Archiv für 30. April 2011

Herbst der Fortsetzungen

Als ob es im Oktober nicht sowieso schon immer zu viele tolle neue Bücher gäbe, dieses Jahr wird es noch schlimmer. Dank der Frankfurter Buchmesse im Oktober kann ich mich um diese Jahreszeit vor interessanten Neuerscheinungen kaum retten. Dieses Jahr werden aber gleich zwei erscheinen, auf die nicht nur ich schon lange sehnsüchtig gewartet habe. Urlaub einreichen wäre eigentlich eine gute Idee.

Patrick Rothfuss hat es endlich geschafft, auf Deutsch erscheint seine Fortsetzung zu “Der Name des Windes” am 24. Oktober 2011 im Klett-Cotta Verlag und trägt den Titel “Die Furcht des Weisen”.

Als ob das noch nicht genug wäre, hat sich auch noch ein Autor zurück gemeldet, von dem ich schon nicht mehr hoffte, noch einmal ein neues Buch lesen zu dürfen: Walter Moers begleitet Hildegunst von Mythenmetz wieder nach Buchhaim. “Das Labyrinth der Wörter” soll am 5. Oktober im Knaus Verlag erscheinen.

Auf beide Bücher freue ich mich schon sehr. Solltet ihr mich im Oktober nicht erreichen, habe ich wahrscheinlich sämtliche Kommunikationskanäle ausgestöpselt, um in aller Ruhe in diesen fantastischen Welten unterwegs sein zu können.

Neues für Ohren und Augen

Nach “Grimm” von Gesa Schwartz begeben sich meine Augen gerade wieder in ganz andere Gefilde. Zum einen wird es kriminell, mit “Opferzahl” von Arne Dahl. Ein Buch das ich in aller Ruhe genieße, weil mich Dahls Krimis nicht nur mit ausgefeilter Choreographie, sondern auch einer wunderbaren Sprache begeistern.

Zwischendurch gibt es dann immer wieder einen Happen “Nein! Ich gehe nicht zum Seniorentreff!” von Virginia Ironside, das einem mit viel Humor zeigt “Alt werden ist gar nicht so schlimm”.

Gehört wird auch fleißig, nach Arno Geigers “Der alte König in seinem Exil”, das ich wirklich sehr empfehlen kann, ist jetzt “Die Einsamkeit der Primzahlen” von Paolo Giordano an der Reihe. Das erste erzählt vom Schicksal eines Alzheimerkranken am Ende seines Lebens, das andere von zwei jungen Leuten, die schon früh vom Schicksal getroffen wurden. Beide nicht ganz leicht aber sehr fesselnd.

Osterhase!

Der Osterhase war dieses Jahr mutig und hat mir ein Buch gebracht! Ja, das ist einen Blogeintrag wert. Denn einer Vielleserin wie mir, traut sich kaum noch jemand ein Buch zu schenken. Ich gestehe, ich habe auch ein wenig nach geholfen und eine kleine Wunschliste zusammen gestellt. ;)

Die Woche vor Ostern war sehr schwer für mich, ich musste nämlich versprechen, mir kein Buch zu kaufen. Für den Fall, dass doch etwas anderes im Nest landen sollte. Eine Woche lang kein Buch zu kaufen, sollte mit meinem SUB (Stapel ungelesener Bücher) von über 100 Stück eigentlich kein Problem sein. Meint man! Natürlich laufen einem genau dann Bücher über den Weg, die man eigentlich gerne… aber ich war stark. Und wurde belohnt.

Mein Osterhase hatte dieses Jahr Flügel und ist schwarz. Kohlrabenschwarz. Im Nest lag “Rabenschwarze Intelligenz: was wir von Krähen lernen können” von Josef H. Reichholf. Die Intelligenz von Rabenvögeln ist wirklich beachtlich, das ein oder andere Mal durfte ich das schon selbst beobachten. Ich bin gespannt, was ich in diesem Buch noch lernen werde. Wahrscheinlich sehe ich Hitchcocks “Die Vögel” danach mit ganz anderen Augen. ;)

Gehört: Sergej Lukianenko – Sternenspiel

Als das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit für die Menschheit möglich wird, macht sie sich auf, das All zu erkunden. Schnell stößt sie auf das „Konklave“, ein Verbund verschiedener Rassen, der das Zusammenleben aller regelt. Da die Menschen als einzige den „Jump“, einen Hyperraumsprung, verkraften, wird ihnen die Rolle als Fuhrleute auferlegt. Einer dieser Fuhrmänner ist der Russe Pjotr Chrumow. Eines Tages entdeckt er einen blinden Passagier in seinem Transporter, ein reptiloider Alien verlangt von ihm, auf die Erde gebracht zu werden. Das Schicksal der Menschheit würde davon abhängen. Von diesem Zeitpunkt an ändert sich alles in Pjotrs Leben, selbst seine Vergangenheit stellt sich bald als ein Irrtum heraus. Wird er in der Lage sein, die Menschen zu retten?

