Archiv für 30. Januar 2011

Wieder mit dem Kater unterwegs

Gibt es noch jemanden, der Simon’s Cat nicht kennt? Dann bitte ganz schnell zu YouTube gehen und danach suchen. Die Cartoons sind einfach toll, nicht nur Katzenfreunde können sich dabei ein Lachen nicht verkneifen. Ich liebe den kleinen Kater, der so wunderbar vorführt, wie das Leben mit einer Katze aussieht.

Seit ein paar Monaten gibt es jetzt schon den zweiten gedruckten Band der Abenteuer von Simons Katze, mit dem Untertitel “Der Zaunkönig”. Den habe ich mir jetzt einfach mal gegönnt. Nach den ersten Seiten bin ich überzeugt, dass mir genauso viel Spaß wie mit dem ersten Band bevor steht. Nichts hilft nach einem langen Tag besser beim Abschalten, als sich ein paar Seiten lang über den Kater zu amüsieren. Danach schläft man mit einem Grinsen ein und die Träume werden bestimmt ein wenig lustiger. Wer mal wieder von Herzen lachen möchte, sollte einen Blick in die Bücher riskieren.

Die schwierige Kalenderfrage hat sich für 2012 auch schon geklärt, es wird welche mit Simons Katze geben. Dann muss ich nur noch entscheiden, welcher davon hier einziehen darf. Ich sehe schon kommen, dass sowohl der Postkarten- als auch der Tageskalender bei mir landen. ;)

Simons Katze, Der Zaunkönig – Simon Tofield
240 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312344, 12,00 €

Ally Condie – Die Auswahl, Cassia & Ky I

Ein paar Jahre weiter in der Zukunft existiert die „Gesellschaft“. Alles im Leben der Menschen ist genau geregelt und vorgegeben, um ihr Leben zu verlängern und zu erleichtern. So wurden die meisten schweren Krankheiten ausgerottet, nur selten kommt es zu abnormen Ausnahmen. Die Menschen leben zwar noch in Familien zusammen, die Paare werden allerdings von der Gesellschaft zusammengestellt, um die best mögliche Konstellation der Gene zu garantieren. Als Cassia 17 Jahre alt wird, steht endlich auch ihre Paarung an. Der für sie gewählte Partner ist eigentlich perfekt, doch noch hat die Gesellschaft den Menschen die Gefühle nicht abgewöhnen können. Cassia interessiert sich für einen anderen. ABer damit verstößt sie gegen die strengen Regeln der Gesellschaft. Was soll sie tun? Auf ihre Gefühle hören, oder sich der Gesellschaft widerstandslos beugen?

Auch wenn einem viele Aspekte der zukünftigen Welt, wie sie in „Die Auswahl“ vorgestellt wird, aus anderen Romane bekannt vorkommen, die Anleihen an „1984“ von George Orwell lassen sich nicht übersehen, macht es doch Spaß sie zu entdecken. Allerdings wurde mit der Zeit etwas zu häufig auf dieselben Punkte eingegangen, so dass die Spannung im Laufe der Geschichte leider nachließ. Cassia und Ky erscheinen trotz ihrer kleinen rebellischen Akte fast so steril wie die ganze Gesellschaft. Auf den ersten Seiten war mir Cassia noch sehr sympathisch, wirklich nahe kam ich ihr aber nie. Selbst die Emotionen von Cassia wirken oft ähnlich steril wie ihre Umwelt, wer ähnlich starke Gefühle wie in der Biss-Reihe erwartet, wird hier enttäuscht werden. Solch eine Liebesgeschichte hätte mich zwar auch wieder eher abgeschreckt, etwas mehr Mittelmaß hätte mir hier aber besser gefallen.

Nach einem sehr guten Anfang ließ die Geschichte für mich ziemlich nach, sie konnte mich gegen Ende kaum noch fesseln. Vielleicht wären ein paar Seiten weniger besser gewesen. Es war eine nette Lektüre zwischendurch, andere Bücher haben mich aber schon wesentlich mehr in ihren Bann gezogen. Für Jugendliche, die noch weniger Science-Fiction Romane gelesen haben, ist die Geschichte wahrscheinlich um einiges spannender als für erfahrene Leser. Vielleicht bin ich einfach schon zu alt für dieses Buch oder meiner Erwartungen waren zu hoch.

