Archiv für 18. Juli 2011

Papiergeflüster macht Urlaub

Seit dem 10. August 2010 blogge ich nun schon auf Papiergeflüster und erzähle euch von den Büchern, die mir begegnen. Selbst in Prüfungszeiten habe ich keine Pause gemacht, weil es immer eine angenehme Abwechslung zum Lernstoff war. Das Schreiben macht mir auch immer noch Spaß, aber jetzt versuche ich mal etwas Neues: einen kleinen Blogurlaub.

In den nächsten drei Wochen wird es auf Papiergeflüster still. Da ich Urlaub habe und öfter mal ein paar Tage unterwegs sein werde, lege ich auch hier eine kleine Pause ein.

Ab dem 8. August wird es dann wieder weiter gehen. Wahrscheinlich erstmal mit einem langen Beitrag, was ich in den Tagen so alles gelesen habe. ;) Ich wünsche euch eine gute Zeit mit vielen tollen Büchern und hoffe wir lesen uns in drei Wochen wieder.

Sebastian Fitzek – Das Kind

Simon ist zehn Jahre alt und der festen Überzeugung, einen Mord begangen zu haben. Vor fünfzehn Jahren. Deshalb wendet er sich an den Strafverteidiger Robert Stern, der ihm erst einmal wenig Glauben schenkt. Doch als er an der Stelle, die Simon ihm nennt, tatsächlich eine Leiche findet, beginnt er an seinen Zweifeln zu zweifeln. Wie der Junge ihm beschrieb, wurde das Opfer mit einer Axt erschlagen. Wenig später finden sich weitere Leichen, alle eindeutig länger tot als Simon alt ist. War er tatsächlich in seinem früheren Leben ein Mörder und erinnert sich nun an seine grausamen Taten? Wer ist der geheimnisvolle Fremde, der Robert Stern mit angeblichem Wissen über seinen kurz nach der Geburt verstorbenen Sohn erpresst? Wie viele Tote werden sie noch finden?

„Das Kind“ war mein zweiter Psychothriller von Sebastian Fitzek. Wie schon „Der Seelenbrecher“ fand ich es sehr spannend, konnte es, einmal angefangen, kaum mehr aus der Hand legen. Man muss einfach immer weiter lesen, um endlich zu erfahren, wie es ausgeht.

Die unglaubliche Geschichte Simons, in seinem vorherigen Leben ein Mörder gewesen zu sein, ließ mich anfangs skeptisch sein. Auch die Geschichte mir Robert Sterns verstorbenem Sohn ist mehr als merkwürdig. Doch gegen Ende löst der Autor die Handlung sehr gut auf. An manchen Stellen ein klein wenig konstruiert, aber mit der Lösung hätte ich gut leben können. Wenn nicht das allerletzte Kapitel noch gewesen wäre.

Sehr spannend war es, an vielen Stellen saß ich wie gebannt über den Seiten und bekam nicht mehr viel von der Welt um mich herum mit. Aber das Ende hat meine Begeisterung ein wenig getrübt. Trotzdem freue ich mich schon auf die anderen Werke des Autors. Wenn es mal wieder spannend und kurzweilig sein soll, sind seine Bücher genau das Richtige.

“Das Kind” wird gerade verfilmt, auf das Ergebnis bin ich schon sehr gespannt. Bis er in die Kinos kommt, fülle ich die Wartezeit mit “Der Augenjäger”, die Fortsetzung zu “Der Augensammler”, der mich mehr begeistert hatte. “Der Augenjäger” erscheint im September, genau richtig für die gemütliche Herbstlesezeit.

Das Kind – Sebastian Fitzek
394 Seiten, Droemer Knaur
ISBN 9783426637937, 8,95 €

Im Krimifieber

Den zweiten Band von Jussi Adler-Olsen habe ich gerade fertig gehört, den dritten werde ich mir gleich morgen runter laden. “Schändung” gefiel mir noch um einiges besser als “Erbarmen”. Jetzt bin ich auf “Erlösung” gespannt. Das Ermittler-Team ist mir richtig ans Herz gewachsen, was habe ich in der letzten halben Stunde um sie gebangt.

