Job. Bei einer Spezialeinheit der Londoner Polizei, gleichzeitig wird er zum Zauberlehrling und muss auch noch Lateinvokabeln pauken. Währenddessen begeht der Mörder eine Tat nach der anderen, sinnlose Gewalt und Brutalität scheinen London in ihren Fängen zu halten. Können vielleicht der Themsegott und die Themsegöttin helfen? Eventuell, wenn sie nicht mehr damit beschäftigt wären, ihren eigenen Kleinkrieg auszufechten.

Klingt merkwürdig? Ist es auch, deshalb mochte ich das Buch so sehr. Das Cover hatte mich angesprochen, der Klappentext amüsiert. Das hörte sich nach einem Buch ganz nach meinem Geschmack an. Mein Bauchgefühl hatte mal wieder Recht.

Aaronovitch schreibt herrlich schräg, sein Humor kommt aber keineswegs mit dem Holzhammer daher oder landet unter der Gürtellinie. Der Roman spielt in unserer modernen Welt, mit Handys, Computern und allem was man so kennt. Was, wenn man plötzlich feststellt, dass auch in dieser Welt Magie und nicht menschliche Wesen existieren? Aaronovitch ist aber noch einen Schritt weiter gegangen, was könnte Magie für Auswirkungen auf die Technik haben und umgekehrt? Viele der Fragen wurden noch nicht ganz geklärt, die Naturwissenschaftlerin in mir ist neugierig geworden und will mehr wissen.

In „Die Flüsse Londons“ vereinen sich viele wunderbar skurrile Ideen mit einem trockenen Humor. So manchen Satz habe ich zweimal gelesen, weil mir die Sprache so gut gefiel, der Wortwitz ausgekostet werden wollt. Wer Neil Gaiman und Christopher Moore mag, findet hier eine sehr gelungene Mischung aus beiden.

Im Juli erscheint mit „Schwarzer Mond über Soho“ die Fortsetzung der Abenteuer des frisch gebackenen Zauberlehrlings, mein Exemplar habe ich mir schon vorbestellt.

Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch
478 Seiten – dtv
ISBN 9783423213417, 9,95€
Taschenbuch

4 Kommentare

  • Antworten Kevin 16. Februar 2012 von 10:38

    Es gibt einfach zu viele tolle Bücher, die ich anscheinend noch lesen muss 🙁 Das hier scheint genau nach meinem Geschmack zu sein, ich liebe schräge, fantastische Geschichten mit Humor. Die “Bartimäus”-Bücher von J. Stroud fand ich klasse, kann man wahrscheinlich nicht vergleichen aber vom Mischmasch her klingt es ähnlich 😉 Kommt auf meine Bücherliste *notier*

    • Antworten juergenalbers 19. Mai 2017 von 18:44

      Hallo Kevin,
      die Bartimäus-Reihe habe ich auch heiß geliebt und fühlte mich von der Beschreibung hier sofort erinnert. Hast du die Lockwood & Co-Bücher von Stroud auch gelesen? Jedenfalls werde ich die Flüsse von London definitiv auch auf meine WuLi setzen. Danke auch an Simone für die Rezension!

  • Antworten Papiergeflüster » Jahresrückblick und Bilanz 2012 31. Dezember 2012 von 17:24

    […] der Fantasy hat mich Ben Aaronovitch mit “Die Flüsse von London” und der Fortsetzung “Schwarzer Mond über Soho” […]

  • Antworten Ben Aaronovitch – Der böse Ort | Papiergeflüster 4. Juni 2014 von 21:14

    […] mit dem Ersten beginnen sollte. Wer „Die Flüsse von London“ noch nicht kennt, sollte ab jetzt hier weiterlesen. Wer die schon kennt und mochte, wird auch „Schwarzer Mond über Soho“ und „Ein Wispern unter […]

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