Die Auswahl, Cassia & Ky I – Ally Condie
453 Seiten, FJB Verlag
ISBN 9783841421197, 16,95 €

Hunter III

Mir war mal wieder nach einem Krimi, “Leichenblässe” von Simon Beckett lachte mich vom Stapel ungelesener Bücher an und flüsterte mir zu, dass schon bald sein Nachfolger erscheinen wird. Ob es da nicht höchste Zeit wäre, endlich den dritten Band der Reihe mit David Hunter zu lesen?

Wie man sieht, ich wurde schwach und bin auch gleich mal am Buch kleben geblieben. Den zweiten Band “Kalte Asche” fand ich gut aber nicht weltbewegend. Der dritte Band gefällt mir dagegen bisher mehr als nur gut. Man sollte allerdings nicht empfindlich sein, wenn man das Buch während des Essens liest. Die Zeit, in der ich immer lese. Es gibt wesentlich mehr Leichen als in den ersten beiden Bänden und ihre Verwesungsstadien werden mal wieder sehr genau beschrieben. Etwas anderes hätte ich bei den Ermittlungen eines Forensikers auch nicht erwartet. Zum Glück bin ich abgehärtet, ich kann auch noch genüsslich in mein Brot beißen, wenn eine Leiche gekocht wird. So lange es nur im Buch geschieht.

Suzanne Collins – Flammender Zorn, Die Tribute von Panem III

Die erbärmlichen Zustände, in denen das Kapitol die Menschen in den Distrikten leben ließ, waren Zunder für die Funken der Rebellion. Die Flammen schlagen hoch, die Rebellen erobern einen Distrikt nach dem anderen und versuchen Katniss für ihre Zwecke einzuspannen. Wird sie sich auf die Seite der Rebellen schlagen? Haben sie eine Chance, gegen das Kapitol zu bestehen? Was wird aus Peeta, den Präsident Snow im Kapitol noch immer in seiner Gewalt hat?

Das lang ersehnte Finale der „Tribute von Panem“ ist endlich erschienen und erfüllt alle Erwartungen. Schon die ersten beiden Bände der Trilogie waren fantastisch und zogen mich Seite für Seite in ihren Bann. Mit dem dritten Band erging es mir nicht anders. Katniss hat so manche schwere Entscheidung zu treffen, von denen mehr als nur ihr eigenes Leben abhängt. An vielen Stellen hat mich auch dieses Buch wieder überrascht, die Charaktere sind alles andere als flach und oft nicht gleich zu durchschauen. Wie schon in den vorhergehenden Bänden findet sich auch hier wieder einiges an Gesellschaftskritik. Das erschreckende daran ist, dass man sich durchaus vorstellen könnte, dass die Menschen sich in einer möglichen Zukunft genau so verhalten könnten.

Mit den Gefühlen ihrer Leser geht Suzanne Collins alles andere als zaghaft um, aber das passt auch zu der Geschichte, die von einem harten Leben erzählt. So manches mal musste ich schwer schlucken und eine kurze Pause einlegen. Katniss, Peeta und Gale wuchsen mir über die drei Bände sehr ans Herz, ebenso manche der Nebencharaktere. Der Abschied von ihnen fiel schwer.

„Flammender Zorn“ gehört zu den ganz besonderen Büchern, die man noch eine ganze Weile in Gedanken mitnimmt, wenn man sie beendet hat. Ein großartiges Finale einer von Anfang bis Ende begeisternden Reihe, die ich jedem ans Herz legen möchte.