Dank der Hörbücher bin ich jetzt auch lesetechnisch wieder krimineller geworden. Eigentlich lese ich noch an den letzten Seiten von “Wo die alten Damen wohnen”, von Pascale Gautier. Das mir auch sehr gut gefällt, die alten Damen bringen einen zum nachdenken. Das ältere Menschen oft etwas schrullig und schwierig werden, haben wir alle schon erlebt. Die Damen zeigen dem Leser diese Welt von der anderen Seite. Warum sind sie wohl so geworden? Alt sein ist nicht immer leicht. Ein ruhiges Buch mit viel Charme, bei dem man aber auch immer wieder ein freches Alte-Damen-Lächeln blitzen sieht.

Parallel dazu beginne ich gleich mit “Blutspiele” von Iris Johansen. Der Klappentext klang gut, Rezensionen schaue ich mir vorher absichtlich nicht an. Ich lasse mich jetzt mal von einer, mir bisher ganz fremden, Autorin überraschen.

Monika Peetz – Die Dienstagsfrauen

Fünf Frauen, die sich jeden ersten Dienstag im Monat treffen. Inzwischen seit 15 Jahren, damals begann es mit einem Französisch-Kurs. So unterschiedlich sie auch sein mögen, sie wurden Freundinnen. So ist es für sie auch ganz selbstverständlich, Judith auf einer besonderen Reise zu begleiten. Ihr Mann starb vor kurzer Zeit, ohne seine Pilgerfahrt nach Lourdes beenden zu können. Judith möchte diesen Weg für ihn zu Ende gehen. So machen sich die Fünf auf, den Jakobsweg nach Lourdes zu pilgern. Auf dem Weg finden sie einiges, womit sie nicht gerechnet hatten. Die Wahrheit ist eines davon. Die Wahrheit über den letzten Weg von Judiths Mann ebenso, wie die Wahrheit über so manch anderes wohl gehütete Geheimnis. Wird ihre Freundschaft diese Probe überstehen?

„Die Dienstagsfrauen“ habe ich einfach weggeschmökert. Es werden einige Klischees bedient, das störte mich allerdings kein bisschen. Die Mädels waren mir alle sympathisch, ich konnte mich gut in die verschiedenen Charaktere hineinfühlen. Und habe auf dem einen oder anderen Meter ein wenig mit ihnen gelitten. Es hat richtig Spaß gemacht, mit ihnen diesen Weg zu gehen und zu sehen, wie sie sich verändern.

Wer eine angenehm leichte aber nicht zu seichte Sommerlektüre sucht, die auch noch gut in die Strandtasche passt, dem kann ich dieses Buch ans Herz legen.

Die Dienstagsfrauen – Monika Peetz
319 Seiten, KiWi
ISBN 9783462042559, 8,99 €

Die Drachen sind da!

Endlich ist es wahr geworden, “A Dance with Dragons” von George R. R. Martin ist erschienen. Auf Englisch Band 5 der Reihe “A Song of Ice and Fire”. Wieviele Jahre lang war es schon angekündigt? Egal, heute sah ich es mit eigenen Augen.

Die ersten begeisterten Stimmen aus dem Bekanntenkreis kamen auch schon. Was das Warten auf die Übersetzung nicht unbedingt erleichtert. Aber ich versuche standhaft zu bleiben. In der Zwischenzeit könnte ich ja die ersten Bände nochmal überfliegen, um überhaupt wieder zu wissen, wer gerade mit wem gegen was… Die wechseln die Seiten ja manchmal häufiger als ihre Leibwäsche. ;)

Wer es noch nicht kennt, suche mal hier nach “Lied von Eis und Feuer”. Das ein oder andere Mal habe ich schon davon geschwärmt und will euch nicht mit Wiederholungen nerven.

Deutscher Phantastik Preis 2011 – Hauptrunde

Die Hauptrunde zum Deutschen Phantastik Preis 2011 ist gestartet. Jetzt seid ihr wieder gefragt, bis zum 31. August 2011 könnt ihr bestimmen, wer den Preis eurer Meinung nach bekommen soll.

Die Auswahl unter all den Finalisten fällt mir ziemlich schwer. Vorallem in der Rubrik “Bester deutschsprachiger Roman”, die Nominierten habe ich alle gelesen und genossen.

