Belletristik Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur

Angie Thomas – The Hate U Give

22. August 2017
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Starr lebt in einem Ghetto, aber geht in eine angesehene Schule in einem anderen Viertel, auf der sie eine der wenigen Farbigen ist. Zwei Leben, die sich nur schwer vereinbaren lassen, nirgendwo gehört sie so wirklich dazu. Auf dem Heimweg von einer Party wird ihr Freund Kalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen. Ein unnötiger Tod, der für Unruhe im Viertel sorgt. Die Medien behaupten, er wäre ein Drogendealer und Gangmitglied gewesen. Starr könnte erzählen, was an diesem Abend geschah, aber damit würde sie sich und ihre Familie in Gefahr bringen. Denn in der Hood verpfeift niemand jemanden, oder es ergeht ihm schlecht.

Ein Hype-Buch, an dem man kaum vorbei kommt. Für mich eigentlich ein guter Grund, ein Buch gar nicht erst zu lesen. Aber dann schrieb El Tragalibros, es sei ihr Monatshighlight und ihren Empfehlungen vertraue ich meistens. Also versuchte ich es und las ein Buch, das mich seitdem nicht mehr loslässt.

Rassismus ist in Amerika alltäglich. Immer wieder liest man von scheinbar willkürlichen Attacken von Polizisten auf Schwarze. Als Schwarzer muss man nur im falschen (einem weißen) Viertel unterwegs sein, schon ist man verdächtig und muss um sein Leben bangen. In den schwarzen Vierteln herrschen die Gangs, selbst Kinder sterben bei Schießereien auf der Straße. Klingt nach Klischee, ein Leben wie das von Starr ist allerdings für viel zu viele Kids Alltag.

„THUG LIFE“ ist ein Akronym, dass der Rapper 2Pac verwendete und steht für „The Hate U Give Little Infants Fucks Everybody“. Thug Life ist einerseits das Leben, das die Gangmitglieder und Dealer führen, wer so lebt ist ein Thug. Die Bedeutung dieses Akronyms ist die Grundaussage des Buches und hat sich mir so sehr eingebrannt, es taucht ständig in meinen Gedanken auf.

„The Hate U Give“ ist ein großartig geschriebenes Buch, das inhaltlich und sprachlich überzeugt, einen mit der Wucht seiner Botschaft regelrecht überrennt, emotional geplättet zurücklässt, das erst einmal verarbeitet werden will. Kurz: der Hype ist absolut gerechtfertigt, ich schließe mich an und sage, wenn ihr den Rest des Jahres nur ein Buch lest, lasst es dieses Buch sein.

The Hate U Give – Angie Thomas
Deutsch von Henriette Zeltner
cbt Verlag

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3 Kommentare

  • Antworten -Leselust Bücherblog- 22. August 2017 von 21:45

    Schöne Rezension. Bei Hype- Büchern bin ich ja auch oft eher skeptisch, aber das Thema hat mich sehr interessiert, weswegen ich es dann doch gelesen habe. Und das Buch hat mich dann auch nicht enttäuscht. Schön, dass es dich auch überzeugen konnte.
    Liebe Grüße, Julia

    • Antworten Papiergeflüster 23. August 2017 von 15:49

      Vielen Dank. 🙂 Die Skepsis bei Hype Büchern kenne ich nur zu gut. Dank der hätte ich beinahe Harry Potter nicht gelesen. 😉 Aber manchmal lohnt es sich dann doch und der Hype ist berechtigt.

      • Antworten -Leselust Bücherblog- 24. August 2017 von 16:07

        Oh Gott, das wäre ja schrecklich gewesen! Gut, dass du dich da überwunden hast. Ich habe die Bücher zum Glück gleich ganz am Anfang gelesen. Da war mir das mit dem Hype noch gar nicht bewusst. Bin sozusagen mit dem Potter-Hype zusammen reingewachsen. ;D
        Das werde ich auf jeden Fall beim nächsten Hype- Buch mal im Hinterkopf haben, was mir da vielleicht entgehen könnte, wenn ich keine Lust habe, es zu lesen… 😉

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