Besprechungen Kinder-/Jugendliteratur

Alexander Rösler – Ein Kuss ist ein ferner Stern

24. September 2011

August ist anders als die Meisten. Er mag es nicht, berührt zu werden. Soziale Interaktion fällt ihm schwer, die Gesichter anderer Menschen sagen ihm nichts. Er kann ihnen nicht in die Augen schauen. Aber wenn er seinen Bass spielt, ist die Welt in Ordnung. Dann kann er sogar mit der Band bei Konzerten auftreten und zieht das Publikum in seinen Bann. Eines Tages begegnet er Freya und seine Welt gerät in Aufruhr. Er kann nicht aufhören, an sie zu denken und möchte sie wieder sehen. Aber was soll er dann tun? Zum Glück hat er Rudi, ein wirklich guter Freund. Der August auf seine ganz eigene Weise mit dem Leben und seinen Finessen konfrontiert, ihn mit unglaublicher Geduld durch alle möglichen Situationen lotst. Haben Freya und August vielleicht doch eine Chance?

„Ein Kuss ist ein ferner Stern“ ist einfach nur wunderschön. August wirkt trotz seines oft ungewöhnlichen Verhaltens nie lächerlich. Weil seine Freunde und Bandkollegen gelernt haben, ihn so zu akzeptieren, wie er nun einmal ist. Am Ende bewunderte ich ihn, für all das, was er geschafft hat.

Die Geschichte wird zum Teil aus Augusts Sicht erzählt, zum Teil aber auch aus Freyas und Rudis. Rudi sorgt eindeutig für den Humor im Buch, ist aber im Fall der Fälle immer für August da und hat erstaunlich viel Verständnis für dessen Situation. Durch den Erzählerwechsel werden die Szenen oft ganz unterschiedlich beleuchtet. Das bringt den Leser zum Nachdenken, weil auch im „normalen“ Leben Dinge von außen oft ganz anders wahrgenommen werden, als von einem selbst. August macht das mit seiner detaillierten und doch so ganz anderen Wahrnehmung seiner Umgebung immer wieder deutlich.

Ein Buch, das mich mit einem wunderbar warmen Gefühl der Ruhe zurück gelassen hat. Man kann so viel schaffen, wenn man nur den Mut aufbringt, seinen eigenen Weg zu gehen. Auch wenn der ein wenig von der Norm abweichen mag.

Ein Kuss ist ein ferner Stern – Alexander Rösler
216 Seiten, Arena
ISBN 9783401065373, 12,99€
Hardcover

2 Kommentare

  • Antworten Kalliope 24. September 2011 von 17:51

    Das klingt nach einem sehr spannenden Buch, das wohl gleich auf meiner Wunschliste landet… Es klingt ein bisschen so, als leide August unter einer (leichten?) Form von Autismus. Würdest du diesen Verdacht so bestätigen?

    • Antworten Emily 24. September 2011 von 22:11

      @Kalliope: Ja, er ist ein Autist.

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