Flammender Zorn, Die Tribute von Panem III – Suzanne Collins
431 Seiten, Oetinger
ISBN 9783789132209, 18,95€

Flammendes Finale in Panem

Endlich ist er erschienen, der dritte und letzte Band der “Tribute von Panem” von Suzanne Collins. “Flammender Zorn” wurde als Titel auch wesentlich treffender gewählt als beim zweiten Band mit “Gefährliche Liebe”.

“Die Tribute von Panem” hatte ich fälschlicherweise als romantische Jugendbuchreihe wahrgenommen. Was an der Werbepolitik des Verlags liegen könnte. Damit werden sicher auch viele Leserinnen gewonnen, die dann aber mit wesentlich mehr Tiefgang und Sozialkritik überrascht werden, als sie sich wohl erhofft hatten. Ich würde damit positiv überrascht und bin sehr begeistert von der Reihe.

Der dritte Band schließt nahtlos an das Ende von Band zwei an, es geht von Anfang an ziemlich hoch her. Kein Wunder, in Panem ist der Krieg ausgebrochen, die Rebellen gewinnen immer mehr an Macht. Wird Katniss sich Ihnen anschließen und sie unterstützen? Was wird aus Peeta, der noch in der Gewalt des Kapitols ist?

Lange werde ich sicher nicht für das Buch brauchen, dafür fesselt es mich viel zu sehr. Nicht umsonst habe ich meinen Freund gerade an seinen Computer geschickt, damit ich noch ein wenig lesen kann. ;)

Matt Haig – Die Radleys

Die Radleys sind eigentlich eine ganz normale Familie. Der Vater ist Arzt, die Mutter ein engagiertes Gemeindemitglied, die Tochter versucht vegetarisch zu leben, was ihr gar nicht gut bekommt, und der Sohn leidet unter einer schweren Sonnenallergie. Eben eine ganz normale Familie, aber nur eigentlich. Es gibt gute Gründe für die Auswirkungen des fleischlosen Lebens und die Sonnenallergie, die Radleys sind Vampire. Was sie ihren Kindern verschwiegen haben, bis die Tochter eines Tages ausrastet und es eine Leiche zu entsorgen gibt. Normalerweise leben die Radleys abstinent, was nicht immer ganz einfach ist. Um die Folgen des kleinen Unfalls zu beseitigen, wird Onkel Will zu Hilfe gerufen. Alles andere als abstinent lebend, bringt er das Leben der Radleys ziemlich durcheinander und ihre Prinzipien zum wanken.

Matt Haigs Vampire sind erfrischender Weise keine glitzernd und lüstern durch die Gegend streifenden Blutsauger. Sie sehen weder überirdisch gut aus, noch würde sich ihnen jede Frau am liebsten sofort hingeben. Es sind einfach nur die Vampire von nebenan, jeder eurer Nachbarn könnte einer sein. Sie mögen die Sonne nicht, können sie aber eine Weile ertragen. Nur das Knoblauchbaguette sollte man ihnen ersparen. Entscheiden sie sich für ein abstinentes Leben, altern sie genau so wie Menschen, mit hämoglobinhaltigerer Nahrung altern sie langsamer, aber sie altern. Das ein oder andere Klischee wird also schon bedient, aber eher aus der klassischen Vampirsparte à la Dracula.

Es gibt einige kleinere Übersetzungspannen, trotzdem hatte ich meinen Spaß mit den Radleys. Sie sind eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und Krimi, denn auch Vampire haben Eheprobleme und kommen in die Pubertät. Rachsüchtige Witwer und eine von der Aufmerksamkeit genervte Vampirgesellschaft sorgen für Spannung im Leben der Familie. Es stecken viele tolle Ideen in der Geschichte, Matt Haig hat sich viele Gedanken um das Leben einer solchen Familie gemacht.

Ein Vampirroman der angenehm anderen Art. Weder Kitsch noch blutiger Horror, aber spannend und voller interessanter Charaktere, die man sich fast als Nachbarn vorstellen könnte, so lange sie sich vom eigenen Hals fern halten.