Aber schaut selbst und stimmt ab: Website “Deutscher Phantastik Preis 2011″

Chris Cleave – Little Bee (Hörbuch)

Little Bee ist ein sechzenjähriges nigerianisches Flüchtlingsmädchen. Als sie nach zwei Jahren endlich aus der Abschiebehaft kommt, hat sie nur einen Ort in ganz England, an den sie gehen kann. Vor ihrer Flucht traf sie Sarah und Andrew an einem Strand in Nigeria, seit diesem Tag trägt sie den Führerschein von Andrew mit seiner Adresse bei sich. Doch nachdem sie die beiden anrief, um ihr Kommen anzukündigen, nimmt Andrew sich das Leben. Sarah nimmt Little Bee trotzdem auf, die versucht ihr zur Seite zu stehen. Nach und nach weckt ihre Anwesenheit Erinnerungen bei Sarah, die sie lange verdrängt hatte. Zum Beispiel, wie sie damals ihren Finger an einem Strand in Afrika verlor…

„Little Bee“ ist ein sehr berührender Roman. Nicht nur die Geschichte von Little Bee bannte mich beim hören, auch die Beziehung zwischen Sarah und Andrew, die im Laufe der Geschichte immer weiter seziert wird. Mit Sarah und Little Bee erzählen zwei bewundernswerte Frauen, aus gänzlich unterschiedlichen Kulturen, ihre Geschichten und fesseln die Leser und Hörer damit.

Das Hörbuch wurde von den beiden Sprecherinnen Britta Steffenhagen und Sarah Alles ganz wunderbar umgesetzt. Die Stimmen passen perfekt zu den Charakteren, ich sah Little Bee und all ihre Erlebnisse regelrecht vor mir.  Jede freie Minute habe ich genutzt, um zu erfahren, wie es mit den beiden weiter geht.

Ein ganz fantastischer Roman, den ich sehr empfehlen kann und sicher noch das ein oder andere Mal verschenken werde. Damit Little Bees und Sarahs Geschichte noch andere ebenso nachdenklich, aber auch mit einem warmen Gefühl des Glücks zurück lassen kann.

Hörbuch

Little Bee
Autor Chris Cleave
Sprecherinnen Britta Steffenhagen und Sarah Alles
Länge 6 Stunden 16 Minuten (gekürzt)
Genre: Romane

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 16,95 €)

Wer schreibt denn hier?

Würdet ihr gerne wissen, wer hier schreibt? Auf “Ich mach was mit Büchern” habe ich Leander Wattig ein paar Fragen beantwortet. Dort erfahrt ihr, was ich so mit Büchern mache. Ein Foto gibt es auch. ;)

Wieder was auf die Ohren

In den letzten Wochen habe ich im Bus wieder öfter gelesen. Immerhin ist es momentan hell, und nicht ewig dämmerig oder sogar schon dunkel auf dem Weg von und zur Arbeit. Aber jetzt hatte ich mal wieder Lust auf das nächste Hörbuch. Das wackelt wenigstens nicht bei jedem Schlagloch, und davon hat Würzburg so einige zu bieten. ;)

Nachdem ich letzten Monat den ersten Krimi von Jussi Adler-Olsen gelesen hatte, werde ich mit “Schändung” jetzt den zweiten Band hören. Ich bin gespannt, der erste gefiel mir gut, vorallem die Charaktere. Die Handlung war recht schnell durchschaut, ein wenig Spannung blieb dann aber doch noch bis zum Ende.

Von “Emerald” überrascht

Als ich den Klappentext zu “Emerald” von John Stephens las, war ich nicht wirklich überzeugt, dass es ein Buch für mich sein könnte. Es klang doch sehr nach Standard. Drei Geschwisterkinder, schweres Schicksal, großes Abenteuer. Nach einigen positiven Rezensionen habe ich dann doch mal einen Blick hinein geworfen. Seit dem klebe ich an den Seiten fest…

Die Geschwister erinnern mich wirklich sehr an die drei aus Narnia. Die große Schwester, die auf die anderen achtet, der mittlere Bruder, bedacht und der Gelehrte, die jüngere Schwester, ein kleiner Wildfang. Aber es stört mich überhaupt nicht, weil die Geschichte um ihr Geheimnis, von dem sie selbst nichts ahnen, so spannend ist. Von der ersten Seite an war ich gefesselt, kann mich dem wunderbar atmosphärischen Schreibstil kaum entziehen. Deshalb werde ich jetzt auch weiter lesen statt zu schreiben. ;)