Mit „Sternenspiel“ hat Lukianenko einen richtig schönen Science-Fiction Roman geschrieben. Aliens, Raumschiffe, fremde Welten und dazu die Überlegung, was aus der Menschheit hätte werden können, hätte sie irgendwann in ihrer Geschichte einen anderen Weg gewählt. Gerade dieser Aspekt ließ mich dieses Buch sehr genießen, hat es zu etwas besonderem gemacht.

„Sternenspiel“ war mein erstes Science-Fiction Buch von Lukianenko. Seine Wächterromane mochte ich sehr, in „Sternenspiel“ hatte ich allerdings etwas Probleme mit seiner Detailverliebtheit. Vielleicht fiel mir die vorher nur nicht auf, vielleicht habe ich diese Stellen einfach etwas schneller überlesen. Mit einem Hörbuch geht das nicht so gut. In diesem Fall hätte ich lieber eine gekürzte Version gehört.

Der Sprecher David Nathan hat es mir so sehr angetan, dass ich gleich mal nach anderen, von ihm gesprochenen, Werken gesucht habe. Seine Stimme ist sehr angenehm, die verschiedenen Charaktere wurden deutlich aber nicht zu übertrieben gesprochen und auch die Geschwindigkeit und Modulation empfand ich als sehr passend.

Alles in allem ein empfehlenswertes Hörbuch, wenn man kein Problem mit der Länge von fast 16 Stunden hat.

Hörbuch

Sternenspiel I
Autor Sergej Lukianenko
Sprecher David Nathan
Länge 15 Stunden 43 Minuten (ungekürzt)
Genre: Science-Fiction

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 24,95 €)

Papiergeflüster goes print

Nein, ihr müsst Papiergeflüster in Zukunft nicht aus dem Briefkasten fischen, es ist und bleibt ein Bücherblog. Aber der eine oder andere kleine Artikel von mir erscheint auch mal ganz altmodisch gedruckt. Ihr wisst schon, so mit Tinte auf Papier, wie in den Büchern eben auch.

In der aktuellen Messezeitung von WerkZeugs finden sich ein Interview mit Oliver Dierssen zu seinem neuen Roman “Fausto” und eine Rezension zum selben Buch von mir. Als krönenden Abschluss durfte ich ihn in Leipzig auf der Buchmesse auch persönlich kennen lernen und habe ihn gleich mit einigen weiteren Fragen gelöchert.

Für die 42. Ausgabe der phantastisch durfte ich Rezensionen zu den beiden “Mara”-Bänden von Tommy Krappweis beisteuern. Ich fühle mich geehrt, zwischen so vielen tollen Autoren abgedruckt zu werden und kann euch auch den Rest des Heftes sehr ans Herz legen. Wie immer finden sich viele spannende Interviews neben tollen Rezensionen und interessanten Artikeln aus der phantastischen Welt.

Ein drittes kleines Projekt, bei dem ich ein wenig mitmischen durfte, ist noch nicht erschienen. Davon berichte ich, wenn es demnächst so weit ist.

Krystyna Kuhn – Die Prophezeiung, Das Tal 1.4

Ben, den man niemals ohne seine Kamera sieht, verschwindet für drei Tage. Als er endlich wieder auftaucht, halluziniert er. Welche Drogen hat er genommen? Als er in Lebensgefahr schwebt, beschließen seine Freunde heraus zu finden, wo er in den Tagen zuvor war. Hat er etwas heraus gefunden, was ihm nun zum Verhängnis wird? In den Bergen wartet eine große Überraschung auf seine Freunde.

Der vierte Band aus der Reihe „Das Tal“ war wieder genauso spannend wie seine Vorgänger. Es ist immer wieder faszinierend, wie Frau Kuhn es schafft, dass dem Leser niemals langweilig wird. Mit jedem Band tauchen ein paar neue Puzzlestücke auf, genauso aber auch neue Rätsel.

„Die Prophezeiung“ schließt Season 1 ab, viele Rätsel aus den letzten Bänden werden hier gelöst. Ich bin gespannt, was uns im nächsten Schuljahr am Grace College erwartet. Der Cliffhanger ist ein klein wenig gemein und macht Hoffnung auf mindestens genauso viel Spannung in Season 2, wie wir sie bisher gewohnt sind.

