Besprechungen Krimis und Thriller

Arne Dahl – Sieben minus eins

12. Oktober 2016

siebenminuseins

Sam Berger ist sich sicher, dieses Mädchen ist nicht das einzige Opfer, er hat es mit einem Serienmörder zu tun. Einem äußerst raffiniertem Mörder, der labyrinthische Verließe anlegt und ausgefeilte Fallen legt. Bergers Chef will davon nichts hören, ein Serienmörder ohne vorherige Opfer? Aber Berger ist überzeugt, dass es diese Opfer gibt, sie haben sie nur noch nicht gefunden. Was er aber gefunden hat, sind winzige Hinweise des Täters, dass der eine persönliche Rechnung mit ihm offen hat. Erinnerungen werden wach, an einige unschöne Szenen seiner Vergangenheit. Aber warum müssen unschuldige Mädchen dafür büßen? Er muss den Täter finden, bevor es noch mehr Opfer gibt.

„Sieben minus eins“ ist ein sehr guter Thriller, nach bewährter Manier. Ein einsamer Polizist, auf der Jagd nach einem Feind aus der Vergangenheit. In der Mitte gibt es einen wirklich guten Twist, der die Spannung noch einmal ordentlich pusht. Und trotzdem war ich enttäuscht von diesem Dahl.

Wenn ich Autoren gerne lese, kaufe ich mir ihre neuen Bücher, ohne mich vorher darüber zu informieren. Ich lese keinen Klappentext, keine Interviews, keine anderen Rezensionen, stürze mich vollkommen unvoreingenommen in das neue Buch. Das war hier ein Fehler, denn Arne Dahl hat sich von dem verabschiedet, was ich so an seinen Büchern schätze. Den komplexen Aufbau aus mehreren Handlungssträngen, aus der Sicht von mehreren Protagonisten, die langsam und gekonnt zueinander geführt wurden. Die sprachliche Raffinesse, Protagonisten die nicht den Klischees entsprechen. All das sucht man in „Sieben minus eins“ vergeblich.

Stattdessen findet man zwei dermaßen oft verwendete Metaphern, dass ich am Ende des Buches nur noch genervt auf Espen und Uhren mit Kondenswasser reagierte. Einen Lonely Wolf als Ermittler, der lernen muss Hilfe anzunehmen, und zwar von einer Frau. Und zu guter Letzt einen unnötigen Cliffhanger im letzten Satz, ein so billiges Stilmittel, das hätte ich bei Dahl nicht erwartet.

Damit wird „Sieben minus eins“ definitiv massentauglicher, wer einen guten und spannenden Thriller sucht, bekommt den hier auch. Wer einen anspruchsvollen und besonderen Thriller mit Niveau sucht, wird enttäuscht. Für mich vielleicht sogar der letzte Dahl, der letzte Satz dieses Krimis lässt mich nämlich schlicht mit Trotz reagieren. Ich bin nicht so einfach gestrickt, dass ich darauf anspringe und jetzt unbedingt wissen muss, wie es weitergeht.

"buchhandel.de/

Sieben minus eins – Arne Dahl
Deutsch von Kerstin Schöps
416 Seiten, Piper Verlag
ISBN 9783492057707, 16,99 €
Softcover

eBook
ISBN 9783492975599, 14,99 €

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2 Kommentare

  • Antworten wortsonate 12. Oktober 2016 von 17:08

    Ist nicht so mein Autor

  • Antworten Papiergeflüster 15. Oktober 2016 von 17:52

    Früher las ich ihn sehr gerne, aber er war speziell, verstehe gut, dass das nicht jedem gefällt.

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