Belletristik Besprechungen

Andrew Davidson – The Gargoyle

12. März 2010

Gargoyle

„The Gargoyle“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Es handelt von der Liebe, ist aber kein wirklicher Liebesroman. Neben romantischen und historischen Elementen findet sich auch ein Schuss Mystik.

Der Protagonist, dessen Name nie genannt wird, führt ein wildes Leben, verdient sich sein Geld als Pornodarsteller. Meist nimmt er seine Umwelt nur durch einen Drogennebel wahr. Im Rausch hat einen schweren Autounfall, der Großteil seines Körpers, ehemals sein Kapital, verbrennt. Als er nach einiger Zeit auf der Verbrennungsstation erwacht, kann er sich nicht damit abfinden, in Zukunft als „Monster“ weiter leben zu müssen. Da erscheint Marianne Engel an seinem Krankenbett, die behauptet, ihn bereits seit 700 Jahren zu kennen. Sie seien damals ein Liebepaar gewesen. Bei ihren Besuchen erzählt sie ihm neben der Geschichte ihrer eigenen Vergangenheit verschiedene andere Geschichten über meist tragisch endende Beziehungen. Sie scheint ihn trotz seines neuen Aussehens zu lieben. Kann sie ihn davon überzeugen, dass auch dieses Leben lebenswert ist?

An diesem Buch habe ich ziemlich lange gelesen. Was zum Teil daran lag, dass ich mir die günstigste englische Ausgabe gekauft hatte, die leider ein sehr schlechtes Druckbild hatte. Oft war die Schrift extrem verlaufen und nur schwer lesbar. Besonders ungünstig war es bei den schwarz hinterlegten Sätzen. Es gibt einen Satz im Buch den ich gar nicht lesen konnte, da nur ein schwarzer Balken sichtbar war.

Allerdings war das wohl nur ein Grund für die lange Lesedauer. So richtig gefesselt hat es mich nicht wirklich. Die Nebenhandlungen empfand ich oft als interessanter als die Haupthandlung. Nach einem Kapitel hat es mir erst mal wieder gereicht und das Buch lag in der Ecke. Es war aber nicht so uninteressant, dass ich es abbrechen wollte. Nur waren ziemlich viele andere Bücher immer wieder spannender.

Ein wirkliches Fazit fällt mir bis heute schwer, ich weiß noch immer nicht, wie ich es bewerten soll. Für empfindliche Leser ist es eindeutig nicht geeignet, da der Unfall und auch die folgende Behandlung seiner Wunden sehr detailliert beschrieben werden. Wer damit kein Problem hat und eine Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund und einigen Rätseln mag, sollte sein Glück damit versuchen. Auch wenn ich mich denen nur teilweise anschließen kann, habe ich einige begeisterte Meinungen zu dem Buch gelesen.

Ein Tipp für alle, die sich die englische Ausgabe holen wollen: gönnt euch die etwas teurere Ausgabe, es lohnt sich.

The Gargoyle – Andrew Davidson
465 Seiten, Anchor Books
ISBN 9780307473721, ca. 5,80 €
Taschenbuch Englisch

3 Kommentare

  • Antworten Innensicht 13. März 2010 von 18:01

    Ich habe den Roman vor einigen Monaten in der deutschen Ausgabe gelesen. Da gabs keine Probleme mit dem Druckbild, zum Glück. Und von der Geschichte war ich richtig begeistert. Nach nur 2 Tagen hatte ich den Roman ausgelesen. Von Anfang an war ich gespannt, wohin die Geschichte führen würde. Der Roman zog mich in seinen Bann, da er eigentlich in kein Genre passt, sich von vielen Fantasy Büchern der letzten Zeit abhebt. Das ist sicherlich nicht nach dem Geschmack von jedem Leser, aber ich fand es toll. Mein Urteil: Spannend, fantasievoll und mitreißend (manchmal nichts für den schwachen Magen ;)).

  • Antworten Zimtfisch 6. April 2010 von 10:30

    Grade hab ich meine Leseeindrücke nachgetragen und hatte auch dieses Buch dabei. Mir ging es sehr ähnlich…

    Habs im Krankenhaus dabeigehabt, somit hat es mich prima abgelenkt von den eigenen Schmerzen..die ganzen detaillierte Brandwundenbeschreibungen…:-D

    • Antworten Emily 6. April 2010 von 22:04

      @Zimtfisch: Deshalb war es bei Dir so ruhig, hatte mich schon gewundert. Schön, dass Du wieder da bist. 🙂

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