Die Radleys – Matt Haig
424 Seiten – Kiepenheuer & Witsch
ISBN 978346202337, 19,95 €
Hardcover

Die Ohren lesen “Nichts”

Schon lange ist mir das Buch immer wieder aufgefallen, ich konnte mich aber nicht dazu entschließen, es mir zu kaufen. Jetzt höre ich es eben. ;) “Nichts. Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller.

Pierre behauptet “Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.” Deshalb geht er auch nicht mehr zur Schule. Seine ehemaligen Klassenkameraden wollen ihm und auch sich selbst beweisen, dass es sehr wohl Dinge gibt, die etwas bedeuten. Sie sammeln diese auf einem großen Haufen. Doch schnell gerät die Sache außer Kontrolle, es bleibt nicht lange bei rein materiellen Gegenständen. Als ein Mädchen seine Unschuld und ein Junge seinen Zeigefinger opfern müssen, greifen die Erwachsenen endlich ein.

Bisher gefällt mir das Hörbuch sehr gut. Die Sprecherin passt sehr gut, sowohl zum Thema als auch zum Schreibstil. Die Handlung lässt einen von der ersten Minute an nicht mehr los. Schon jetzt ein Hörbuch-Tipp, wenn es bis zum Ende so toll bleibt.

Tommy Krappweis las… wir haben überlebt!

Aber nur knapp. ;) Die Lesungen von Tommy Krappweis sind heimtückische Angriffe auf die Lachmuskeln. Das Publikum läuft Gefahr, im Laufe der Veranstaltung an akuter Atemnot, dank Lachkrämpfen, zu verscheiden. Was schade wäre, weil jede verpasste Minute ein Versäumnis ist.

Die Würzburger hatten am 15. Januar 2011 das Vergnügen, Tommy lauschen zu dürfen. Die Romanboutique feierte ihr 30. Jubiläum. Nach diversen Vorträgen, Lesungen und Signieraktionen mit den vielen local Heroes, Franken hat davon wirklich einige zu bieten, zog die gesamt Mannschaft um ins Chambinzky, um dort die Lesung zu Mara und der Feuerbringer zu hören.


Aber wer Tommy Krappweis kennt weiß, dass er auch noch einiges mehr zu erzählen hat. Als Einführung erzählte er uns, wie Bernd das Brot entstand, zu dessen Erfindern er gehört. Dann war es passiert, Tommy hatte sich warm geredet, das Publikum gespannt gelauscht und herzlich gelacht, er fand kein Ende mehr. Wir hörten von seinen Erfahrungen als Knirps im Campingurlaub, von seinen ersten Versuchen mit der Edda-Lektüre und lernten so mal wieder einiges nebenher. Zum Beispiel, dass man sich besser eine kommentierte Edda-Version zulegen sollte, der wunderschöne unkommentierte Prachtband mit Zeichnungen könnte einen sonst in den Wahnsinn treiben. Er berichtete, wie er auf die Idee zu den Mara-Büchern kam, was zu einem kleinen Ausflug in die Fernsehwelt wurde.

So ging es immer weiter, germanische Mythen und die Ursprünge nur scheinbar christlicher Riten mischten sich mit biographischen Einblicken in sein Leben. So wahnwitzig es klingen mag, viele der Dinge, denen man in den Abenteuern mit Mara begegnet, hat Herr Krappweis auf ähnliche Weise erlebt oder von Bekannten erzählt bekommen. Zu guter Letzt wurde dann doch noch das erste Kapitel aus „Mara und der Feuerbringer“ gelesen, inklusive Erläuterungen zum Making Of.

Es waren fast zwei Stunden voller Spaß, der Saal war angefüllt mit guter Laune, wohin man auch sah nur lachende Gesichter. Danke an Tommy Krappweis für die tolle Lesung und das Team der Romanboutique, das diese Veranstaltung organisiert hatte.

Danke an Hazamel für die Photos.

Hier findet ihr meine Rezensionen zu den bereits erschienen Büchern:

Mara und der Feuerbringer I

Mara und der Feuerbringer II Das Todesmal

Band III ist für September 2011 angekündigt.