Die Prophezeiung, Das Tal 1.4 – Krystyna Kuhn
269 Seiten, Arena
ISBN 9783401065328, 9,95 €

Christian Endres & Christian Krank – Die Anzeige

Zwischen Noir und Pulp

Die Würzburger Künstler Christian Endres und Christian Krank schicken Privatdetektiv Ray Miles in einer illustrierten Kurzgeschichte auf die Spuren der legendären Pulp Magazine, als Hardboiled-Schnüffler zu Hochzeiten der Genre-Literatur noch in Heftform ermittelten. Zum Gratis Comic Tag am 14. Mai 2011 erscheint der Horror-Detektiv-Mix als limitierte Ausgabe.

Was kommt dabei heraus, wenn zwei befreundete Kreative aus der Region Würzburg ihre Vorliebe für die amerikanischen Pulp Magazine, düstere fantastische Stoffe und Comics aller Art zusammenwerfen?

Natürlich ein Projekt wie „Die Anzeige“. Auf 24 Seiten hat Christian Krank (Autorzeichner von „Tales of Dead Earth“ und Kolorist von u. a. „Tank Girl“) eine Horror-Kurzgeschichte des zweifachen Phantastik-Preis-Gewinners Christian Endres („Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“, „Die Zombies von Oz“) illustriert und mit Hintergründen versehen.

Ursprünglich in der von Michael Preissl hausgegebenen und von Krank illustrierten Anthologie „Wicked“ im Voodoo Press Verlag erschienen, erfährt „Die Anzeige“ nun eine zellstoffschwangere Neuauflage außerhalb der Story-Sammlung. Mit einem Dutzend neuen Bildern und exklusiven Zusatzpassagen, nähern sich Endres und Krank noch näher der Prämisse der Story. Sie fangen den Geist der Pulps ein und schlagen die Brücke zwischen Raymond Chandler und Steve Niles genauso wie zwischen Comic, Illustration und Prosa.

Das Telefon klingelt und lässt Privatdetektiv Ray Miles aus Träumen von Wohlstand, Topmodells und einem besseren Leben schrecken. Eine Klientin ist am anderen Ende der Leitung, was nicht alle Tage vorkommt. Sie bezieht sich auf eine alte Anzeige in einem Telefonbuch, die Miles schon vor so langer Zeit aufgab, dass er sie längst vergessen hat.

Die alte Dame bittet den ständig abgebrannten und reichlich abgehalfterten Schnüffler um Hilfe. Also macht sich Miles auf den Weg, den Retter in der Not zu spielen, und fährt raus aus der Stadt und hinaus aufs Land.

Was wird er auf der Farm der Lady finden? An diesem kargen, einsamen Ort mitten im Nichts, wo der Wind die harten Knochen des Landes schleift und die Zeit keine Macht zu haben scheint? Welche Schrecken hält das ländliche Niemandsland für den abgebrühten Schnüffler aus der Stadt bereit?

„Die Anzeige“, eine Smoking Pulp Press Produktion von Christian Endes und Christian Krank, limitiert auf 200 signierte Exemplare.

Gehört: Mark Benecke – Mordspuren

In Mordspuren erzählt Mark Benecke über die verschiedensten Kriminalfälle. Über Menschen, die ihre verstorbenen Angehörigen köpfen, um zu verhindern, dass sie von ihnen als Vampire heimgesucht werden. Nicht vor hundert Jahren, der letzte bekannte Fall stammt aus diesem Jahrtausend. Von Kannibalen wird ebenso ausführlich erzählt wie von Massenmördern. Alles Fälle für Forensiker, die bei der Auflösung solcher Fälle eine wichtige Rolle spielen.

All zu empfindlich sollte man nicht sein, wenn man sich dieses Hörbuch anhört. Benecke erspart seinen Hörern keine grausigen Details. Man lernt so einiges beim Hören, verstehen wird man Massenmörder und Kannibalen aber nach diesem Hörbuch nicht. Es ist erschütternd, wie selbstverständlich die Täter ihre grausigen Taten sehen, wie wenig Schuldbewusstsein vorhanden ist. So etwas möchte man auch gar nicht verstehen können.

Mark Benecke liest sein Buch selbst vor. Ich hatte vor einigen Jahren das Vergnügen, einen Vortrag von Herrn Benecke zu hören. Der mit einer Mischung aus interessanten Informationen und einer unglaublichen Sprechgeschwindigkeit sehr fesselnd war. Hier spricht Mark Benecke im Vergleich dazu langsam, aber es wirkt nicht wie erzählt, sondern wie vorgelesen. Die leider sehr eintönige Sprechweise macht es nicht einfach, dem Text zu folgen. Nur der interessante Inhalt ließ mich das Buch bis zum Ende anhören.

