Besprechungen Krimis und Thriller

Andreas Eschbach – Ausgebrannt

10. November 2009

Ausgebrannt

Markus Westermann träumt schon seit Jahren von einem Leben in den Vereinigten Staaten. Endlich steht er kurz vor der Verwirklichung dieses Traums, er hat einen Job in den USA bekommen. Doch schnell kommt alles anders als geplant, er wird gefeuert. Da muss es doch Schicksal sein, dass er auf jemanden trifft, der ihm verspricht, eine sensationelle Methode zum Auffinden bisher unentdeckter Ölvorkommen zu kennen. Markus riskiert alles und gründet mit seinem Partner eine Ölfirma. Der Erfolg lässt allerdings nach einem ersten Hype auf sich warten. Da geschieht das Unvorstellbare, das größte Ölfeld der Welt versiegt. Der Stoff, den bisher jeder als selbstverständlich angesehen und ohne weitere Gedanken an Folgen verfeuert hat, wird plötzlich rar. Wie kann die Welt ohne Öl funktionieren? Ohne Autos, Flugzeuge, Plastik, Teer, selbst für die Medikamentenherstellung wird Öl benötigt. Hat Markus eine Lösung für diese Probleme? Was hat der Mord an seinem Vater mit all dem zu tun? Stand der vielleicht kurz vor einer Entdeckung, die der Wirtschaft gefährlich werden könnte?

„Ausgebrannt“ ist spannend und las sich sehr schnell. Auch wenn ich mit dem Hauptcharakter nicht warm wurde. Markus ging mir mit seiner extremen Naivität oft auf die Nerven, man will ihn an den Schultern packen und schütteln, weil einem schon lange klar ist, was passieren wird. Schriftstellerisch ist es keine Meisterleistung, aber ein gut lesbares Buch.

Nach dieser Lektüre denkt man anders über das uns so selbstverständliche Öl. Eschbach beschreibt es ganz passend, die Menschheit reagiert erst, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wie einfach wäre es, frühzeitig an Alternativen zu forschen und die vorhanden Ölreserven für die Anwendungen zu nutzen, wo es sich nicht so einfach ersetzen lässt. Aber der Mensch denkt leider höchstens bis morgen, nicht weiter.

Ein sehr gutes und wichtiges Buch, das ich gerne weiter empfehlen werde.

4 Kommentare

  • Antworten Ralf 11. November 2009 von 10:06

    Mit Charakteren hatte es Eschbach noch nie so, gerade nicht mit den Hauptcharakteren. Da wollte ich schon viele schütteln … 😉

    • Antworten Emily 11. November 2009 von 18:36

      @Ralf Und ich dachte, ich hätte vielleicht nur das zweite etwas schwächere Buch von ihm erwischt. “Ein König für Deutschland” werde ich irgendwann mal noch testen. Ein Hoffnungsschimmer bleibt.

  • Antworten Thorsten Kneuer 11. November 2009 von 13:42

    Ich fand “Ausgebrannt” total klasse. Wie eigentlich bislang alles von Eschbach!!! Auch sein neuer Roman “Ein König für Deutschland” ist einfach wieder brillant! 😀

    • Antworten Emily 11. November 2009 von 18:37

      @Thorsten: Eschbach hat immer sehr interessante Themen, “Ein König für Deutschland” finde ich auch wieder eine tolle Idee. Nur die Umsetzung finde ich nicht so perfekt. Aber das ist ja zum Glück Geschmackssache. 🙂

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