Ina Weisse – Die Geliebte

Sie ist eine Geliebte. Er ist verheiratet, sie müssen sich heimlich lieben, haben immer nur kleine Zeitfenster, die er sich stiehlt, um mit ihr zusammen zu sein. Niemals wird sie ihn ganz für sich haben. Trotzdem ist sie bereit, all das auf sich zu nehmen, was es eben bedeutet, eine Geliebte zu sein. Warum tut sie sich da an?

Ina Weisse erzählt die Geschichte einer Frau, die sich ganz bewusst in die Rolle einer Geliebten begibt. Eine Rolle, die viele Frauen nicht nachvollziehen können. Auch nach diesem Buch würde ich mich selbst niemals in diese Rolle begeben wollen, kann aber etwas besser nachvollziehen, warum andere es unter Umständen tun. Die Geliebte sieht ihre Rolle auch nicht verklärt, hofft nicht, dass er eines Tages ganz ihr gehören wird. Sie sieht das ganze Spiel realistisch und will sich trotzdem nicht von ihm lösen.

„Die Geliebte“ bietet einen interessanten Einblick in die Gefühlswelt einer Frau, die immer nur die Nebenfrau sein wird, und das auch weiß. Durch die selbstkritischen Beobachtungen der Geliebten erlebt der Leser den Alltag einer solchen Beziehung, begleitet die Protagonisten auf ihrem Weg durch Höhen und Tiefen, erlebt wie sich ihre Beziehung verändert.

Ein Buch, das mich überrascht hat. Erwartet hatte ich tränenreiche Liebesbekundungen oder stilles Leiden. Gefunden habe ich zwar wirklich Emotionen, aber mit Tiefgang und kritische Selbstbetrachtung.

Die Geliebte – Ina Weisse
223 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312177, 19,99 €

Bernhard Hennen – Alica

Alica soll zwei Wochen bei ihren Großeltern wohnen, weil ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Begeistert ist sie nicht von dieser Aussicht. Es fängt auch gleich gut an, am Bahnhof ist niemand um sie abzuholen. Als sie endlich an dem ehemaligen Rittergut ankommt, in dem ihre Großeltern leben, scheint das Haus verlassen. Doch dann wird sie von einem Geisterfalken angegriffen. Und der ist nicht der einzige Geist in diesem Haus, auch ein junger Husar aus dem Jahr 1812 geht hier um. Alice will die beiden Geister erlösen und gerät in eine ihr bis dahin fremde Welt, voller Magie und Fabelwesen. Kann sie den Husar und seinen Falken von ihrem Fluch befreien?

„Alica“ ist ein Jugendfantasyroman, wer ein Buch ähnlich wie „Die Elfen“-Reihe erwartet wird enttäuscht werden. Wer „Nebenan“ von Bernhard Hennen gelesen hat, wird sich aber freuen, hier gibt es ein Wiedersehen mit dem Heinzelmann Wallerich und der Möwe Schnapper. Dass man in der Jugendfantasy am Thema Liebe kaum vorbei kommt, merkt man auch hier. Aber Herr Hennen hat daraus eine wunderschöne und unkitschige Geschichte gezaubert, die man wirklich genießen kann. Auch die Spannung kam für mich nicht zu kurz. Wie immer in seinen Büchern sind ihm die Charaktere besonders gut gelungen, vor allem Alica hatte es mir angetan. Mit so manchem Geist hatte ich Mitleid und gehofft, er würde Erlösung finden. Selbst die nervigen Charaktere sind so gut gelungen, dass man schwankt ob man sie schütteln möchte oder doch amüsiert schmunzeln.

Wer sich gerne mal wieder entspannt aber trotzdem auf gutem Niveau unterhalten lassen möchte und etwas für Geister und Heinzelmänner übrig hat, macht bei diesem Buch nichts verkehrt. Ein perfektes Buch für gemütliche Abende im Trockenen und Warmen, wenn es draußen stürmt und schneit.


Alica – Bernhard Hennen
332 Seiten, Ueberreuter
ISBN 9783800055265, 14,95 €