Ein interessantes Hörbuch, in dem der oft grausige Inhalt durch schwarzen Humor erträglich gemacht wird.

Hörbuch

Morspuren

Autor: Mark Benecke

Sprecher: Mark Benecke

Länge: 4 Stunden 30 Minuten (ungekürzt)

Genre: Bildung & Wissen

Hörprobe und Downloadmöglichkeit bei Audible (Preis 13,95 €)

Ein phantastischer Nachmittag und seine Folgen

Einmal im Monat ist es so weit, die Phantastik-Aktiven aus Würzburg und Umgebung treffen sich zum Stammtisch. Eine bunt gemischt Truppe aus Autoren, Herausgebern, Illustratoren, Buchhändlern und sonst wie in der Phantastik aktiv Tätigen trifft sich zum Austausch. Wir reden zwar nicht nur über Bücher, Rollenspiele und Comics, aber doch die meiste Zeit. Es ist einfach toll, mit Menschen zusammen zu sitzen, die einen nicht leicht seltsam anschauen, wenn man von seinem bevorzugten Lesestoff erzählt.

Die Folgen sind meistens fatal für meinen SUB (Stapel ungelesener Bücher). Mindestens ein Buchtipp schafft es immer, dass er zum möglichst sofort umzusetzenden Buchwunsch wird. Heute war ein ganz schlimmer Nachmittag, ganze drei Bücher werden schnellst möglich bei mir einziehen, nämlich folgende:

- Eoin Colfer “Und übrigens noch was”, die “Fortsetzung” der Anhalter Reihe von Douglas Adams. Ich war lange skeptisch, ob ich das wirklich tun soll. Heute wurde ich überzeugt.

- Brandon Sanderson “Die Kinder des Nebels”, der Auftakt zur Nebelgeborenen-Trilogie. Der Autor wurde mir so sehr empfohlen, dass ich am liebsten jetzt schon das Buch in Händen halten und den Rest des Abends lesen würde. Es hört sich nämlich genau nach dem an, was ich gerade eigentlich suche. Mal wieder richtig heraus ragende Fantasy.

- Keith Donohue “Das gestohlene Kind”, keine klassische Fantasy, eher eine phantastische Geschichte.

Man sollte sich nicht mit Buchhändlern über Bücher unterhalten, die können das mit dem Verkaufen nämlich richtig gut. ;) In dem Fall ist Hermkes Romanboutique aus Würzburg schuld. Wenn ihr mal richtig tolle Beratung im phantastischen Bereich sucht, mit Rollenspielen und Comics kennen die sich genauso gut aus, schaut dort vorbei. Die Empfehlungen waren bisher immer toll.

Gelungener Abschluss waren Horst Illmers schwärmerische Berichte über seine Bücherschätze, was man in dem Fall wörtlich nehmen darf. Ich freue mich schon, sie hoffentlich bald mal mit eigenen Augen sehen zu dürfen.

Danke euch allen für einen wunderschönen Nachmittag!

Eine Stunde purer Horror

Ihr mögt es gruselig? Stephen King gehört zu euren Lieblingsautoren? Wenn ihr auch noch gerne Hörbücher hört, hat Audible ein ganz besonderes Schmankerl für euch.

Am 29. April erscheint bei Audible exklusiv die erste ungekürzte Hörbuchfassung von Stephen Kings “ES”.  Die bisherige deutsche Übersetzung war auf Grund von Zeitnot an etlichen Stellen gekürzt. Bei Heyne erscheint eine neu überarbeitete und ungekürzte Übersetzung, auf der auch die Audible-Hörbuchversion beruht. (Quelle Hörbuchblog) Und das ist erst der Anfang des Grauens, Audible wird neun Werke des Gruselmeisters King in ungekürzten Versionen produzieren.

Wer schon mal reinhören will, kann sich die erste Stunde von “ES” jetzt kostenlos bei Audible herunter laden. Gelesen wird es von David Nathan, dem ich gerade erst mit einem anderen Hörbuch gelauscht habe und den ich mir sehr gut für dieses Buch vorstellen kann. Ich gestehe, ich bin nicht hart genug für Stephen King. “ES” habe ich gelesen und mich danach eine ganze Weile kaum ins Bad getraut. Allen die härter gesotten sind als ich, wünsche ich viel Spaß mit 43 Stunden Hörspaß.