Besprechungen Phantastik

Ben Aaronovitch – Der Galgen von Tyburn

19. Mai 2017
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Peter schuldet Lady Tyburn einen Gefallen, seit sie ihn aus einer misslichen Lage befreite. Den fordert sie jetzt ein, er soll ihre Tochter aus den Ermittlungen in einem mysteriösen Todesfall heraushalten. Das gelingt ihm nicht so ganz, stattdessen kommen noch ein paar Dinge mehr ans Licht, die die Beteiligten lieber unter den Teppich gekehrt hätten. So ist das eben, wenn in einem unbewohnten Loft ein totes Mädchen mit einer Überdosis liegt, dessen Vater zur High Society Londons gehört.

Die ersten Bände mit Peter Grant habe ich geliebt. Jetzt bin ich ihnen entweder entwachsen, oder sie werden schwächer. Den englischen Humor mochte ich immer besonders, hier wirkt er auf mich ziemlich gezwungen. Irritierend fand ich, dass ich bei jeder neu eingeführten Person sofort die Hautfarbe erfuhr, noch vor ihrem Namen oder Status. Ausnahmslos bei jeder, egal ob wichtig oder nicht. Im ersten Band merkte ich erst nach vielen Seiten, dass Peter schwarz ist. Weil es überhaupt keine Rolle spielt. Das nebenbei einzubauen ist vollkommen in Ordnung, aber mit dem Holzhammer ständig Hautfarben um die Ohren gehauen zu bekommen, war befremdlich.

Alles in allem etliche nette Anspielungen auf die ersten Bände, aber keine Fortsetzung, die denen würdig wäre. Wahrscheinlich werde ich die Reihe trotzdem weiter verfolgen, in der Hoffnung auf Besserung.

Der Galgen von Tyburn – Ben Aaronovitch
Deutsch von Christine Blum
dtv Verlag

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11 Kommentare

  • Antworten Biggi 19. Mai 2017 von 20:34

    Das ging mir ganz genauso. Ich war schon ganz unsicher, ob ich da was übersehen habe. Danke für die Einschätzung. Und mir geht es auch so, dass ich die Serie weiter verfolgen werde. Die Hoffnung stirbt zuletzt 😉

    • Antworten Papiergeflüster 20. Mai 2017 von 13:49

      Kennst Du schon die Comic-Reihe? Die mag ich auch sehr gerne. Das ganze Setting ist toll und mag ich sehr, deshalb hoffe ich auch einfach, dass der Rest wieder besser wird.

      • Antworten Biggi 21. Mai 2017 von 18:47

        Danke für den Tip. Werde ich mir auf jeden Fall mal angucken.

  • Antworten Lena 20. Mai 2017 von 15:44

    Mir gefiel der 6. Band ja wirklich gut, so viele neue Informationen. Die Sache mit den Hautfarben schiebe ich persönlich auf die Tatsache, dass Peter eben Polizist ist. Und auch wenn es offiziell natürlich kein racial profiling gibt, wird die Hautfarbe natürlich schon zu einer ersten Einschätzung benutzt. (machen ja auch nicht nur Polizisten, machen wir auch täglich) Dass er seine eigene nicht erwähnt, ist da halt auch irgendwie klar. Wer beschreibt sich selbst schon immer ^^

    LG
    Lena

    • Antworten Papiergeflüster 20. Mai 2017 von 16:07

      In diesem Band betont er seine eigene auch sehr viel mehr als in den früheren Bänden. Aber wesentlich mehr hat mich der gezwungen wirkende Humor gestört, denn mochte ich in den anderen Bänden so sehr, fiel mir aber schon beim vierten Band auf.

  • Antworten yoshimi 20. Mai 2017 von 16:00

    Wahrscheinlich hast du recht, aber auf dem Auge war ich wohl blind. Ich hatte sehr viel Spaß an der Atmosphäre, an den Respektlosigkeiten und den kleinen Erfindungen. Und dann wird auch noch Ada Lovelace erwähnt. Ich glaube, ich würde auch ohne zusammenhängende Geschichte einfach so weiterlesen, weil ich mich in diesem London so richtig wohl fühle und sollte mir nun endlich mal die Comic-Reihe ansehen.

    • Antworten Papiergeflüster 20. Mai 2017 von 16:08

      Ich beneide dich wirklich darum, wäre so froh, wenn ich das auch könnte. 🙂
      Die Comic Reihe mag ich sehr, den ersten Band aber auch wesentlich mehr als den zweiten. Wobei der wahrscheinlich besser wirkt, wenn man den Galgen von Tyburn vorher schon kennt.

  • Antworten Verena 20. Mai 2017 von 22:35

    mir war auch nie bewusst, dass Peter dunkelhäutig ist. Erst als ich das Cover vom Comic gesehen habe, habe ich das erfahren. Ich mein, es hätte mir auch eher auffallen können, weil seine Mutter ja aus Afrika stammt, aber es ist so nebensächlich.
    Was mich störte, und so ging es auch einem Freund von mir, ist, dass es immer wieder kleine Anspielungen auf Vergangenes gab, aber das nie weiter erklärt wurde. Meistens wird in Reihen noch mal kurz erwähnt, was so passiert ist. Aber hier? Gar nichts, oder?
    Trotzdem, ich mag die Bücher, auch, wenn ich manches nicht 100% verstehe, weil ich es im Original lese. Mein Englisch ist zwar eigentlich recht gut, aber das heißt nicht, dass ich die Zusammenhänge direkt verstehe.

  • Antworten Papiergeflüster 20. Mai 2017 von 22:41

    Stimmt, wird nichts erklärt, viel vorausgesetzt. Ich musste auch manches mal überlegen, weil die anderen Bände schon so lange her sind.
    Ich hatte den Band davor im Original gelesen und gemerkt, dass mein Englisch dafür nicht reicht, da ist mir viel entgangen. Sind schon viele eher ungewöhnliche Vokabeln. ?
    Seine Hautfarbe und die anderer ist wirklich total nebensächlich, gerade deshalb hat mich gestört, dass es ständig so betont wird.

  • Antworten Sebastian 12. Juni 2017 von 12:30

    Ich habe vor ein paar Wochen erst den ersten Band der Reihe gelesen und war davon schon eher wenig angetan, auch wenn mir die Grundidee und das Setting eigentlich sehr zusagt – ich fand die Geschichte aber irgendwie zäh und chaotisch und auch den britischen Humor habe ich oft nicht so wirklich gefunden.

    Trotzdem will ich die Reihe eigentlich noch weiterverfolgen, deine Rezension zum neuesten Band hilft aber nicht gerade als Motivation ;P

    • Antworten Papiergeflüster 15. Juni 2017 von 16:04

      Die ersten drei Bände mochte ich sehr, aber er hat schon einen sehr eigenen Stil. Den man nicht mögen muss, der ist nicht jedermanns Sache. 🙂

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