Besprechungen Sachbuch

Alan Weisman – Die Welt ohne uns

16. April 2009

weltohneuns

Der Klappentext verspricht einen Ausflug in eine Welt, aus der der Mensch von einem auf den anderen Tag verschwunden ist. Wie würde die Natur sich die vom Menschen untertan gemachten Gebiete zurück erobern? Wie lange würde es dauern, bis jede Spur von uns getilgt ist?

Thema des Buches ist aber eher, wie der Mensch die Erde bisher verändert hat. Die erste Enttäuschung war damit schon vorprogrammiert. Ich ging einfach mit einer falschen Vorstellung an das Buch heran. Erwartet hatte ich einen mehr oder weniger chronologischen Bericht, was in der Zeit nach uns mit unseren Hinterlassenschaften und der Welt geschehen würde.

Nachdem ich mich damit abgefunden und auf das eigentliche Thema eingestellt hatte, war es eine Weile sogar recht spannend. Alan Weisman hat wirklich gründlich recherchiert und sehr viele Fachleute haben ihr Wissen beigetragen. Das ganze war mir allerdings etwas zu ungeordnet. Die Kapitel folgten in keiner mir erkennbaren Ordnung aufeinander. Am Ende jedes Kapitels wurde leicht krampfhaft dann doch immer wieder kurz die Frage behandelt, wie es in diesem Bereich aussehen könnte, wenn wir verschwinden würden.

Nach zweihundert Seiten war es mir zuviel des bunt zusammen gewürfelten Wissens. Ich zweifele nicht an Weismans Recherche, aber bei so vielen Tatsachen werde ich dann doch wieder vorsichtig mit dem glauben. Es gibt sowieso niemanden der wirklich weiß, was sein wird. Ebenso gibt es viele Bereiche, in denen wir bis heute nicht wissen was war. Was mir dank dieses Buch noch mal bewusst wurde, vorher aber eigentlich auch schon klar war, ist dass es so unendlich viele Dinge gibt, die bei der Entwicklung der Erde eine Rolle spielen, ob mit oder ohne uns, dass ein Mensch gar nicht in der Lage ist, alle Eventualitäten zu erfassen. Das war aber wohl auch nicht Weismans Ziel. Soweit ich das aus den 200 Seiten herauslesen konnte, nach denen ich das Buch abgebrochen habe.

Es darf erstmal noch bei mir bleiben, vielleicht lese ich irgendwann auch noch die letzten 150 Seiten. Aber wirklich überzeugt hat es mich nicht.

2 Kommentare

  • Antworten Steffen 29. April 2009 von 08:05

    Ich habe mir nur den Anhang, diese Zeitleiste durchgelesen und fand das reichte als Information völlig aus. Alles andere ist in der Tat einfach angehäuftes Wissen, was irgendwie zum Thema passt.
    (Ziehe übrigens mit meinem Blog “Kunst und Literatur” gerade um. Falls du deine Blogroll aktualisieren willst, hier gibt es ab sofort Neues: http://www.kunstblogbuch.de)

  • Antworten Emily 30. April 2009 von 18:00

    Hallo Steffen,

    danke für die Info. Blogroll wird aktualisiert. 🙂

    Gruß
    Emily

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