Belletristik Besprechungen

Anne Kanis – Nichts als ein Garten

1. September 2015

NichtsalseinGarten

Aufgewachsen ist sie in der DDR, nach der Wende hält sie sich mit Aushilfsjobs über Wasser um irgendwann ihren Traum leben zu können: als Sängerin auftreten. Noch wird sie nur für Firmenfeste gebucht, aber sie gibt die Hoffnung auf den Durchbruch nicht auf. Auch wenn sie bis dahin noch viel Kaffee in der Rathauskantine ausschenken muss. Genauso hofft sie, den reichen Mann zu treffen, der sie aus ihrer Lage befreien wird. Doch dann kommt einer, mit dem sie nicht gerechnet hat.

In Rückblenden erzählt sie über ihre Kindheit und Jugend in der DDR. Wie es war, wenn der Vater auf Tournee ins Ausland ging, die Mutter und sie selbst aber nie mitfahren durften. Sie waren die Druckmittel, dass der Vater zurückkommt. Wie es war, nicht einfach alles sagen zu dürfen, was man mitbekam. Wie sie aufgeschnappte Sätze erst bei der Mutter testete, die ihr sagte, wenn sie einen Satz lieber wieder vergessen sollte. Oder besser nicht in der Schule verwenden. Wie es sich veränderte, nach der Wende. Und doch nicht alles anders wurde, sich kleine Ecken der alten Zeit erhielten.

Wunderbar leicht geschrieben, könnte man ihr noch viel länger zuhören, wenn sie erzählt. Vom Schrebergarten, in dem sie die Sommer ihrer Kindheit verbrachte. Der Kantine, in der sie sich das Geld für die Miete verdient. Auf der Bühne, wenn man sein Bestes gibt, auch wenn es nur für eine Firmenfeier ist.

Ein Buch, an das man auch nach dem Lesen immer wieder erinnert wird. Dank der vielen alltäglichen Szenen, sie so wunderbar beschrieben dieses Buch zu etwas besonderem machen.

"buchhandel.de/

Nichts als ein Garten – Anne Kanis
200 Seiten, Metrolit Verlag
ISBN 9783849301040, 20,00 €
Gebunden

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eBook
ISBN 9783849301057, 15,99 €

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