Belletristik Besprechungen

Alexandra Fuller – Unter dem Baum des Vergessens

25. Juni 2012

Alexandra Fuller erzählt die Geschichte ihrer Eltern, die nach Afrika auswanderten um dort ihre Träume zu verwirklichen. Und feststellen müssen, dass es nicht traumhaft ist, in Afrika zu leben. Das Land ist rauh und verlangt viel von denen, die auf ihm leben wollen. Die Unabhängigkeitskämpfe gehen auch nicht spurlos an ihnen vorbei. Alexandra Fuller beschreibt, wie ihre Mutter trotz all dieser Probleme nicht aufgibt, sie fühlt sich als (weiße) Afrikanerin und ist nicht bereit, das Land zu verlassen. Auch wenn sie hier viel verloren hat, sie bleibt dem Kontinent treu. Bis sie letztendlich den Flecken Afrikas gefunden hat, auf dem sie glücklich wird. Unter dem Baum des Vergessens.

Ein beeindruckender Bericht über ein entbehrungsreiches Leben und die Erfüllung eines Traums. Das Leben in Afrika wird ungeschönt beschrieben, die Mutter verfällt nach all den Schicksalsschlägen immer wieder in Depressionen. Ihre Kinder wachsen unter ungewöhnlichen Umständen auf, trotzdem scheint eine der schlimmsten Erinnerungen von Alexandra Fuller das, in der Tat sehr ungewöhnliche, Kostüm zu sein, zu dem ihre Mutter sie einmal zwang.

Natürlich hat man das eine oder andere von den Unabhängigkeitsbewegungen und den grausamen Massakern in Afrika mitbekommen. Hier erfährt man, was dies für das Leben einer weißen Familie bedeutete. Wenn es selbstverständlich ist, mit dem Gewehr neben dem Kopfkissen zu schlafen.

Ein beeindruckendes Buch, das mir neue Welten eröffnet hat.

Unter dem Baum des Vergessens – Alexandra Fuller
277 Seiten, Goldmann Verlag
ISBN 9783442312870, 19,99 €
Hardcover

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