Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur

Alina Bronsky – Spiegelkind

11. April 2012

Juli ist ganz normal. Das ist wichtig, in einer Welt, in der Menschen in Normalos und Freaks eingeteilt werden. Ein Normalo möchte auf keinen Fall ein Freak sein, damit steht man außerhalb der Gesellschaft. Von einem Tag auf den anderen stellt sich Julis Welt auf den Kopf. Ihre Mutter verschwindet, niemand will ihr sagen, was los ist. Nur eines hört sie immer wieder: ihre Mutter ist eine Phee. Wesen, die wegen ihrer besonderen Fähigkeiten von den Normalos gefürchtet werden. Was ist mit ihrer Mutter geschehen? Und was bedeutet das für Juli? Ist sie selbst eine Phee? Kann sie ihre Mutter finden?

„Spiegelkind“ spielt in Welt, die unserer gar nicht so fern ist. Die Trennung zwischen Freaks und Normalos ist hier überspitzt, die Pheen bringen ein wenig Phantastik mit hinein. Aber auch bei uns gilt es doch oft als erstrebenswert, möglichst wenig aufzufallen. Damit ist „Spiegelkind“ eine weitere der gerade so modernen Dystopien, aber eine sehr gelungene.

Da es der Auftakt einer Trilogie ist, bleiben noch etliche Fragen am Ende ungeklärt. Aber nicht mehr, als sonst auch bei Reihen üblich. Ich habe schon erste Bände gelesen, in denen wesentlich weniger geklärt wurde. Die Fragen, die sich als roter Faden durch den ganzen Roman ziehen, halten die Spannung dauerhaft hoch.

Die phantastischen Elemente bringen Abwechslung rein, weil sie nicht in das Standard-Schema Fantasy passen. Es gibt keine Vampire oder ähnliches, die Pheen haben zwar deutlich erkennbare Vorbilder, aber auch etliche ganz eigene Eigenschaften.

Einen großen Pluspunkt gebe ich dem Buch dafür, dass es endlich mal wieder ein Jugendbuch ohne Liebesgeschichte ist. Nicht einmal ansatzweise, kein bisschen Liebe. Die Charaktere konzentrieren sich ganz auf ihre Probleme, Freundschaft und Familie stehen im Vordergrund. Eine angenehme Abwechslung auf dem aktuellen Jugendbuchmarkt.

„Spiegelkind“ ist der spannende Auftakt einer neuen Trilogie, interessante Gesellschaftskritik ohne das obligatorische Liebesgesäusel.

Spiegelkind – Alina Bronsky
301 Seiten, Arena
ISBN 9783401067988, 14,99 €
Hardcover

2 Kommentare

  • Antworten Mel 14. April 2012 von 14:18

    Das Buch hört sich schonmal recht vielversprechend an. Freu mich schon, meine Wunschliste um ein weiteres Buch erweitern zu können.
    Vielen Dank für die Rezension.

    Schönen Gruß, Mel

    • Antworten Emily 14. April 2012 von 17:33

      @Mel: Gerne geschehen und viel Spaß mit dem Buch, wenn es denn bei Dir einzieht. 🙂

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